Fußball-Weltmeisterschaft 1994

FIFA-Fuball-Weltmeisterschaft 1994
FIFA World Cup 94
FIFAWorldCupUSA94.svg
Anzahl Nationen24(von 143 Bewerbern)
WeltmeisterBrasilienBrasilien (4. Titel)
AustragungsortVereinigte StaatenUSA
Erffnungsspiel17. Juni 1994 (Chicago)
Endspiel17. Juli 1994 (Pasadena)
Spiele52
Tore141(⌀: 2,71 pro Spiel)
Zuschauer3.587.538(⌀: 68.991 pro Spiel)
TorschtzenknigRusslandOleg Salenko und
BulgarienChristo Stoitschkow
(je 6 Tore)
Bester SpielerBrasilienRomrio
Bester TorhterBelgienMichel Preud?homme
Gelbe Karten228(⌀: 4,38 pro Spiel)
Gelb-Rote Karten7(⌀: 0,13 pro Spiel)
Rote Karten8(⌀: 0,15 pro Spiel)

Die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 (englisch FIFA World Cup) war die 15. Ausspielung dieses bedeutendsten Turniers für Fußball-Nationalmannschaften und fand vom 17. Juni bis zum 17. Juli 1994 erstmals in den USA statt.

Weltmeister wurde Brasilien im Finale gegen Italien, wobei erstmals ein Elfmeterschießen die Entscheidung brachte. Titelverteidiger Deutschland scheiterte im Viertelfinale und verpasste somit erstmals seit 1978 das Finale. Vize-Weltmeister Argentinien schied im Achtelfinale aus, dessen Kapitän Diego Maradona vor dem letzten Gruppenspiel positiv auf Drogen getestet und vom Turnier ausgeschlossen wurde. Mit den USA schied der Gastgeber erstmals bereits im Achtelfinale aus. Torschützenkönig wurden Oleg Salenko und Christo Stoitschkow mit jeweils 6 Toren, wobei Salenko 5 Tore im Gruppenspiel Russland gegen Kamerun erzielte und damit einen Rekord aufstellte, Russland jedoch bereits nach der Gruppenphase ausschied. Im selben Spiel erzielte Roger Milla im Alter von 42 Jahren den einzigen Treffer für Kamerun, was ihn zum ältesten Torschützen der WM-Geschichte macht.

Obwohl Fußball in den USA zur damaligen Zeit nur eine Nischensportart war, erwies sich die Weltmeisterschaft als Zuschauermagnet; es war die WM mit sowohl den bisher meisten Zuschauern pro Spiel sowie den meisten Zuschauern insgesamt, obwohl anschließend die Anzahl der teilnehmenden Nationen von 24 auf 32 erhöht wurde.

Die Weltmeisterschaft wurde von drei Tragödien begleitet. Während der Qualifikation kamen bei einem Flugzeugabsturz am 27. April 1993 insgesamt 30 Menschen ums Leben, darunter die Sambische Fußballnationalmannschaft auf dem Weg zum Qualifikationsspiel im Senegal. Knapp einen Monat vor Beginn des Turniers starb der erfolgreiche brasilianische Automobilrennfahrer Ayrton Senna nach seinem tödlichen Unfall beim Großen Preis von San Marino 1994. Brasilien widmete ihm den WM-Titel: Direkt nach dem Abpfiff hielten alle Spieler ein Plakat in die Kameras, auf dem die Widmung zu lesen war. Noch während der WM wurde der Kolumbianer Andrés Escobar, der durch sein Eigentor gegen die USA die Mannschaft aus dem Wettbewerb geschossen hatte, beim Verlassen einer Medellíner Nachtbar erschossen. Eine Verbindung zwischen dem Mord und dem Eigentor konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.



Inhaltsverzeichnis



Vergabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vergabe fand am 4. Juli 1988 auf dem FIFA-Kongress in Zürich statt. Die USA setzten sich mit zehn Stimmen gegen die Mitbewerber Marokko (sieben Stimmen) und Brasilien (zwei Stimmen) durch.



Spielorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Spiele der Weltmeisterschaft wurden in neun Stadien in neun verschiedenen Städten der Vereinigten Staaten ausgetragen. Die Kapazität der Stadien bezieht sich auf die Zeit zur Fußball-WM 1994. Mit dem Spiel USA – Schweiz fand im Pontiac Silverdome erstmals ein WM-Spiel in einem voll überdachten Stadion statt. Dort wurden noch drei weitere Gruppenspiele ausgetragen.

ChicagoDallasPasadena[Anm. 1]
Soldier FieldCotton BowlRose Bowl Stadium
Kapazitt: 67.000Kapazitt: 67.000Kapazitt: 91.000
Pontiac[Anm. 2]
Pasadena (LosAngeles)
Pontiac (Detroit)
Stanford (SanFrancisco)
East Rutherford (NewYork)
Foxborough (Boston)
East Rutherford[Anm. 3]
SilverdomeGiants Stadium
Kapazitt: 80.000Kapazitt: 77.000
Foxborough[Anm. 4]Palo Alto[Anm. 5]OrlandoWashington, D.C.
Foxboro StadiumStanford StadiumFlorida Citrus BowlRobert F. Kennedy Memorial Stadium
Kapazitt: 61.000Kapazitt: 80.000Kapazitt: 70.000Kapazitt: 56.000
  1. ?In vielen Quellen wird als Spielsttte das nahe Los Angeles genannt.
  2. ?In vielen Quellen wird als Spielsttte das nahe Detroit genannt.
  3. ?In vielen Quellen wird als Spielsttte das nahe New York genannt.
  4. ?In vielen Quellen wird als Spielsttte das nahe Boston genannt.
  5. ?In vielen Quellen wird als Spielsttte das nahe San Francisco genannt.
Statistik
StadtStadionSpieleKapazittGesamt-
zuschauerzahl
SchnittSpiel mit den meistenZuschauernSpiel mit den wenigstenZuschauern
ChicagoSoldier Field567.000312.72562.545Bulgarien ? Griechenland
(Vorrunde) 63.160
Deutschland ? Belgien
(Achtelfinale) 60.246
DallasCotton Bowl667.000352.15258.692Deutschland ? Sdkorea und Argentinien?Bulgarien
(Vorrunde) 63.998
Nigeria ? Bulgarien
(Vorrunde) 44.132
PasadenaRose Bowl Stadium891.000740.80792.601Brasilien ? Italien
(Finale) 94.194
Rumnien ? Argentinien
(Achtelfinale) 90.469
PontiacSilverdome480.000283.59870.900Brasilien ? Schweden
(Vorrunde) 77.217
Rumnien ? Schweiz
(Achtelfinale) 61.428
East RutherfordGiants Stadium777.000515.82873.690Saudi-Arabien ? Marokko
(Vorrunde) 76.322
Mexiko ? Bulgarien
(Achtelfinale) 71.030
FoxboroughFoxboro Stadium661.000324.13054.022Argentinien ? Griechenland
(Vorrunde) 54.456
Griechenland ? Nigeria
(Vorrunde) 53.001
StanfordStanford Stadium680.000490.42481.737Brasilien ? USA
(Achtelfinale) 84.147
Russland ? Kamerun
(Vorrunde) 74.914
OrlandoFlorida Citrus Bowl570.000306.32961.266Belgien ? Niederlande
(Vorrunde) 62.387
Marokko ? Niederlande
(Vorrunde) 60.578
Washington, D.C.Robert F. Kennedy Memorial Stadium556.000261.54552.309Spanien ? Schweiz
(Achtelfinale) 53.121
Niederlande ? Saudi-Arabien
(Vorrunde) 50.535


Qualifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

143 Nationen meldeten ihre Teilnahme an der Qualifikation zur WM 1994. Die USA als Gastgeber und Deutschland als Titelverteidiger waren bereits automatisch qualifiziert, wodurch 129 Nationen um insgesamt 22 freie Plätze spielten. Mit Griechenland, Nigeria, Russland und Saudi-Arabien qualifizierten sich vier Nationalmannschaften erstmals für eine WM-Endrunde.

13 aus EuropaBelgienBelgienBulgarienBulgarienDeutschlandDeutschlandGriechenlandGriechenlandIrlandIrland
ItalienItalienNiederlandeNiederlandeNorwegenNorwegenRumnienRumnienRusslandRussland
SchwedenSchwedenSchweizSchweizSpanienSpanien
4 aus SdamerikaArgentinienArgentinienBolivienBolivienBrasilienBrasilienKolumbienKolumbien
2 aus Nord-, Mittelamerika und der KaribikMexikoMexikoVereinigte StaatenUSA
3 aus AfrikaKamerunKamerunMarokkoMarokkoNigeriaNigeria
2 aus AsienSaudi-ArabienSaudi-ArabienKorea SudSdkorea
Weltkarte der Teilnehmer mit deren Platzierungen


Auslosung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Auslosung fand am 19. Dezember 1993 im Convention Centre in Las Vegas statt.

Modus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Topf 1 enthielt die erfolgreichsten Mannschaften plus Gastgeber USA. Diese sechs Mannschaften bildeten die sechs Gruppenköpfe, die allesamt auf die erste Position in den sechs Gruppen gesetzt wurden. Ungewöhnlich war die Tatsache, dass die Zuordnung der endgültigen Gruppen-Nummern aus kommerziellen Gründen (A-F) erst nach kompletter Auslosung in einer geheimen Besprechung von einem FIFA-Gremium vorgenommen wurde. Gezogen wurden die Mannschaften jedoch in der oben aufgeführten Reihenfolge, also Deutschland zuerst und die USA zum Schluss. Topf 2 enthielt die amerikanischen und afrikanischen Mannschaften. Bolivien und Kolumbien durften nicht zu den südamerikanischen Gruppenköpfen Argentinien und Brasilien gelost werden, Mexiko nicht zu den USA. Topf 3 enthielt sechs europäische Mannschaften, die frei zugelost wurden. Aus Topf 4 bekamen Argentinien, Brasilien und USA gezielt eine europäische Mannschaft zugelost, damit in jeder Gruppe mindestens zwei europäische Mannschaften spielten. Die beiden asiatischen Mannschaften Saudi-Arabien und Südkorea kamen somit zwangsläufig in eine Gruppe mit einem europäischen Gruppenkopf.

Tpfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Topf 1: Deutschland (C), Brasilien (B), Argentinien (D), Belgien (F), Italien (E), USA (A)
  • Topf 2: Kamerun, Kolumbien, Bolivien, Nigeria, Marokko, Mexiko
  • Topf 3: Spanien, Russland, Bulgarien, Niederlande, Irland, Rumnien
  • Topf 4: Sdkorea, Schweden, Saudi-Arabien, Griechenland, Norwegen, Schweiz

Daraus ergaben sich nach der Auslosung folgende Gruppen:

Gruppe AGruppe BGruppe CGruppe DGruppe EGruppe F
Vereinigte StaatenUSABrasilienBrasilienDeutschlandDeutschlandArgentinienArgentinienItalienItalienBelgienBelgien
SchweizSchweizRusslandRusslandBolivienBolivienGriechenlandGriechenlandIrlandIrlandMarokkoMarokko
KolumbienKolumbienKamerunKamerunSpanienSpanienNigeriaNigeriaNorwegenNorwegenNiederlandeNiederlande
RumnienRumnienSchwedenSchwedenKorea SudSdkoreaBulgarienBulgarienMexikoMexikoSaudi-ArabienSaudi-Arabien


Modus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 24 Teilnehmer wurden in sechs Vorgruppen mit je vier Mannschaften eingeteilt. Die beiden ersten jeder Gruppe sowie die vier besten Drittplatzierten qualifizierten sich für das Achtelfinale. Ab dem Achtelfinale wurde das Turnier im K.-o.-System ausgetragen. Erstmals wurden bei einer Weltmeisterschaft für einen Sieg drei Punkte vergeben (bisher zwei), bei Unentschieden weiterhin ein Punkt. Allerdings hatte dies keine Auswirkungen auf die Platzierungen. Bei der alten Zwei-Punkte-Wertung, die noch bei der WM-Qualifikation zu dieser WM galt, wären alle Achtelfinal-Paarungen die gleichen gewesen.



Vorrunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gruppe A[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pl.LandSp.SUNToreDiff.Punkte
?1.RumnienRumnien?3?2?0?1005:500?006
?2.SchweizSchweiz?3?1?1?1005:400?+104
?3.Vereinigte StaatenUSA?3?1?1?1003:300?004
?4.Kolumbien Kolumbien?3?1?0?2004:500??103
18. Juni 1994, 11:30 Uhr (17:30 Uhr MESZ) in Pontiac
USA?Schweiz1:1 (1:1)
18. Juni 1994, 16:30 Uhr (19. Juni, 01:30 Uhr MESZ) in Pasadena
Kolumbien?Rumnien1:3 (1:2)
22. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Pontiac
Rumnien?Schweiz1:4 (1:1)
22. Juni 1994, 16:30 Uhr (23. Juni, 01:30 Uhr MESZ) in Pasadena
USA?Kolumbien2:1 (1:0)
26. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Pasadena
USA?Rumnien0:1 (0:1)
26. Juni 1994, 13:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Palo Alto
Schweiz?Kolumbien0:2 (0:1)

In der Gruppe A belegte das von Pelé als Geheimfavorit eingestufte Kolumbien den letzten Platz und schied trotz namhaften Spielern wie Valderrama, Asprilla, Rincón und dem damaligen Bayern-Stürmer Adolfo Valencia schon in der Vorrunde aus. Die Schweiz, deren halbe Stammelf aus Bundesliga-Spielern bestand, verbuchte einen deutlichen Erfolg gegen Rumänien, das mit Gheorghe Hagi den Gastgeber schlug und als Gruppensieger ins Achtelfinale einzog. Die USA galten trotz ihres Heimvorteils bei vielen als Außenseiter, was sich nicht bestätigte. Sie besiegten das von vielen favorisierte Kolumbien, was durch ein Eigentor von Andrés Escobar zustande kam. Dabei wurde spekuliert, dass Escobar vermutlich aufgrund dieses Eigentores wenige Tage später vor einer Bar in Medellín erschossen wurde, eine Verbindung konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.

Gruppe B[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pl.LandSp.SUNToreDiff.Punkte
?1.BrasilienBrasilien?3?2?1?0006:100?+507
?2.SchwedenSchweden?3?1?2?0006:400?+205
?3.Russland Russland?3?1?0?2007:600?+103
?4.Kamerun Kamerun?3?0?1?2003:110??801
19. Juni 1994, 16:30 Uhr (20. Juni, 01:30 Uhr MESZ) in Pasadena
Kamerun?Schweden2:2 (1:1)
20. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Palo Alto
Brasilien?Russland2:0 (1:0)
24. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Palo Alto
Brasilien?Kamerun3:0 (1:0)
24. Juni 1994, 19:30 Uhr (25. Juni, 01:30 Uhr MESZ) in Pontiac
Schweden?Russland3:1 (1:1)
28. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Palo Alto
Russland?Kamerun6:1 (3:0)
28. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Pontiac
Brasilien?Schweden1:1 (0:1)

In der Gruppe B dominierte der dreifache Weltmeister Brasilien mit dem Sturmduo Romário und Bebeto. Dennoch wurde Trainer Parreira wegen seines eher nüchternen Stils, Fußball spielen zu lassen, in der Heimat oft kritisiert. Gegen Russland und Kamerun hatte die Mannschaft von Carlos Alberto Parreira wenig Mühe, im letzten Gruppenspiel sollten die taktisch disziplinierten und defensiv ausgerichteten Schweden den Brasilianern etwas mehr Schwierigkeiten bereiten. Schweden startete durchwachsen ins Turnier, konnte aber aufgrund einer starken Besetzung in der Offensive neben der traditionell starken Defensive das Achtelfinal-Ticket lösen. Russland zeigte nur im letzten Gruppenspiel, was es zu bieten hatte. Dabei traf Oleg Salenko als erster und bis jetzt einziger Spieler der WM-Geschichte fünfmal in einem Spiel ins Tor. Dennoch, für die Russen endete die erste WM nach dem Zerfall der Sowjetunion bereits nach der Vorrunde. Kamerun konnte nicht an die Leistungen der WM von 1990 anknüpfen. Altstar Roger Milla sollte aber wenigstens noch für den zweiten Rekord innerhalb des für den Rest des Turniers letztlich unbedeutenden Spiels zwischen Kamerun und Russland sorgen. Mit seinen 42 Jahren ist er der älteste Torschütze der WM-Geschichte (Stand: WM 2014).

Gruppe C[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pl.LandSp.SUNToreDiff.Punkte
?1.DeutschlandDeutschland?3?2?1?0005:300?+207
?2.SpanienSpanien?3?1?2?0006:400?+205
?3.Korea Sud Sdkorea?3?0?2?1004:500??102
?4.Bolivien Bolivien?3?0?1?2001:400??301
17. Juni 1994, 15:00 Uhr (21:00 Uhr MESZ) in Chicago
Deutschland?Bolivien1:0 (0:0)
17. Juni 1994, 19:30 Uhr (18. Juni, 01:30 Uhr MESZ) in Dallas
Spanien?Sdkorea2:2 (0:0)
21. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Chicago
Deutschland?Spanien1:1 (0:1)
23. Juni 1994, 19:30 Uhr (24. Juni, 01:30 Uhr MESZ) in Foxborough
Sdkorea?Bolivien0:0
27. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Chicago
Bolivien?Spanien1:3 (0:1)
27. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Dallas
Deutschland?Sdkorea3:2 (3:0)

Deutschland konnte als erster Titelverteidiger überhaupt das Eröffnungsspiel für sich entscheiden. Zwei Siege reichten zum Weiterkommen, wobei die Halbzeitführung gegen Südkorea von drei Toren Differenz noch auf ein Tor Differenz schrumpfte. Spanien startete mit einem Unentschieden gegen Südkorea, konnte sich mit einem weiteren Unentschieden gegen den Weltmeister und einem Sieg über Bolivien qualifizieren. Südkorea blieb bei letztlich erfolglosen Aufholphasen in den Spielen gegen Spanien und Deutschland auch bei der vierten WM-Teilnahme sieglos. Beim Spiel Boliviens gegen Südkorea ließ der schottische Schiedsrichter Mottram 13 Minuten nachspielen.

