Heiliges Römisches Reich

Heiliges Römisches Reich (lateinisch Sacrum Imperium Romanum oder Sacrum Romanum Imperium) war die offizielle Bezeichnung für den Herrschaftsbereich der römisch-deutschen Kaiser vom Spätmittelalter bis 1806. Der Name des Reiches leitet sich vom Anspruch der mittelalterlichen römisch-deutschen Herrscher ab, die Tradition des antiken Römischen Reiches fortzusetzen und die Herrschaft als Gottes heiligen Willen im christlichen Sinne zu legitimieren.

Das Reich bildete sich im 10. Jahrhundert unter der Dynastie der Ottonen aus dem ehemals karolingischen Ostfrankenreich heraus. Mit der Kaiserkrönung Ottos I. 962 knüpften die römisch-deutschen Herrscher (wie zuvor die Karolinger) an die Idee des erneuerten Römerreiches an, woran bis zum Ende des Reiches zumindest prinzipiell festgehalten wurde. Das Gebiet des Ostfrankenreichs wurde erstmals im 11. Jahrhundert in den Quellen als Regnum Teutonicum oder Regnum Teutonicorum (Königreich der Deutschen) bezeichnet; es handelte sich aber nicht um den offiziellen Reichstitel. Der Name Sacrum Imperium ist für 1157 und der Titel Sacrum Romanum Imperium für 1254 erstmals urkundlich belegt. Der Zusatz Deutscher Nation (lateinisch Nationis Germanicæ) wurde ab dem späten 15. Jahrhundert gebraucht. Zur Unterscheidung vom 1871 gegründeten Deutschen Reich wird es auch als Römisch-Deutsches Reich oder (ab der Frühen Neuzeit) als Altes Reich bezeichnet. Aufgrund seines vor- und übernationalen Charakters entwickelte sich das Reich nie zu einem Nationalstaat oder Staat moderner Prägung, sondern blieb ein monarchisch geführtes, ständisch geprägtes Gebilde aus Kaiser und Reichsständen mit nur wenigen gemeinsamen Reichsinstitutionen.

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Geschichte > 17. bis 19. Jahrhundert

1806

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Johann I. Josef (1760–1836), letzter Reichsfürst im Heiligen Römischen Reich, erster souveräner Fürst seit (Haus Liechtenstein)

Geschichte > Nach 1800

1806

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Infolge der napoleonischen Kriege erlosch das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, und durch den Pressburger Frieden wurde Vorarlberg, einschließlich Mittelberg, dem Königreich Bayern zugeschlagen. Von diesem Zeitpunkt an hatte Mittelberg unter einer enormen steuerlichen Abgabenlast zu leiden. (Kleinwalsertal)

Geboren & Gestorben

1911

Geboren > 20. Jahrhundert > 1901–1950:
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Maria Stader, Schweizer Sopranistin (5. November)

1835

Gestorben:
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02. März: Franz II. Joseph Karl, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und Kaiser von Österreich (* 1768)
Geboren:
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Franz II. Joseph Karl, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und als Franz I. Kaiser von Österreich (+ 1835)
Gestorben:
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Franz I. Stephan von Lothringen, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches seit 1745 (* 1708)
Gestorben:
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Karl VII., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (* 1697)

Das Wallis im Mittelalter > Die Grafschaft Wallis

1032

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ging das Königreich Burgund-Arelat an den fränkischen König Konrad? II., da Rudolf? III. ohne rechtmässigen Erben blieb. Das Wallis wurde Teil des Heiligen Römischen Reichs. Bischof von Sitten wurde gleichzeitig weltlicher Reichsfürst, sodass das Wallis reichsunmittelbar blieb. Schnelle Alemannisierung des Oberwallis. Besiedlung der Bergtäler zur Sicherung der Alpenpässe und Urbarmachung des Landes. Die Sprachgrenze zwischen Frankoprovenzalisch und Deutsch verschob sich bis Ende des 12. Jahrhunderts nach Leuk. (Geschichte des Wallis)

Ostfrankenreich

919 n. Chr.

