Hainburg an der Donau

Hainburg a.d. Donau
Wappensterreichkarte
Wappen von Hainburg a.d. Donau
Basisdaten
Staat:sterreich
Bundesland:Niedersterreich
Politischer Bezirk:Bruck an der Leitha
Kfz-Kennzeichen:BL
Flche:25,02km
Koordinaten:489?N, 1657?OKoordinaten:488?52?N, 1656?31?O
Hhe:161m.A.
Einwohner:6.519 (1.Jn. 2017)
Postleitzahl:2410
Vorwahl:02165
Gemeindekennziffer:30710
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptplatz 23
2410Hainburg a.d. Donau
Website:www.hainburg.at
Politik
Brgermeister:Helmut Schmid (ab 9. Mai 2016) (VP)
Gemeinderat: (2015)
(29 Mitglieder)
18
7
3
1
18731
Von 29 Sitzen entfallen auf:ÖVP: 18SPÖ: 7FPÖ: 3EQUAL: 1
Lage der Stadt Hainburg a.d. Donau im Bezirk Bruck an der Leitha
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Hainburg an der Donau ist eine Stadtgemeinde im Bezirk Bruck an der Leitha in Niederösterreich mit 6519 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017).



Inhaltsverzeichnis



Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Hainburg liegt an der Donau zwischen Wien und Bratislava im Industrieviertel in Niederösterreich in unmittelbarer Nähe zur slowakischen Grenze und ist die östlichste Stadt Österreichs. Hainburg liegt auch zwischen der geografischen Grenze der Karpaten (zu denen noch der Braunsberg zählt) im Osten und der Donau im Norden.

Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 25,02 km², 45,87 % der Fläche sind bewaldet.



Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Hainburg an der Donau um 1900
Hainburg um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Die erste Besiedlung geht zumindest auf die Kelten auf dem Braunsberg zurück. Allerdings gibt es Hinweise auf eine frühere Besiedlung durch die Urnenfelderkultur oder zur Hallstattzeit aufgrund der strategisch hervorragenden Lage. Das heutige Stadtgebiet lag im Einzugsgebiet von Carnuntum, der Hauptstadt der römischen Provinz Pannonien, in der zeitweilig auch Mark Aurel residierte.

Die erste schriftliche Nennung erfolgte im Nibelungenlied im Zusammenhang mit Rüdiger von Bechelaren.

Kaiser Heinrich III. verfügte um 1050, auf dem Schlossberg die Heimenburg zu bauen. Erbaut wurde sie schließlich von Bischof Gebhard III. von Regensburg, Herzog Konrad I. von Bayern und Markgraf Adalbert dem Siegreichen.

Mit seinen 2,5 km langen Stadtmauern, drei erhaltenen Toren und 15 Türmen aus dem 13. Jahrhundert besitzt Hainburg eine der ältesten und am besten erhaltenen Stadtbefestigungen Europas.

1108 kam die Burg in den Besitz der Babenberger. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde die Burg durch das Lösegeld für Richard Löwenherz erweitert. Um 1220–1225 wurde die Befestigungsanlage noch verstärkt. Unter anderem wurde das Wienertor und damit das größte mittelalterliche Stadttor Europas gebaut. Der untere Teil wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts gebaut, der obere Teil 1267/1268 durch Ottokar II. von Böhmen.

Am 11. Februar 1252 heiratete die Schwester des letzten Babenberger Herzogs Friedrich II., Margarethe von Babenberg, in der Burgkapelle auf dem Schlossberg den Markgrafen von Mähren und späteren König von Böhmen Ottokar II.

1278 verlor Ottokar die Schlacht von Dürnkrut. Die Burg kam in den Besitz der Habsburger. Diese verpfändeten die Burg an verschiedene Besitzer. Die Stadt wurde vernachlässigt und verlor dadurch an Bedeutung. Die Burg ging 1629 in den Besitz der Stadt über.

Am 11. Juli 1683 wurde im „zweiten osmanischen Feldzug“ (Großer Türkenkrieg) die Stadt eingenommen und gänzlich zerstört, die Burganlage und Befestigungsanlagen erlitten starke Schäden. Die Bevölkerung versuchte durch das Fischertor in die Donauauen zu fliehen, die Torflügel konnten jedoch nicht rechtzeitig geöffnet werden. In der engen Gasse vor dem Fischertor kam es zu einer Massenpanik und einem Gemetzel. Der Überlieferung nach starben über 8000 Menschen, fast die gesamte Stadtbevölkerung. Einer der wenigen Überlebenden war der Wagnergeselle Thomas Haydn, Großvater von Joseph und Michael Haydn.

1709 setzte Graf Löwenberg die Burgkapelle instand. 1784 siedelte Joseph II. durch das Tabakpatent in der Stadt eine Tabakmanufaktur an und begründet damit die Tabakverarbeitung in Hainburg, wo bis 2011 Zigaretten und Rauchtabak erzeugt wurden. Damit wurde die Stadt nahezu neu besiedelt.

