Hagia Sophia

Die Hagia Sophia (vom griechischenἉγία Σοφία „heilige Weisheit“; türkischAyasofya) oder Sophienkirche ist eine ehemalige byzantinische Kirche, die später eine Moschee wurde und heute als Museum (Ayasofya Camii Müzesi, „Hagia-Sophia-Moschee-Museum“) genutzt wird. Sie befindet sich in Eminönü, einem Stadtteil im europäischen Teil Istanbuls. Nach dem Niederbrennen zweier Vorläuferbauten verfolgte Kaiser Justinian mit dem Bau einer Kuppelbasilika im 6. Jahrhundert n. Chr. ein besonders ambitioniertes baupolitisches Programm. Sie ist dabei nicht nur die letzte der spätantiken Großkirchen, die seit Konstantin dem Großen im Römischen Reich errichtet wurden, sondern gilt in ihrer architektonischen Einzigartigkeit oft als eine Kirche ohne Vorbilder und ohne Nachahmung. Die Kuppel der Hagia Sophia bleibt mit 32 Metern Spannweite bis zum heutigen Tage die größte über nur vier Tragepunkten errichtete Kuppel der Architekturgeschichte und gilt mit der gigantischen Umsetzung und ihrer besonderen Harmonie und Proportionen als eines der bedeutendsten Gebäude aller Zeiten. Als letztes großes und bei Weitem bedeutendstes Bauwerk der frühbyzantinischen Architektur und Kunst der Spätantike brachte sie zugleich ein neues Paradigma des Kirchenbaus hervor, das teils im Gegensatz zu seinen älteren Vorläufern stand und in der Folge einen der Grundpfeiler der christlichen Baukunst bilden sollte, der die Sakralarchitektur in Ost und West nachhaltig beeinflusst hat. Die Hagia Sophia war die Kathedrale Konstantinopels, Hauptkirche des Byzantinischen Reiches sowie religiöser Mittelpunkt der Orthodoxie und ist heute ein Wahrzeichen Istanbuls.

Als Krönungskirche der byzantinischen Kaiser (seit 641), als Kathedrale des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel und Ort wichtiger historischer Geschehnisse ist die Hagia Sophia in besonderer Weise mit der byzantinischen Geschichte sowie allgemein als universell gedachte Modellkirche der Hauptstadt der christlichen Oikumene, Konstantinopel, mit der Ideengeschichte des Christentums verbunden. Geplant als Bau von universeller Bedeutung, blieb sie über die Zeit des Mittelalters auch ein universelles christlich-spirituelles Zentrum. Auf der rechten Seite des Naos symbolisiert das Omphalion daher auch die Mitte der Erde, den sprichwörtlichen „Nabel der Welt“. Ihr Bau und ihre Symbolkraft waren aber insbesondere für die orthodoxe Christenheit und das Reich von außerordentlicher Bedeutung. Daher gilt sie den meisten orthodoxen Christen noch heute als großes Heiligtum.

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Byzantinisches Reich/Osmanisches Reich

1453

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Konstantinopel wird neue Hauptstadt des Osmanischen Reiches, die Hagia Sophia zur Moschee und ist seitdem nicht nur architektonisches Vorbild aller orthodoxen Kirchen, sondern auch aller türkischen Moscheen.

Geboren & Gestorben

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Gestorben: Feridun Dirimtekin stirbt. Feridun Dirimtekin war Berufssoldat, ziviler Lehrer an einer Militärakademie und war zuletzt nach verschiedenen Tätigkeiten im kommunalen und zivilen gesellschaftlichen Bereich von 1955 bis 1971 Direktor des Istanbuler Museums der Hagia Sophia. Er legte zahlreiche Untersuchungen zur Geschichte Istanbuls vor.

1894

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Geboren: Feridun Dirimtekin wird in Istanbul geboren. Feridun Dirimtekin war Berufssoldat, ziviler Lehrer an einer Militärakademie und war zuletzt nach verschiedenen Tätigkeiten im kommunalen und zivilen gesellschaftlichen Bereich von 1955 bis 1971 Direktor des Istanbuler Museums der Hagia Sophia. Er legte zahlreiche Untersuchungen zur Geschichte Istanbuls vor.

Ereignisse

532 n. Chr.

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532 bis 537: Die Hagia Sophia wird als damals größter Kuppelbau in Konstantinopel errichtet. (6. Jahrhundert)

404 n. Chr.

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Arsacius von Tarsus wird Metropolit von Konstantinopel nach der Absetzung des Johannes Chrysostomos; in diesem Zusammenhang war es in der Stadt zu Unruhen durch Anhänger des Chrysostomos gekommen, in deren Verlauf auch der Vorgängerbau der Hagia Sophia zerstört wurde.

Bemerkenswertes

Exponierte Ereignisse:
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In Konstantinopel wird im Beisein des Kaisers Justinian I. die Hagia Sophia eingeweiht.

Natur & Umwelt

553 n. Chr.

Katastrophen:
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Bei einem Erdbeben in Konstantinopel stürzt die Kuppel der Hagia Sophia ein.

Kunst & Kultur

Religion & Kultur:
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Die Kuppel der Hagia Sophia in Konstantinopel stürzt ein. Kaiser Justinian I. veranlasst umgehend den Wiederaufbau.
Kultur & Religion:
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Der Bau der Hagia Sophia in Konstantinopel wird fertiggestellt und die Basilika eingeweiht.

532 n. Chr.

Kultur, Wissenschaft & Technik:
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Die während des Nika-Aufstandes zerstörte Hagia Sophia wird in der Folgezeit völlig neu errichtet (letzter bedeutender Monumentalbau der Antike).

360 n. Chr.

Religion & Kultur:
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Der Bau der ersten Hagia Sophia wird vollendet.

Religion

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Der päpstliche Gesandte Humbert von Silva Candida legt eine Bannbulle für Patriarch Michael I. in der Hagia Sophia in Konstantinopel nieder. Die führt zum Morgenländisches Schisma, der Spaltung des Christentums in orthodoxe und katholische Kirche), als Endpunkt einer jahrhundertelangen Entwicklung, in der sich Ost- und Westhälfte des ehemaligen römischen Reiches in politischer und kultureller Hinsicht immer mehr auseinandergelebt hatten.

563 n. Chr.

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Erneute Weihe der Hagia Sophia durch Kaiser Justinian I. nach dem Wiederaufbau der zerstörten Kuppel.

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