Franca Rame

Franca Rame 1960
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Franca Rame (* 18. Juli 1929 in Parabiago (MI); † 29. Mai 2013 in Mailand) war eine italienische Theatermacherin und von 2006 bis 2008 Mitglied des italienischen Senats für die Partei Italia dei Valori.



Leben




Franca Rame stammte aus einer der damals noch durchs Land ziehenden Familie von Volksschauspielern. Ihre Mutter war Lehrerin und strenge Katholikin. Mit acht Jahren stand sie erstmals auf der Bühne. 1949, knapp 20 Jahre alt, verließ sie ihre Familie und wurde Revueschauspielerin bei den populärsten Theatergruppen. Ein Titelfoto machte sie über Nacht berühmt. 1951 lernten sich der Publikumsliebling Franca Rame und Dario Fo bei der Arbeit im Theater kennen. Fo war von Beruf Architekt, hatte aber zu der Zeit auch schon zwei Jahre auf und für Theaterbühnen gearbeitet. Sie heirateten 1954, ein Jahr später kam ihr einziges Kind, Sohn Jacopo Fo, zur Welt.Franca Rame und Dario Fo gründeten 1959 ihre Compania Fo/Rame; sie waren das wohl bekannteste italienische Theatermacher-Duo. Ihre Theatermacherei sorgte regelmäßig für Aufsehen, denn ihre Arbeit war kaum konventionell zu nennen. Was sie auf die Bühne brachten, war überwiegend selbst geschrieben, oft in Improvisationsfolgen, im Spiel und durch Spiel entstanden. Politisch links orientiert, ließen sie in ihren Stücken diesem dezidierten Standpunkt immer Raum. Zwar wurde nur Dario Fo 1997 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet, aber Kenner wie der Zeit-Autor Rolf Michaelis schrieben, seine Partnerin habe am Werk genauso viel Anteil wie er. Stücke wie Offene Zweierbeziehung, die weltweit aufgeführt werden, entstanden in gemeinsamer Autorenschaft. Es gibt kein Stück von Fo, an dessen Text Franca Rame nicht maßgeblich mitgearbeitet hätte....

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Geboren & Gestorben

Geboren:
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Franca Rame, italienische Theatermacherin und Politikerin

Station

2004

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Franca Rame gründet zusammen mit Dario und Jacopo Fo den Fernsehsender „Atlantide TV“ und greift damit aktiv in den sich inzwischen ausweitenden Kampf gegen Silvio Berlusconis Medien-Monopol ein.

1998

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Bei Untersuchungen über rechte Terroraktionen der 70er Jahre erhärtet sich der Verdacht, dass der Überfall und die Vergewaltigung von Rame im Jahr 1973 durch vier Neofaschisten von einer Mailänder Carabinieri-Einheit initiiert worden waren. Fo fordert das Eingreifen des Staatspräsidenten.

1997

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Im Oktober gibt die Schwedische Akademie die Verleihung des Literaturnobelpreises an Dario Fo bekannt. Die Auszeichnung ruft in Italien wie im Ausland begeisterte Zustimmung wie ablehnende Kritik hervor. Fo/Rame sind seit Jahrzehnten die meistgespielten italienischen Autoren im Ausland (in über 50 Ländern), ihre Stücke sind in rund 30 Sprachen übersetzt. Fo und Rame kündigen an, das Preisgeld für Behinderte einzusetzen und außerdem Adriano Sofri in seinem Kampf um Freilassung zu unterstützen, der zu Unrecht im Gefängnis in Italien saß.

1996

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Rame und Fo vereinen ihre beiden Monolog-Top-Stücke „Mistero buffo“ und „Sesso? Grazie, tanto per gradire!“ zu einer Aufführung. Die Tournee durch Italien wird zu einem Triumph.

1994

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Franca Rame kommt mit „Sesso? Grazie, tanto per gradire!“ (Sex? Aber mit Vergnügen!) in Mailand heraus. Anfangs wird die Inszenierung mit einem Jugendverbot belegt, das nach vehementen Protesten wieder aufgehoben wird.

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