Stefan Effenberg wurde von Berti Vogts nach Hause geschickt, nachdem er den deutschen Fans bei seiner Auswechslung im Spiel gegen Südkorea den gestreckten Mittelfinger zeigte.

Gruppe D[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pl.LandSp.SUNToreDiff.Punkte
?1.NigeriaNigeria?3?2?0?1006:200?+406
?2.BulgarienBulgarien?3?2?0?1006:300?+306
?3.ArgentinienArgentinien?3?2?0?1006:300?+306
?4.Griechenland Griechenland?3?0?0?3000:100?1000
Bulgarien durch direkten Vergleich vor Argentinien Gruppenzweiter
21. Juni 1994, 12:30 Uhr (18:30 Uhr MESZ) in Foxborough
Argentinien?Griechenland4:0 (2:0)
21. Juni 1994, 19:30 Uhr (22. Juni, 01:30 Uhr MESZ) in Dallas
Nigeria?Bulgarien3:0 (2:0)
25. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Foxborough
Argentinien?Nigeria2:1 (2:1)
26. Juni 1994, 12:30 Uhr (18:30 Uhr MESZ) in Chicago
Bulgarien?Griechenland4:0 (1:0)
30. Juni 1994, 19:30 Uhr (1. Juli, 01:30 Uhr MESZ) in Foxborough
Griechenland?Nigeria0:2 (0:1)
30. Juni 1994, 19:30 Uhr (1. Juli, 01:30 Uhr MESZ) in Dallas
Argentinien?Bulgarien0:2 (0:0)

Argentinien startete gut ins Turnier, vor allem dank seiner Superstars Maradona und Caniggia. Am Tag des letzten Gruppenspiels gegen Bulgarien wurde Maradonas Ausschluss vom Turnier aufgrund einer positiven Doping-Probe bekanntgegeben. Die Verunsicherung und das fehlende spielerische Element war den Argentiniern schon jetzt deutlich anzumerken. Bulgarien hatte in der Qualifikation Frankreich hinter sich gelassen und hatte den wohl stärksten Kader der bulgarischen Fußball-Geschichte. Nach dem misslungenen Start gegen Nigeria ließen sie das ihre Gegner merken. Besonders beeindruckend war die technisch starke Offensivabteilung der Mannschaft. Nigeria hatte schon damals eine Mannschaft mit vielen, meist noch jungen Hoffnungsträgern. Viele dieser Spieler sollten sich zwar später in den europäischen Top-Ligen nicht durchsetzen können, dennoch war diese WM der Anfang der Erfolgsgeschichte des nigerianischen Fußballs, nach der sie lange als stärkste Mannschaft Afrikas gelten sollten. Griechenland, einer von drei WM-Neulingen (neben Nigeria und Saudi-Arabien), war chancenlos in dieser Gruppe. Das beste Spiel zeigten sie zum Schluss der Gruppenphase gegen Nigeria, aber deren individuelle Klasse sollte sich durchsetzen. Ohne Erfahrung und ohne große Einzelkönner schied Griechenland sang- und klanglos in der Vorrunde aus.

Gruppe E[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pl.LandSp.SUNToreDiff.Punkte
?1.MexikoMexiko?3?1?1?1003:300?004
?2.IrlandIrland?3?1?1?1002:200?004
?3.ItalienItalien?3?1?1?1002:200?004
?4.Norwegen Norwegen?3?1?1?1001:100?004
Irland durch direkten Vergleich vor Italien Gruppenzweiter
18. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in East Rutherford
Italien?Irland0:1 (0:1)
19. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in Washington, D.C.
Norwegen?Mexiko1:0 (0:0)
23. Juni 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in East Rutherford
Italien?Norwegen1:0 (0:0)
24. Juni 1994, 12:30 Uhr (18:30 Uhr MESZ) in Orlando
Mexiko?Irland2:1 (1:0)
28. Juni 1994, 12:30 Uhr (18:30 Uhr MESZ) in East Rutherford
Irland?Norwegen0:0
28. Juni 1994, 12:30 Uhr (18:30 Uhr MESZ) in Washington, D.C.
Italien?Mexiko1:1 (0:0)

Italien erwischte einen Fehlstart in die WM, als Irland sich für die Viertelfinal-Niederlage vier Jahre zuvor revanchieren konnte. Die Squadra Azzura konnte den Kopf nochmal aus der Schlinge ziehen. Norwegen wurde mit einem großen Kraftaufwand besiegt. Nachdem Torhüter Pagliuca die Rote Karte gesehen hatte, nahm Trainer Sacchi Superstar Roberto Baggio vom Feld, um einen neuen Torwart einzuwechseln. Zu zehnt gewann Italien das Spiel, ehe gegen Mexiko wieder eine leichte Ernüchterung folgte. Irland spielte erneut eine starke WM. Obwohl den kampfstarken und mannschaftlich geschlossenen Iren im letzten Gruppenspiel gegen Norwegen trotz klarer Überlegenheit kein Tor gelang, reichte es zum Weiterkommen. Mexiko schaffte es erstmals bei einer Fußball-Weltmeisterschaft außerhalb des eigenen Landes, die Vorrunde zu überstehen. Norwegen traute nach der überraschend starken Qualifikation das Weiterkommen zu, obwohl es für sie seit 56 Jahren die erste WM-Teilnahme war. Das Tor des defensiven Mittelfeldspielers Rekdal im Spiel gegen Mexiko blieb jedoch ihr einziges bei dieser WM. Praktisch ohne Sturm konnten sie das Achtelfinale nicht mehr erreichen. In dieser ausgeglichensten WM-Gruppe in der Geschichte entschieden letztlich nur die erzielten Tore und der direkte Vergleich zwischen Irland und Italien über die Platzierungen zugunsten der Mexikaner und Iren.

