Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte

Die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte e.V. (GDNÄ) wurde 1822 in Leipzig gegründet und nach dem Zweiten Weltkrieg im Februar 1950 in Göttingen als Verein wieder gegründet. Sie ist die älteste und größte interdisziplinäre Wissenschaftsvereinigung in Deutschland. Ihre Hauptaufgabe sieht sie im Wissens- und Informationsaustausch zwischen Wissenschaftlern verschiedener Fachdisziplinen und zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Sie hat gegenwärtig etwa 4.000 Mitglieder. Ihre Geschäftsstelle befindet sich in den Räumen des Physikzentrums Bad Honnef in Bad Honnef bei Bonn.



Geschichte




Die Vereinigung wurde 1822 vom Naturforscher und Arzt Lorenz Oken gegründet. Im gleichen Jahr fand in Leipzig die erste Versammlung der Gesellschaft statt. Das Gründungsziel war das persönliche Kennenlernen der deutschen Naturwissenschaftler und Ärzte, um durch den Austausch untereinander zu profitieren. Diese Zusammenkünfte („Verhandlungen“) wurden in der Folgezeit zunehmend zu einem Forum zur Präsentation neuer Ergebnisse aus der naturwissenschaftlichen und medizinischen Forschung. 1828 wurden innerhalb der GDNÄ Fachsektionen eingerichtet. In der Anfangszeit wurde die Arbeit der Gesellschaft durch die Gefahr der Zensur behindert und erst 1861 konnten beispielsweise die österreichischen Mitglieder auch namentlich genannt werden, da sie sich vorher der Verfolgung ausgesetzt sahen. Bekannte Beispiele für die Vorstellung und Diskussion wichtiger Erkenntnisse auf Versammlungen der GDNÄ sind die Relativitätstheorie von Albert Einstein im Jahr 1909 und ein Vortrag von Gerhard Domagk im Jahr 1936, der den Beginn der Chemotherapie von bakteriellen Infektionen markierte. Die Versammlungen, die nach der Gründung der Gesellschaft zunächst jährlich abgehalten wurden, finden gegenwärtig in einem zweijährigen Rhythmus in verschiedenen Städten statt. Sie stehen jeweils unter einem Generalthema. Seit 1983 verleiht die GDNÄ während jeder Versammlung die Lorenz-Oken-Medaille an Personen, „die bei der allgemeinverständlichen Interpretation oder Verbreitung naturwissenschaftlicher und/oder medizinischer Erkenntnisse und Einsichten herausragende Leistungen erbracht haben“.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Lorenz Oken stirbt in Zürich. Lorenz Oken war ein deutscher Naturforscher, Naturphilosoph und vergleichender Anatom. Er gilt als bedeutendster Vertreter einer romantisch-spekulativen Naturphilosophie schellingscher Prägung. Mit der Isis gab Oken über dreißig Jahre lang die erste fachübergreifende Zeitschrift im deutschsprachigen Raum heraus. Auf seine Initiative hin entstand die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte, die zum Vorbild für zahlreiche ähnliche Gesellschaften wurde. Okens dreizehnbändige Allgemeine Naturgeschichte für alle Stände trug zur wachsenden Popularisierung der Naturwissenschaften bei. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Oken“.
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Geboren: Lorenz Oken wird in Bohlsbach bei Offenburg geboren. Lorenz Oken war ein deutscher Naturforscher, Naturphilosoph und vergleichender Anatom. Er gilt als bedeutendster Vertreter einer romantisch-spekulativen Naturphilosophie schellingscher Prägung. Mit der Isis gab Oken über dreißig Jahre lang die erste fachübergreifende Zeitschrift im deutschsprachigen Raum heraus. Auf seine Initiative hin entstand die Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte, die zum Vorbild für zahlreiche ähnliche Gesellschaften wurde. Okens dreizehnbändige Allgemeine Naturgeschichte für alle Stände trug zur wachsenden Popularisierung der Naturwissenschaften bei. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Oken“.

Wissenschaft & Technik

2010

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19. bis 22. September Versammlung der GDNÄ in Dresden

1822

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Gründung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte

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