Galgen

Ein Galgen (mhd.galge = Galgen, Kreuz; ahd.galgo = Stange, Pfahl) ist ein Hinrichtungsinstrument, das aus einem oder mehreren Pfosten und aufliegenden Querbalken besteht und als Gerüst zum Hängen eines zum Tode Verurteilten dient. Gleichermaßen werden ähnliche Konstruktionen, die nicht dem Tötungsakt dienen, derart bezeichnet. So definiert der Duden auch eine „galgenähnliche Vorrichtung, an der etwas aufgehängt werden kann“, als Galgen.



Geschichte




Das Hängen gehört zu den ältesten Hinrichtungsarten. In früherer Zeit erfolgte die Tötung meist an Bäumen, wegen ihrer Stabilität oft an Eichen. In vielen Gegenden sind heute noch entsprechende Henker- oder Gerichtseichen bzw. -bäume bekannt.Galgen im eigentlichen Sinn – also für das Hängen errichtete hölzerne Gerüste mit einem (einschläfrig) oder mehreren Pfosten (häufig dreischläfrig) sowie steinerne Galgentürme – finden sich in Mitteleuropa seit der Regierungszeit Karls des Großen. Alte Flurnamen wie „Galgenberg“ oder „Hochgericht“ erlauben Rückschlüsse auf frühere Standorte von Galgen, die häufig an der Markungsgrenze des Gerichtsorts platziert wurden. Zur Abschreckung von etwaigem Gesindel zudem an stark frequentierten Wegen oder Straßen. In diesem Sinne ließ man die Hingerichteten oft lange über den Tod hinaus am Galgen hängen. Hinrichtungen am Galgen nahmen seit dem Mittelalter immer mehr den Charakter öffentlicher Schauspiele an, da sie meist vor vielen Zuschauern vollzogen wurden. Damals konnte bereits Diebstahl mit dieser Hinrichtungsart geahndet werden.Seit Ende des 19. Jahrhunderts bemühte man sich in Großbritannien, den Eintritt von Bewusstlosigkeit und Tod beim Hängen zu beschleunigen. Dazu führte man den „langen Fall“ (engl.: long drop) ein: Der Todeskandidat wurde gefesselt und mit der Schlinge um den Hals auf eine Falltür gestellt. Wurde sie geöffnet, so stoppte der Strick abrupt den anschließenden Sturz in die Tiefe, was eine tödliche Verletzung der Halswirbelsäule (Genickbruch) herbeiführen sollte. Die notwendige Fallhöhe wurde zuvor in Abhängigkeit vom Gewicht des Opfers errechnet. Noch heute werden in manchen Ländern Hinrichtungen auf diese Weise vollzogen, so auch in einigen ehemaligen britischen Kolonien.In den USA wandte man ebenfalls den „langen Fall“ an. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurden dort jedoch vermehrt alternative Hinrichtungsarten angewendet (siehe Gaskammer und Elektrischer Stuhl). Seit 1976, dem Jahr der Wiedereinführung der Todesstrafe, wurden dort drei verurteilte Mörder gehängt. In Großbritannien erfolgten Hinrichtungen am Galgen bis 1964. In diesem Jahr wurde dort die Todesstrafe ausgesetzt und später abgeschafft....

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Solomon Kalushi Mahlangu stirbt in Pretoria. Solomon Kalushi Mahlangu war ein südafrikanischer Anti-Apartheidskämpfer und Mitglied des Umkhonto we Sizwe. Er wurde 1978 zum Tode durch den Strang verurteilt und 1979 erhängt. Die Vollstreckung der Todesstrafe löste international Proteste aus.
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Gestorben: John A. Bennett stirbt in Fort Leavenworth. John A. Bennett war ein Private First Class der US-Armee, der wegen der Vergewaltigung und des versuchten Mordes an einem elfjährigen österreichischen Mädchen zum Tode durch den Strang verurteilt wurde. Nach der Verurteilung wurde er in das US-Militärgefängnis nach Fort Leavenworth, Kansas, verbracht. Nachdem Präsident Kennedy persönlich das Todesurteil des Kriegsgerichtes geprüft und genehmigt hatte, wurde Bennett als letzte Person, die nach dem Uniform Code of Military Justice verurteilt wurde, in den United States Disciplinary Barracks gehängt.
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Geboren: Solomon Kalushi Mahlangu wird in Pretoria geboren. Solomon Kalushi Mahlangu war ein südafrikanischer Anti-Apartheidskämpfer und Mitglied des Umkhonto we Sizwe. Er wurde 1978 zum Tode durch den Strang verurteilt und 1979 erhängt. Die Vollstreckung der Todesstrafe löste international Proteste aus.
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Gestorben: James Inglis stirbt in Manchester. James Inglis war ein britischer Mörder. Seine Hinrichtung am Galgen im Strangeways-Gefängnis (Manchester) durch Albert Pierrepoint gilt als die schnellste Erhängung aller Zeiten.
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Geboren: John A. Bennett wird geboren. John A. Bennett war ein Private First Class der US-Armee, der wegen der Vergewaltigung und des versuchten Mordes an einem elfjährigen österreichischen Mädchen zum Tode durch den Strang verurteilt wurde. Nach der Verurteilung wurde er in das US-Militärgefängnis nach Fort Leavenworth, Kansas, verbracht. Nachdem Präsident Kennedy persönlich das Todesurteil des Kriegsgerichtes geprüft und genehmigt hatte, wurde Bennett als letzte Person, die nach dem Uniform Code of Military Justice verurteilt wurde, in den United States Disciplinary Barracks gehängt.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1758

Bauwerk:
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Sandsteinsäulen für den Galgen in Wollenberg (Johann Peter Moll)

Kunst & Kultur

1995

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Theaterformen: adaptierte er gemeinsam mit Niklas Frank dessen Abrechnung mit seinem Vater, Hans Frank, Hitlers Generalgouverneur in Polen, der 1946 in Nürnberg gehenkt wurde. Im Theater an der Wien saß das Publikum auf der Drehbühne und wurde von Schauplatz zu Schauplatz gedreht, mit Hilfe der Hydraulik auch in die Unterbühne gefahren. Das Stück trägt den Untertitel „blutige Groteske“ und benutzt historische Filmeinspielungen, Projektionen und Dokumente aus Niklas Franks Familienalbum zu einer „Grottenbahnfahrt des Grauens“. Österreichs FPÖ-Chef Jörg Haider klagte, da er bei Franks Gang zum Galgen mit aufmunternden Rufen sein Bühnendebüt feierte. (Jehoschua Sobol)

Bekannte Menschen, die am Galgen starben

2006

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Saddam Hussein - ehemaliger Präsident und Diktator des Irak

1995

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Ken Saro-Wiwa - nigerianischer Bürgerrechtler und Schriftsteller

1966

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Sayyid Qutb – ägyptischer Journalist und politischer Theoretiker

1962

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Adolf Eichmann - Organisator der Vertreibung und Deportation von Juden im Holocaust

1962

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Adolf Eichmann - Organisator für Vertreibung und Deportation von Juden im Holocaust

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