Hippie

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Zwei Hippies beim Woodstock-Festival (1969)
Bild: Derek Redmond and Paul Campbell

Als Hippies (abgeleitet von englisch hip ‚angesagt‘) bezeichnet man Personen der gegenkulturellen Jugendbewegung, die in den 1960er Jahren in den USA entstand und sich an den Lebensstil der Hipster der 1950er Jahre anlehnte. Parallel dazu wurden auch die Bezeichnungen Acidhead und flower child oder im deutschsprachigen Raum Blumenkind verwendet. Der Kern der Hippiezeit war in den Jahren von 1965 bis 1971. In den 1980er Jahren ging die Hippiekultur in den alternativen Bewegungen auf und beeinflusste auch neue Subkulturen und Szenen. Besonders hervorzuheben unter den modernen Ausläufern der Hippiekultur sind die „Rainbow-Gathering-Bewegung“, bestimmte Musikfestivals und die Goa- oder „Hippietranceszene“.



Inhaltsverzeichnis



Bewegung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Festival-Besucher 1974
Bild: Derek Redmond and Paul Campbell

Die von San Francisco ausgehende Hippiebewegung stellte die ihrer Meinung nach sinnentleerten Wohlstandsideale der Mittelschicht in Frage und propagierte eine von Zwängen und bürgerlichen Tabus befreite Lebensvorstellung. Im Vergleich zur 68er-Bewegung und den Gammlern dominierten dabei stärker gemeinschaftliche (Selbstverwirklichung) als gesellschaftspolitische Konzepte, teilweise überschnitten sich die Ideale der Bewegungen. „Denn anders als die Gammler wollten sie nicht nur dem Leistungsdruck der Gesellschaft entfliehen, sondern zugleich neue, menschlichere Lebensweisen und Umgangsformen finden.“ Die Idee von einem humaneren und friedlicheren Leben wurde mit dem – oft synonym zur Hippiebewegung verwendeten – Schlagwort Flower-Power (englisch für „Blumenmacht“) belegt, das 1965 vom US-amerikanischen Dichter Allen Ginsberg geprägt wurde. Diese Ideale wurden versuchsweise in neuartigen, oft ländlichen Kommunen umgesetzt.

Die an Henry David Thoreau geschulte Naturverbundenheit und die Konsumkritik der Hippies führte zur Herausbildung einer eigenen Gegenkultur, die sich den bestehenden gesellschaftlichen und politischen Normen und Werten verweigerte und entsprechende Ansätze der Beat Generation seit den 1940er Jahren, William S. Burroughs, Neal Cassady, Charles Plymell, Jack Kerouac, Allen Ginsberg unter anderem weiterführte. „[…] im Nonkonformismus der Beat Generation der 1940er Jahre, werden die wesentlichen Aspekte der Hippie-Bewegung thematisiert: die Friedensbewegung, freie Liebe, Drogenkonsum, fernöstliche Religionen […].“

Gerade in der Spätphase sind die Grenzen zum New Age fließend. Insoweit handelt es sich bei Teilen der Hippiebewegung um ein Übergangsphänomen von den rationalistischen Fortschrittserzählungen der Moderne (zum Beispiel: 68er-Bewegung, Sozialismus) hin zur Neomystik der Postmoderne (unter anderem: New Age, Neuheidentum). Die Hippiebewegung fand ihren gesellschafts-politischen Höhepunkt in der Friedensbewegung gegen den Vietnamkrieg und prägte um 1967 das Motto Make love, not war. „Seit ihrem Auftauchen sind die klassischen jugendlichen Subkulturen im Guten wie im Schlechten stets Vorboten sozialer und gesellschaftlicher Umbrüche gewesen“.

Hippies wurden von konservativen Kreisen und dem Mainstream als Arbeitsscheue, Gammler, Chaoten und Langhaarige diffamiert. Sie wurden als Aussteiger betrachtet, die sich dem Leistungsprinzip und den bürgerlichen Konventionen und Moralvorstellungen nicht unterwarfen, sondern entzogen, in Kommunen auf Ibiza, in Indien (Goa), Marokko oder auf den griechischen Inseln. Ihnen wurden häufig, im abwertenden Sinne, pauschal politische Bestrebungen wie Sozialismus, Anarchismus oder Kommunismus unterstellt, obwohl es durchaus anarchistische Tendenzen innerhalb der Hippiebewegung und der Gegenkultur gab, jedoch keine staatskommunistischen oder -sozialistischen Interessen und Ideologien. „Das Ziel der Hippies war eine antiautoritäre und enthierarchisierte Welt- und Wertordnung ohne Klassenunterschiede, Leistungsnormen, Unterdrückung, Grausamkeit und Kriege.“ (Walter Hollstein )