Im 19. Jahrhundert wurde Hainburg auch zur Garnisonsstadt, in der Offiziersanwärter ausgebildet werden. 1918 wurde die Stadt nach dem Ersten Weltkrieg zur östlichsten Stadt Österreichs.

Im Zweiten Weltkrieg blieb die Stadt nahezu verschont von Angriffen. 1945 führte der Todesmarsch der ungarischen Juden, die als Zwangsarbeiter zum Bau des Südostwalls eingezogen worden waren, durch Hainburg.

Nach dem Krieg bildete die Tabakfabrik praktisch eine der wenigen Einnahmequellen für die neue Republik (1945 wurde mehr als die Hälfte der Steuereinnahmen durch die Tabaksteuer bestritten). Obwohl von der Sowjetarmee besetzt, wurde Hainburg auch erste Anlaufstelle für die deutschsprachige Bevölkerung in der Slowakei und Ungarn.

In den 1960er Jahren wurde eine Aussichtsstraße auf den Braunsberg gebaut, der ab diesem Zeitpunkt zur Aussichtswarte „Eiserner Vorhang“ wurde. Ab 1975 wurde die alte Burganlage sukzessiv wieder aufgebaut.

1984 wollte die damalige DOKW (heute Teil des Verbund-Konzerns) ein Kraftwerk in der Hainburger Au auf der nördlichen Seite der Donau errichten. Die Proteste waren so massiv, dass nach der Besetzung der Hainburger Au und einer Auseinandersetzung mit den Einsatzkräften der Gendarmerie die Bundesregierung das Projekt schließlich zurückzog. Heute ist das Gebiet Teil des Nationalparks Donau-Auen.

Seit 2009 ist die Stadt auch an den öffentlichen Personennahverkehr der Stadt Bratislava (Dopravný podnik Bratislava) angeschlossen. Die Linie 901 verkehrt auf der Relation Bratislava – Wolfsthal – Hainburg.



Bevlkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da sich die Grundstückspreise in Bratislava in den 2000er Jahren sehr stark erhöht haben, ziehen viele Slowaken in das nicht weit entfernte Hainburg, dessen Einwohnerentwicklung vorher eher negativ war.



Kultur und Sehenswrdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Stadtpfarrkirche
Evangelische Martin-Luther-Kirche
  • Katholische Stadtpfarrkirche Hll. Philippus und Jakobus
  • Evangelische Martin-Luther-Kirche
  • Mariensule: 1749 errichtet, eine der schnsten Rokokosulen sterreichs
  • Anger: ehemaliges Dorfzentrum aus dem 11. Jahrhundert, mit Karner (ehemalige Friedhofskapelle, um 1220), Lichtsule, Pfarrhof und Pranger
  • Burganlage am Schlossberg in Hainburg: mittelalterliche Stadtbefestigung von europischem Rang mit 2,5km langer Stadtmauer, drei Toren und 15 Trmen des 13. Jahrhunderts. Die Burganlage ist eine der ltesten und am besten erhaltenen Stadtbefestigungen in Europa:
    • Wienertor: sdwestliches Stadttor um 1235, berbauung um 1280; grtes erhaltenes mittelalterliches Stadttor Europas (siehe Weblinks)
    • Ungartor: stliches und ltestes Stadttor, um 1230; viergeschossiger Torturm einschlielich Zinnenplattform
    • Fischertor: nordwestliches Tor zur Donau (Name) um 1280, viergeschossiger Torturm, Umbauten im 15. und 16. Jahrhundert
    • Halterturm: quadratischer fnfgeschossiger Turm mit Zinnenplattform, hchster Turm der Stadtmauer, 13. Jahrhundert
    • Gtzenturm: achteckiger Wasserturm aus dem 14. Jahrhundert
    • Heimenburg
    • Schlossberg
  • Nationalpark Donau-Auen: Der Nationalpark ist aus der Besetzung der Hainburger Au 1984 gegen den Bau eines Kraftwerkes vor Ort hervorgegangen.
Bahnhof Hainburg Kulturfabrik (ehem. Frachtenbahnhof)
Zug beim Personenbahnhof Hainburg mit Braunsberg (2012)
Veranstaltungen
  • Burgspiele Hainburg: jhrlich im Sommer/Herbst im alten Personenbahnhof


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 29 Mitglieder.

