Friedensvertrag von Versailles

Der Friedensvertrag von Versailles (auch Versailler Vertrag, Friede von Versailles) wurde bei der Pariser Friedenskonferenz 1919 im Schloss von Versailles von den Mächten der Triple Entente und ihren Verbündeten bis Mai 1919 ausgehandelt. Mit der Unterzeichnung des Friedensvertrags endete der Erste Weltkrieg völkerrechtlich. Sie war zugleich der Gründungsakt des Völkerbunds.

Bereits am 11. November 1918 hatte der Waffenstillstand von Compiègne die Kampfhandlungen des Ersten Weltkriegs beendet, nicht aber den Kriegszustand. Die deutsche Delegation durfte an den Verhandlungen nicht teilnehmen, sondern konnte erst am Schluss durch schriftliche Eingaben wenige Nachbesserungen des Vertragsinhalts erwirken. Der Vertrag konstatierte die alleinige Verantwortung Deutschlands und seiner Verbündeten für den Ausbruch des Weltkriegs und verpflichtete es zu Gebietsabtretungen, Abrüstung und Reparationszahlungen an die Siegermächte. Nach ultimativer Aufforderung unterzeichnete Deutschland am 28. Juni 1919 den Vertrag unter Protest im Spiegelsaal von Versailles. Nach der Ratifizierung und dem Austausch der Urkunden trat er am 10. Januar 1920 in Kraft. Wegen seiner hart erscheinenden Bedingungen und der Art seines Zustandekommens wurde der Vertrag von der Mehrheit der Deutschen als illegitimes und demütigendes Diktat empfunden.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Friedrich Grimm (Rechtsanwalt) stirbt in Freiburg im Breisgau. Friedrich Wilhelm Johannes Grimm war ein deutscher antisemitischer und nationalsozialistischer Politiker, Jurist, Publizist und Propagandaredner. Er bekämpfte den Friedensvertrag von Versailles, verteidigte Fememörder, unterstützte den Aufstieg und die Verbrechen des Nationalsozialismus und bekämpfte Widerstandskämpfer und NS-Gegner wie David Frankfurter, Herschel Grynszpan oder Berthold Jacob. Außerdem war er ein bedeutender Exponent der nationalsozialistischen Frankreichpolitik.
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Gestorben: Richard Ohlrogge stirbt in Bremen. Richard Ohlrogge war ein deutscher Nautiker und Unternehmer. In den Verhandlungen zum Versailler Vertrag und weiteren internationalen Abkommen vertrat er die Interessen der deutschen Dampfhochseeschifffahrt.
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Gestorben: Ewald Hilger stirbt in Kötzschenbroda, heute Radebeul. Ewald Hilger war ein deutscher Bergwerksdirektor, Geheimer Bergrat, Vorsitzender der Fachgruppe Bergbau des Reichsverbands der Deutschen Industrie und 1919 Mitglied der deutschen Delegation in Versailles.
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Gestorben: Carl Melchior stirbt in Hamburg. Carl Melchior war ein deutscher Jurist, Bankier und Politiker. Er war Leiter der deutschen Finanzdelegation bei den Friedensverhandlungen zum Friedensvertrag von Versailles.
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Gestorben: Ulrich von Brockdorff-Rantzau stirbt in Berlin. Ulrich Graf Brockdorff-Rantzau war ein deutscher Diplomat und von 1918/1919 deutscher Außenminister. Er war der erste Außenminister, der sein Amt nach der Abdankung des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II. antrat, und der erste der Weimarer Republik. Zusammen mit dem übrigen Kabinett Scheidemann, das den Vertrag von Versailles nicht unterzeichnen wollte, trat er im Juni 1919 zurück. Im November 1922 wurde er Botschafter in Sowjetrussland. Der Jurist war parteilos.

Friedensschlüsse

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Satzung des Völkerbunds- im Rahmen des Vertrags von Versailles

Geschichte

1920

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1920 bis 1940: nach dem Versailler Vertrag zum Königreich Belgien (Kreise Eupen-Malmedy, heute Ostkantone (Eupen, Malmedy und Sankt Vith)); zuerst unterstanden die neubelgischen Gemeinden in einer Übergangsphase der Militärverwaltung unter Herman Baltia, nach 1925 wurden sie vollständig in Belgien einverleibt; (Herbesthal)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1952

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Werk: Die Saar in Versailles. Die Saarfrage auf der Friedenskonferenz von 1919. Röhrscheid, Bonn (Helmut Hirsch (Historiker))

1939

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Werk: Das Diktat von Versailles: Entstehung, Inhalt, Zerfall. Eine Darstellung in Dokumenten. 2 Bde. Berlin Essener Verlagsanstalt (Friedrich Berber)

1923

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Werk: Unter dem Joch von Versailles. Das Buch der deutschen Not, Berlin (Kurt Jagow)

1920

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Vereinigte Staaten von Amerika: 19. März: Im Kongress der Vereinigten Staaten scheitert die Ratifikation des Versailler Vertrags und der Beitritt der USA zum Völkerbund.