Gruppe F[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pl.LandSp.SUNToreDiff.Punkte
?1.NiederlandeNiederlande?3?2?0?1004:300?+106
?2.Saudi-ArabienSaudi-Arabien?3?2?0?1004:300?+106
?3.BelgienBelgien?3?2?0?1002:100?+106
?4.Marokko Marokko?3?0?0?3002:500??300
Niederlande durch direkten Vergleich vor Saudi-Arabien Gruppensieger
19. Juni 1994, 12:30 Uhr (18:30 Uhr MESZ) in Orlando
Belgien?Marokko1:0 (1:0)
20. Juni 1994, 19:30 Uhr (21. Juni, 01:30 Uhr MESZ) in Washington, D.C.
Niederlande?Saudi-Arabien2:1 (0:1)
25. Juni 1994, 12:30 Uhr (18:30 Uhr MESZ) in Orlando
Belgien?Niederlande1:0 (0:0)
25. Juni 1994, 12:30 Uhr (18:30 Uhr MESZ) in East Rutherford
Saudi-Arabien?Marokko2:1 (2:1)
29. Juni 1994, 12:30 Uhr (18:30 Uhr MESZ) in Orlando
Marokko?Niederlande1:2 (0:1)
29. Juni 1994, 12:30 Uhr (18:30 Uhr MESZ) in Washington, D.C.
Belgien?Saudi-Arabien0:1 (0:1)

Neuling Saudi-Arabien sollte in allen drei Vorrundenspielen positiv überraschen. Nur ein Torwartfehler drei Minuten vor Schluss ließ sie an einem Unentschieden gegen Titel-Mitfavorit Niederlande vorbeischrammen. Danach gelang ein Sieg gegen das etwas stärker eingeschätzte Marokko und ein Sieg gegen Belgien, durch ein bemerkenswertes Solo-Tor von Said al-Uwairan. Marokko schied punktlos aus, obwohl sie alle drei Spiele stets offen halten konnten. Es fehlte schlussendlich die internationale Erfahrung und die Cleverness, die die Niederländer wiederum besaßen. Die Auswahl von Dick Advocaat konnte sowohl gegen Saudi-Arabien wie gegen Marokko kurz vor Schluss noch das wichtige Siegtor erzielen. Belgien war nach dem Erfolg im Prestigeduell gegen die Niederlande bereits für das Achtelfinale qualifiziert, die Niederlage gegen Saudi-Arabien schmerzte nicht mehr besonders.

Rangliste der Gruppendritten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pl.LandSp.SUNToreDiff.Punkte
?1.ArgentinienArgentinien?3?2?0?1006:300?+306
?2.BelgienBelgien?3?2?0?1002:100?+106
?3.Vereinigte StaatenUSA?3?1?1?1003:300?004
?4.ItalienItalien?3?1?1?1002:200?004
?5.Russland Russland?3?1?0?2007:600?+103
?6.Korea Sud Sdkorea?3?0?2?1004:500??102


Finalrunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AchtelfinaleViertelfinaleHalbfinaleFinale
A1: RumnienRumnien3
D3: Argentinien Argentinien2
Rumnien Rumnien2 (4)
SchwedenSchweden22 (5)2
F2: Saudi-Arabien Saudi-Arabien1
B2: SchwedenSchweden3
Schweden Schweden0
BrasilienBrasilien1
B1: BrasilienBrasilien1
A3: Vereinigte Staaten USA0
BrasilienBrasilien3
Niederlande Niederlande2
F1: NiederlandeNiederlande2
E2: Irland Irland0
BrasilienBrasilien20 (3)2
Italien Italien0 (2)
C1: DeutschlandDeutschland3
F3: Belgien Belgien2
Deutschland Deutschland1
BulgarienBulgarien2
E1: Mexiko Mexiko1 (1)
D2: BulgarienBulgarien21 (3)2
Bulgarien Bulgarien1
ItalienItalien2Spiel um Platz drei
D1: Nigeria Nigeria1
E3: ItalienItalien221
ItalienItalien2SchwedenSchweden4
Spanien Spanien1Bulgarien Bulgarien0
A2: Schweiz Schweiz0
C2: SpanienSpanien3

1 Sieg nach Verlängerung2 Sieg im Elfmeterschießen

Achtelfinale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Niederlande gegen Irland im Citrus Bowl in Orlando, Florida am 4. Juli 1994
2. Juli 1994, 13:00 Uhr (19:00 Uhr MESZ) in Chicago
DeutschlandDeutschland?Belgien Belgien3:2 (3:1)
2. Juli 1994, 16:30 Uhr (22:30 Uhr MESZ) in Washington, D.C.
Schweiz Schweiz?SpanienSpanien0:3 (0:1)
3. Juli 1994, 13:00 Uhr (19:00 Uhr MESZ) in Dallas
Saudi-Arabien Saudi-Arabien?SchwedenSchweden1:3 (0:1)
3. Juli 1994, 13:30 Uhr (22:30 Uhr MESZ) in Pasadena
RumnienRumnien?Argentinien Argentinien3:2 (2:1)
4. Juli 1994, 13:00 Uhr (19:00 Uhr MESZ) in Orlando
NiederlandeNiederlande?Irland Irland2:0 (2:0)
4. Juli 1994, 16:30 Uhr (22:30 Uhr MESZ) in Palo Alto
BrasilienBrasilien?Vereinigte Staaten USA1:0 (0:0)
5. Juli 1994, 13:00 Uhr (19:00 Uhr MESZ) in Foxborough
Nigeria Nigeria?ItalienItalien1:2 n.V. (1:1, 1:0)
5. Juli 1994, 16:30 Uhr (22:30 Uhr MESZ) in East Rutherford
Mexiko Mexiko?BulgarienBulgarien1:1 n.V. (1:1, 1:1), 1:3 i.E.

Im Spiel Deutschland gegen Belgien zeigte der Titelverteidiger seine beste Turnierleistung, dennoch hatten die Deutschen noch Glück, da den Belgiern ein klarer Elfmeter verwehrt wurde. Garant für den deutschen Sieg war vor allem das Sturmduo Völler/Klinsmann.

Den Schweizern wurden im Spiel gegen Spanien durchaus Chancen auf das Erreichen des Viertelfinals eingeräumt. Ein frühes Tor der Spanier sorgte für die Vorentscheidung, die mit zwei Toren in der zweiten Halbzeit zur Gewissheit wurde.

Die Überraschungsmannschaft aus Saudi-Arabien zeigte gegen Schweden eine engagierte Leistung, ihr fehlten jedoch die Mittel, um die routinierten Schweden in Bedrängnis zu bringen. Nach dem Anschlusstreffer Saudi-Arabiens in der 85. Minute zum 2:1 wurde nur drei Minuten später durch ein Tor des Schweden Kennet Andersson das Endergebnis hergestellt.

