Hammond-Orgel

Die Hammond-Orgel (auch kurz Hammond) ist eine nach ihrem Erfinder Laurens Hammond benannte elektromechanische Orgel.

Ursprünglich als Ersatz für die Pfeifenorgel gedacht, wurde sie über den Einsatz als Unterhaltungsinstrument zum Instrument des Jazz; als preisgünstiger Ersatz für Pfeifenorgeln in nordamerikanischen Kirchen wurde begonnen, sie in der Gospel-Musik zu verwenden. Von dort breitete sich die Hammond-Orgel in Rock, Rhythm and Blues, Soul, Funk, Ska, Reggae, Fusion aus. Als vollwertiger Ersatz für Pfeifenorgeln konnte sich die Hammondorgel jedoch nicht etablieren.



Geschichte




Laurens Hammond, selbst kein Musiker, erfand um 1920 für von ihm produzierte Uhren einen Wechselstrom-Synchronmotor. Von 1932 an suchte er weitere Anwendungsmöglichkeiten für diesen Motor. Durch den Boom von Theater- und Kinoorgeln und angeregt von einem Firmenmitarbeiter, der Organist einer Kirchgemeinde war, kam ihm 1933 die Idee zur Konstruktion des Tonerzeugungsprinzips der Hammond-Orgel. Zahlreiche Experimente mit einem Klavier führten dazu, dass er am 19. Januar 1934 für dieses Instrument ein Patent beantragte. Am 24. April 1934 wurde ihm vom US-Patentamt in Washington, D.C. das Patent für den packing box prototype unter dem Namen Electrical Musical Instrument zugesprochen (US-Patent 1.956.350.) Die Orgel wurde am 15. April 1935 vom Organisten Pietro Yon bei einer Pressevorführung in der New Yorker St.-Patrick-Kathedrale der Öffentlichkeit vorgestellt. Henry Ford erteilte kurz darauf einen Auftrag über sechs Orgeln. Weitere prominente Besteller waren George Gershwin und Count Basie. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Orgel zu einem für bestimmte Musikstile charakteristischen Instrument vor allem in Verbindung mit dem Leslie Lautsprecher-Kabinett, einer Lautsprecherbox, bei der der Klang mittels rotierender Reflektoren einen schwebenden Effekt erhält (erfunden von Donald Leslie). Seit 1936 wurde das Instrument erfolgreich in Deutschland und anderen Ländern in Europa angeboten in Konkurrenz zu Edwin Weltes letztendlich erfolgloser Lichttonorgel.

Technik




Die Tonerzeugung der Hammond-Orgel beginnt im sogenannten Generator. Dabei rotieren stählerne Tonräder („Tonewheel“) mit einem gewellten Rand vor elektromagnetischen Tonabnehmern (Permanent-Stabmagnete in Spulen). Durch die Wellenform entfernt und nähert sich der Rand des Rades periodisch dem Permanentmagneten. Dieses ändert den magnetischen Fluss, wodurch in der Spule eine Wechselspannung induziert wird. Auf Grund der Formgebung der Zähne ergibt sich eine sinusähnliche Schwingung. Diese wird durch eine Filterschaltung weiter geglättet, so dass eine fast ideale Sinusform entsteht. Die erzeugten Wechselspannungen in der Größenordnung von einigen Millivolt werden dann durch die Manuale, die Zugriegel und den Scanner (Vibrato- und Chorusschaltung) geleitet. Am Ende der Verarbeitungskette liegt eine Verstärkerstufe, die das Tonsignal so weit verstärkt, dass ein Lautsprecher angesteuert werden kann.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Marc Moulin stirbt. Marc Moulin war ein belgischer Jazz- und Fusionmusiker (Piano, Hammondorgel, Keyboards, Synthesizer), Musikproduzent und Autor. Er gehörte zu den Pionieren des Electro Jazz.
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Gestorben: Jimmy McGriff stirbt in Philadelphia, Pennsylvania. James Harrell „Jimmy“ McGriff war ein amerikanischer Blues-, Soul- und Jazz-Organist (Hammond-Orgel) , der aber auch zeitweise Rhythm and Blues, Disco, Funk und anderen Stilen nachging.
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Gestorben: Billy Preston stirbt in Scottsdale, Arizona. Billy Preston war ein US-amerikanischer Soulmusiker, Pianist und Hammond-Orgel-Spieler.
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Gestorben: Georges Arvanitas stirbt in der Region Paris. Georges Arvanitas war ein französischer Jazz-Pianist und Hammond-Orgel-Spieler.
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Gestorben: Donald Leslie stirbt in Altadena, Kalifornien. Donald Leslie entwickelte und produzierte den nach ihm benannten Leslie-Lautsprecher, einen Rotationslautsprecher, der den Klang der Hammondorgel erweiterte und in der Popularmusik etablierte.

