Hermann Billung

Hermann Billung († 27. März 973 in Quedlinburg) aus der Verwandtengruppe der Nachfahren Widukinds war Herzog in Sachsen. Der geläufige Beiname Billung ist möglicherweise nicht zeitgenössisch.

Nach seinem Herrschaftsantritt im Jahr 936 bestellte König Otto I. Hermann zu seinem neuen Heerführer (princeps militiae). Die Entscheidung sorgte für Aufruhr im sächsischen Adel. Insbesondere Hermanns älterer Bruder Wichmann I. fühlte sich übergangen und schloss sich vorübergehend einem Aufstand gegen den König an. Trotz seiner Aufsehen erregenden Bevorzugung ist Hermann erst knapp 20 Jahre später wieder in den Quellen bezeugt: Im Zuge des Liudolfinischen Aufstandes von 953 bis 955 ernannte ihn Otto I. für die Dauer seiner kriegsbedingten Abwesenheit zu seinem Stellvertreter (procurator regis) in Sachsen. Die erzählenden Quellen bezeichnen Hermann fortan als Herzog (dux), ohne von einer Befehlsgewalt über den sächsischen Adel zu berichten. Im nördlichen Sachsen verstrickte er sich in einen Machtkampf mit seinen Neffen, deren Erbe er sich nach dem Tod seines älteren Bruders angeeignet hatte. Dort bestimmte Hermann Lüneburg zum Zentrum seiner Herrschaft und stiftete das Kloster St. Michaelis, Grablege des nach Hermann benannten Geschlechts der Billunger. Gegenüber den elbslawischen Abodriten verfolgte er eine auf Ausgleich und Bindung bedachte Politik. Als Otto I. ihn vor seiner Abreise nach Italien 961 erneut zu seinem Stellvertreter bestellte, war Hermann der mächtigste Mann in Sachsen. Gegen Ende seines Lebens könnte er sogar nach der Herrschaft gegriffen haben, als er für jedermann sichtbar in Magdeburg widerrechtlich das königliche Zeremoniell benutzte. Hermann starb Ostern 973 in Quedlinburg, nur wenige Wochen vor Otto dem Großen. Seine männlichen Nachkommen stellten in gerader Linie über vier Generationen die Herzöge in Sachsen.

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Geboren & Gestorben

900 n. Chr.

Geboren:
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Hermann Billung wird /912 in Harms ouden Dorp bei Hermannsburg geboren. Hermann Billung aus dem sächsischen Adelsgeschlecht der Billunger war seit 944 Graf im Bardengau, seit 953 oder 956 Markgraf (marchio) und zeitweilig Stellvertreter (procurator regis) Königs Ottos I. im Herzogtum Sachsen. Von 952 bis 973 war er Sachsenherzog auf der Lüneburg.

Europa

938 n. Chr.

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Thankmar, aufständischer Halbbruder König Ottos I., ergibt sich am 28. Juli auf der Eresburg dem Markgrafen Hermann Billung und wird von dessen Männern in der Burgkapelle erschlagen.

937 n. Chr.

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Markgraf Hermann Billung von Nordelbien zieht im Auftrag König Ottos I. gegen den aufständischen Thankmar von Sachsen.

936 n. Chr.

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König Heinrich I. lässt auf dem Hoftag von Erfurt seinen Sohn Otto I. als Nachfolger anerkennen. Nach seinem Tod (2. Juli) wird Otto am 7. August in der alten Kaiserpfalz Aachen von den Erzbischöfen von Köln und Mainz gekrönt und gesalbt und lässt die Herzöge in den karolingischen Hofämtern fungieren (Marschall, Kämmerer, Truchsess, Mundschenk). Er gründet neben der Ostmark die Nordmark (Nordelbien) und belehnt damit Hermann Billung. Die Witwe, Königin Mathilde, gründet bei Quedlinburg das Kanonissenstift St. Servatius.

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