Heinrich III. (England)

Heinrich III., eng. Henry III (* 1. Oktober 1207 in Winchester; † 16. November 1272 im Palace of Westminster) war ein englischer König, Lord of Ireland und Herzog von Aquitanien. Seine 56-jährige Regierung als König von England ist nach Georg III., Victoria und Elizabeth II. die viertlängste Regierungszeit eines englischen Königs. Seine Herrschaft kann in vier zeitliche Abschnitte unterteilt werden. Der erste Abschnitt sind die 16 Jahre, in denen er noch minderjährig war bzw. in denen seine Berater die Herrschaft ausübten. Von 1232 bis 1234 folgten unruhige Jahre, in denen der König begann, selbst die Herrschaft zu übernehmen, dabei jedoch stark von seinen Höflingen und Adligen beeinflusst wurde. Im dritten Abschnitt von 1234 bis 1258 herrscht der König selbständig. Er erkannte die Magna Carta endgültig als bindendes Gesetz an, was seine finanziellen Möglichkeiten beschränkte. Dies führte mit dazu, dass er im Konflikt mit Frankreich die verlorenen französischen Besitzungen seiner Vorfahren nicht zurückgewinnen konnte. Heinrichs Finanzprobleme, verstärkt durch zeitweilige Rivalitäten innerhalb der königlichen Familie und durch Heinrichs erfolglose Außenpolitik, führten in den 1250er Jahren zu einer Krise seiner Herrschaft. Ab 1258 kam es deshalb zu einem schweren Konflikt mit einer Adelsopposition, der zum Zweiten Krieg der Barone führte. Infolge der innenpolitischen Krise verzichtete Heinrich 1259 im Vertrag von Paris endgültig auf die verlorenen Besitzungen in Frankreich, sicherte dadurch jedoch den Besitz der Gascogne. Nachdem der König im Bürgerkrieg von den aufständischen Baronen besiegt worden war, ging die politische Initiative zunehmend auf seinen ältesten Sohn Eduard über, der die Rebellen 1265 entscheidend schlagen konnte und die Königsherrschaft wieder herstellte. Heinrich gelang es jedoch erst 1267, den Konflikt mit den Rebellen endgültig zu beenden. Die Folgen des Bürgerkriegs belasteten seine Herrschaft bis zu seinem Tod. Gegenüber den walisischen Fürsten hatte Heinrich 1247 die englische Oberherrschaft durchgesetzt, die jedoch danach wieder durch Llywelyn ap Gruffydd abgeschüttelt wurde. Geschwächt durch den Bürgerkrieg, musste Heinrich 1267 Llywelyn als Fürst von Wales anerkennen. Obwohl er deshalb nicht zu den erfolgreichen und starken englischen Herrschern gezählt wird, gelang ihm nach der katastrophalen Herrschaft seines Vaters Johann Ohneland die Festigung der Stellung seiner Familie. Daneben gilt Heinrich als einer der größten europäischen Kunstförderer des 13. Jahrhunderts. Ab 1245 ließ er Westminster Abbey im gotischen Stil neu errichten.

mehr zu "Heinrich III. (England)" in der Wikipedia: Heinrich III. (England)

