Herzogtum Schleswig

Das Herzogtum Schleswig (dänisch: Hertugdømmet Slesvig) entwickelte sich ab etwa 1200 und existierte bis 1864. Es umfasste im Wesentlichen das heutige Nordschleswig (Dänemark) und Südschleswig (Deutschland, Schleswig-Holstein). Hauptort war die Stadt Schleswig. Vorläufer des Herzogtums war im frühen Mittelalter das Jarltum Süderjütland(Sønderjylland). Die Herrschaft über das Herzogtum war im Verlauf der Jahrhunderte immer wieder umstritten und umkämpft.

Schleswig war vor 1864 zusammen mit dem Herzogtum Holstein Teil des multi-ethnischen Dänischen Gesamtstaates. Anders als Holstein gehörte Schleswig als dänisches Reichs- und Königslehen nicht zum Römisch-Deutschen Reich oder Deutschen Bund. Die Grenze zwischen Schleswig und Holstein wurde dabei durch die Flüsse Eider und Levensau markiert. Sprachlich war Schleswig im 19. Jh. gemischtsprachig deutsch-dänisch-nordfriesisch geprägt, wobei sich die dänische und friesische Sprache früher weiter nach Süden erstreckten, dort seit der Frühen Neuzeit aber zunehmend vom Deutschen abgelöst wurden.

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Geboren & Gestorben

1937

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Gestorben: Hans Victor Clausen stirbt. Hans Victor Clausen war ein dänischer Historiker. Der Bevölkerungsstatistiker und Geograph publizierte eine kulturell und geographisch genehme Trennlinie zwischen den deutschen und dänischen Bevölkerungsteilen im ehemaligen Herzogtum Schleswig der preußischen Provinz Schleswig-Holstein. Die nach ihm benannte „Clausen-Linie“ wurde mit der Volksabstimmung in Schleswig (1920) bestätigt.
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Gestorben: Christian Martens stirbt in Hadersleben. Christian Martens war ein deutscher Arzt im Herzogtum Schleswig.
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Gestorben: Wilhelm Hans Ahlmann stirbt in Kiel. Wilhelm Hans Ahlmann war ein deutscher Politiker, Zeitungsverleger und Bankier in den Herzogtümern Schleswig und Holstein sowie seit 1867 in der Provinz Schleswig-Holstein.
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Gestorben: Rudolf Schleiden stirbt in Freiburg im Breisgau. Rudolf Schleiden war ein deutscher Verwaltungsjurist. Wie viele deutsche Beamte diente er der Krone Dänemark im Herzogtum Schleswig und im Herzogtum Holstein. In der Schleswig-Holsteinischen Erhebung trat er in den diplomatischen Dienst der Provisorischen Regierung (Schleswig-Holstein). Später war er hanseatischer Ministerresident in Washington D.C. und London. Vor und nach der Deutschen Reichsgründung saß er im Reichstag.
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Geboren: Wilhelm Niemann (Offizier) wird in Ellingstedt/Schleswig geboren. Wilhelm Niemann war Navigationsoffizier auf dem Flugschiff Dornier Do X und erster deutscher Flugschiffspostmeister.

Ereignisse

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Gerhard III. lässt sich von seinem Neffen, dem dänischen König Waldemar III. – dessen Vormund er ist –, mit dem Herzogtum Schleswigbelehnen. Schleswig und Holstein sind damit erstmals unter einem Herrscher vereinigt.

Antike

1459

Heiliges Römisches Reich:
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Nach dem Tod von Graf Adolf VIII. von Holstein und Herzog von Schleswig gibt es keine Erben, daher hat niemand ein Anrecht auf das Herzogtum Schleswig und die Grafschaft Holstein. Für die Wahl eines neuen Herzogs kommt die Ritterschaft zusammen. Auch nach mehreren Wahlgängen kommt es 1460 zu keinem Ergebnis.

Kalmarer Union

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König Christian II. wird zur Abdankung nun auch als König von Dänemark und Norwegen gezwungen. Sein Onkel Friedrich I. folgt ihm auf den Thron, zu dem auch die Herzogtümer Schleswig und Holstein gehören. Friedrich übergibt seinem Sohn Christian die Verwaltung eines Teils von Schleswig mit dem Zentrum Hadersleben.

