Generalgouvernement

Der Begriff Generalgouvernement (polnischGeneralne Gubernatorstwo) lautete zunächst Generalgouvernement für die besetzten polnischen Gebiete und bezeichnet die Gebiete der früheren Zweiten Polnischen Republik, die 1939–1945 vom Deutschen Reich militärisch besetzt und nicht unmittelbar in das Reichsgebiet durch Annexion eingegliedert wurden, sowie die dort errichteten Verwaltungsstrukturen unter dem Generalgouverneur und NSDAP-Funktionär Hans Frank und seinem Stellvertreter Josef Bühler mit Sitz in Krakau. Dies beruhte auf einem Erlass Hitlers vom 12. Oktober 1939 und löste die bis dahin geltende Verwaltung unter dem militärischen Oberbefehlshaber ab. Es umfasste zunächst eine Fläche von 95.000 km² und wurde am 1. August 1941 um den zuvor sowjetischen Distrikt Galizien auf 142.000 km² erweitert.

In der deutschen Besetzung des Generalgouvernements verbanden sich Ausbeutungs- und Vernichtungspolitik. Die jüdische und große Teile der polnischen Bevölkerung wurde umgebracht. Nachdem kein schneller Sieg im Osten zu erwarten war, wurde parallel zu den Vernichtungsaktionen (Vernichtung durch Arbeit) eine Ausbeutungspolitik entfaltet, die den starken Arbeitskräftemangel in der deutschen Wirtschaft kompensieren sollte.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Joachim Deumling stirbt in Bad Lauterberg. Joachim Deumling war ein deutscher Jurist und SS-Führer. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde er zum SS-Obersturmbannführer und Oberregierungsrat befördert. Deumling war Leiter des Referates IV D 2 (Generalgouvernementsangelegenheiten im Reich) im Reichssicherheitshauptamt (RSHA), Führer des Einsatzkommandos 10b in Kroatien und später Aufbauberater des ägyptischen Geheimdienstes.
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Gestorben: Max Horn (SS-Mitglied) stirbt in Ulm. Max Horn war während der Zeit des Nationalsozialismus im Generalgouvernement Geschäftsführer der Ostindustrie GmbH und gründete nach dem Krieg eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.
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Gestorben: Max Frauendorfer stirbt in Tutzing. Max Frauendorfer war ein deutscher Jurist, SS-Obersturmbannführer, Reichsschulungsleiter im Amt Rosenberg sowie Präsident des Hauptamtes Arbeit im Generalgouvernement.
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Gestorben: Wilhelm Schäfer (Jurist) stirbt in Tübingen. Wilhelm Schäfer war ein deutscher Landrat im Nationalsozialismus und im deutsch besetzten Generalgouvernement.
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Gestorben: Wilhelm Struve (SA-Mitglied) stirbt in Hamburg. Wilhelm „Willi“ Struve war ein deutscher Politiker und SA-Führer. Während des Zweiten Weltkrieges war Struve Präsident des Hauptamts Arbeit im Generalgouvernement.

Liste der Marken > Deutsche Besetzungsausgaben

1939

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Generalgouvernement: Ab 1. Dezember. Hierfür wurden die Marken 513–514, 516–525 und 528 mit waagerechtem, dreizeiligen Aufdruck der Reichsdruckerei Berlin Deutsche Post / OSTEN. Der Wertüberdruck erfolgte in Groschen und Zloty (1 Zloty = 100 Groschen = 50 Reichspfennig). Diese 13 Werte blieben bis zum 30. September 1940 gültig. Siehe Briefmarken-Ausgaben für das Generalgouvernement (Hindenburg-Medaillon)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1942

Werk:
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Wolfram Brockmeier liest Dichtungen und Erzählungen in Generalgouvernement, herausgegeben von der Regierung des Generalgouvernements, Hauptabt. Propaganda, Abt. Kultur, Krakau

Personen

1950

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Ernst Boepple, zweiter Staatssekretär 1941–1945, als Kriegsverbrecher gehängt

1948

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Josef Bühler, stellvertretender Generalgouverneur 1940–1945, als Kriegsverbrecher hingerichtet

1946

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Arthur Seyß-Inquart, stellvertretender Generalgouverneur 1939–1940, als Kriegsverbrecher hingerichtet

1946

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Hans Frank, Generalgouverneur in Krakau 1939–1945, im Nürnberger Prozess wegen seiner Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zum Tode verurteilt

Politik & Weltgeschehen

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Zweiter Weltkrieg: Die nationalsozialistische Führung erlässt eine Polizeiverordnung, die das Tragen des „Judensterns“ ab dem 19. September für alle Juden im Deutschen Reich ab dem sechsten Lebensjahr verbindlich macht. Das Abzeichen besteht aus zwei gelben Stoffdreiecken, die in Form eines sechszackigen Davidsterns übereinander genäht werden, und trägt in schwarzen Buchstaben die Aufschrift „Jude“. Der Stern muss „deutlich sichtbar“ und „fest an der linken Brustseite des Kleidungsstücks angenäht“ getragen werden. Auch zu Hause müssen Juden den „Judenstern“ tragen, wenn sie jemandem die Haustür öffnen. - Polizeistreifen kontrollieren willkürlich auf der Straße, ob das Abzeichen auch fest genug angenäht ist. Zuwiderhandlungen können eine Einweisung in ein Konzentrationslager (so genannte „Schutzhaft“) nach sich ziehen. In der Folgezeit werden weitere diskriminierende Verordnungen gegen die Juden erlassen, so z. B. das Verbot, das Weichbild des Heimatortes zu verlassen. - In den besetzten polnischen Gebieten (so genanntes „Generalgouvernement“) wurde die Kennzeichnungspflicht für Juden durch die deutsche Besatzungsmacht schon 1939 eingeführt und bestand in einer weißen Armbinde mit blauem Stern.

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