Ein wesentlicher Einfluss auf die Bewegung wird von vielen Beobachtern den halluzinogenen Drogen zugeschrieben, insbesondere LSD. Erfahrungen aus LSD-Trips gingen in die Kultur, Philosophie und Politik der Bewegung ein. Nachdem die Substanz verboten wurde, verlagerte sich deren Produktion in Untergrundlabore. In zahlreichen Musikstücken und Filmen wurden LSD-Erfahrungen verarbeitet, auch in der breiten Öffentlichkeit und in der Wissenschaft waren sie ein Thema.

Oftmals stellten Hippies eine Bohème dar, wie in den Vierteln Haight-Ashbury in San Francisco und Greenwich Village in New York, wo sie als Subkultur Orte des Undergrounds schufen. Künstler wie Robert Crumb, Musiker wie Janis Joplin, Jimi Hendrix, Melanie Safka und Jim Morrison, Aktivisten wie Ken Kesey, Allen Ginsberg, Bands wie Grateful Dead, Beatles, Rolling Stones, The Who, Santana oder Schauspieler wie Peter Fonda oder Arlo Guthrie zeigen unterschiedliche Facetten der pluralen, heterogenen Hippie-Bewegung.



Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einigen warmen Regionen, wie hier an der Küste Sardiniens (Valle di Luna, Capo Testa) wohnen Hippies teilweise in Höhlen oder selbst errichteten Unterkünften
Bild: Derek Redmond and Paul Campbell

In ihrem Bekleidungsstil setzte die Hippie-Bewegung der industriell gefertigten Massen-Mode provokativ eine Anti-Mode entgegen. Durch Eigenproduktion mittels Nähen, Färben und Stricken setzte man sich von der Konsumgesellschaft ab und entzog sich damit auch deren marktwirtschaftlichen Verwertungsinteressen. Das Tragen dieser Kleidung demonstrierte somit nicht nur Individualität und Kreativität, sondern auch eine Absage an die bestehende Wirtschaftsordnung.

In dieser Kultur etablierte sich ein eigener Musik- und Kleidungsstil. Im grafischen Bereich nahm sie Einfluss auf die Plakatkunst und die Gestaltung von Schallplattenhüllen. Manche Männer und Frauen trugen wallende Batikgewänder mit bunten Farben und zumeist die so genannten Jesuslatschen an den Füßen. Charakteristisch ist, dass es kaum bis keine geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Kleidung gibt, was das Aufbrechen von Geschlechterrollen symbolisiert. Seit den 1990er Jahren bis heute sind Pumphosen, Dreadlocks, Piercings und traditionelle Blackworktätowierungen beliebt, die ein technoschamanistisches Erscheinungsbild abgeben und damit die Einstellungen der Freaks der Psytrance Szene äußerlich darstellen. Die Dreadlocks und der Kleidungsstil wurden ab den 1970er Jahren von den indischen Sadhus abgeleitet, die in Goa die Hippieszene nicht nur äußerlich stark beeinflussten. Verbreitet waren auch Gegenstände wie Räucherstäbchen und Geruchskerzen, die auch heute noch in der Goaszene beliebt sind. Hippies schmückten sich zum Zeichen für Frieden und Liebe mit Blumen, einem Attribut, das die Modeindustrie bald verwertete und damit gesellschaftsfähig machte. Sie wurden daher von der Boulevardpresse „Blumenkinder“ genannt. Männer trugen oftmals ebenso wie Frauen lange Haare und Schmuck. „Freie Liebe“ und freier Drogengenuss setzten sich durch.

