Folter

Folter (auch Marter oder Tortur) ist das gezielte Zufügen von psychischem oder physischem Leid (Gewalt, Qualen, Schmerz, Angst, massive Erniedrigung) an Menschen durch andere Menschen. Die Folter wird meist als ein Mittel zu einem bestimmten Zweck eingesetzt, beispielsweise um eine Aussage, ein Geständnis, einen Widerruf oder eine Information zu erhalten oder um den Willen und den Widerstand des Folteropfers (dauerhaft) zu brechen.

Im engeren Sinne ist Folter eine Tat einer bestimmten Interessengruppe (beispielsweise Teile der staatlichen Exekutive oder politisch-militärische Organisationen) an einem Individuum, etwa durch die historische Inquisition, die Polizei oder Geheimdienste. Laut der UN-Antifolterkonvention ist jede Handlung als Folter zu werten, bei der Träger staatlicher Gewalt einer Person „vorsätzlich starke körperliche oder geistig-seelische Schmerzen oder Leiden zufügen, zufügen lassen oder dulden, um beispielsweise eine Aussage zu erpressen, um einzuschüchtern oder zu bestrafen“. Folter ist international geächtet.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Helen Bamber stirbt in London. Helen Bamber OBE war eine britische Psychotherapeutin, die sich der Hilfe für Holocaust-Überlebende und Folter-Opfer verschrieb. 2005 gründete sie eine Stiftung zur Unterstützung von Opfern von Gewaltverbrechen weltweit, die Helen Bamber Foundation mit Sitz in London.
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Gestorben: Paul Aussaresses stirbt in La Vancelle, Département Bas-Rhin. Paul Aussaresses war ein französischer General. Er betätigte sich in seiner Laufbahn vorwiegend als Fallschirmjäger und Instruktionsoffizier. Paul Aussaresses provozierte 2000 eine öffentliche Kontroverse, als er in einem Interview in der Tageszeitung Le Monde zugab, im Algerienkrieg, und dort insbesondere in der Schlacht von Algier, zum Mittel der Folter gegriffen zu haben, und diese auch rechtfertigte.
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Gestorben: Jean-Jacques Gautier (Bankier) stirbt in Chêne-Bougeries. Jean-Jacques Gautier war ein Schweizer Bankmanager. International bekannt wurde er wegen seiner Initiativen zur Verhütung der Folter.

1985

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Geboren: Noha Atef wird in Ägypten, arabisch? ‏نهى عاطف‎ geboren. Noha Atef ist eine politische Bloggerin und Journalistin, die sich gegen Folter und Unterdrückung in ihrem Heimatland einsetzt.
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Geboren: Maher Arar wird in Syrien geboren. Maher Arar ist ein kanadischer Staatsbürger syrischer Abstammung, der wegen unbelegter Terrorismus-Vorwürfe von den USA unter rechtlich problematischen Umständen nach Syrien abgeschoben und dort nach eigenen Angaben gefoltert wurde. Nach seiner Freilassung gelang es, seine Unschuld zu beweisen.

Religion

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Papst Innozenz IV. veröffentlicht die Bulle Ad Extirpanda, eine der wichtigsten Grundlagenschriften der Inquisition, in der die Anwendung der Folter ausdrücklich erlaubt wird.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1602

Literatur:
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In der zweiten Auflage seiner Schrift Von Zauberey vnd Zauberern Gründlicher Bericht gegen Hexenverfolgung und Folter verwendet der Pfälzer Pfarrer Anton Praetorius erstmals seinen Namen. 1598 hat er die erste Auflage noch unter einem Pseudonym veröffentlicht.

Politik & Weltgeschehen

1740

Ereignisse > Politik und Weltgeschehen:
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Preußens Herrscher Friedrich der Große verbietet das Foltern, ausgenommen bei Hochverrat, Landesverrat und Mordtaten mit vielen Opfern. (3. Juni)

Antike

Heiliges Römisches Reich:
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Preußens Herrscher Friedrich der Große verbietet das Foltern, ausgenommen bei Hochverrat, Landesverrat und schweren Mordtaten.

Europa

Weitere Ereignisse in Europa:
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Das Josephinische Strafgesetz löst die Constitutio Criminalis Theresiana in Österreich ab. Damit ist auch die Folter in den habsburgischen Erblanden abgeschafft.