Geboren & Gestorben

thumbnail
Gestorben: Heinrich III. (England) stirbt im Palace of Westminster. Heinrich III., eng. Henry III war ein englischer König, Lord of Ireland und Herzog von Aquitanien. Seine 56-jährige Regierung als König von England ist nach Georg III., Victoria und Elizabeth II. die viertlängste Regierungszeit eines englischen Königs. Seine Herrschaft kann in vier zeitliche Abschnitte unterteilt werden. Der erste Abschnitt sind die 16 Jahre, in denen er noch minderjährig war bzw. in denen seine Berater die Herrschaft ausübten. Von 1232 bis 1234 folgten unruhige Jahre, in denen der König begann, selbst die Herrschaft zu übernehmen, dabei jedoch stark von seinen Höflingen und Adligen beeinflusst wurde. Im dritten Abschnitt von 1234 bis 1258 herrscht der König selbständig. Er erkannte die Magna Carta endgültig als bindendes Gesetz an, was seine finanziellen Möglichkeiten beschränkte. Dies führte mit dazu, dass er im Konflikt mit Frankreich die verlorenen französischen Besitzungen seiner Vorfahren nicht zurückgewinnen konnte. Heinrichs Finanzprobleme, verstärkt durch zeitweilige Rivalitäten innerhalb der königlichen Familie und durch Heinrichs erfolglose Außenpolitik, führten in den 1250er Jahren zu einer Krise seiner Herrschaft. Ab 1258 kam es deshalb zu einem schweren Konflikt mit einer Adelsopposition, der zum Zweiten Krieg der Barone führte. Infolge der innenpolitischen Krise verzichtete Heinrich 1259 im Vertrag von Paris endgültig auf die verlorenen Besitzungen in Frankreich, sicherte dadurch jedoch den Besitz der Gascogne. Nachdem der König im Bürgerkrieg von den aufständischen Baronen besiegt worden war, ging die politische Initiative zunehmend auf seinen ältesten Sohn Eduard über, der die Rebellen 1265 entscheidend schlagen konnte und die Königsherrschaft wieder herstellte. Heinrich gelang es jedoch erst 1267, den Konflikt mit den Rebellen endgültig zu beenden. Die Folgen des Bürgerkriegs belasteten seine Herrschaft bis zu seinem Tod. Gegenüber den walisischen Fürsten hatte Heinrich 1247 die englische Oberherrschaft durchgesetzt, die jedoch danach wieder durch Llywelyn ap Gruffydd abgeschüttelt wurde. Geschwächt durch den Bürgerkrieg, musste Heinrich 1267 Llywelyn als Fürst von Wales anerkennen. Obwohl er deshalb nicht zu den erfolgreichen und starken englischen Herrschern gezählt wird, gelang ihm nach der katastrophalen Herrschaft seines Vaters Johann Ohneland die Festigung der Stellung seiner Familie. Daneben gilt Heinrich als einer der größten europäischen Kunstförderer des 13.?Jahrhunderts. Ab 1245 ließ er Westminster Abbey im gotischen Stil neu errichten.
thumbnail
Geboren: Heinrich III. (England) wird in Winchester geboren. Heinrich III., eng. Henry III war ein englischer König, Lord of Ireland und Herzog von Aquitanien. Seine 56-jährige Regierung als König von England ist nach Georg III., Victoria und Elizabeth II. die viertlängste Regierungszeit eines englischen Königs. Seine Herrschaft kann in vier zeitliche Abschnitte unterteilt werden. Der erste Abschnitt sind die 16 Jahre, in denen er noch minderjährig war bzw. in denen seine Berater die Herrschaft ausübten. Von 1232 bis 1234 folgten unruhige Jahre, in denen der König begann, selbst die Herrschaft zu übernehmen, dabei jedoch stark von seinen Höflingen und Adligen beeinflusst wurde. Im dritten Abschnitt von 1234 bis 1258 herrscht der König selbständig. Er erkannte die Magna Carta endgültig als bindendes Gesetz an, was seine finanziellen Möglichkeiten beschränkte. Dies führte mit dazu, dass er im Konflikt mit Frankreich die verlorenen französischen Besitzungen seiner Vorfahren nicht zurückgewinnen konnte. Heinrichs Finanzprobleme, verstärkt durch zeitweilige Rivalitäten innerhalb der königlichen Familie und durch Heinrichs erfolglose Außenpolitik, führten in den 1250er Jahren zu einer Krise seiner Herrschaft. Ab 1258 kam es deshalb zu einem schweren Konflikt mit einer Adelsopposition, der zum Zweiten Krieg der Barone führte. Infolge der innenpolitischen Krise verzichtete Heinrich 1259 im Vertrag von Paris endgültig auf die verlorenen Besitzungen in Frankreich, sicherte dadurch jedoch den Besitz der Gascogne. Nachdem der König im Bürgerkrieg von den aufständischen Baronen besiegt worden war, ging die politische Initiative zunehmend auf seinen ältesten Sohn Eduard über, der die Rebellen 1265 entscheidend schlagen konnte und die Königsherrschaft wieder herstellte. Heinrich gelang es jedoch erst 1267, den Konflikt mit den Rebellen endgültig zu beenden. Die Folgen des Bürgerkriegs belasteten seine Herrschaft bis zu seinem Tod. Gegenüber den walisischen Fürsten hatte Heinrich 1247 die englische Oberherrschaft durchgesetzt, die jedoch danach wieder durch Llywelyn ap Gruffydd abgeschüttelt wurde. Geschwächt durch den Bürgerkrieg, musste Heinrich 1267 Llywelyn als Fürst von Wales anerkennen. Obwohl er deshalb nicht zu den erfolgreichen und starken englischen Herrschern gezählt wird, gelang ihm nach der katastrophalen Herrschaft seines Vaters Johann Ohneland die Festigung der Stellung seiner Familie. Daneben gilt Heinrich als einer der größten europäischen Kunstförderer des 13.?Jahrhunderts. Ab 1245 ließ er Westminster Abbey im gotischen Stil neu errichten.

thumbnail
Heinrich III. (England) starb im Alter von 65 Jahren. Heinrich III. (England) war im Sternzeichen Waage geboren.

