Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Dostojewski, 1872. Er stellte in diesem Jahr den Roman Die Dämonen fertig. Porträt von Wassili Perow
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Fjodor Michailowitsch Dostojewski (auch Dostojewskij, Audio-Datei / HörbeispielФёдор Михайлович Достоевский?/i [ˈfʲodər mʲɪˈxajləvʲɪtɕ dəstʌˈjɛfskʲɪj], wissenschaftliche TransliterationFëdor Mihajlovič Dostoevskij; * 11. November 1821 in Moskau; † 9. Februar 1881 in Sankt Petersburg) gilt als einer der bedeutendsten russischen Schriftsteller. Seine schriftstellerische Laufbahn begann 1844; die Hauptwerke, darunter Schuld und Sühne, Der Idiot, Die Dämonen und Die Brüder Karamasow, entstanden jedoch erst in den 1860er und 1870er Jahren. Dostojewski schrieb neun Romane, zahlreiche Novellen und Erzählungen und ein umfangreiches Korpus an nichtfiktionalen Texten. Das literarische Werk beschreibt die politischen, sozialen und spirituellen Verhältnisse zur Zeit des Russischen Kaiserreiches, das sich im 19. Jahrhundert fundamental im Umbruch befand. Dostojewski war ein Seismograph der Konflikte, in die der Mensch mit dem Anbruch der Moderne geriet. Zentraler Gegenstand seiner Werke war die menschliche Seele, deren Regungen, Zwängen und Befreiungen er mit den Mitteln der Literatur nachgespürt hat; Dostojewski gilt als einer der herausragenden Psychologen der Weltliteratur. Fast sein gesamtes Romanwerk erschien in Form von Feuilletonromanen und weist darum die für dieses Genre typischen kurzen Spannungsbögen auf, wodurch es trotz seiner Vielschichtigkeit und Komplexität selbst für unerfahrene Leser leicht zugänglich ist. Seine Bücher wurden in mehr als 170 Sprachen übersetzt.

In der zweiten Hälfte der 1840er Jahre stand Dostojewski dem Frühsozialismus nahe und nahm an Treffen des revolutionären Petraschewski-Zirkel teil. Dies führte 1849 zu seiner Festnahme, Verurteilung zunächst zum Tode und dann – nach Umwandlung der Strafe – zu Haft und anschließendem Militärdienst in Sibirien. Nach der Entlassung 1859 begann er zunächst mit kleineren Arbeiten und dann mit den Aufzeichnungen aus einem Totenhaus seine Reputation als Schriftsteller wiederherzustellen. Mit seinem Bruder Michail gründete er zwei Zeitschriften (Wremja und Epocha). Die erste wurde verboten; der Ruin der zweiten zwang ihn zur Flucht vor den Gläubigern ins Ausland, wo er drei Jahre lang bleiben sollte. Dostojewski litt an Epilepsie und war einige Jahre der Spielsucht verfallen. Während seine Zeitgenossen Lew Tolstoi, Iwan Turgenew und Iwan Gontscharow unter Bedingungen materieller Sorglosigkeit schreiben konnten, waren die äußeren Umstände von Dostojewskis Schreibtätigkeit fast zeitlebens von finanzieller Not geprägt. In den letzten zehn Jahren seines Lebens lebte er in finanziell geordneten Verhältnissen und genoss Anerkennung im ganzen Land.

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Geboren & Gestorben

1966

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Gestorben: Elisabeth Kaerrick stirbt in München. Elisabeth Kaerrick war eine Übersetzerin aus dem Russischen. Bekannt wurde sie für ihre seit 1905 erschienene Übersetzung der Werke Dostojewskis, dabei gebrauchte sie das Pseudonym E. K. Rahsin.
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Geboren: Horst-Jürgen Gerigk wird in Berlin geboren. Horst-Jürgen Gerigk ist ein deutscher Literaturwissenschaftler. Seine Interessengebiete sind die russische, amerikanische und deutsche Literatur, der Hollywood-Film und die Geschichte der Ästhetik von Kant bis Heidegger. Gerigk gilt als einer der vorzüglichsten Kenner des Werkes Dostojewskis, die der deutschsprachige Raum hervorgebracht hat.
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Gestorben: Ljubow Fjodorowna Dostojewskaja stirbt in Bozen-Gries. Ljubow Fjodorowna Dostojewskaja war eine russische Autorin und Tochter von Fjodor Michailowitsch Dostojewski und dessen zweiter Ehefrau Anna.
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Gestorben: Anna G. Dostojewskaja stirbt in Jalta. Anna Grigorjewna Dostojewskaja, geborene Snitkina, war die zweite Ehefrau von Fjodor Michailowitsch Dostojewski und eine bekannte russische Persönlichkeit.

1918

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Gestorben: Apollinaria Prokofjewna Suslowa stirbt in Sewastopol. Apollinaria Prokofjewna Suslowa, bekannt als Polina Suslowa (??????? ????????) war eine russische Schriftstellerin. Prominenz hat sie als Schwester der ersten russischen Ärztin und Medizinprofessorin Nadeschda Suslowa, als Geliebte von Fjodor Dostojewski und schließlich als Ehefrau des Philosophen Wassili Rosanow erlangt.

Rundfunk, Film & Fernsehen

1967

Neuverfilmungen:
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Der Fluch der Mumie (The Mummy's Shroud) (Die Mumie (1932))

Nominierungen Oscar

1975

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Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin, Bestes adaptiertes Drehbuch, Beste Kamera (Lenny (Film))

stop > Zentrumspartei vor 1945 > Monografie

1977

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Rudolf Morsey: Der Untergang des politischen Katholizismus. Die Zentrumspartei zwischen christlichen Selbstverständnis und „Nationaler Erhebung“ 1932/33, Stuttgart/Zürich (Deutsche Zentrumspartei)

Geschichte > Einwohnerentwicklung > 2000 bis 2009

2006

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2.874 (Mulda/Sa.)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

2008

Vereine und Einrichtungen:
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Narrenzunft Hemmendorf "Käpfle Hexa e.V." (Hemmendorf (Rottenburg))

1880

Dostojewskis Werke > Roman:
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Die Brüder Karamasow (?????? ??????????, Brat’ja Karamazovy)

1877

Dostojewskis Werke > Erzählungen:
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Traum eines lächerlichen Menschen (??? ???????? ????????, Son smešnogo ?eloveka)

1876

Dostojewskis Werke > Novelle:
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Die Sanfte (???????, Krotkaja)

1875

Dostojewskis Werke > Roman:
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Der Jüngling (?????????, Podrostok)

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