Germania inferior

Das Praetorium in Köln, der Sitz des Statthalters der Provinz Niedergermanien
Bild: Archäologische Zone Köln

Germania inferior(Niedergermanien) war eine römische Provinz. Sie umfasste die westlich des Rheins gelegenen Teile der heutigen Niederlande und Deutschlands sowie Teile von Belgien. Ursprünglich, seit Augustus, war dieses Gebiet ein Heeresbezirk, der verwaltungstechnisch zu Gallien gehörte. Die Provinz wurde erst unter Domitian um 85 n. Chr. eingerichtet. Ihre Hauptstadt und Sitz der Statthalter von Niedergermanien war die Colonia Claudia Ara Agrippinensium, das heutige Köln. Im Zuge einer spätantiken Verwaltungsreform erfolgte dann die Einrichtung der Germania secunda.

Germania inferior war die nördliche Nachbarprovinz von Germania superior (Obergermanien) und lag östlich der Belgica.



Geschichte




Zu ersten Begegnungen zwischen römischen Truppen und gallischen beziehungsweise germanischen Stämmen im Gebiet der späteren Provinz kam es um 50 v. Chr. während des Gallienfeldzuges von Gaius Iulius Caesar.Eine dauernde römische Militärpräsenz begann mit den Feldzügen des Drusus ab 12 v. Chr. Nachdem die Feldzüge im rechtsrheinischen Germanien, zuletzt unter Führung des Germanicus, eingestellt wurden, blieben vier Legionen in festen Lagern stationiert: zwei Legionen in Xanten/Vetera sowie jeweils eine Legion in Neuss und Bonn.Zu Beginn des Vierkaiserjahrs 69 wurde Vitellius, der Oberkommandieren des Heeres in Niedergermanien, von der in Bonn stationierten Legion zum Kaiser ausgerufen. In der Folge zog er mit den ihm zur Verfügung stehenden Streitkräften nach Italien. Wohl aus Unzufriedenheit von Soldaten aus dem Stamm der Bataver über die Behandlung durch Vitellius kam es unter der Führung des Iulius Civilis im Jahr 69 zum Aufstand der Bataver. Dabei wurde unter anderem das Legionslager Vetera in der Nähe des heutigen Xantens vernichtet.

mehr zu "Germania inferior" in der Wikipedia: Germania inferior

Politik & Weltgeschehen

89 n. Chr.

thumbnail
Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln) wird Hauptstadt der neu gegründeten römischen Provinz Germania inferior.

Antike

261 n. Chr.

thumbnail
Römisches Reich: Reichskrise des 3. Jahrhunderts: Postumus festigt seine Macht als Gegenkaiser im Westen des Reiches. Das in der Moderne als Imperium Galliarum bekannte Reich umfasst Nordgallien, Germania inferior und Superior, Raetia und seit diesem Jahr Britannien und Hispanien. Er macht Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln) zu seiner Hauptstadt, richtet einen eigenen Senat, eigene Konsuln und eigene Prätorianer ein und prägt eine große Zahl Münzen, die von besserer Qualität sind, als die des Kaisers Gallienus. Er schafft es auch, die Provinzen gegen die Germanen zu sichern, wofür ihm der Ehrentitel Germanicus Maximus zugesprochen wird.

90 n. Chr.

thumbnail
Römisches Reich: Der römische Teil Germaniens wird in zwei Provinzen geteilt: Germania inferior (mit Köln als Hauptstadt) und Germania superior mit dem Zentrum Mainz.

71 n. Chr.

thumbnail
Römisches Reich: Nach der Zerstörung im Bataveraufstand wird Ulpia Noviomagus Batavorum (Nijmegen) wieder aufgebaut und ein der wichtigsten Stützpunkte in Germania inferior.

17 n. Chr.

thumbnail
Römisches Reich: Die Provinz Gallien wird in Gallia Belgica (Hauptstadt: Durocortorum), Gallia Lugdunensis (Hauptstadt: Lugdunum) und Gallia Aquitania (Hauptstadt: Mediolanum Santonum) aufgeteilt. Zu Gallia Belgica gehört auch der Heeresbezirk, aus dem später die Provinzen Germania inferior und Germania superior gebildet werden.

15 n. Chr.

thumbnail
Römisches Reich: Germanicus, Oberbefehlshaber der römischen Truppen in Germanien, führt einen großangelegten Feldzug in das rechtsrheinische Gebiet. Mattium, der Hauptort der Chatten, in der Gegend des heutigen Schwalm-Eder-Kreises, wird zerstört.

"Germania inferior" in den Nachrichten