Gepiden

Die Gepiden (auch Gepidi, Gebidi; lateinischGipedae, Gepidae) waren ein ostgermanischer Stamm im Gebiet der heutigen Staaten Ungarn und Rumänien, der möglicherweise mit den Goten verwandt war. Sie wurden bekannt, als sie unter Ardarich in der Schlacht am Nedao (454 oder 455) die Söhne Attilas aus dem heutigen Ungarn vertrieben. Das danach errichtete Gepidenreich an der mittleren Donau bestand noch bis ins 6. Jahrhundert.



Geschichte




Die Gepiden werden in spätantiken Quellen oft als Verwandte der Goten bezeichnet, doch ist ihre genaue Herkunft unbekannt. Annahmen in der älteren Forschung, sie könnten aus Skandinavien stammen, haben sich als nicht fundiert erwiesen, zumal diesbezügliche Aussagen in manchen Quellen als Topos zu werten sind. Im Rahmen solcher gentiler Erzählungen (siehe Origo gentis) wurden oft derartige Abstammungen konstruiert. Es ist aufgrund der archäologischen Befunde nicht möglich, eindeutige gepidische Funde aus der frühen römischen Kaiserzeit zu erfassen. Es ist daher gut möglich, dass sich die Gepiden erst im 3. Jahrhundert als eigenständige Gruppe herausbildeten.Mitte des 3. Jahrhunderts, zur Zeit der Reichskrise des 3. Jahrhunderts und der damit einhergehenden Schwächephase des Imperiums, stießen die Gepiden unter ihrem König Fastida über die Weichsel nach Süden vor. Sie sollen in diesem Zusammenhang die Burgunden vernichtend geschlagen haben und erreichten schließlich das nördliche Siebenbürgen. Ein Teil zog dann mit den Goten ans Schwarze Meer. Es ist aber unwahrscheinlich, dass sich die Gepiden an den damit zusammenhängenden Einfällen ins Imperium beteiligten. Nur in der sehr umstrittenen Historia Augusta werden sie diesbezüglich zweimal erwähnt. In den Quellen wird aber berichtet, dass die Gepiden Ende des 3. Jahrhunderts in Kämpfe mit den Goten verwickelt waren.Über Auseinandersetzungen mit den Römern im 4. Jahrhundert liegen keine Berichte vor. Anscheinend waren die Gepiden damit beschäftigt, sich im Konflikt mit ihren gentilen Nachbarn zu behaupten. In der Zeit der Völkerwanderung zog im frühen 5. Jahrhundert vielleicht ein Teil der Gepiden mit den Vandalen nach Gallien (siehe Rheinübergang von 406). Der Großteil der inzwischen unter die Herrschaft der Hunnen geratenen Gepiden blieb aber im Theißraum zurück. In der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern wurden die auf hunnischer Seite kämpfenden Gepiden von den auf römischer Seite stehenden Franken vernichtend geschlagen....

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Antike

251 n. Chr.

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Römisches Reich: Frühjahr: Goten, Gepiden und Karpen überqueren erstmals in großer Zahl die Donau und plündern römische Städte in der römischen Provinz Dacia (Dakien), anschließend auch in Moesia (Mösien), Thracia (Thrakien) und Illyricum (Illyrien). Es beginnt der so genannte „Gotensturm“. Als die Karpen die Stadt Nikopolis belagern, werden sie von der römischen Armee unter Decius und Herennius Etruscus überrascht und vertrieben. Die weitgehend unverteidigte Provinz Moesia inferior (Niedermösien) wird währenddessen Ziel der gotischen Krieger unter König Kniva. Die Römer können nicht verhindern, dass Philippopolis in die Hand der Goten fällt.

Politik & Weltgeschehen

567 n. Chr.

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Die mit den Awaren verbündeten Langobarden unter Alboin greifen die Gepiden unter Kunimund an. Kunimund stellt sich mit seiner Hauptstreitmacht den Langobarden, die das Gepidenheer vernichten; auch Kunimund kommt ums Leben, aus seinem Schädel lässt Alboin eine Trinkschale fertigen. Alboin nimmt Kunimunds Tochter Rosamunde zur Frau. Das ehemalige Stammesgebiet zwischen Donau und Karpaten fällt nun vertragsgemäß an die Awaren. Da diese bald darauf mit Plünderungszügen auf dem Balkan beginnen, ziehen die Langobarden wie geplant nach Italien ab.

546 n. Chr.

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Ostrom schließt ein Bündnis mit den Langobarden gegen die Gepiden.

Europa

560 n. Chr.

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um 560: Kunimund folgt seinem Vater Turisind auf den Thron des Gepidenreiches.

547 n. Chr.

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Die Langobarden verlegen ihren Siedlungsraum um 547 an die Save und untere Donau nach Pannonien, woraufhin ein Krieg mit den dort heimischen Gepiden unter Turisind ausbricht. Die Langobarden werden dabei von oströmischen Truppen unterstützt.

541 n. Chr.

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In der Führung der Ostgoten, die sich mühsam in Oberitalien gegen das oströmische Heer behaupten, kommt es zu Krisenerscheinungen: Der Nachfolger des Witichis, Hildebad, regiert nur gut ein Jahr, ehe er bei einem Bankett von einem Gepiden ermordet wird. Auf ihn folgt Erarich, ein Rugier, der vom ostgotischen Adel nicht anerkannt wird und daher noch 541 abtreten muss. Schließlich wird Totila, der Neffe des Hildebad neuer Führer der Ostgoten. Ihm gelingt schließlich eine Stärkung des Widerstandswillens seines Volkes, zumal Kaiser Justinian I. einen Teil seiner Truppen zum Kampf gegen die Sassaniden abziehen muss.

488 n. Chr.

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Die Gepiden erobern Belgrad.

291 n. Chr.

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Mittelmeerraum: In der aufgegebenen römischen Provinz Dakien kämpfen Taifalen und Terwinger gegen Vandalen und Gepiden um die Vorherrschaft in der Region.

Ereignisse

567 n. Chr.

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Die Langobarden vernichten zusammen mit den Awaren das Gepidenreich. (6. Jahrhundert)

566 n. Chr.

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Zunehmende Rivalität zwischen den Langobarden unter Alboin und den Gepiden unter Kunimund. Auch das Oströmische Reich schaltet sich ein und besetzt die von den Langobarden beanspruchte Festung Sirmium. Um sie als Bündnispartner gegen Ostrom und die Gepiden zu gewinnen, nimmt Alboin Kontakt zu den Awaren auf.

504 n. Chr.

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Die Ostgoten unter Theoderich dem Großen besiegen die Gepiden und erobern dabei Sirmium nahe der Save-Mündung.

469 n. Chr.

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Ostgoten und Gepiden liefern sich die Schlacht an der Bolia; in der Folge weichen die Ostgoten vor dem Druck der Gepiden nach Süden und Westen aus.

454 n. Chr.

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In der Schlacht am Nedao gelingt es den Gepiden unter Ardarich und den mit ihnen verbündeten Völkern der Skiren, Rugier, Sueben, Heruler und Ostgoten die Reste der Hunnen unter Attilas Sohn Ellac und dessen Brüdern endgültig aus Ungarn zu vertreiben. 30.000 Hunnen, unter ihnen Ellac, finden den Tod. Die Ostgoten unter Walamar bzw. Theodemir werden rechts der Donau im oströmischen Reich angesiedelt.

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