Die Niederlande gewannen ihr Achtelfinale problemlos mit 2:0 gegen die Iren. Die beiden Tore für die Elftal fielen schon in der Anfangsphase und die Iren waren danach chancenlos.

Argentinien, das nur einen Tag Pause hatte, musste ohne den gesperrten Diego Maradona und den verletzten Claudio Caniggia antreten und konnte die Niederlage gegen Rumänien nicht verhindern. Rumänien stand erstmals in einem WM-Viertelfinale, für Argentinien war es das schlechteste Abschneiden seit 1970.

Brasilien stand gegen die Heimmannschaft der USA als Favorit unter Druck und musste nach einem Platzverweis gegen Leonardo mehr als eine Halbzeit lang mit zehn Mann spielen. Spanien-Legionär Bebeto erzielte das Tor des Tages 15 Minuten vor Abpfiff.

Nigeria ging im Spiel gegen Mitfavorit Italien in Führung. Die junge, unerfahrene Mannschaft musste kurz vor Ende der regulären Spielzeit den Ausgleich hinnehmen. Ausgerechnet der viel gescholtene Roberto Baggio schoss seine Mannschaft in die Verlängerung, in der er zusätzlich das Siegtor erzielte.

Bulgarien komplettierte das Viertelfinale. Die beiden Tore im Spiel gegen Mexiko zum 1:1 nach regulärer Spielzeit fielen bereits in den ersten 18 Minuten. Die übrigen 100 Minuten verliefen, bis auf zwei Platzverweise, einen auf jeder Seite, ohne nennenswerte Höhepunkte. Das darauf folgende Elfmeterschießen konnten die Bulgaren für sich entscheiden.

Viertelfinale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lothar Matthäus verwandelt einen Elfmeter gegen Bulgarien
9. Juli 1994, 12:00 Uhr (18:00 Uhr MESZ) in Foxborough
ItalienItalien?Spanien Spanien2:1 (1:0)
9. Juli 1994, 14:30 Uhr (21:30 Uhr MESZ) in Dallas
BrasilienBrasilien?Niederlande Niederlande3:2 (0:0)
10. Juli 1994, 12:00 Uhr (18:00 Uhr MESZ) in East Rutherford
BulgarienBulgarien?Deutschland Deutschland2:1 (0:0)
10. Juli 1994, 14:30 Uhr (21:30 Uhr MESZ) in Palo Alto
Rumnien Rumnien?SchwedenSchweden2:2 n.V. (1:1, 0:0), 4:5 i.E.

Roberto Baggio und Dino Baggio sorgten im Spiel gegen Spanien für einen Erfolg der Italiener und den Einzug ins Halbfinale.

Im Viertelfinale zwischen Brasilien und den Niederlanden konnten die Niederländer eine 2:0-Führung der Brasilianer ausgleichen. Ein Freistoßtor von Branco in der 83. Spielminute sorgte für die Entscheidung zugunsten der Südamerikaner.

Die Überlegenheit der deutschen Mannschaft im Spiel gegen Bulgarien zahlte sich nach 47 Minuten durch einen verwandelten Elfmeter von Lothar Matthäus aus. Nach einem zu Recht nicht anerkannten Tor von Rudi Völler konnten die Bulgaren das Spiel durch ein Freistoßtor von Christo Stoitschkow und ein Kopfball-Tor des damaligen HSV-Spielers Jordan Letschkow für sich entscheiden. In einer letzten gefährlichen Situation vor dem bulgarischen Tor blieb Thomas Strunz glücklos. Der in den letzten 30 Minuten statisch agierende amtierende Weltmeister schied somit aus dem Turnier aus.

Die Partie Rumänien gegen Schweden wurde zum Ende der regulären Spielzeit und in der Verlängerung dramatisch. Nach knapp 80 Minuten gingen zunächst die Schweden in Führung, ehe die Rumänen noch den Ausgleich erzielen konnten. In der Verlängerung ging Rumänien in Führung, ehe die Schweden ihrerseits ausglichen. Im Elfmeterschießen wurde der schwedische Torhüter Thomas Ravelli mit zwei Paraden zum Gewinner der Partie.

Halbfinale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

13. Juli 1994, 16:00 Uhr (22:00 Uhr MESZ) in East Rutherford
Bulgarien Bulgarien?ItalienItalien1:2 (1:2)
13. Juli 1994, 16:30 Uhr (14. Juli, 01:30 Uhr MESZ) in Pasadena
Schweden Schweden?BrasilienBrasilien0:1 (0:0)

Nachdem Bulgarien mit Deutschland den Titelverteidiger bezwungen hatte, wurde ein schweres Spiel für die Italiener erwartet. Die Italiener, und besonders Roberto Baggio, waren jedoch immer besser ins Turnier gekommen, so dass es zum Finaleinzug reichte. Roberto Baggio schoss beide Treffer für eine italienische Mannschaft, die sich in diesem Spiel viele Torchancen erarbeiten konnte.

Brasilien beherrschte die Schweden deutlich, vergab jedoch viele Torchancen. Ein später Treffer von Romário entschied letztlich das Spiel.

Spiel um Platz 3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

16. Juli 1994, 12:30 Uhr (21:30 Uhr MESZ) in Pasadena
SchwedenSchweden?Bulgarien Bulgarien4:0 (4:0)

Die Bulgaren gaben nach der deutlichen Niederlage gegen Schweden zu, ihr gutes Abschneiden bei dieser WM schon zu ausgiebig gefeiert zu haben und deshalb nicht topfit für das Spiel um Platz 3 gewesen zu sein. Es wurde gemunkelt, dass Christo Stoichkov Torschützenkönig werden und er unbedingt ein weiteres Tor schießen sollte, und somit Torchancen für andere Spieler ausgelassen wurden, was mit dazu beigetragen haben könnte, dass die Bulgaren trotz einiger Chancen überhaupt kein Tor erzielt haben. Für Schweden war es das beste Abschneiden seit der Vize-Weltmeisterschaft von 1958 im eigenen Land.