1919

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Werk: Das Recht der jungen Völker (Gegen den Versailler Vertrag) (Arthur Moeller van den Bruck)

Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

1935

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Auflösung: Die AB Flygindustri war ein schwedischer Flugzeughersteller mit Sitz in Limhamn bei Malmö. Das 1924 von Hugo Junkers gegründete Unternehmen produzierte und verbesserte Entwürfe der Junkers-Werke, die aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrages in Deutschland verboten waren. Nach Kündigung des Vertrags durch das Dritte Reich erfolgte im Juni 1935 die Einstellung der Produktion.

1933

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Gründung: Das Ingenieurskantoor voor Scheepsbouw (kurz IvS), war eine nach dem Ersten Weltkrieg im Juli 1922 am Kneuterdijk in Den Haag gegründete niederländische Tarnorganisation der deutschen Reichsmarine, mit dem Zweck, die deutschen Kenntnisse des U-Boot-Baus zu erhalten und weiter zu entwickeln sowie die Beschränkungen des Versailler Vertrages zu umgehen.

1924

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Gründung: Die AB Flygindustri war ein schwedischer Flugzeughersteller mit Sitz in Limhamn bei Malmö. Das 1924 von Hugo Junkers gegründete Unternehmen produzierte und verbesserte Entwürfe der Junkers-Werke, die aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrages in Deutschland verboten waren. Nach Kündigung des Vertrags durch das Dritte Reich erfolgte im Juni 1935 die Einstellung der Produktion.

1922

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Gründung: Die Rohrbach Metallflugzeugbau GmbH war ein 1922 von Adolf Rohrbach in Berlin gegründetes Unternehmen zum Bau von fortschrittlichen Ganzmetallflugzeugen. Da der Flugzeugbau in Deutschland damals durch den Versailler Vertrag verboten war, gründete Rohrbach parallel dazu in Kopenhagen die Rohrbach-Metall-Aeroplane Co. A/S zum Bau der Maschinen. Im April 1934 übernahm die Weser-Flugzeugbau GmbH das Unternehmen. Adolf Hitler nutzte für seinen Deutschlandflug zum Wahlkampf 1932 eine von der Lufthansa gemietete Ro VIII Roland. In den zehn Jahren seines Bestehens stellte das Unternehmen, ohne Lizenzbauten, insgesamt nur 41 Flugzeuge her.

Politik & Weltgeschehen

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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: In Übertretung der Verträge von Locarno und des Vertrags von Versailles besetzt das nationalsozialistische Deutschland das Rheinland wieder. Die Rheinlandbesetzung ist Hitlers zweiter Verstoß gegen den Versailler Vertrag nach der Einführung der Allgemeinen Wehrpflicht. (7. März)
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Nach offizieller Nichtigkeitserklärung des Vertrags von Versailles seitens des Deutschen Reiches ordnet Adolf Hitler die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht an. Gleichzeitig wird die Reichswehr in Wehrmacht umbenannt. (16. März)
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Die belgischen Ostkantone werden nach fünfjähriger Übergangszeit unter dem Hochkommissar Herman Baltia endgültig ein Teil Belgiens. Der deutsche Gebietsverlust wurde im Friedensvertrag von Versailles festgelegt. (6. März)

1925

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6. März: Die belgischen Ostkantone werden nach fünfjähriger Übergangszeit unter dem Hochkommissar Herman Baltia endgültig ein Teil Belgiens. Der deutsche Gebietsverlust wurde im Friedensvertrag von Versailles festgelegt.
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Deutsches Reich: Einer Regelung des Versailler Vertrags folgend verlassen die deutschen Behörden das Hultschiner Ländchen. Es fällt an die Tschechoslowakei, obwohl eine überwältigende Bevölkerungsmehrheit nach einer Umfrage beim Deutschen Reich bleiben mag.

Rundfunk, Film & Fernsehen

1984

Film:
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Monster aus der Galaxis (Biohazard) (Fred Olen Ray)

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

1994

Karriere als Trainer > Erfolg als Trainer:
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DHB-Pokalsieger mit SG Wallau/Massenheim (Heiner Brand)

Sonstige Ereignisse

2015

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Rugby-Union-Weltmeisterschaft (Wembley-Stadion (2007))

"Friedensvertrag von Versailles" in den Nachrichten