Heiliger Stuhl

Der Heilige Stuhl (lateinischSancta Sedes), auch Apostolischer Stuhl (lateinischApostolica Sedes), päpstlicher Stuhl oder Stuhl Petri, ist der bischöfliche Stuhl der Diözese Rom. Als „nichtstaatliche souveräne Macht“ bildet er ein eigenes Völkerrechtssubjekt und vertritt in internationalen Beziehungen den Staat Vatikanstadt und die römisch-katholische Kirche. Neben dem Papst als personale Repräsentation gehören zum Heiligen Stuhl auch die Verwaltungseinrichtungen der römischen Kurie.

Die Verflechtungen zwischen Heiligem Stuhl, Vatikanstadt, Papsttum und römisch-katholischer Kirche sind weitreichend und nicht immer genau auseinanderzuhalten. Im umgangssprachlichen Gebrauch sind mit Vatikan meist der Heilige Stuhl beziehungsweise dessen Verwaltungsorgane gemeint.



Geschichte




„Apostolisch“ deutet auf die Verbindung zu den von Jesus eingesetzten, in seiner Nachfolge stehenden Aposteln. Der Ursprung geht zurück auf das Neue Testament: „Du bist Petrus, und auf diesem Felsen werde ich meine Kirche bauen…“ Evangelium nach Matthäus (16,18 EU). Als apostolischer Stuhl wurden zunächst alle Bischofssitze, die in der direkten apostolischen Nachfolge standen, verstanden. Unter ihnen hatten Alexandrien, Antiochien, Jerusalem und Rom als Patriarchalsitze einen Vorrang. Heute trägt neben Rom lediglich noch das Bistum Mainz die Bezeichnung „Heiliger Stuhl“.Diese Sichtweise wurde später auf den „römischen Bischofssitz“ fokussiert. Dies hatte zur Folge, dass der Apostolische Stuhl immer mehr mit der Nachfolge Petri und dessen Nachfolgern als Bischöfe von Rom (Sedes Apostolica Romana) verbunden wurde. Im 7. Jahrhundert konzentrierte sich der Begriff „ecclesia universalis“ (universale Kirche) mehr und mehr auf die „ecclesia romana“ (römische Kirche) und begrenzte sich damit auf die abendländische Ausprägung. Seit Papst Damasus I. (366-384) entwickelte sich die Überzeugung, dass nur der Bischof von Rom den Anspruch erheben dürfe, auf dem „Heiligen Stuhl“ von Rom zu sitzen. Mit Papst Siricius (384-399) verfestigte sich die Titulierung „Papst“ zum Monopol auf die Bezeichnung des Bischofs von Rom. Daraus entstand in der Nachfolge mit Papst Leo I. der Große (440-461) der Titel „Vikarius Christi“, der den „Heiligen Stuhl“ in Rom gleichwertig neben das römische Kaisertum setzte.
  • Petrus-Statue

  • Damasus I.

  • Siricius

  • Leo der Große

  • Das Bistum Rom erstreckt sich über die Grenzen des Vatikanstaates hinaus nach Italien, der Papst ist der Bischof dieses Heiligen Stuhls.

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    1000–1300

    1276

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    Mit Johannes XXI. besteigt der bis heute einzige Portugiese den Heiligen Stuhl. (Zeittafel Portugal)

    Äbte des Klosters

    1481

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    Olivier von Saint-Julien (1522 bis ??? 29. November 1544), Protonotar des Heiligen Stuhls, zuvor Abt von Puy-Ferrand. (Kloster Prébenoît)

    Ereignisse

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    Österreichs Kaiser Franz Joseph I. gibt den Abschluss eines Konkordats mit dem Heiligen Stuhl bekannt, das der römischen Kirche mehr Rechte einräumt.

    Religion

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    Der Heilige Stuhl und Deutschland schließen das Reichskonkordat.
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    Bayerns König Maximilian I. Joseph akzeptiert das mit dem Heiligen Stuhl ausgehandelte und nachgebesserte Konkordat. Es regelt unter anderem Fragen aus der Säkularisation des Kirchenbesitzes und der Mediatisierung der Reichsstände.
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    Nach einer sich über 129 Tage hinziehenden Meinungsbildung wird Lorenzo Corsini zum Papst gewählt. Der fast erblindete 78-jährige besteigt als Clemens XII. den Stuhl Petri.

    1178

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    Papst Alexander III. unterstellt das Zisterzienserkloster Salem direkt dem Heiligen Stuhl.