Ereignisse > Wirtschaft

1934

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Laurens Hammond erhält vom US-Patentamt unter dem Namen Electrical Musical Instrument ein Patent für die von ihm entwickelte elektronische Orgel – die Hammond-Orgel. (24. April)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

2004

Werk > Veröffentlichungen:
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Les murmures d'une orchidée solitaire für zwei Guqin, Chinesische Flöten, Hammond-Orgel, Harfe, Violine und Violoncello (Fabien Lévy)

Mitglieder

2005

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Mick Schauer (Orgel/Keyboards) seit "Robot Hive/Exodus" (Clutch (Band))

Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

1999

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Gründung: After Hours ist eine Jazz-, Soul- und Bluesformation aus Hannover, bestehend aus Stephan Abel (Saxophon), Hervé Jeanne (Kontrabass), Lutz Krajenski (Hammond-Orgel, Klavier) und Matthias „Maze“ Meusel (Schlagzeug), die seit etwa 1999 existiert.

1981

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Gründung: SpringtOifel ist eine 1981 gegründete und vom Punkrock der 70er beeinflusste Mainzer Oi!-Band. Neben der klassischen Instrumentierung (E-Gitarre, Bass, Schlagzeug) nutzte die Band von Beginn an die Hammond-Orgel und greift auch auf Einflüsse sowohl des Ska als auch szenefremder Musikrichtungen wie Tango, Bossa Nova und Volksmusik zurück. Vielen in der Szene nachfolgenden Bands diente SpringtOifel, oft als „StOi“ abgekürzt, als Vorbild und Wegbereiter. So hatten heute in der Szene bekannte deutsche Bands, wie zu Beispiel Broilers, Loikaemie, 4 Promille, Volxsturm und viele andere, ihre ersten Konzerte vor großem Publikum im Vorprogramm der SpringtOifel.

1976

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Auflösung: Deep Purple ist eine im April 1968 gegründete englische Rockband. Mit ihrem Stil, der vom Klang der Hammond-Orgel, markanten Gitarrenriffs, Improvisation und treibender Rhythmusarbeit geprägt ist, zählt sie zu den ersten und einflussreichsten Vertretern des Hard Rock und des Heavy Metal. Das Guinness-Buch der Rekorde verzeichnete Deep Purple 1975 dank ihrer 10.000 Watt starken Marshall-PA-Anlage, die bis zu 117? dB erreichte, als „lauteste Popgruppe der Welt“ (Loudest Pop Group).

1968

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Gründung: Deep Purple ist eine im April 1968 gegründete englische Rockband. Mit ihrem Stil, der vom Klang der Hammond-Orgel, markanten Gitarrenriffs, Improvisation und treibender Rhythmusarbeit geprägt ist, zählt sie zu den ersten und einflussreichsten Vertretern des Hard Rock und des Heavy Metal. Das Guinness-Buch der Rekorde verzeichnete Deep Purple 1975 dank ihrer 10.000 Watt starken Marshall-PA-Anlage, die bis zu 117? dB erreichte, als „lauteste Popgruppe der Welt“ (Loudest Pop Group).

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