Hegemonie

Unter Hegemonie (von altgriechischἡγεμονίαhēgemonía ‚ Heerführung, Hegemonie, Oberbefehl‘; dieses von ἡγεμώνhēgemṓn ‚ Führer, Anführer‘) versteht man die Vorherrschaft oder Überlegenheit einer Institution, eines Staates, einer Organisation oder eines ähnlichen Akteurs in politischer, militärischer, wirtschaftlicher, religiöser und/oder kultureller Hinsicht. Gegenüber einem Hegemonen, dem Machthaber in der Hegemonie, haben andere Akteure in einem sozialen System nur eingeschränkte Möglichkeiten, ihre eigenen Vorstellungen und Interessen praktisch durchzusetzen. Die theoretische/juristische Möglichkeit dazu mag zwar gegeben sein, doch die Umsetzung scheitert meist an den Einflussmöglichkeiten und der Übermacht des Hegemons.

Das dem Substantiv Hegemonie zugehörige Adjektiv heißt hegemonial, dessen Gegenteil antihegemonial.

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Geboren & Gestorben

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Geboren: William Kristol wird in New York City geboren. William „Bill“ Kristol, Sohn von Irving Kristol und dessen Gattin Gertrude Himmelfarb, ist ein US-amerikanischer politischer Kommentator, Kolumnist und Politiker. Er wird, wie sein Vater, zu den bedeutendsten Protagonisten des Neokonservatismus in den USA gezählt. Kristol setzt sich leidenschaftlich für Israel ein und plädiert für die militärisch gestützte Hegemonie der USA weltweit sowie für die umfassende Revision des Völkerrechts (s. Neue Weltordnung). Bereits seit 1991 sprach er sich vehement für die Entmachtung Saddam Husseins aus, den er - wie er im Gespräch mit Charles Krauthammer offenbarte - lieber tot als interniert gesehen hätte.
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Geboren: Raewyn Connell wird geboren. Raewyn Connell, ist eine australische Soziologin, die sich kritisch mit Kultur, Medien („ruling class - ruling culture“) und politischer Herrschaft beschäftigt und sich zunehmend auf Geschlechterforschung spezialisiert hat. Raewyn Connell ist Professorin für Erziehungswissenschaft an der Universität von Sydney. Sie ist eine der bedeutendsten Wissenschaftlerinnen auf dem Gebiet der „kritischen Männerforschung“. Sie hat einen emanzipatorischen Ansatz und verwendet Theorien und Konzepte der feministischen Geschlechterforschung, um die Situation von Männern in unserer Gesellschaft zu analysieren. Ihr bekanntester und grundlegendster Beitrag zur Männerforschung ist das Konzept einer hegemonialen Männlichkeit.
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Geboren: Jean-Marie Brohm wird in Mülhausen, Elsass geboren. Jean-Marie Brohm ist ein französischer Sportsoziologe sowie Sportwissenschaftler, Anthropologe und Philosoph. Mit seiner Zeitschrift Quel Corps?, die von 1975 bis 1997 erschien, hat er jahrzehntelang die internationale Diskussion um die gesellschaftliche Verantwortung des Sports als ein Symbol für den Körper geprägt; er sieht eine politische Beeinflussung der Gesellschaft durch den Sport im Sinne einer dominanten Hegemonie. Während der Studentenrevolution von 1968 interviewte Quel Corps? auch Michel Foucault zum Thema Sport.
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Gestorben: Alfred der Große stirbt. Alfred der Große war ab 871 König der West-Sachsen (Wessex) und ab etwa 886 der Angelsachsen. Er war der jüngste der fünf Söhne des 858 verstorbenen Westsachsenkönigs Æthelwulf und seiner ersten Frau Osburga. Seine besondere Bedeutung für die englische Geschichte liegt darin, dass er nach erfolgreicher Abwehr der Wikinger die Grundlagen für eine Vereinigung der angelsächsischen Königreiche unter der Hegemonie von Wessex schuf sowie die altenglische Sprache und Literatur förderte.

848 n. Chr.

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Geboren: Alfred der Große wird oder 849 in Wantage, Oxfordshire geboren. Alfred der Große war ab 871 König der West-Sachsen (Wessex) und ab etwa 886 der Angelsachsen. Er war der jüngste der fünf Söhne des 858 verstorbenen Westsachsenkönigs Æthelwulf und seiner ersten Frau Osburga. Seine besondere Bedeutung für die englische Geschichte liegt darin, dass er nach erfolgreicher Abwehr der Wikinger die Grundlagen für eine Vereinigung der angelsächsischen Königreiche unter der Hegemonie von Wessex schuf sowie die altenglische Sprache und Literatur förderte.

Europa

337 v. Chr.

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Östliches Mittelmeer: Korinthischer Bund: alle Griechenstädte (außer Sparta) erkennen den makedonischen König Philipp II. als Hegemon an. Makedonien garantiert im Rahmen eines Allgemeinen Friedens die Autonomie der Bündner; die Verfassung eines anderen Staates durch gewaltsame Intervention zu ändern, ist ebenso verboten wie Fehden oder Piraterie. Oberstes Organ des Bundes ist der Synhedrion (Rat), dem Philipp als Hegemon vorsitzt. Zur Sicherung des Friedens legt Makedonien Besatzungen nach Theben, Korinth und Chalkis; Athen muss die Chersones an Makedonien abtreten. Der Krieg gegen Persien (Rachefeldzug für die Zerstörung Athens 480 v. Chr.) wird beschlossen.

Politik & Weltgeschehen

197 v. Chr.

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Philipp V. von Makedonien wird im Zweiten Makedonisch-Römischen Krieg in der Schlacht von Kynoskephalai von den Römern unter Titus Quinctius Flamininus entscheidend geschlagen. Das bedeutet das Ende der makedonischen Hegemonie in Griechenland.

404 v. Chr.

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Athen kapituliert im Peloponnesischen Krieg. Sparta wird Hegemonialmacht.

447 v. Chr.

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In der Schlacht von Koroneia siegt Böotien über Athen, das damit die Hegemonie über Mittelgriechenland verliert.

Portugal / Indien

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Mit der Vernichtung einer indisch-ägyptisch-arabischen Flotte in der Seeschlacht von Diu kann der indische Vizekönig Francisco de Almeida den Tod seines Sohnes im Vorjahr rächen und sichert die Seeherrschaft Portugals im Indischen Ozean für über ein Jahrhundert und beendet die Epoche der ägyptischen Mamluken als Hegemonialmacht in diesem Raum.

Überblick

1880

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das Verhältnis der nationalsozialistischen Außen-, Wirtschafts- und Sozialpolitik zur vorherigen spezifisch deutschen und gesamteuropäischen Hegemonialpolitik seit etwa (Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges in Europa)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

2004

Werk > Als Koautor:
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Wolfgang Fritz Haug (Hg.): Historisch-Kritisches Wörterbuch des Marxismus. Band 6/1. Hegemonie bis Imperialismus. Argument, Hamburg (Dick Boer)

2004

Werk > Als Koautor:
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Wolfgang Fritz Haug (Hrsg.): Historisch-Kritisches Wörterbuch des Marxismus, Band 6/1: Hegemonie bis Imperialismus. Argument, Hamburg (Dick Boer)

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