Fahrplan

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Abfahrtsplakat der SBB für den Bahnhof Zürich Tiefenbrunnen
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Fahrplan der Remsbahn von 1861
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Fahrplan aus dem Jahr 1994 von Retz, NÖ nach Drosendorf, NÖ (Lokalbahn Retz–Drosendorf)
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Grafischer Fahrplan der Gotthardbahn im Jahr 1899
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Ein Fahrplan (Abkürzung: Fpl ) legt im öffentlichen Personennah- und -fernverkehr und im Schienengüterverkehr den Fahrtverlauf eines Verkehrsmittels fest. Dabei notwendige Angaben sind Zugnummer, Verkehrstage, Laufweg, Ankunfts-, Abfahrts- und Durchfahrtszeiten an den Betriebsstellen sowie die zulässigen Geschwindigkeiten in den einzelnen Abschnitten des Laufwegs. Er wird in der Fahrplanung erstellt und bietet die Grundlage für die Umlaufplanung.

Des Weiteren bezeichnet der Begriff einen Plan der Ankunfts- und Abfahrtszeiten eines Verkehrsmittels an den jeweiligen Haltestellen beziehungsweise die entsprechenden Medien zur Darstellung dieses Plans.

Der erste Kutschdienst mit Fahrplan wurde in Großbritannien im Jahr 1784 eingerichtet. 1840 gab es dort den ersten Zugfahrplan.



Inhaltsverzeichnis



Fahrplanperiode und Fahrplanjahr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Fahrplan gilt in der Regel für einen bestimmten Zeitabschnitt, die Fahrplanperiode. Spricht man von der aktuellen Fahrplanperiode, so meint man einen zurzeit gültigen Fahrplan.

Bis zum Jahr 2001 fand bei den europäischen Eisenbahnen jeweils einmal im Jahr, und zwar an einem Sonntag Ende Mai oder Anfang Juni, der Fahrplanwechsel statt. In Deutschland wurde bis Anfang der 1990er Jahre die Fahrplanperiode in einen Sommer- und Winterabschnitt geteilt und in getrennten Kursbüchern veröffentlicht. Es gab also zwei Fahrplanabschnitte pro Jahr, die auch als Sommerfahrplan und Winterfahrplan bezeichnet wurden, wobei in allen mitteleuropäischen Ländern der Sommerfahrplan nur vier Monate umfasste und der Winterfahrplan die übrigen acht Monate. In der Schweiz wurde bereits 1987 der Jahresfahrplan wieder eingeführt – wie vor 1909.

Für die Staaten der Europäischen Union legte die Kommission fest, dass mit dem Fahrplanjahr 2003 der Jahresfahrplanwechsel am zweiten Samstag im Dezember um 24 Uhr, der unterjährige kleine Fahrplanwechsel am zweiten Samstag im Juni um 24 Uhr zu erfolgen hat. Zuvor galt der letzte Samstag im Mai um 24 Uhr als Zeitpunkt des Jahresfahrplanwechsels bzw. der letzte Samstag im September um 24 Uhr als unterjähriger Fahrplanwechsel. Somit wurde am 15. Dezember 2002 in Europa von einem Sommer- und Winterfahrplan auf einen Jahresfahrplan umgestellt. Die Koordinierung der Fahrpläne übernimmt dabei die Europäische Reisezugfahrplankonferenz (FTE).

Die Schweiz übernimmt aus praktischen Gründen die Regelung des Fahrplanwechsels von der Europäischen Union. Dabei dauert die Fahrplanperiode in der Regel zwei Fahrplanjahre. Das bedeutet, dass im Dezember der geraden Jahre nur kleinere Änderungen an den Fahrplänen vorgenommen werden sollten.

Abseits des europäischen Schienennetzes sind auch andere Zeitpunkte für den Fahrplanwechsel anzutreffen, so etwa an einem Samstag im März in Japan.



Taktfahrplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

?Hauptartikel: Taktfahrplan

Einen besonderen Stellenwert nimmt der heute weit verbreitete Taktfahrplan im Linienverkehr ein. Er zeichnet sich durch leichte Merkbarkeit aus, weil sich die Abfahrts- und Ankunftszeiten in periodischen Abständen wiederholen. Der integrale Taktfahrplan, der in immer mehr europäischen Ländern zur Anwendung kommt, besitzt darüber hinaus eine für alle Strecken einheitliche Symmetriezeit, wodurch Umsteigezeiten stets bei Hin- und Rückfahrt gleich sind.



Abfahrtszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Abfahrtszeit ist in westlichen Ländern der Zeitpunkt bzw. die genau bestimmbare Uhrzeit gemeint, zu der ein Verkehrsmittel eine Haltestelle oder einen vergleichbaren Abfahrtsort verlässt. Der Begriff Fahrt bezieht sich hierbei auf rollende Verkehrsmittel.



Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher vielfach auch in Deutschland auf Bahnhöfen zu sehen, heute in Tschechien noch im Einsatz: der Rollenfahrplan
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Veröffentlicht wird der Fahrplan in Form eines Kursbuchs, Fahrplanbuchs/Fahrplanhefts, eines Aushangfahrplans oder in elektronischen Medien. Er kann auch grafisch in Form eines Zeit-Wege-Diagramms (Bildfahrplans) oder einer Netzgrafik dargestellt werden.

Früher war der Aushangfahrplan auf deutschen und österreichischen Bahnhöfen oftmals auf Rollen aufgezogen. Diese Rollenfahrpläne sind heute z. B. noch in der Tschechischen Republik zu sehen.

Für innerdienstliche Zwecke werden die Fahrpläne als Buchfahrpläne, Fahrzeitenhefte, Geschwindigkeitshefte, Fahrpläne für Zugmeldestellen (früher: Bahnhofsfahrordnungen) und elektronisch mit EBuLa veröffentlicht.

Kleine und temporäre Abweichungen vom gültigen Fahrplan werden bei diversen Bahngesellschaften im Reisenden-Informationssystem (RIS) angezeigt. Diverse Betreibergesellschaften bieten auch im Internet eine Fahrplanauskunft mit Übersicht über die fahrplanmäßige Durchführung der Fahrten ihrer Linien.

Kursbcher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Sammlung von mehreren Fahrplänen nennt man besonders im Eisenbahnbereich oft Kursbuch, ansonsten Fahrplanbuch oder Fahrplanheft.

Aushangfahrplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Busabfahrtstafel auf der griechischen Insel Astypalea (2005)
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Aushangfahrplan einer Hamburger Stadtbuslinie mit Abfahrtzeiten
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Fahrplan 2010 der Sonderlinie Lieschen der Frankfurter Straßenbahn
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An Bahnhöfen oder Haltestellen von Verkehrsmitteln des öffentlichen Personenverkehrs gibt es zur Fahrgastinformation Aushangfahrpläne (auch als Fahrplanaushang bezeichnet) in sehr unterschiedlicher Form. Sie sind Ausschnitte aus dem Fahrplan, in dem alle Züge oder Busse und deren Abfahrts- bzw. Ankunftsbahnsteige/-bussteige verzeichnet sind. Angegeben ist chronologisch geordnet allgemein das Endziel und die Abfahrtszeit eines Verkehrsangebots, meistens zusätzlich auch der Linienverlauf.

Wenn die Ankunftszeit wegen geringer Haltedauer annähernd gleich der Abfahrtszeit ist, genügt ein als „Fahrplan“ gekennzeichneter Aushang, andernfalls werden getrennte Aushänge für ankommende („Ankunft“, weiß) und abfahrende („Abfahrt“, oft auf gelbem Papier) Verkehrsmittel angeboten. Der Ankunftsplan enthält alle an einer Haltestelle ankommenden Angebote und eine Auswahl der Haltestellen, die das jeweilige Verkehrsmittel angefahren hat (meist mit dortiger Abfahrtzeit). Angegeben wird auch der Ankunftsbahnsteig/-bussteig. Die Fahrzeiten auf einem Aushangfahrplan sind nach Wochentagen (meist Montag–Freitag, Samstag, Sonn- und Feiertage) sortiert und haben für jede Stunde des Tages, zu denen Abfahrten stattfinden, eigene Zeilen.

Zu unterscheiden sind Aushänge für alle ab einem Haltepunkt verkehrenden Verkehrsangebote von linienbezogenen Informationen. Letztere können für jede Linie einzeln erstellt sein oder sich auf bestimmte Richtungen oder Fahrtziele beziehen. Möglich ist auch eine Unterteilung in Fern- und Regionalverkehr und innerstädtische Angebote. So gibt es in einigen Bereichen besondere Fahrpläne für S-Bahn-Verkehr, oder es können Stadtbusfahrpläne von Regionallinien getrennt sein (auch durchgehende Linien lassen sich dann aufteilen in einen innerstädtischen und regionalen Teil).

Je nach Konzept kann eine Darstellung mit vollständiger Angabe des Linienweges (und aller Abfahrtzeiten von Unterwegshalten) für jedes Einzelangebot oder eine pauschale Wegangabe mit nachfolgender Aufführung der einzelnen Fahrtzeiten erfolgen. Linienbezogene Informationen besonders bei vertakteten Angeboten erfolgen wegen höherer Übersichtlichkeit meistens in der pauschalen Form. Im Eisenbahnverkehr wird überwiegend eine Einzeldarstellung für jedes Zugangebot angewendet.

Symbole und/oder Fußnoten machen Zusatzangaben zu

  • abweichenden Linienwegen oder Haltestellenbedienungen
  • dem Namen der Station, bis zu der smtliche Zwischenhalte genannt sind
  • Verkehrseinschrnkungen an bestimmten Tagen (beispielsweise whrend der Schulferien)
  • eingeschrnkten Mitnahmemglichkeiten oder eine Reservierungspflicht fr Fahrrder etc.

