Fritz Bönisch

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Fritz Bönisch (* 21. Juni 1923 in Großräschen; † 28. Mai 2007 ebenda) war ein deutscher Heimathistoriker und Hobbyheraldiker.



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Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fritz Bönisch besuchte die siebenklassige Volksschule und interessierte sich schon früh für alte Landkarten und Kirchenbücher. Er ging 1937 bis 1940 bei seinem Vater Willi Bönisch, einem Tischlermeister, in die Lehre und wurde nach Ende der Lehrzeit zum Reichsarbeitsdienst und schließlich zur Wehrmacht eingezogen. Nach seiner Rückkehr in die Heimat am 20. Juni 1945 arbeitete er wieder als Tischler und legte am 14. Mai 1947 die Meisterprüfung ab. Er übernahm am 1. April 1959 die Werkstatt seines Vaters und arbeitete bis zum Ruhestand 1988 als selbstständiger Tischlermeister. 1987 wurde er Ehrenmeister des Handwerks. Nebenberuflich war er 1947 bis 1952 Fachlehrer an der Berufsschule für Tischler und 1952 bis 1977 Dozent für Meisterlehrgänge des Tischlerhandwerks und Mitglied des Meisterprüfungsausschusses der Handwerkskammer.

Nach Feierabend und an Wochenenden studierte Bönisch alte Akten u. a. in den Archiven in Potsdam und Dresden. So veröffentlichte er mehr als 150 Arbeiten zur Metrologie und zur Geschichte der Kartografie, aber auch zur Orts-, Regional- und Landesgeschichte, zur Bau- und Kunstgeschichte sowie zur Heraldik. Er entwarf viele Niederlausitzer Amts-, Stadt- und Kreiswappen, beispielsweise von Großräschen, Altdöbern, Tettau, Neupetershain und dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz. „In Würdigung seiner Leistungen und Verdienste auf dem Gebiet der Heimatforschung, insbesondere der historischen Kartographie“ wurde er 1989 mit der Silbernen Leibniz-Medaille der Akademie der Wissenschaften der DDR ausgezeichnet. Er wurde 1994 Ehrenmitglied des Vereins für sächsische Landesgeschichte und 1996 Ehrenbürger von Großräschen. Außerdem war er Zweiter Vorsitzender der Niederlausitzer Gesellschaft für Geschichte und Landeskunde. Im Jahr 2003 wurde er korrespondierendes Mitglied der Landesgeschichtlichen Vereinigung für die Mark Brandenburg.

Fritz Bönisch heiratete am 16. August 1952 Anna Maria Bönisch, eine Tochter des Historikers Rudolf Lehmann, und hatte zwei Söhne, den Archäologen Eberhard Bönisch und den Geologen Rudolf Bönisch (* 1953 in Altdöbern).



Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Stand der Wstungsforschung in der Niederlausitz. In: Abhandlungen und Berichte des Naturkundemuseums Grlitz, Forschungsstelle. Band 2, Geest & Portig, Leipzig 1960, S. 9?51
  • Genauigkeitsuntersuchungen am derschen Kartenwerk von Kursachsen (= Abhandlungen der Schsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Philologisch-Historische Klasse, Band 61, Heft 3). Akademie-Verlag, Berlin 1970, DNB 850912059
  • Andreas Schultze ? ein Niederlausitzer Bildhauer des 17. Jahrhunderts. Niederlausitzer Arbeitskreis fr Regionale Forschung, [Cottbus] 1984, DNB 850912059.
  • mit Gnter Wetzel: Die Wste Kirche von Drehna. Rat des Kreises Luckau / Kreismuseum Luckau, Luckau 1988, DNB 881470961.
  • mit Hans Brichzin, Klaus Schillinger und Werner Stams: Kurschsische Kartographie bis zum Dreiigjhrigen Krieg. Band 1: Die Anfnge des Kartenwesens (= Verffentlichungen des Staatlichen Mathematisch-Physikalischen Salons, Forschungsstelle Dresden, Zwinger, Band 8). Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1990, ISBN 3-326-00274-2.
  • Der Blick in die Geschichte. Vom Landkreis Oberspreewald-Lausitz rckschreitend zur ltesten Kreisgliederung.Kreismuseum, Senftenberg 1995
  • Gro- und Klein-Jauer bei Altdbern, Niederlausitz. Drfer und Fluren, die Vergangenheit sind. Kreismuseum, Senftenberg 1996
  • Chronik Grorschen. Druck + Satz, Grorschen 1999
  • Die erste Kurschsische Landesaufnahme. Ausgefhrt von Matthias der und Balthasar Zimmermann von 1586 bis in die Anfangszeit des Dreiigjhrigen Krieges (= Atlas zur Geschichte und Landeskunde von Sachsen, 4.1?4.2, Beiheft). Verlag der Schsischen Akademie der Wissenschaften, Leipzig [u. a.] 2002, ISBN 3-89679-329-2
  • Die Wstung Nausedel bei Dobristroh/Freienhufen. Ein Beitrag zur Besiedlungsgeschichte der Niederlausitz. In: Niederlausitzer Studien. Heft 33, Cottbus 2007, S. 43?81


Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Robarick: Fritz Bnisch, Ehrenbrger von Grorschen. In: Mitteilungsblatt. Landesgeschichtliche Vereinigung fr die Mark Brandenburg. Band 97, 1996, S. 59
  • Felix Escher: Fritz Bnisch korrespondierendes Mitglied. In: Mitteilungsblatt. Landesgeschichtliche Vereinigung fr die Mark Brandenburg. Band 104, 2003, S. 88?89
  • Drthe Hckel-Krause: Ein Historiker ohne Abitur. In: Lausitzer Rundschau. 1. Mrz 2005
  • Uwe Hegewald: Die Lilie blht in der Altdberner Historie. In: Lausitzer Rundschau. 7. April 2006 (mit Bild)
  • Uwe Hegewald: Eine Lilie fr Altdbern. In: Lausitzer Rundschau. 12. September 2006 (mit Bild)
  • Uwe Hegewald: Er war gierig nach Geschichte. In: Lausitzer Rundschau. 2. Juni 2007 (mit Bild)
  • Lorenz Friedrich Beck: Nachruf auf Fritz Bnisch. In: Jahrbuch fr brandenburgische Landesgeschichte. Band 58, 2007, ISSN0447-2683, S. 267?268 (mit Bild)
  • Heinz-Dieter Krausch: Nachruf auf Fritz Bnisch. In: Niederlausitzer Studien. Heft 34, Cottbus 2008, ISBN 978-3-939656-66-1, S. 4?10 (mit Bild), auf S. 11?26 eine Autobibliografie von Bnisch


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ?Jahrbuch 1989. Akademie der Wissenschaften der DDR. Akademie-Verlag, Berlin 1990, ISBN 3-05-000962-4, ISSN0304-2154, S. 251; Geographische Berichte. Geographisch-Kartographische Anstalt, 1990, Band 35, ISSN0016-7452, S. 76; Werner Hartkopf: Die Berliner Akademie der Wissenschaften. Ihre Mitglieder und Preistrger 1700?1990. Akademie Verlag, 1992, ISBN 3-05-002153-5, S. 446 (Digitalisat)
  2. ?Eberhard Bnisch: Jngstbronzezeitliche Grber von Saalhausen, Kr. Senftenberg, mit einheitlichem Prinzip der Beigefausstattung. In: Verffentlichungen des Museums fr Ur- und Frhgeschichte Potsdam. Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1986, Band 20, S. 119?130, speziell S. 130, Funote 1: ?Meinem Vater Fritz Bnisch zum 60. Geburtstag? (Ausschnitt); St. Uhlig: Phnomen mit dem Schachbrettstein.. In: Lausitzer Rundschau. 21. November 2011 (mit Bild)
  3. ?Felix Johannes Enzian: Der treueste Diener der Knigin. In: Lausitzer Rundschau. 15. Juli 2009 (mit Bild)
  4. ?Der im Band 1 angezeigte Band 2, an dem auch Bnisch beteiligt sein sollte, ist wohl nie erschienen.

Fritz Bönisch (* 21. Juni 1923 in Großräschen; † 28. Mai 2007 ebenda) war ein deutscher Heimathistoriker und Hobbyheraldiker.

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Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1999

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Werk: Chronik Großräschen. Druck + Satz, Großräschen

1996

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Werk: Groß- und Klein-Jauer bei Altdöbern, Niederlausitz. Dörfer und Fluren, die Vergangenheit sind. Kreismuseum, Senftenberg

1995

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Werk: Der Blick in die Geschichte vom Landkreis Oberspreewald-Lausitz rückschreitend zur ältesten Kreisgliederung. Kreismuseum, Senftenberg

1995

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Werk: Der Blick in die Geschichte. Vom Landkreis Oberspreewald-Lausitz rückschreitend zur ältesten Kreisgliederung. Kreismuseum, Senftenberg

1988

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Werk: mit Günter Wetzel: Die Wüste Kirche von Drehna. Rat des Kreises Luckau, Luckau

Geboren & Gestorben

Gestorben:
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Fritz Bönisch stirbt in Großräschen. Fritz Bönisch war ein deutscher Heimathistoriker und Hobbyheraldiker.
Geboren:
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Fritz Bönisch wird in Großräschen geboren. Fritz Bönisch war ein deutscher Heimathistoriker und Hobbyheraldiker.

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Fritz Bönisch starb im Alter von 83 Jahren. Fritz Bönisch wäre heute 94 Jahre alt. Fritz Bönisch war im Sternzeichen Zwilling geboren.

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