  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niedersterreich 1990 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 12 SP, 11 VP, 5?, und 1 KP.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niedersterreich 1995 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 13 SP, 10 VP, 3 FP, 2 BLH, und 1 KP.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niedersterreich 2000 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 SP, 7 VP, 4 BLH (Brgerliste Hainburg), 3 FP, und 1 KP.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niedersterreich 2005 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 11 SP, 10 VP, 4 berparteiliche Brgerliste Hainburg (BLH), 3 Hainburger Initiative, und 1 FP.
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niedersterreich 2010 hatte der Gemeinderat folgende Verteilung: 14 VP, 9 SP, 3 Liste Hainburg (LH), 2 FP, und 1 Wir fr die Hainburger Bevlkerung (WFH).
  • Mit den Gemeinderatswahlen in Niedersterreich 2015 hat der Gemeinderat folgende Verteilung: 18 VP, 7 SP, 3 FP, und 1 EQUAL.
Brgermeister
  • bis 2005 Raimund Holcik (SP)
  • 2005?2013 Karl Kindl (VP)
  • 2014?2016 Josef Zeitelhofer (VP)
  • seit 2016 Helmut Schmid (VP)


Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: ?In Blau auf einem grnen Schildfu in natrlicher Farbgebung ein goldener schreitender rcksehender Lwe mit erhobener rechter Pranke, hinter diesem links aus dem Schildfu wachsend ein silberner, schwarz gefugter, gezinnter Butterfassturm mit geschlossenem steingefassten Portal im Unterbau und schwarzem Fenster ber zwei ebensolchen Rundffnungen im Aufsatz.?


Stdtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nieder-Roden in Hessen, Deutschland: Seit 1975 besteht die Stdtepartnerschaft mit der damals selbstndigen Gemeinde Nieder-Roden, die 1977 im Zuge der hessischen Gebietsreform ein Teil der Stadt Rodgau wurde.
  • ?amorn (Slowakei), seit 14. Juni 2008


Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 242, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 29. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 2.512. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 45,07 %. 2003 gab es im Ort im Jahresdurchschnitt 70 Arbeitslose.

Mitte November 2015 kam es zu einer Kontamination des Trinkwassersystem mit Bakterien (coliforme Keime und Enterokokken), sodass das Wasser für Trinkwasserzwecke für mehrere Tage 3 Minuten abgekocht werden musste und das Leitungsnetz mittels starker Chlorung desinfiziert werden musste. Als Ursachen kommt ein Rohrbruch oder Umbauarbeiten an einem Hochbehälter in Frage.



Persnlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Shne und Tchter der Gemeinde


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ?Teures Bratislava, billiges Hainburg auf ORF N vom 4. August 2007, abgerufen am 6. Juni 2009.
  2. ?Hainburgs Brgermeister Karl Kindl ist verstorben Der Glckel, 29. Dezember 2013
  3. ?http://noe.orf.at/news/stories/2743044/ Hainburg mehrere Tage ohne Trinkwasser, orf.at 19. November 2015, abgerufen 19. November 2015.

Blick auf Hainburg an der Donau um 1900
Bild: AleXXw
Lizenz: CC-BY-SA-4.0

Hainburg um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)
Bild: AleXXw
Lizenz: CC-BY-SA-4.0

Katholische Stadtpfarrkirche
Bild: AleXXw
Lizenz: CC-BY-SA-4.0

Evangelische Martin-Luther-Kirche
Bild: AleXXw
Lizenz: CC-BY-SA-4.0

Bahnhof Hainburg Kulturfabrik (ehem. Frachtenbahnhof)
Bild: AleXXw
Lizenz: CC-BY-SA-4.0

Zug beim Personenbahnhof Hainburg mit Braunsberg (2012)
Bild: AleXXw
Lizenz: CC-BY-SA-4.0

Hainburg an der Donau ist eine Stadtgemeinde im Bezirk Bruck an der Leitha in Niederösterreich mit 6519 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2017).

mehr zu "Hainburg an der Donau" in der Wikipedia: Hainburg an der Donau

Geboren & Gestorben

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Gestorben: Leopold Weiss (Politiker) stirbt in Hainburg. Leopold Weiss war ein österreichischer Politiker (ÖVP) und Landwirt. Weiss war von 1954 bis 1969 Abgeordneter zum Landtag von Niederösterreich.
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Geboren: Rainer Predl wird in Hainburg an der Donau geboren. Rainer Predl ist ein österreichischer Ultraläufer.
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Geboren: Patrick Tischler wird in Hainburg an der Donau geboren. Patrick Tischler ist ein österreichischer Fußballtorwart, der beim FC Admira Wacker Mödling in der österreichischen Bundesliga unter Vertrag steht.
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Geboren: Benjamin Steuer wird in Hainburg an der Donau geboren. Benjamin Steuer ist ein österreichischer Fußballschiedsrichter. Er ist Mitglied des burgenländischen Fußballverbandes und gehört dem burgenländischen Schiedsrichterkollegium (Schiedsrichtergruppe Nord) an.
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Gestorben: Engelbert Broda stirbt in Hainburg an der Donau. Engelbert Broda war ein österreichischer Physiker und Chemiker.

Wetterlage > Abschätzung der Jährlichkeit

1954

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Hochwassermarken Hainburg an der Donau? NÖ: 2002 50? cm über (Hochwasser in Mitteleuropa 2002)

Städtepartnerschaften

2008

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?? amorín (Slowakei), seit 14. Juni

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