Finale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BrasilienItalienAufstellung
Brasilien
Finale
17. Juli 1994 in Pasadena (Rose Bowl)
Ergebnis: 0:0 n.V., 3:2 i.E.
Zuschauer: 94.194
Schiedsrichter:Sndor Puhl (UngarnUngarn)
Spielbericht
Italien
Cludio Taffarel - Aldair, Mrcio Santos, Mauro Silva - Jorginho (21. Cafu), Carlos Dunga(C), Branco - Mazinho, Zinho (106. Viola) - Bebeto, Romrio
Trainer:Carlos Alberto Parreira
Gianluca Pagliuca - Franco Baresi(C) - Antonio Benarrivo, Roberto Mussi (35. Luigi Apolloni), Paolo Maldini - Nicola Berti, Demetrio Albertini, Dino Baggio (95. Alberigo Evani), Roberto Donadoni - Roberto Baggio, Daniele Massaro
Trainer:Arrigo Sacchi
Elfmeterschieen

Pagliuca hlt gegen Mrcio Santos

1:1 Romrio

2:2 Branco

3:2 Dunga
Baresi schiet ber das Tor

0:1 Albertini

1:2 Evani

Taffarel hlt gegen Massaro

R. Baggio schiet ber das Tor
Mazinho, Cafu Apolloni, Albertini

Ein von Taktik geprägtes Finale konnten die Brasilianer letztlich im Elfmeterschießen für sich entscheiden. Mit Roberto Baggio und Franco Baresi verschossen zwei italienische Fußball-Legenden. Brasilien gewann damit sein erstes WM-Finale seit 24 Jahren.

Ehrungen der Platzierten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romário wurde zum Weltfußballer des Jahres gewählt und Cafu zu Südamerikas Fußballer des Jahres. Daniele Massaro wurde als Italiens Fußballer des Jahres ausgezeichnet. Roberto Baggio und Paolo Maldini belegten hinter Christo Stoitschkow die Plätze 2 und 3 bei der Wahl zum Europas Fußballer des Jahres.



Beste Torschtzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Torschützenkönige des Turniers und gemeinsam mit dem goldenen Schuh ausgezeichnet wurden der Russe Oleg Salenko und der Bulgare Christo Stoitschkow. Ein silberner Schuh wurde nicht vergeben. Den bronzenen Schuh erhielten gemeinsam der Schwede Kennet Andersson und der Brasilianer Romário.

RangSpielerTore
1RusseOleg Salenko6
BulgareChristo Stoitschkow6
3SchwedeKennet Andersson5
ItalienerRoberto Baggio5
DeutscherJrgen Klinsmann5
BrasilianerRomrio5
7ArgentinierGabriel Batistuta4
SchwedeMartin Dahlin4
RumneFlorin R?ducioiu4
10BrasilianerBebeto3
NiederlnderDennis Bergkamp3
SpanierJos Luis Caminero3
SchwedeTomas Brolin3
RumneGheorghe Hagi3
RangSpielerTore
15BelgierPhilippe Albert2
SaudiFuad Amin2
NigerianerDaniel Amokachi2
NigerianerEmmanuel Amuneke2
ItalienerDino Baggio2
ArgentinierClaudio Caniggia2
RumneIlie Dumitrescu2
MexikanerLuis Garca Postigo2
SpanierJon Andoni Goikoetxea2
NiederlnderWim Jonk2
SchweizerAdrian Knup2
BulgareJordan Letschkow2
SdkoreanerHong Myung-bo2
KolumbianerAdolfo Valencia2
DeutscherRudi Vller2

Darüber hinaus gab es 51 Spieler mit einem Treffer. Hinzu kam ein Eigentor.



Vermarktung, Spielball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Briefmarke von 1994 zur Fußball-WM


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Funoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ? abPeter Burghardt: Fuball-WM: Dopingfall Diego Maradona. In: sueddeutsche.de.26.Juni 2014, abgerufen am 7.September 2015.
  2. ? abTorschtzenknig 1994: Salenko & Stoitchkov ? sportschau.de. In: www1.sportschau.de. Abgerufen am 7.September 2015.
  3. ? abGoal.com: Die Helden der WM-Teilnehmer ? Kameruns Roger Milla: Der lteste WM-Spieler und Torschtze - Goal.com. In: goal.com.2.April 2010, abgerufen am 7.September 2015.
  4. ?Rp Online: WM 2014: Nur 1994 in den USA kamen mehr Zuschauer. In: rp-online.de.14.Juli 2014, abgerufen am 7.September 2015.
  5. ?'Faulty plane' killed Zambia team. In: news.bbc.co.uk.28.November 2003, abgerufen am 7.September 2015.
  6. ?Markus Stier: Fuballspiel und Gottesdienst fr Senna. In: auto-motor-und-sport.de.22.April 2004, abgerufen am 7.September 2015.
  7. ? abSonja Peteranderl: Ermordeter Fuballstar: Todesstrafe fr ein Eigentor. In: Spiegel Online.1.Juli 2013, abgerufen am 7.September 2015.
  8. ? abAbendzeitung, Germany: Kolumbien und die WM 1994: Ein Eigentor und sechs Schsse: Der Mord an Andrs Escobar - Abendzeitung Mnchen. In: abendzeitung-muenchen.de. Abgerufen am 7.September 2015.
  9. ?Host announcement decision.
  10. ?Sven Flohr: In Detroit verfllt ein 80.000-Zuschauer-Stadion. In: welt.de.20.Mai 2014, abgerufen am 27.September 2015.
  11. ?Trainer - Schlicht absurd. In: Der Spiegel. Nr.29, 1994 (online).
  12. ?Wenn die Nachspielzeit ewig whrt. In: mainpost.de.7.September 2015, abgerufen am 7.September 2015.
  13. ?Christoph Heymann: Mein WM-Erlebnis: 1994: Andreas Mller: Es ging immer um die Spielerfrauen. In: zeit.de.7.Juni 2010, abgerufen am 7.September 2015.
  14. ?Die Magie der Blle. In: tagesspiegel.de.2.Juni 2010, abgerufen am 7.September 2015.
  15. ?Fundstck WM-Flipper. In: rund-magazin.de.24.Mai 2010, abgerufen am 7.September 2015.