Kunst & Kultur

1952

Bekannte Operationen:
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Operation Artischocke: Programm zur Erforschung von Gehirnwäsche- bzw. Verhörmethoden unter Anwendung von Drogen und Folter (Central Intelligence Agency)

Musik

1970

Diskografie > Crosby, Stills, Nash and Young:
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Déj?? Vu (David Crosby)

Rundfunk, Film & Fernsehen

1976

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Film: Shogun’s Sadism (jap. 徳川女刑罰絵巻 牛裂きの刑, Tokugawa Onna Keibatsu Emaki: Ushizaki no Kei, wörtlich: „Tokugawa-Frauenstrafen-Bildrollen: Strafe der Vierteilung mit Ochsen“), alternativ: The Joy Of Torture 2 -Oxen Split Torturing, ist ein von Regisseur Yūji Makiguchi (jap. 牧口 雄二) 1976 gedrehter japanischer Splatter und Bondage-Film, der in der sogenannten Edo-Zeit des Tokugawa-Shogunats spielt. Im ersten Teil geht es dabei um die Christenverfolgung in Japan während des 17. Jahrhunderts, und im zweiten Teil um die harten Zustände in Bordellen während des 19. Jahrhunderts. In dem Film sind u. a. sehr viele brutale Gewalt- und Folterszenen zu sehen.

Stab:
Regie: Yūji Makiguchi
Drehbuch: Seikō Shimura, Ichirō Ōtsu
Produktion: Tōei
Musik: Masao Yagi
Kamera: Motoya Washio

Besetzung: Yūsuke Kazato, Rena Uchimura, Akira Shioji, Masataka Iwao, Ryuichi Nagashima, Yusuke Tsukasa, Tetsuo Fujisawa, Yasumori Hikita, Mineko Maruhira, Miki Masuda, Kyōnosuke Murai

Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

1987

Gründung:
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Impetigo war eine amerikanische Death-Metal/Grindcore-Band aus Bloomington im Bundesstaat Illinois. Ihre Texte behandelten Themen wie Folter, Serienmord, Kannibalismus und Tod. Das lyrische Konzept stattete die Band mit reichlich schwarzem Humor aus. Die meisten Lieder der Band beginnen mit Intros, die zum Teil aus Medienberichten zu gerichtlichen Mordprozessen stammen. Für die Bedeutung des Bandnamens siehe Impetigo.

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

2005

Ehrung:
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erhielt er die Quadriga Netzwerk des Wissens (Tim Berners-Lee)

Organisationen gegen Folter > Weitere Institutionen gegen Folter

2005

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ai-aktionsnetz Heilberufe, Ausführungen von P. Boppel über Folter/Ausbildung zum Folterer

2003

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Amnesty International Sektion Deutschland: DAS FOLTERVERBOT GILT ABSOLUT!, Pressemitteilung, 20. Februar

Tagesgeschehen

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London/Vereinigtes Königreich: Der Jahresbericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International beklagt Folter und andere Misshandlungen in 98 Staaten sowie Zensur in 89 Staaten weltweit.
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London/Vereinigtes Königreich: Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International beklagt in ihrem aktuellen Jahresbericht Folter und Misshandlung in mindestens 111 Staaten der Welt.
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Straßburg/Frankreich: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Türkei zum vierten Mal innerhalb eines Monats wegen schwerer Folter verurteilt. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass zwei Männer und eine Frau im Juni 1995 in der Anti-Terrorabteilung des Istanbuler Polizeipräsidiums mehrere Tage lang misshandelt wurden: mit Elektroschocks an den Genitalien, Schlägen, Aufhängen an den Armen und Schlafentzug. Die Regierung in Ankara muss den drei Opfern zusammen 45.000 € Schmerzensgeld zahlen.
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Bagdad/Irak: Die Leiche eines der drei seit zwei Wochen vermissten US-Soldaten wird im Euphrat nahe der Ortschaft Mussajab aufgefunden. Der Körper weist Schusswunden und Folterspuren auf. Ein DNA-Test beweist die Identität des Mannes. Die Soldaten gelten vermisst, seitdem am 12. Mai ein Konvoi überfallen worden war. Dabei waren bereits vier Soldaten und ihr Dolmetscher getötet worden.
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Bagdad/Irak: So genannte „Todesschwadrone“ bringen im Irak 60 Menschen um. Die Leichen wiesen Spuren von Folter auf und waren teilweise noch gefesselt. Nach Angaben der irakischen Regierung und der US-Streitkräfte geht die eigentliche Gefahr gegenüber der Stabilisierung des Iraks nicht mehr von den Anhängern des gestürzten Diktators Saddam Hussein aus, sondern von den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und Schiiten.

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