Die Doppelwahl von 1256/57

1256

thumbnail
18. März: Gesandte der Stadt Pisa rufen Alfons X. von Kastilien zum deutschen König aus. In der Folge kommt es zur Doppelwahl von 1256/57: In einem Schreiben an Papst Alexander IV. plädiert der englische König Heinrich III., einen England nicht feindlich gesinnten deutschen König einzusetzen. Da Alexander nicht reagiert, fasst Heinrich den Entschluss, seinen Bruder Richard von Cornwall zum deutschen König wählen zu lassen. Die Verhandlungen beginnen Ende Juni. Der Wahltermin wird auf den 13. Januar 1257 festgelegt.

England

1261

thumbnail
Heinrich III. von England kann aufgrund von Unstimmigkeiten seine Position gegenüber den Baronen mit Hilfe einer päpstlichen Bulle gegen die Provisions of Oxford wieder festigen.
thumbnail
Der französische Kronprinz Ludwig verzichtet im Vertrag von Lambeth auf den Thronanspruch in England und wird im Gegenzug vom Kirchenbann gelöst. Die rebellierenden Barone unterwerfen sich König Heinrich III.
thumbnail
Heinrich III. wird in der Kathedrale von Gloucester gekrönt. Die Regentschaft übernehmen Peter des Roches, Bischof von Winchester, Hubert de Burgh und William Marshal.

Religion

1255

thumbnail
Papst Alexander IV. und der englische König Heinrich III. nehmen zur Durchführung ihrer geplanten kriegerischen Aktionen gegen Manfred von Sizilien große Anleihen bei Sienser und Florentiner Kaufleuten auf.

Europa

1263

thumbnail
Weitere Ereignisse in Europa: Der Waliser Dafydd ap Gruffydd schließt sich dem englischen König Heinrich III. im Kampf gegen seinen Bruder Llywelyn ap Gruffydd an.
thumbnail
Der Vertrag von Paris zwischen Heinrich III. von England und Ludwig IX. von Frankreich regelt die Besitzansprüche Englands an französischem Gebiet. Ludwig erreicht den Verzicht Englands auf die Normandie und andere Gebiete sowie den Lehnseid für die englischen Besitzungen in Südwestfrankreich.

1257

thumbnail
Heinrich III. von England beruft aufgrund wachsender Unzufriedenheit die Barone zum „großen Rat“ ein.

1231

thumbnail
1231/1236: Die Opposition gegen den englischen König Heinrich III. sammelt sich unter Simon V. de Montfort.

1227

thumbnail
Heinrich III., seit 1216 englischer König, wird mündig und übernimmt die Regierungsgeschäfte

Britische Inseln

thumbnail
14. Mai: Heinrich III. und sein Sohn Eduard (sein Nachfolger) werden von der Opposition der Barone unter Führung von Simon V. de Montfort in der Schlacht von Lewes gefangen genommen. Dieser beruft in London ein Parlament ein, an dem erstmals Ritter und Bürger der Stadt teilnehmen.

1258

thumbnail
Der englische König Heinrich III. beruft zum zweiten Mal nach 1257 einen „Großen Rat“ ein, an dem die Barone teilnehmen. Er muss der Einrichtung einer Reformkommission zustimmen.

Politik & Weltgeschehen

1272

thumbnail
Nach dem Tod Heinrichs III. wird Eduard I., gen. Longshanks, König von England. Er befindet sich jedoch auf Kreuzzug und wird erst 1274 gekrönt.

1254

thumbnail
Manfred führt die Regentschaft Konrads über Sizilien fort. Nach vorübergehender Anerkennung durch Innozenz IV. als Lehnsherrn Siziliens gelingt ihm ein Sieg gegen die päpstlichen Truppen. Daraufhin bewegt Papst Alexander IV. den englischen König Heinrich III. dazu, das Königreich Sizilien auf dessen Sohn Edmund zu übertragen (siehe auch 1255).
thumbnail
Ludwig IX. von Frankreich besiegt Heinrich III. von England in der Schlacht bei Taillebourg.

"Heinrich III. (England)" in den Nachrichten