Leben
Sein Vater war kriegsbedingt im heutigen Rumänien (
Siebenbürgen) stationiert, bald nach Gunthers Geburt kehrte die Familie in ihren Heimatort
Wien zurück. Seine Schulbildung erhielt er in Wien und in Innsbruck (bei späteren Besuchen in Hötting bei Innsbruck bezeichnete er sich gerne selber als halber Höttinger). Gunther Philipps Erfolge waren zuerst rein sportlich: Er hielt 14 Jahre lang den österreichischen Rekord im 100-Meter-
Brustschwimmen. Er war auch im Kader der österreichischen
Olympia-Mannschaft 1936 in Berlin, wurde allerdings aus politischen Gründen (er wollte dem nationalsozialistisch dominierten „Ersten Wiener Amateur Sport Club“ nicht beitreten) nicht nominiert.Während des
Zweiten Weltkriegs studierte Philipp am
Max-Reinhardt-Seminar Schauspiel und an der Universität Wien
Philosophie mit dem Hauptfach
Psychologie sowie anschließend
Medizin. 1943
promovierte Philipp und leistete seinen Kriegsdienst in einem Feldlazarett. Nach dem Krieg betrieb er eine Praxis in
Eberstalzell in
Oberösterreich und war bis in die 1990er-Jahre an der Wiener Universitätsklinik für
Neurologie und
Psychiatrie tätig.Im Jahr 1946 gründete er gemeinsam mit
Peter Wehle und
Fred Kraus die
Kabarettgruppe „Die kleinen Vier“. Ende 1949 gab Philipp seinen bürgerlichen Beruf weitgehend auf und arbeitete überwiegend als Schauspieler oder Moderator, behielt jedoch zeitlebens ein starkes Interesse an medizinischen Themen bei und las entsprechende Fachzeitschriften. Nebenher schrieb er auch unzählige Programme für das Radio und Drehbücher für den
Film. Erfolge feierte er auch am Theater als Boulevard-Schauspieler. Bekannt wurden seine Filme mit
Peter Alexander und
Hans Moser, die er durch seine spezifische Komik bereicherte.In den 1950er-Jahren gründete Philipp einen eigenen Motorsport-Rennstall und startete in der
Gran Turismo-Klasse. Er wurde in den 1960er-Jahren mehrmaliger österreichischer Staatsmeister. Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn moderierte er zusammen mit
Jochen Rindt (nach dessen Tod alleine) die
ORF-Sendung
Motorama.Gunther Philipp gehörte vor allem in den 1950er und 1960er Jahren zu den beliebtesten und meistbeschäftigten deutschsprachigen Schauspielern. Er wirkte in 147 Film- und
Fernsehrollen.Als Autor verfasste Philipp 21 Drehbücher.Er war viermal verheiratet, zuletzt mit der wesentlich jüngeren Arzttochter Gisela Kirchberg aus Köln, und ist Vater von drei Söhnen.Am 2. Oktober 2003 verstarb Gunther Philipp nach schwerer langjähriger Krankheit im Alter von 85 Jahren in einer Klinik in Bonn-Bad Godesberg. Sein Grab befindet sich auf dem
Melaten-Friedhof in
Köln, in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Schauspielerkollegen
Willy Birgel,
René Deltgen und
Gisela Uhlen.Nachdem er oft in der
Wachau Filme gedreht hatte, wurde ihm dort ein Museum eingerichtet – im Hotel Mariandl, dem Drehort von
Hofrat Geiger in
Spitz an der Donau in Niederösterreich.
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