Die psychedelische Musik, neben Folk der dominante Musikstil während des Höhepunktes der Hippiebewegung in den späten 1960er Jahren, war durch den Drogengenuss bei vielen Musikern geprägt. Seit den 1970er Jahren kam dann Reggae als beliebte Musik in die Freakszene. Ein zweites Aufflammen subkulturell-hippiesken Lebens bildete die Goatranceszene ab den 1990er Jahren, die den vorangegangenen Spacerock mit trancigen 4/4-Takten und neuen Synthesizern und Sampletechniken zu einem noch intensiveren, besser tanzbaren Erlebnis werden ließ. Ein Beispiel dieser Fusion ist der Schweizer Künstler Eternal Bliss. Auch jenseits der Goa- und späteren Psychedelictranceszene hat sich der Space-, Psychedelic- und Krautrock ab den 1970er Jahren weiterentwickelt. Die moderneren Bands dieser Genres sind im Vergleich zu ihren Vorläufern meistens etwas härter, basslastiger und vom Stonerrock beeinflusst, daher wird Psychedelic dieses Genres Heavypsychedelic oder auch verkürzt „Heavypsychrock“ genannt. Ein Vertreter dieses Genres ist die Band Causa Sui. Andere bekanntere Bands zeitgenössischer Space- und Psychedelic- und Neokrautrockmusik sind weiterhin: Electric Moon, My Brother In The Wind, Oresund Space Collective, Ozric Tentacles, Hidria Spacefolk, 35007, Electric Orange, Eye, Camera, Husky, Korai Öröm, Melting Euphoria, THTX, Tribe of Cro, Space Debris, Monkey3, My Sleeping Karma, Saturnia, Quantum Fantay und The Egocentrics. Aus einem Crossover von Doom und Psychedelic entstand die Band Om.

Ein bekanntes Lied, das direkt auf den Ursprung der Hippiekultur und die Blumen Bezug nahm, war der Hit „San Francisco (Be Sure to Wear Flowers in Your Hair)“ von Scott McKenzie, der 1967 in Deutschland zwei Monate lang auf Nummer eins der Charts war. Vorgänger war der Song „All You Need Is Love“ von den Beatles, der ebenfalls für die Zeit bezeichnend war und sechs Wochen die Hitparade anführte.

Ein berühmt gewordener musikalischer Höhepunkt, der zugleich auch den Beginn der Endphase der nicht kommerzialisierten Hippiebewegung einleitete, war das Woodstock-Festival. Geradezu stellvertretend für die Hippie-Ära steht das Musical Hair, das das Zeitalter des Wassermanns ankündigte (Esoterik). Gerade „Hair“ wurde und wird von dem allergrößten Teil der Hippies allerdings als zu klischeehaft und zu kitschig betrachtet.

Heute wird die Hippiebewegung noch gelebt. Seit 1968 existiert Europas größtes Hippiefestival, das Burg-Herzberg-Festival. Auch auf weiteren, aber meist kleineren und damit regionaleren Festivals wie dem Flower Power Festival in Freiberg, dem Zytanienfestival oder dem FreakWeekNoEnd im oberpfälzischen Oberviechtach findet sich eine reiche Auswahl an Musik verschiedenster Richtung aber im Einklang mit der Alternativen Kultur. Neben diesen eher klassischen Festivals findet man auch auf den noch zahlreicheren Goatrancefestivals, wie dem Antaris oder der Fullmoon, oder auch auf dem alternativen Fusionfestival viele Hippies. In den USA ist das Burning Man Festival Mittelpunkt der Szene. Ein Höhepunkt des Jahres sind für einen Teil der heutigen Hippieszene auch die jährlich stattfindenden Rainbow Gaherings, die – im Gegensatz zu den Festivals – nicht professionelle Musikdarbietungen, sondern gemeinschaftliches Leben in freier Natur ausmacht. Insgesamt ist die US-amerikanische Szene stärker am Jamrock orientiert, wohingegen in Europa eher die verschiedenen Rockvarianten, Goa und auch Reggae verbreitet ist.

Rainbow Gathering, Russland, August 2005
Bild: Derek Redmond and Paul Campbell

Die Hippieszene ist musikalisch vielfältig. Die Musikrichtungen reichen von diversen Spielarten der Rockmusik wie Space Rock, Folk Rock, Jazz Rock, Bluesrock und anderen progressiven Richtungen wie Progressive Rock über Naturmusik bis hin zu Psychedelic Trance und Progressive Trance, Folk, Weltmusik und Reggaeeinflüssen. Generell wird auf eine harmonische, friedliche Stimmung geachtet.

Das musikalische und melodiös eingängigste Beispiel, das die Emotionen dieser Ära einfängt, ist wohl das 1967 aufgenommene Album Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band der Beatles. Das Album war ein Gesamtkunstwerk, das Lebensfreude und neuen Zeitgeist ankündigte: a splendid time is guaranteed for all. