Habilitation

Die Habilitation ist die höchstrangige Hochschulprüfung in Deutschland, Österreich, Frankreich, Liechtenstein, der Schweiz und einigen osteuropäischen Ländern, mit der im Rahmen eines akademischen Prüfungsverfahrens die Lehrbefähigung (lateinischfacultas docendi) in einem wissenschaftlichen Fach festgestellt wird. Die Anerkennung der Lehrbefähigung bildet die Voraussetzung für die zusätzliche Erteilung der Lehrberechtigung. Letztere wird auch Lehrerlaubnis, Lehrbefugnis oder venia legendi (aus dem Lateinischen für „Erlaubnis vorzulesen“ [= Vorlesungen zu halten, d. h. zu lehren]) genannt. Im Unterschied zur Lehrbefähigung ist sie oftmals an die Einhaltung regelmäßiger Lehrverpflichtungen gebunden. Mit der Habilitation soll geprüft werden, ob der Wissenschaftler sein Fach in voller Breite in Forschung und Lehre vertreten kann. An einigen Fakultäten wird nach erfolgreichem Abschluss des Habilitationsverfahrens lediglich die akademische Bezeichnung Privatdozent (PD oder Priv.-Doz.) verliehen, die dann einziges äußeres Erkennungsmerkmal der erworbenen Qualifikation ist. Zahlreiche Fakultäten verleihen jedoch zusätzlich den akademischen Grad eines habilitierten Doktors (Doctor habilitatus, kurz: Dr. habil.), welcher auch nach Beendigung der Lehrtätigkeit erhalten bleibt.

In Deutschland ist seit der Novelle des Hochschulrahmengesetzes 2002 die Habilitation im Unterschied zu früher nicht mehr die einzige Qualifikation für den Beruf des Hochschullehrers an wissenschaftlichen Hochschulen. Die Einstellungsvoraussetzungen für Professoren sind vielmehr an wissenschaftlichen Hochschulen „zusätzliche wissenschaftliche Leistungen“, die in verschiedenen institutionellen Rahmen – einer Habilitation, einer Juniorprofessur, Wissenschaftlichen Mitarbeiterstellen u. Ä. – erbracht werden können; für künstlerische und Fachhochschulen gelten entsprechende Anforderungen (vgl. die jeweiligen Hochschulgesetze der Länder).

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Karl Dietrich Bracher stirbt in Bonn. Karl Dietrich Bracher war ein deutscher Politikwissenschaftler und Historiker. Er lehrte zunächst an der Freien Universität Berlin und war von 1959 bis 1987 Lehrstuhlinhaber für Wissenschaft von der Politik und Zeitgeschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Er trat wissenschaftlich vor allem als Totalitarismus- und Demokratieforscher hervor. In Bonn baute er das Seminar für Politische Wissenschaft auf. Bei ihm promovierten und habilitierten sich mehr als 130 Schüler; viele Beobachter sprechen von einer „Bonner Schule“. Bracher war zudem von 1965 bis 1967 Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft und Mitherausgeber fachwissenschaftlicher Periodika. Er erhielt für seinen herausragenden Beitrag zur deutschen Politikwissenschaft zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen wie das Bundesverdienstkreuz und den Pour le Mérite und war Gastprofessor im Ausland.
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Gestorben: Otto Graff (Zoologe) stirbt in Braunschweig. Otto Emil Wilhelm Graff war ein deutscher Zoologe und Bodenkundler. Er war von 1949 bis 1980 in der damaligen Forschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig-Völkenrode (heute Johann Heinrich von Thünen-Institut) beschäftigt. Sein Hauptarbeitsgebiet war die Ökologie der Bodentiere von landwirtschaftlich genutzten Böden. Im Vordergrund standen dabei die Humuswirtschaft und die Ökologie der Regenwürmer. Nach seiner Habilitation im Fachbereich Agrarwissenschaften der Justus-Liebig-Universität Gießen war er in Gießen auch als Hochschullehrer tätig.
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Gestorben: Helmut Thomä stirbt. Helmut Thomä war ein deutscher Arzt, Psychoanalytiker und Hochschullehrer. Mit seiner Habilitation 1961 an der Universität Heidelberg erhielt er als erster Deutscher die Venia legendi für Psychosomatische Medizin und Psychoanalyse. Gemeinsam mit Horst Kächele schrieb er ein bedeutendes Lehrbuch der Psychoanalyse. Er lebte zuletzt in Leipzig.
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Gestorben: Joachim S. Hohmann stirbt in Wickers. Joachim Stephan Hohmann war ein deutscher Schriftsteller, Pädagoge, Soziologe, Lyriker und habilitierterHochschullehrer. Einen Namen machte er sich u.a. mit wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu den Themen Homosexualität, Tsiganologie, Vorurteilsforschung, Gerontologie, Jugendforschung, Musiksoziologie und Geschichte des Deutschunterrichts. Außerdem gründete er im Verlag Peter Lang die Schriftenreihen „Beiträge zur Geschichte des Deutschunterrichts“ und „Studien zur Tsiganologie und Folkloristik“.
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Gestorben: Clara Redlich stirbt in Hannover. Clara Redlich war eine deutsche Prähistorikerin und die erste Frau, die sich in Deutschland in diesem Fach habilitierte.

Forschung/Lehre

1969

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Habilitation an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Philosophische Fakultät (Karl Kaiser)

Schriften

1986

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Werner Fritz: Möglichkeiten und Grenzen der enzymhistotopochemisch-bioptischen Diagnostik der kongenitalen intestinalen Aganglionose (Morbus Hirschsprung). Habilitationsschrift, Martin-Luther-Universität Halle

1970

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Gemeinwirtschaftlichkeit als Ordnungsprinzip: Grundlegung einer Theorie gemeinnütziger Unternehmen. Verlag Duncker und Humblot, Berlin, Habil. (Theo Thiemeyer)

1962

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Gerald Leutert: Über die histologische Biomorphose der menschlichen Stimmlippen. Habilitation, Universität Leipzig

1951

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Die Psychotherapie bei schizophrenen Prozessen, Erfahrungen und Probleme. Habilitationsschrift, Humboldt-Universität zu Berlin (Dietfried Müller-Hegemann)

1950

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Walter Kirsche: Die regenerativen Vorgänge am Rückenmark erwachsener Teleostier nach operativer Kontinuitätstrennung. Habilitationsschrift, Humboldt-Universität zu Berlin

Graduierung

1991

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Habilitation (Dr. phil. habil.), Anerkennung Promotion B, Universität Leipzig (Michael Röhr)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

2006

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Werk > Vorträge: Erziehung zum Gebet. Das Gebet als Thema einer pluralitätsfähigen Religionspädagogik. Vortrag im Rahmen des Habilitationsverfahrens, München 27. Januar (Traugott Roser)

2005

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Werk: Visual computing for medicine, Habilitationsschrift (Dirk Bartz)

1984

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Wissenschaftliche Laufbahn: Habilitation für das Fach Soziologie mit Studien zu Gewerkschaften und Lohndynamik (Rudi Schmiede)

1984

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Publikation: Bernd Freitag: Experimentelle Untersuchungen zur vaskulären Dopaminwirkung an isolierten arteriellen Gefässen. Habilitationsschrift, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

1973

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Werk: Militär und Sozialismus in der Dritten Welt. Allgemeine Theorien und Regionalstudien über arabische Länder. Frankfurt am Main: Suhrkamp (zugleich Habilitationsschrift, Universität Hamburg). ISBN 3518106317 (Bassam Tibi)

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