Weltkarte der Teilnehmer mit deren Platzierungen
Lizenz: PD ineligible

Niederlande gegen Irland im Citrus Bowl in Orlando, Florida am 4. Juli 1994
Bild: Gambo7 (talk ·contribs)
Lizenz: PD ineligible

Lothar Matthäus verwandelt einen Elfmeter gegen Bulgarien
Bild: Gambo7 (talk ·contribs)
Lizenz: PD ineligible

Die deutsche Briefmarke von 1994 zur Fußball-WM
Bild: Gambo7 (talk ·contribs)
Lizenz: PD ineligible

Die Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 (englischFIFA World Cup) war die 15. Ausspielung dieses bedeutendsten Turniers für Fußball-Nationalmannschaften und fand vom 17. Juni bis zum 17. Juli 1994 erstmals in den USA statt.

Weltmeister wurde Brasilien im Finale gegen Italien, wobei erstmals ein Elfmeterschießen die Entscheidung brachte. Titelverteidiger Deutschland scheiterte im Viertelfinale und verpasste somit erstmals seit 1978 das Finale. Vize-Weltmeister Argentinien schied im Achtelfinale aus, dessen Kapitän Diego Maradona vor dem letzten Gruppenspiel positiv auf Drogen getestet und vom Turnier ausgeschlossen wurde. Mit den USA schied der Gastgeber erstmals bereits im Achtelfinale aus. Torschützenkönig wurden Oleg Salenko und Christo Stoitschkow mit jeweils 6 Toren, wobei Salenko 5 Tore im Gruppenspiel Russland gegen Kamerun erzielte und damit einen Rekord aufstellte, Russland jedoch bereits nach der Gruppenphase ausschied. Im selben Spiel erzielte Roger Milla im Alter von 42 Jahren den einzigen Treffer für Kamerun, was ihn zum ältesten Torschützen der WM-Geschichte macht.

mehr zu "Fußball-Weltmeisterschaft 1994" in der Wikipedia: Fußball-Weltmeisterschaft 1994

Geboren & Gestorben

thumbnail
Gestorben: Werner Fricker stirbt in Horsham, Pennsylvania. Werner Fricker war ein deutschstämmiger US-amerikanischer Fußballspieler und Fußballfunktionär. Als defensiver Mittelfeldspieler den Philadelphia United German-Hungarians verbunden war er von 1984 bis 1990 Präsident des US-Fußballverbandes. Während seiner Amtszeit wurde die Weltmeisterschaft 1994 an die USA vergeben; seine Amtszeit war geprägt von der Professionalisierung und Kommerzialisierung des US-Verbandes. 1985 wurde die Frauennationalmannschaft gegründet, schon als Vizepräsident des Verbandes begründete er das U-20-Programm des USA, als Präsident das U-17-Programm.
thumbnail
Geboren: Emmanuel Amuneke wird in Eze Obodo geboren. Emmanuel Amuneke ist ein ehemaliger Fußball-Stürmer aus Nigeria. Er bestritt eine Vielzahl an Länderspielen für die nigerianische Fußballnationalmannschaft und war Teil der Mannschaft, die an der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 teilnahm und die Fußball-Afrikameisterschaft 1994 gewann. Er trug auch zum Gewinn der olympischen Goldmedaille 1996 bei.
thumbnail
Geboren: Lars Bohinen wird in Vadsø geboren. Lars Roar Bohinen ist ein ehemaliger norwegischer Fußballspieler. Zwischen 1993 und 2001 spielte er für die englischen Vereine Nottingham Forest, Blackburn Rovers und Derby County. Mit der norwegischen Nationalmannschaft nahm er an der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA teil.
thumbnail
Geboren: Sergei Nikolajewitsch Juran wird in Lugansk, Ukrainische SSR geboren. Sergei Nikolajewitsch Juran ist ein ehemaliger russischer Fußballspieler und derzeitiger -trainer. Er spielte er nach dem Zerfall der Sowjetunion für die russische Nationalmannschaft, für die er an der WM '94 in den USA teilnahm.
thumbnail
Geboren: Ilie Dumitrescu wird in Bukarest geboren. Ilie Dumitrescu ist ein ehemaliger rumänischer Fußballspieler und derzeitiger -trainer. Dumitrescu absolvierte insgesamt 257 Spiele in der Divizia A, der Premier League und der Primera División. Er nahm an der Fußball-Weltmeisterschaft 1990, der Fußball-Weltmeisterschaft 1994 und der Fußball-Weltmeisterschaft 1998 teil.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1994

Karriere > Titel:
thumbnail
Vize-Weltmeister (Roberto Baggio)

WM-Teilnehmer

1994

thumbnail
Belgien, Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Spanien (UEFA)

WM-Teilnehmer > Männer

1994

thumbnail
USA, Mexiko (CONCACAF)

Titel

1994

thumbnail
Fußball-Weltmeisterschaft (Ronaldo Rodrigues de Jesus)

Ehemalige Spieler

1994

thumbnail
Brasilien? Mazinho 1990/91, Mittelfeldspieler, 34 Spiele–2 Tore; Weltmeister (US Lecce)

Sport

thumbnail
bis 17. Juli: Die 15. Fußball-WM in den USA gewinnt Brasilien vor Italien.

1994

Fußball:
thumbnail
Fußball-Weltmeisterschaft (Sportjahr 1994)

1994

Turniere > Weltmeisterschaft:
thumbnail
1994 bis 2014: nicht qualifiziert (Swasiländische Fußballnationalmannschaft)

1994

Turniere > Weltmeisterschaft:
thumbnail
und 1998 - zurückgezogen (Malische Fußballnationalmannschaft)

1994

Turniere > Weltmeisterschaft:
thumbnail
– zurückgezogen (Ugandische Fußballnationalmannschaft)

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

1996

Erfolg:
thumbnail
Teilnahme an der WM 1994 (4. Platz), WM 1998 und EM (Trifon Iwanow)

1994

Erfolge > In der Nationalmannschaft:
thumbnail
Vize-Weltmeister (Daniele Massaro)

1994

Erfolg/Titel:
thumbnail
Weltmeister (Bebeto)

1994

Erfolg/Titel > Als Nationalspieler:
thumbnail
(ohne Einsatz) – Weltmeister (Ronaldo)

Rundfunk, Film & Fernsehen

2004

Filmographie:
thumbnail
Asylum nach Patrick McGrath (David Mackenzie)

"Fußball-Weltmeisterschaft 1994" in den Nachrichten