Hierbei kann die Übersichtlichkeit durch die Verwendung zu vieler Symbole für einzelne Fahrten leiden. Spezielle Angebote wie Anrufbusse oder eine Bedienung mit Sammeltaxen (ÖPNV-Sonderformen) werden häufig ebenfalls durch Symbole gekennzeichnet. Möglich sind aber auch Zusatzaushänge mit vollständigen Informationen über Angebot, Bedienungsmodalitäten und eventuelle Tarifbesonderheiten.

Oft enthält der Aushangfahrplan zusätzlich eine tabellarische Auflistung aller bedienten Haltestellen mit Fahrzeiten und Anschlusshinweisen.

An großen Bahnhöfen werden Fahrpläne heute dynamisch und mit aktueller Zusatzinformation auf Abfahrtstafeln dargestellt. Hierbei wird jede einzelne Fahrt innerhalb eines bestimmten Zeitraumes möglichst umfassend mit angedeutetem Linienweg aufgeführt.



Sonstige Bedeutungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Fahrplan, der als Fahrgastinformation veröffentlicht wird, gibt es für die Beschreibung der innerbetrieblich-dienstlichen Abläufe den Buchfahrplan und Bildfahrplan. In der Projektplanung spricht man ebenfalls von Fahrplänen oder Roadmaps, in denen die Zeitfenster für Tätigkeiten und Meilensteine festgelegt werden. Bekanntes Beispiel ist die Roadmap (Nahostkonflikt).



Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ?So z.B. in der Fahrdienstvorschrift Ril 408
  2. ?Pachl, Jrg: Systemtechnik des Schienenverkehrs: Bahnbetrieb planen, steuern und sichern, Teubner Verlag 2004, ISBN 3-519-36383-6, S. 189
  3. ?Yuval Noah Harari: ?Eine kurze Geschichte der Menschheit?. Pantheon Verlag 2015. kindle edition S. 430 (von 507).
  4. ?EU-Kommission: 2002/844/EG: Entscheidung der Kommission vom 23. Oktober 2002 zur nderung der Richtlinie 2000/14/EG hinsichtlich des Termins fr den Wechsel des Netzfahrplans im Eisenbahnverkehr (Text von Bedeutung fr den EWR) (Bekannt gegeben unter Aktenzeichen K(2002) 3997), abgerufen am 20. Mrz 2014
  5. ?Europisches Parlament/Europischer Rat: Richtlinie 2001/14/EG des Europischen Parlaments und des Rates vom 26. Februar 2001 ber die Zuweisung von Fahrwegkapazitt der Eisenbahn, die Erhebung von Entgelten fr die Nutzung von Eisenbahninfrastruktur und die Sicherheitsbescheinigung(PDF), abgerufen am 20. Mrz 2014
  6. ?siehe Erklrungen zur offiziellen Fahrplanpublikation der Schweiz, abgerufen am 21. Mrz 2014
  7. ?Fahrplanverordnung auf der Website der Bundesbehrden der Schweizerischen Eidgenossenschaft, abgerufen am 21. Mrz 2014


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Fahrplan (Abkürzung: Fpl) legt im öffentlichen Personennah- und -fernverkehr und im Schienengüterverkehr den Fahrtverlauf eines Verkehrsmittels fest. Dabei notwendige Angaben sind Zugnummer, Verkehrstage, Laufweg, Ankunfts-, Abfahrts- und Durchfahrtszeiten an den Betriebsstellen sowie die zulässigen Geschwindigkeiten in den einzelnen Abschnitten des Laufwegs. Er wird in der Fahrplanung erstellt und bietet die Grundlage für die Umlaufplanung.

Des Weiteren bezeichnet der Begriff einen Plan der Ankunfts- und Abfahrtszeiten eines Verkehrsmittels an den jeweiligen Haltestellen beziehungsweise die entsprechenden Medien zur Darstellung dieses Plans.

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Europa

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Einführung der Mitteleuropäischen Zeit als einheitliche Uhrzeit für ganz Deutschland. Ab sofort gilt von „Aachen bis Königsberg“ die gleiche Uhrzeit. Zweck ist die genaue Regulierung des Fahrplanes der Eisenbahn.

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Richard Ottmar stirbt in Stuttgart. Richard Ottmar war ein deutscher Theologe und Lehrer, der zugleich als Experte für Eisenbahnfahrpläne aktiv war.

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Jordanien. George W. Bush trifft sich in der jordanischen Stadt Aqaba mit Ariel Scharon und anschließend mit dem palästinensischen Regierungschef Mahmud Abbas. Gesprochen wird über den so genannte Fahrplan des Friedens. Vor dem Treffen besprach sich Bush mit dem jordanischen König Abdullah II..

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zwischen Berlin (Brandenburger Tor) und Charlottenburg durch Simon Kremser, erste Buslinie in Deutschland, schon mit Fahrplan, später weitere Linien von Toren der Berliner Zollmauer zu den umliegenden Gemeinden und Städten. Der von ihm eingeführte Wagentyp, heute nach ihm Kremser genannt, war gefedert und bot vielen Fahrgästen Platz, hatte aber nur ein Verdeck als Witterungsschutz. (Pferdeomnibus)

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