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Herzog Heinrich I. von Sachsen, Sohn und Nachfolger Ottos des Erlauchten, wird am 12. Mai in Fritzlar von den Franken, Sachsen und Thüringern zum König des Deutschen Reiches (Regnum theutonicum) gewählt und folgt damit auf den verstorbenen König Konrad I. von Ostfranken. Herzog Arnulf I. der Böse von Bayern kandidiert bei der Königswahl in Fritzlar vergeblich gegen Heinrich I. und fügt sich (vorerst) der Wahlentscheidung. Herzog Burchard II. von Schwaben, dessen Herzogtum von König Konrad I. nicht anerkannt worden ist, bleibt der Königswahl in Fritzlar fern. Er verfolgt eine eigenständige Territorialpolitik gegenüber dem Königreich Burgund. Herzog Giselbert I. von Lothringen, der am Erbkönigtum der Karolinger festhalten will, bleibt der Königswahl durch ein Wahlkönigtum fern.

Mittelalter

951 n. Chr.

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Otto der Große gewinnt die Herrschaft über Norditalien und begründet die Verbindung mit dem Deutschen Reich . (Zeittafel Rom)

Wissenschaft & Technik

1200

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nach 1200: Schleusen in Holland und Deutschland.

Die Doppelwahl von 1256/57

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Das Interregnum im Heiligen Römischen Reich geht weiter: Der römisch-deutsche König Wilhelm von Holland, der schon zuvor wenig Herrschergewalt im Reich auszuüben in der Lage war und erst seit 1254 allgemeine Anerkennung erlangt hat, kommt bei der Niederschlagung eines Aufstands der Friesen ums Leben.

Natur & Umwelt

1281

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Deutschland: Der Winter ist kalt und schneereich.

Weitere Ereignisse im Reich

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Protestantische Fürsten und Städte unter der Führung von Kurfürst Johann von Sachsen und Landgraf Philipp I. von Hessen gründen auf dem im Vorjahr einberufenen Konvent in Schmalkalden den Schmalkaldischen Bund. Auch Herzog Philipp I. von Braunschweig-Grubenhagen, Herzog Ernst I. von Braunschweig-Lüneburg, Fürst Wolfgang von Anhalt-Köthen, der Graf von Erbach sowie drei nieder- und acht oberdeutsche Reichsstädte unterzeichnen das Verteidigungsbündnis gegen die Religionspolitik Kaiser Karls V., das rasch zu einem Machtfaktor im Heiligen Römischen Reich wird.

Familiäres > Ehefrauen und Nachkommen

1477

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Maria von Burgund (* 13. Februar 1457 in Brüssel; ??? 27. März 1482 in Brügge) ? Maximilian I., Sohn von Friedrich III., Kaiser des Heiligen Römischen Reichs und sein Nachfolger. (Karl der Kühne)

Reichstag zu Augsburg

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Der von Viglius Zuichemus ausgearbeitete Burgundische Vertrag zwischen dem Kaiser und den Reichsständen wird ratifiziert. Er regelte die staatsrechtliche Stellung der Habsburgischen Niederlande (17 Provinzen) im Gefüge des Heiligen Römischen Reichs neu. Der Vertrag löst die direkten Herrschaften Karls V., das Herzogtum Geldern, die Grafschaft Zutphen, und die Territorien Hochstift Utrecht, Groningen, Herrschaft Overijssel, sowie Grafschaft Drenthe, aus dem Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis heraus. Diese werden dem Burgundischen Reichskreis zugeschlagen. Die somit entstandene neue Einheit der burgundischen Erblande Karls V. wird der Jurisdiktion des Reichskammergerichts entzogen.

Ereignisse und Entwicklungen

1493

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1493 bis 1519 regiert Maximilian I. (HRR) das Heilige Römische Reich. Sein Beiname „Der letzte Ritter“ symbolisiert den Untergang des Rittertums. (15. Jahrhundert)

Ereignisse

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Kaiser Karl V. erlässt als Folge des Burgundischen Vertrags über die Habsburgischen Niederlande eine Pragmatische Sanktion, welche die Siebzehn Provinzen aus dem Heiligen Römischen Reich löst.

Religion

1577

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Nach dem Rücktritt von Salentin von Isenburg wird Gebhard I. von Waldburg neuer Erzbischof von Köln und damit Kurfürst im Deutschen Reich.