    Die internationale Isolation der Republik China

    1942

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    Heiliger Stuhl? Heiliger Stuhl (Taiwan-Konflikt)

    Persönlichkeiten > Söhne und Töchter der Stadt (alphabetisch)

    1949

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    Reinhard Schweppe , Diplomat, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland beim Heiligen Stuhl in Rom (Altena)

    Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

    1981

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    Werk: Deutsche Botschaft am Heiligen Stuhl in Rom (Alexander von Branca)

    1974

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    Leben: Das Königsprojekt : Der Vatikan unternimmt es, mittels einer von Leonardo da Vinci konstruierten Zeitmaschine die Geschichte zu ändern. Ziel der Congregatio secreta ad purificandos fontes (CSAPF) ist es, durch eine Geschichtsmanipulation die Krone Englands für das Haus Wittelsbach zu erobern. Doch die beiden Monsignore Sbiffio-Trulli und Doensmaker müssen erleben, dass ihre Kalkulationen geschichtlicher Notwendigkeit fehlgehen. (Carl Amery)

    Ereignisse > Religion

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    Der Vatikan verurteilt künstliche Befruchtung und Leihmutterschaft. (10. März)
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    Das Bundesverfassungsgericht bestätigt die Fortgeltung des 1933 zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich geschlossenen Reichskonkordats. (26. März)
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    Der Heilige Stuhl und Bayern schließen ein Konkordat. (29. März)

    Persönlichkeiten

    1997

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    Raymond Flynn - Bürgermeister von Boston von 1984 bis 1993 sowie Botschafter der Vereinigten Staaten beim Heiligen Stuhl von 1993 bis (South Boston (Boston))

    Politik & Weltgeschehen

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    Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Brandenburg
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    Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Sachsen-Anhalt
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    Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Thüringen
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    Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Sachsen
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    Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Saarland.

    Rundfunk, Film & Fernsehen

    1996

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    Filmographie: Fudoh: The New Generation (????? ??, Gokud? Sengokushi: Fud?) (Takashi Miike)
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    Rundfunk: Mit einer Botschaft (Höre o Himmel was ich mich zu sagen anschicke, höre o Erde das Wort meines Mundes, höret o Völker alle) von Papst Pius XI. am 9. Jahrestag seiner Krönung und zwei Jahre nach Abschluss der Lateranverträge nimmt Radio Vatikan seinen Betrieb auf. Zum ersten Mal ist damit ein katholisches Oberhaupt im Radio zu hören. Die teilweise in lateinischer Sprache gehaltene Rede wird von vielen Rundfunkanstalten der Welt, darunter der österreichischen RAVAG direkt übernommen. Der Sender, ein international viel beachteter Ausdruck der neu erlangten völkerrechtlichen Souveränität des Heiligen Stuhls, bleibt über Jahre im Experimentierstadium, bevor er nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges neben der BBC als einer der wenigen verbliebenen freien Radiosendern Europas größere politische Bedeutung erfährt.

    Tagesgeschehen

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    Mailand (Italien): Ärzte bringen per Kaiserschnitt ein Baby zur Welt, dessen Mutter seit 78 Tagen hirntot war. Sie wurde auf Drängen des Vaters künstlich am Leben erhalten, um das Leben der Tochter zu retten. Stark absinkender Blutdruck machte den Kaiserschnitt nötig. Ein Sprecher des Vatikan begrüßte das Vorgehen der Ärzte.
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    China: Im staatlich kontrollierten Zweig der Katholischen Kirche (Patriotische Katholische Vereinigung) finden ohne Einverständnis des Vatikan zwei Bischofsweihen statt. Damit ist das vor einigen Wochen begonnene „Tauwetter“ vorerst zu Ende. Der Großteil der Katholiken ist allerdings mit der Untergrundkirche verbunden. Papst Benedikt XVI. nennt das Vorgehen Chinas eine „schwere Verletzung der Religionsfreiheit“.
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    Berlin/Vatikan. Ein Vergleich von Papst Johannes Paul II. zwischen Holocaust und Abtreibung sorgt für Aufregung. In seinem Buch schreibt das Oberhaupt der katholischen Kirche, ein rechtmäßig gewähltes Parlament habe die Wahl Adolf Hitlers in den 1930er Jahren ermöglicht und mit der Macht ausgestattet, die der Einrichtung von Konzentrationslagern und der so genannten Endlösung den Weg bereitet hätten. Heutzutage müssten die gesetzlichen Regelungen zur Abtreibung in Frage gestellt werden, fährt der Papst fort. „Parlamente, die solche Gesetze schaffen und verkünden, müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie ihre Machtbefugnisse überschreiten und in einem offenen Konflikt mit dem Gesetz Gottes und dem Gesetz der Natur verharren.“ Die umstrittene Passage in dem neuen Papst-Buch „Erinnerung und Identität -Gespräche an der Schwelle zwischen den Jahrtausenden“ empört den Zentralrat der Juden in Deutschland. "Die Spitze der katholischen Kirche habe nicht begriffen oder wolle nicht begreifen, dass man den Holocaust nicht mit der Abtreibung vergleichen könne, sagte der Zentralratspräsident, Paul Spiegel.
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    St. Pölten/Österreich. Der Vatikan hat Kurt Krenns Rücktrittsgesuch als Diözesanbischof von St. Pölten offiziell angenommen und Klaus Küng als seinen Nachfolger ernannt. Küng war bisher Bischof der Diözese Feldkirch in Vorarlberg. Dort wird bis zur Bestimmung eines Nachfolgers sein bisheriger Generalvikar Elmar Fischer mit einer Sondervollmacht die Diözese leiten.

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