Französische Literatur

Folio 153v des Les Très Riches Heures du duc de Berry (1412–1416)
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Die französische Literatur im engeren Sinne ist die auf Französisch geschriebene Literatur des Mutterlandes Frankreich. Besonders wichtige Werke entstanden im Hochmittelalter, im Absolutismus, im Zeitalter von Aufklärung und Moderne. Das kulturelle Leben des Landes kennt einen Kanon im Unterricht; er soll die Entwicklung eines guten Stils fördern. Französische Literatur umfasst gewöhnlich auch Werke der Disziplinen Philosophie, Theologie, Literaturkritik, Kunstkritik, Memoiren, Biographien, öffentliche Rede, Chanson und Comic.

Diese Darstellung der französischen Literatur beschränkt sich auf die geographischen Grenzen des Staates Frankreich. Vorerst keine Erwähnung findet die französischsprachige Literatur in Kanada, Belgien, Luxemburg, der Schweiz, sowie den ehemaligen Kolonien in der Karibik, Ozeanien, Afrika und Asien.



Geschichte




Das Zeitalter der Renaissance lässt sich in Frankreich zwischen 1494 (Italienkrieg, Auseinandersetzung mit Habsburg) und 1598 (Edikt von Nantes) einordnen. In diesen etwas über 100 Jahren ereignete sich 1498 mit dem Tod Karls VIII. ein Dynastiewechsel in dem französischen Königshaus, die Familie der Orléans-Angoulême löste die Valois ab. Der erste König dieser Familienlinie war Ludwig XII. Doch die Machtkämpfe zwischen den Familien Valois, Bourbon-Navarra, Guise und Coligny nahmen zu und gipfelten in der sog. Bartholomäusnacht von 1572, bei der während einer Fürstenhochzeit in Paris alle dort versammelten Hugenotten ermordet wurden.Das Papsttum sank im Ansehen der Bevölkerung, das machtpolitische Streben und die öffentlich werdende moralische Dekadenz des Klerus gerieten stärker ins Blickfeld und damit auch in die Kritik. Jacques Lefèvre d’Étaples war einer der Vorkämpfer, der für Reformen eintrat und ähnliche Ansätze wie Luther in Deutschland verfolgte. Fortgesetzt wurde dieses Gedankengut von Johannes Calvin, nach dem der Calvinismus benannt wurde. Aus Italien kommend breitete sich, verbunden mit den Namen Petrarca, Boccaccio und Bruni, der Gedanke des Humanismus aus und fand seine Fortsetzung u. a. bei Desiderius Erasmus, Clément Marot und François Rabelais. Neue Kontinente wurden entdeckt, es entstanden französische Kolonien in Nordamerika.Der Aufschwung des Buchdrucks, der im ausgehenden 15. Jahrhundert in Frankreich noch verboten werden sollte, führte im 16. Jahrhundert zu einer größeren Verbreitung von französischsprachigen Werken. Von 1501 bis 1585 stieg die Zahl von 7 auf 245 Büchern, was letztlich mehr als der Hälfte aller gedruckten Titel entsprach.Franz I., der zweite französische König des Renaissancezeitalters, veranlasste den Bau von der Sorbonne unabhängiger Kollegien (=Collège), die mit Laienprofessuren arbeiteten. Hier wurden klassische Sprachwissenschaften (Hebräisch, Griechisch, Latein), Philosophie, orientalische Sprachen, Medizin und Bibelwissenschaft gelehrt. Insgesamt entstanden im 15. Jahrhundert 12 solcher Universitäten.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Julien Gracq stirbt in Angers. Julien Gracq war ein französischer Schriftsteller. Gracq gehörte zu den unauffälligsten Autoren der französischen Literaturlandschaft im Sinne der Forderung, dass ein Autor hinter sein Werk zurücktreten soll. Er war beeinflusst von der deutschen Romantik und dem Surrealismus, und in seinem Werk verschmelzen freischöpferische Phantasie und Symbolismus miteinander.
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Gestorben: Jean Carrière stirbt in Nîmes. Jean Carrière war ein französischer Schriftsteller und Essayist.
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Gestorben: Roger Peyrefitte stirbt in Paris. Roger Peyrefitte war ein französischer Schriftsteller und Diplomat. Er gilt als Pionier der Homosexuellen-Literatur.
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Gestorben: Jean-Patrick Manchette stirbt in Paris. Jean-Patrick Manchette war ein französischer Schriftsteller und Journalist, der insbesondere als Krimiautor und Kritiker von Kriminalromanen bekannt ist.
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Gestorben: Marcel Raymond stirbt in Genf. Marcel Raymond war ein Schweizer Literaturkritiker, der sich in französischer Literatur spezialisierte. Er wird im Allgemeinen zur Genfer Schule gezählt.

18. Jahrhundert: Aufklärung > Die Poesie in der französischen Aufklärung

1767

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Denis Diderot, Gemälde von Louis-Michel van Loo

1753

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Jean-Jacques Rousseau, Pastell von Maurice Quentin de La Tour

1753

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Jean Baptiste le Rond d’Alembert, Porträt von Maurice Quentin de La Tour

1728

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Baron de Montesquieu

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1929

Werk > als Autor:
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Littérature française. Bloud & Gay, Paris (Jean Calvet)

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