Fabrik

Eine Fabrik, von lateinischfabricare „anfertigen“, ist eine Produktionsstätte im industriellen Maßstab, die eine größere Anzahl unterschiedlicher Arbeitsvorgänge vereinigt und wesentlich mit Hilfe von Maschinen, Produktionsmitarbeitern und einer Betriebsführung Erzeugnisse herstellt. Den Besitzer oder Betreiber einer Fabrik bezeichnete man früher als Fabrikant, heute meist als Unternehmer. Das Gebäude, in dem diese Einrichtung untergebracht ist, bezeichnet man als Fabrik.



Geschichte




In der Frühzeit der Bildung von Manufakturen (noch während des Zunftwesens) wurden diese staatlich gefördert, da man in ihnen die Möglichkeit sah, die Ausfuhr wertvoller Fabrikate zu erhöhen und dringend benötigtes Bargeld einzunehmen. Der eigentliche Aufschwung des Fabrikwesens und hiermit der Übergang von Manufakturen zu Fabriken beginnt mit dem Aufkommen leistungsfähiger mechanischer Vorrichtungen im späten 18. Jahrhundert, dem Beginn der Industrialisierung. Diese Entwicklung begann um 1770 im mittelenglischen Cromford mit der Erfindung der Waterframe durch Richard Arkwright. 1783 gründete der Elberfelder Geschäftsmann Johann Gottfried Brügelmann mit der Textilfabrik Cromford in Ratingen die erste Fabrik auf dem Kontinent. Die 1801 bei Wülflingen (heute Stadtteil von Winterthur) gegründete Spinnerei Hard war die erste Fabrik in der Schweiz.In den folgenden Jahrzehnten beschleunigten die weitere Mechanisierung von Arbeitsabläufen durch Maschinen und insbesondere die Erfindung der Dampfmaschine die Industrialisierung und Verbreitung der neuzeitlichen Fabrik.Die Einrichtung und Nutzung dieser Maschinen konnte nur mit großem Kapitaleinsatz erfolgen, der von vielen kleinen, handwerklich arbeitenden Kleinunternehmern nicht geleistet werden konnte. Diese Entwicklung führte in vielen Branchen zu Großbetrieben, welche die seinerzeit gängigen Hausbetriebe und selbständigen Kleinbetriebe in der Folge sinkender Preise für Fabrik-Erzeugnisse aus vielen Bereichen verdrängten. Die damit einhergehende Notsituation von Handwerkern reichte bis weit in das 19. Jahrhundert hinein und ließ seinerzeit sogar Zweifel an der Notwendigkeit von Fabrikationsbetrieben aufkommen.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Fritz Kalle stirbt in Wiesbaden. Jakob Friedrich (Fritz) Kalle war ein Fabrikant, Rentier und Sozialpolitiker (Nationalliberale Partei). Er ist Ehrenbürger von Wiesbaden.
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Gestorben: Jean-Baptiste André Godin stirbt , in Guise, Aisne. Jean-Baptiste André Godin war ein frühsozialistischer französischer Unternehmer und Gründer der Ofenfabrik „Les Cheminées Godin“ in Guise sowie der dazugehörigen genossenschaftlichen Gemeinschaftswohnanlage Familistère Godin. Er war unter der Dritten Französischen Republik von 1871 bis 1876 Abgeordneter des Départements Aisne.
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Geboren: Fritz Kalle wird in Paris geboren. Jakob Friedrich (Fritz) Kalle war ein Fabrikant, Rentier und Sozialpolitiker (Nationalliberale Partei). Er ist Ehrenbürger von Wiesbaden.
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Geboren: Jean-Baptiste André Godin wird in Esquéhéries, Département Aisne, Frankreich geboren. Jean-Baptiste André Godin war ein frühsozialistischer französischer Unternehmer und Gründer der Ofenfabrik „Les Cheminées Godin“ in Guise sowie der dazugehörigen genossenschaftlichen Gemeinschaftswohnanlage Familistère Godin. Er war unter der Dritten Französischen Republik von 1871 bis 1876 Abgeordneter des Départements Aisne.
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Gestorben: Johann Gottfried Brügelmann stirbt in Ratingen. Johann Gottfried Brügelmann war ein deutscher Industrieller und als Gründer der ersten Fabrik auf dem europäischen Festland einer der Wegbereiter der Industriellen Revolution.

Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

1768

Gründung:
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Das Unternehmen Josef Florenz war eine bedeutende Wiener Waagen- und Gewichte-Fabrik und k.u.k. Hoflieferant.

Wirtschaft

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Der Milchhändler Jacob Fussell aus Baltimore nimmt seine weltweit erste Fabrik zur Herstellung von Speiseeis in Betrieb.
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Zar Peter I. befiehlt in einem Erlass, in Tula eine Fabrik zu errichten, die als Tulski Oruscheiny Sawod mit der Herstellung von Waffen die Zeiten überdauert.

Geschichte > Eckpunkte der Stadtgeschichte > Schwenningen

1858

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Gründung der ersten Uhrenfabrik für tragbare Nachtwächterkontrolluhren in Schwenningen durch Johannes Bürk. Weitere Fabrikgründungen waren: 1860 UhrenfabrikMauthe, 1883 Schlenker & Kienzle, 1888 Schlenker-Grusen, 1890 Johann Jäckle, Metallwaren, 1902 Johannes Schlenker (ISMET), 1925 Steinel. Schwenningen nannte sich Mitte des 20. Jahrhunderts „die größte Uhrenstadt der Welt“. (Villingen-Schwenningen)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1886

Publikation:
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Über die Sklavennot der Fabriksarbeiterschaft von Floridsdorf und Umgehung. Wien (Rudolf Franz Eichhorn)

Geschichtlicher Überblick

1897

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der von der Maschinenfabrik Oerlikon entwickelte Motor wird von der Wagner Elektro Mfg. Co mit großem Erfolg in den USA produziert. (Repulsionsmotor)

Sehenswürdigkeiten

1998

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Die Glashütte Gernheim ist ein Standort des Westfälischen Industriemuseums. Am Steilufer der Weser liegend, gehörte die Glashütte zeitweilig zu den bedeutendsten Fabriken in Nordwestdeutschland. In ihr wurde von 1812 bis 1877 produziert. Nach jahrzehntelanger Restaurierung erfolgte die Eröffnung des Museums am 7. November (Ovenstädt)

Tagesgeschehen

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Dresden/Deutschland. Der US-amerikanische Chiphersteller AMD gab bekannt, dass er eine zweite Fabrik in Dresden errichten wird. Die Stadt hat sich gegen Konkurrenz aus den USA, Singapur und Osteuropa durchgesetzt und wird damit zum wichtigsten Standort für die Produktion von Halbleiterbausteinen in Europa. Ausschlaggebend waren die guten Erfahrungen, die AMD mit seiner ersten Dresdner Fabrik gemacht hat, insbesondere die gute Ausbildung und hohe Motivation der Belegschaft.

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