Deutscher Bund / Dänemark

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Die gemeinsame Novemberverfassung für das Königreich Dänemark und das Herzogtum Schleswig wird zum Auslöser für den Deutsch-Dänischen Krieg im folgenden Jahr.

Territoriale Entwicklung

1864

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als Folge des Deutsch-dänischen Krieges kam Schleswig in den Bund. Schleswig-Holstein wurde von Österreich und Preußen gemeinsam verwaltet, was zu schweren Konflikten führte. Holstein war bereits seit 1815 Mitglied, Schleswig hatte bis dahin unter dänischer Hoheit gestanden. (Deutscher Bund)

Zeittafel

1920

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Nach einer Volksabstimmung in Südjütland (Schleswig) wird Nordschleswig dänisch, Südschleswig bleibt bei Deutschland. (Geschichte Dänemarks)

Europa

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Gasteiner Konvention zwischen Preußen und Österreich zur Verwaltung von Schleswig und Holstein
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Weitere Ereignisse in Europa: Im Londoner Protokoll wird die Integrität des dänischen Gesamtstaates von den Großmächten bekräftigt. Die Herzogtümer Schleswig und Holstein bleiben aber als eigenständige Einheiten erhalten.
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und 25. Juli: Die Schlacht bei Idstedt fordert über sechseinhalbtausend Menschenleben: Dänemark setzt sich in Schleswig und Holstein endgültig durch.
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Weitere Ereignisse in Europa: Der „offene Brief“ des Dänenkönigs Christian VIII. mit der Feststellung, Schleswig und Lauenburg gehörten zur Krone Dänemarks, löst unter den Einwohnern und in Holstein eine Welle der Empörung aus.

1544

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Weitere Ereignisse in Europa: Die Herzogtümer Schleswig und Holstein werden zwischen dem dänisch-norwegischen König Christian III. und seinen Halbbrüdern Johann dem Älteren und Adolf I. aufgeteilt. Christian wird Herzog des königlichen Anteils, Adolf erhält Schleswig-Holstein-Gottorf und Johann Schleswig-Holstein-Hadersleben. Für seine Aufenthalte in der Festung Krempe erwirbt Christian III. dort den sogenannten Königshof.

Politik & Weltgeschehen

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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Bei der Volksabstimmung in Schleswig in der zweiten Zone (Mittelschleswig) stimmen 80? % für den Verbleib bei Deutschland. Da sich die Bevölkerung bei der bereits am 10. Februar erfolgten Abstimmung in der ersten Zone (Nordschleswig) für Dänemark entschieden hatte, wird Schleswig (auch Sønderjylland) somit in einen dänischen Nord- und einen deutschen Südteil aufgeteilt. (14. März)
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Deutsch-Dänischer Krieg: Unterzeichnung des Friedens von Wien. Österreich, Preußen und Dänemark beenden den Deutsch-Dänischen Krieg. Dänemark überlässt darin die Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg den beiden deutschen Großmächten
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Deutsch-Dänischer Krieg: Das Kaisertum Österreich und Preußen stellen Dänemark ein auf 48 Stunden befristetes Ultimatum, die Novemberverfassung aufzuheben und das Herzogtum Schleswig zu räumen. Da Dänemark darauf nicht reagiert, kommt es wenige Tage später zum Deutsch-Dänischen Krieg.
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: In der Schlacht bei Idstedt besiegt Dänemark die Schleswig-Holsteinische Armee vernichtend und bringt das Herzogtum Schleswig wieder komplett unter dänische Kontrolle. (25. Juli)
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: In Kiel verbreitet sich auf Grund der Revolutionsereignisse das Gerücht, dass der dänische König in seiner Eigenschaft als Herzog von Schleswig und Holstein handlungsunfähig und „in den Händen des Pöbels“ sei. Mit dieser Sichtweise auf die Revolution, die in Kopenhagen zur Entlassung des bisherigen Kabinetts und Bildung einer liberalen – „eiderdänischen“ – Regierung geführt hatte, rechtfertigte man den Bruch mit der Regierung des dänisch-schleswig-holsteinischen Gesamtstaates. Daraufhin wird eine provisorische Regierung gebildet, die am folgenden Tag die beiden Herzogtümer Schleswig und Holstein in den Schleswig-Holsteinischen Krieg gegen Dänemark führt. (23. März)

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