973 n. Chr.

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Auf die Anbindung Böhmens an das Heilige Römische Reich hin erfolgen die Gründung des Prager Bistums, sowie des ersten böhmischen Klosters Sv. Jiří (St.-Georgs-Kloster) ebenfalls in Prag.

Antike

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Heiliges Römisches Reich: Der Habsburger Matthias, König von Ungarn und Böhmen, wird Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Er folgt dem im Januar verstorbenen Rudolf II. (HRR) auf den Thron.
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Heiliges Römisches Reich: Der Reichstag in Regensburg endet nach Streitigkeiten über das Kreuz- und Fahnengefecht des Vorjahrs und die darauf folgende rechtswidrige Rekatholisierung der Freien Reichsstadt Donauwörth ohne Reichsabschied. Damit ist das letzte Reichsorgan des Heiligen Römischen Reiches lahmgelegt, eine bedeutende Ursache des Dreißigjährigen Krieges.
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Heiliges Römisches Reich: Rudolf II. wird Kaiser des Heiligen Römischen Reichs.
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Heiliges Römisches Reich: Thronwechsel im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Auf Ferdinand I. folgt sein Sohn Maximilian II.
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Heiliges Römisches Reich: Maximilian II. wird in Frankfurt am Main zum römisch-deutschen König gewählt. Bis 1792 wird der Frankfurter Dom Krönungsort der deutschen Könige und Römisch-deutschen Kaiser sein.

Beispiele

1625

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– Albrecht von Wallenstein (HRR) (Generalissimus)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1658

Werk:
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Porträt von Georg Ludwig Graf Sinzendorff mit der Krone des Heiligen Römischen Reichs, 1653 oder (Simon Peter Tileman)

1630

Leben:
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erreichte er von der württembergischen Regierung seine Legitimation als Nachkomme der Grafen von Tübingen, dann eine Erhebung in den Reichs-Adelsstand und führte ab sofort das Wappen seiner gräflichen Vorfahren ; auch wird er zum Kommandanten des Schlosses Hohentübingen bestellt. (Johann Georg von Tübingen)

Kalenderreformen

1700

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1. März: In den protestantischen Teilen des Heiligen Römischen Reiches und in Dänemark wird der Gregorianische Kalender eingeführt. Der vorige Tag war der 18. Februarjul..

Politik & Weltgeschehen

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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Nach dem Tod von Kaiser Leopold II. wird sein Sohn Franz II. Regent im Heiligen Römischen Reich. (1. März)
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: In den protestantischen Teilen des Heiligen Römischen Reiches und in Dänemark wird der Gregorianische Kalender eingeführt. Der vorige Tag war der 18. Februarjul.. (1. März)
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Durch die Vermittlung von Papst Innozenz XI. wird die Heilige Liga zwischen dem Heiligen Römischen Reich, Polen-Litauen und Venedig als Kampfbund gegen die Osmanen gegründet. (5. März)
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Kaiser Karl V. verzichtet zugunsten seines Sohnes Philipp II. auf den spanischen Thron und zugunsten seines Bruders Ferdinand I. auf die Kaiserwürde im Heiligen Römischen Reich. Letzterem wird diese durch den Kurfürstentag am 26. Februar 1558 übertragen. (23. August)

1524

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Deutscher Bauernkrieg: Der Ittinger Sturm mit der Zerstörung der Kartause Ittingen in der Alten Eidgenossenschaft ist ein Vorbote der Bauernunruhen im Heiligen Römischen Reich.

Beispiele militärischer Besetzungen > Historische Besetzungen

1794

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wurden die bis dahin zum Heiligen Römischen Reich gehörenden linksrheinischen Gebiete von Frankreich erobert und 1801 von Napoleon annektiert. Systematisch wurden diese rechtlich, administrativ und politisch an die Gegebenheiten Frankreichs angeglichen. 1802 wurde die französische Verfassung eingeführt. (Okkupation)

Regimentsinhaber

1806

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Kaiser Franz I. (nach Niederlegung der Kaiserwürde des Heiligen Römischen Reiches, Kaiser von Österreich) (K.u.k. Böhmisches Dragoner-Regiment „Kaiser Franz I.“ Nr. 1)

Abgrenzungskriterien der Liste

1806

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Zeitliche Abgrenzung: Die Familie befand sich in der Region vor dem Ende des Heiligen Römischen Reiches (Liste fränkischer Rittergeschlechter)

1806

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Zeitliche Abgrenzung: Die Familie befindet sich in der Region vor der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches (Liste thüringischer Rittergeschlechter)

Geschichte > Aufteilung in Linien

1802

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Die ältere bayerische Linie geht auf Johann Christoph von Tattenbach zurück. Er hinterließ drei Söhne, von denen besonders der mittlere, Wilhelm (??? 1661), große Bedeutung erlangte. Wilhelm war königlich und kaiserlicher Geheimrat sowie Grossprior des Johanniterordens. Von Erzherzog Leopold Wilhelm in seiner Funktion als Bischof von Halberstadt, erhielt er 1644 den Reichsgrafenstand von Reinstein, Sitz und Stimme auf Reichs- und Kreistagen, sowie die Ausübung des Münzrechts. Seine zahlreichen Besitzungen, in der Untersteiermark (heute Slowenien), sowie in Schlesien gingen nach seinem Tod auf seinen Neffen Gotthard über, danach auf dessen ältesten Sohn Johann Erasmus. Johann Erasmus war an der Magnatenverschwörung gegen den Kaiser beteiligt und wurde 1671 enthauptet, der Besitz in Slowenien und Schlesien wurde konfisziert. Die Grafschaft Reinstein (Regenstein) fiel in Folge an den Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Die ältere bayerische Linie hatte ab 1673 noch einen Herrschaftssitz in Baumgarten (Landkreis Rottal-Inn) nicht unweit vom ursprünglichen Ober- und Untertattenbach. Sie erlosch mit dem Tod des Josef Ferdinand von Reinstein-Tattenbach, Reichsgraf des Heiliges Römisches Reiches, Graf von Valley, Freiherr zu Ganowitz, kurbayerischer Oberst-Hofmeister und Minister, am 19. November (Tattenbach (Adelsgeschlecht))

Europa

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Ende des Heiligen Römischen Reiches. Kaiser Franz II. aus dem Hause Habsburg-Lothringen legt die Kaiserkrone nieder.

1806

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Ereignisse > Europa: endete das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Unter der Federführung Napoleons wurden die nordwestdeutschen Staaten zum Rheinbund zusammengeschlossen. (19. Jahrhundert)
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Das Ansiedlungspatent des österreichischen Herrschers Joseph II., dem Kaiser des HRR, für die neuen Gebiete der späteren Österreich-Ungarischen Monarchie im Osten Mitteleuropas tritt in Kraft. Die sogenannte „Josefinische Kolonisation“ folgt in den nächsten Jahren z. B. in Galizien.

1684

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5. März: Durch die Vermittlung von Papst Innozenz XI. wird die Heilige Liga zwischen dem Heiligen Römischen Reich, Polen-Litauen und Venedig als Kampfbund gegen die Osmanen gegründet.

1577

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Die Gemeinschaft der freien uradligen Herren des Heiligen Römischen Reichs wird in drei Ritterkreise zusammengefasst.

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

1995

Preisträger:
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Pamela H. Smith, The Business of Alchemy: Science and Culture in the Holy Roman Empire (Princeton, NJ: Princeton University Press, 1994). (Pfizer Award (History of Science Society))

Musik

2008

Diskografie > Single:
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Death Defying Headlines (Kajagoogoo)

Rundfunk, Film & Fernsehen

2012

Film:
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Die Schlümpfe 2 (The Smurfs 2) (Phil Meheux)

1947

Film:
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Pauline, laß das Küssen sein (The Perils of Pauline) (Arthur P. Schmidt)

1921

Film:
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Le jockey disparu (Robert Mallet-Stevens)

1313

Chronologie des Wachstums der französischen Krondomäne > Regierungszeit Philipps IV. (1285–1314):
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Konfiszierung der Burgvogtei Tournai – obwohl Gebiet des Heiligen Römischen Reichs – von Marie de Mortagne. (Domaine royal)

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