Gulag

Das Kürzel Gulag bezeichnet das Netz von Straf- und Arbeitslagern in der Sowjetunion, im weiteren Sinn steht es für die Gesamtheit des sowjetischen Zwangsarbeitssystems, das neben Lagern und Zwangsarbeitskolonien auch Sonderlager, Spezialgefängnisse, Zwangsarbeitspflichten ohne Haft sowie in nachstalinistischer Zeit ebenfalls einige psychiatrische Kliniken als Haftverbüßungsorte umfasste. Im weitesten Sinn ist das gesamte sowjetische Repressionssystem gemeint.

Gulag beziehungsweise GULag steht im Sprachgebrauch der sowjetischen Behörden für russischГлавное управление лагерей (abgekürzt ГУЛаг) Audio-Datei / Hörbeispielanhören?/i oder offiziell auch Главное управление исправительно-трудовых лагерей и колоний, transkribiertGlawnoje uprawlenije isprawitelno-trudowych lagereji kolonij, übersetzt „Hauptverwaltung der Besserungsarbeitslager und -kolonien“. Zunächst war diese Behörde der Geheimpolizei GPU der RSFSR zugeordnet. Nach Gründung der Sowjetunion 1922 wurde die politische Polizei nach dem sowjetrussischen Modell der GPU auf alle damaligen Unionsrepubliken ausgeweitet und 1923 in OGPU umbenannt. 1934 wurde die OGPU dem NKWD, dem sowjetischen Innenministerium, eingegliedert.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Ernst Nolte stirbt in Berlin. Ernst Nolte war ein deutscher Historiker und Philosoph. Insbesondere seine Studien zum europäischen Faschismus, die er in den 1960er Jahren vorlegte, waren einflussreich. Seine These von einem „kausalen Nexus“ zwischen den Verbrechen des Gulag-Systems in der Sowjetunion und dem Holocaust, der Vernichtung der europäischen Juden im Nationalsozialismus, löste 1986 den Historikerstreit aus.
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Gestorben: Semjon Samuilowitsch Wilenski stirbt in Moskau. Semjon Samuilowitsch Wilenski war ein russischer Schriftsteller und Herausgeber. Im Zentrum seines literarischen Schaffens und seiner Herausgebertätigkeit standen der totalitäre sowjetische Staat, die Gefangenen des Gulag und der Widerstand im Gulag.
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Gestorben: Alexander Issajewitsch Solschenizyn stirbt in Moskau. Alexander Issajewitsch Solschenizyn war ein russischer Schriftsteller, Dramatiker und Träger des Nobelpreises für Literatur. Sein Hauptwerk Der Archipel Gulag beschreibt detailliert die Verbrechen des stalinistischen Regimes bei der Verbannung und systematischen Ermordung von Millionen von Menschen im Gulag.
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Gestorben: John H. Noble stirbt in Dresden. John H. Noble war ein deutsch-amerikanischer Unternehmer. Er war Mitentwickler der Spiegelreflexkamera „Praktiflex“ in Dresden sowie Überlebender des Gulag.
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Gestorben: Nikolai Getman stirbt in Orjol. Nikolai Getman, war ein ukrainisch-russischer Maler. Er war von 1946 bis 1953 GULAG-Häftling und leistete Zwangsarbeit in Lagern, welche sich in Sibirien und an dem Fluss Kolyma befanden. Er überlebte die dort herrschenden unmenschlichen Arbeitsbedingungen dadurch, dass er Propagandabilder im Auftrag der Lageraufseher herstellte. Er ist einer der wenigen russischen Maler, denen eine künstlerische Verarbeitung des Themas GULAG trotz der Zensur durch die sowjetische Staatssicherheit gelang.

Politik & Weltgeschehen

Ereignisse > Politik und Weltgeschehen:
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Nikolai Iwanowitsch Jeschow, Chef des sowjetischen Geheimdiensts NKWD unterzeichnet den NKWD-Befehl Nr. 00447. Auf seiner Grundlage werden im Zeitraum von August bis November 1938 zirka 800.000 Personen erschossen oder in Lager des Gulag eingewiesen. Der Befehl ist die umfassendste aller so genannten Massenoperationen des Großen Terrors in der Sowjetunion. (30. Juli)

Interpretation

1942

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Michail Kozyrew „Die fünfte Reise Lemuel Gullivers“, 1936 entstanden und nach dem Tode des Autors im Gulag erst 1991 in russischer Sprache veröffentlicht, 2005 erstmals in deutscher Sprache (Persona Verlag, ISBN 3-924652-33-3). (Gullivers Reisen)

Rundfunk, Film & Fernsehen

2010

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Film: Verlorene Leben - Österreicherinnen im sowjetischen Gulag. (Anita Lackenberger)

2010

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Film: The Way Back -Der lange Weg ist ein US-amerikanisches Filmdrama aus dem Jahr 2010. Die Literaturverfilmung des Romans Der lange Weg: Meine Flucht aus dem Gulag von Sławomir Rawicz erzählt die Geschichte einer Gruppe Kriegsgefangener, die während des Zweiten Weltkrieges aus dem Gulag in Sibirien flieht und allen Widrigkeiten zum Trotz über die Mongolei nach Indien entkommt.

Stab:
Regie: Peter Weir
Drehbuch: Peter WeirKeith R. Clarke Sławomir Rawicz (Roman)
Produktion: Duncan Henderson Nigel Sinclair
Peter WeirJoni Levin
Musik: Burkhard von Dallwitz
Kamera: Russell Boyd
Schnitt: Lee Smith

Besetzung: Jim Sturgess, Colin Farrell, Ed Harris, Saoirse Ronan, Mark Strong, Alexandru Potocean, Sebastian Urzendowsky, Gustaf Skarsgård, Dragoș Bucur

1995

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Film: Die Straße - Gulag (Reihe „Stalins Spuren“) (Uwe Belz)

1985

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Film: Gulag (Hölle ohne Wiederkehr) (Malcolm McDowell)

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