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Helmut Schmidt

Helmut Schmidt (1969)
Bild: Bundeswehr-Fotos Wir.Dienen.Deutschland. © Bundeswehr/Archiv
Lizenz: CC-BY-2.0

Helmut Heinrich Waldemar Schmidt (* 23. Dezember 1918 in Hamburg) ist ein deutscher Politiker der SPD. Er war von 1974 bis 1982 der fünfte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.

Ab 1961 war Schmidt Senator der Polizeibehörde in Hamburg und erlangte während der Sturmflut 1962 als Krisenmanager große Popularität. Von 1967 bis 1969 war er Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, 1969 bis 1972 Bundesminister der Verteidigung, 1972 war er für ein halbes Jahr gleichzeitig Bundesminister für Wirtschaft und Finanzen. Bis 1974 war er Bundesminister der Finanzen. 1974 wurde er zum Bundeskanzler gewählt. Gegen Ende seiner Amtszeit als Bundeskanzler leitete Schmidt, bedingt durch das Ausscheiden des Koalitionspartners FDP, für knapp zwei Wochen auch das Außenministerium.



Leben




Als siebzehnjähriger Schüler flog Helmut Schmidt 1936 wegen zu flotter Sprüche aus der Marine-Hitlerjugend, in die er zwei Jahre zuvor mit seinem Schülerruderverein eingegliedert worden war. Nach dem Abitur im März 1937 an der Lichtwarkschule in Hamburg leistete Schmidt einen sechsmonatigen Arbeitsdienst in Hamburg-Reitbrook. Am 1. Oktober 1937 wurde er zum Wehrdienst bei der Flakartillerie in Bremen-Vegesack eingezogen. In dieser Zeit hatte er eine freundschaftliche Beziehung zu Tim und Cato Bontjes van Beek und deren Familie.Ab 1939 war der Feldwebel der Reserve zur Luftverteidigung Bremens eingesetzt. Im Jahr 1941 wurde er als Leutnant der Reserve in das Oberkommando der Luftwaffe nach Berlin versetzt. Von August 1941 bis 1942 diente Schmidt als Offizier in einer leichten Flakabteilung der 1. Panzer-Division an der Ostfront und war u. a. an der Leningrader Blockade beteiligt; er erhielt das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Anschließend war er bis 1944 als Referent für Ausbildungsvorschriften der leichten Flakartillerie im Reichsluftfahrtministerium in Berlin und in Bernau eingesetzt.Als Angehöriger des Reichsluftfahrtministeriums wurde Oberleutnant Helmut Schmidt als Zuschauer zu den Schauprozessen des Volksgerichtshofes gegen die Männer des Attentats vom 20. Juli 1944 abkommandiert. Angewidert vom Verhalten des Vorsitzenden Richters Roland Freisler, ließ sich Schmidt von seinem vorgesetzten General von der Zuhörerschaft entbinden.Ab Dezember 1944 als Batteriechef an der Westfront zunächst nach Belgien versetzt, äußerte er sich Anfang 1945 während einer Übung auf dem Flak-Schießplatz Rerik an der Ostsee kritisch über Reichsmarschall Hermann Göring und das NS-Regime. Dafür wollte ihn ein NS-Führungsoffizier vor Gericht stellen lassen. Ein Prozess wurde jedoch verhindert, indem zwei vorgesetzte Generäle Schmidt durch ständige Versetzungen dem Zugriff der Justiz entzogen.Im April 1945 geriet Schmidt in Soltau in der Lüneburger Heide in britische Kriegsgefangenschaft. In einem belgischen Gefangenenlager in Jabbeke nahm ihm der „Vortrag“ von Hans Bohnenkamp über das Thema „Verführtes Volk“ im Juni 1945 die letzten „Illusionen“ über den Nationalsozialismus. Am 31. August 1945 wurde er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen....

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Geboren & Gestorben

23.12.1918
Geboren:
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Helmut Schmidt wird in Hamburg geboren. Helmut Heinrich Waldemar Schmidt ist ein deutscher Politiker der SPD. Er war von 1974 bis 1982 der fünfte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.
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Helmut Schmidt ist heute 95 Jahre alt. Helmut Schmidt ist im Sternzeichen Steinbock geboren.

Kunst & Kultur

2013
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Film/TV-Auftritt: Helmut Schmidt und Yu-chien Kuan im Gespräch mit Reinhold Beckmann, ARD (75? Min.) vom 2.? Mai
2012
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Film/TV-Auftritt: Helmut Schmidt im Gespräch mit Sandra Maischberger, ARD (75 Min.) vom 7. August
2012
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Film/TV-Auftritt: Warum noch an Europa glauben? - Bundespräsident Joachim Gauck und Alt-Kanzler Helmut Schmidt bei Maybrit Illner, ZDF (60 Min.) vom 27. September
2012
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Film/TV-Auftritt: Helmut Schmidt im Gespräch mit Siegmund Gottlieb, BR („Münchner Runde“, 45? Min.) vom 20.? November.
2012
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Film/TV-Auftritt: Warum noch an Europa glauben? – Bundespräsident Joachim Gauck und Alt-Kanzler Helmut Schmidt bei Maybrit Illner, ZDF (60? Min.) vom 27.? September.

Rundfunk, Film & Fernsehen

05.09.1977
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Rundfunk: Beginn des Deutschen Herbstes: wenige Stunden nach der Entführung von Hanns Martin Schleyer durch Terroristen der Rote Armee Fraktion wendet sich Bundeskanzler Helmut Schmidt via Fernsehen direkt an die Entführer: Sie mögen in diesem Augenblick ein triumphierendes Machtgefühl empfinden. Aber Sie sollen sich nicht täuschen. Der Terrorismus hat auf Dauer keine Chancen, denn gegen den Terrorismus steht nicht nur der Wille der staatlichen Organe, gegen den Terrorismus steht der Wille des ganzen Volkes.

Tagesgeschehen

16.02.2005
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Hamburg/Deutschland. Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) hat sich skeptisch über den bevorstehenden Besuch von US-Präsident George W. Bush in Deutschland geäußert und den USA vorgeworfen, die NATO zu missbrauchen. Die USA sei auf dem Wege, „das Bündnis zu einem Instrument ihrer Strategie im Mittleren Osten umzuformen -und darüber hinaus“, schreibt Schmidt in der jüngsten Ausgabe der „Zeit“. „Der Pakt hat keineswegs die Aufgabe, über seine geografisch definierten Grenzen hinaus Freiheit und Demokratie zu verbreiten; ebenso wenig verpflichtet er die vertragschließenden Staaten zur Mitwirkung“, heißt es in Schmidts Beitrag weiter. Der Besuch Bushs könne die Unklarheit über die Zukunft der NATO nicht beseitigen.

Politik & Weltgeschehen

01.10.1982
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Helmut Kohl (CDU) wird nach einem konstruktiven Misstrauensvotum gegen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) zum neuen Regierungschef gewählt
03.02.1982
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Bundeskanzler Helmut Schmidt stellt die Vertrauensfrage gemäß Art. 68 GG. Sie findet am 5. Februar mit 269 gegen 224 Stimmen die Zustimmung des Bundestages.
1982
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17. März: Der damalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt empfängt eine Delegation des Zentralrats deutscher Sinti und Roma und erkennt den Völkermord an den Sinti und Roma rechtsverbindlich an.
11.09.1981
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Bundeskanzler Helmut Schmidt reist zu einem Staatsbesuch nach Italien und wird am 12. September von Papst Johannes Paul II. in dessen Sommerresidenz Castel Gandolfo empfangen.
16.07.1981
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Bundeskanzler Helmut Schmidt besucht Kanada, um den Ministerpräsidenten Pierre Elliott Trudeau zu treffen und am Weltwirtschaftsgipfel in Ottawa teilzunehmen (Rückkehr am 22. Juli).

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

2005
Werk:
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Auf dem Weg zur deutschen Einheit. Rowohlt Verlag, Reinbek
1998
Werk:
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Globalisierung. Politische, ökonomische und kulturelle Herausforderungen.
1997
Werk:
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Die Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten. (Mitarbeit)
1996
Werk:
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Weggefährten – Erinnerungen und Reflexionen. Berlin
1994
Werk:
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Zur Lage der Nation.

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

2013
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Ehrung: Hanns Martin Schleyer-Preis für das Jahr 2012 „für hervorragende Verdienste um die Festigung und Förderung der Grundlagen eines freiheitlichen Gemeinwesens“
2012
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Ehrung: Am 5.? November wurde das Hamburger Gymnasium Kirchdorf/Wilhelmsburg in Helmut-Schmidt-Gymnasium umbenannt.
2012
2012
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Ehrung: Am 5. November wurde das Hamburger Gymnasium Kirchdorf/Wilhelmsburg in Helmut-Schmidt-Gymnasium umbenannt.
2012
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Ehrung: Westfälischer Friedenspreis, verliehen am 22. September an Schmidt und die Kinderhilfsorganisation Children for a better World im Historischen Rathaus Münster

"Helmut Schmidt" in den Nachrichten

Weiterführende Informationen

Literatur

Weblinks

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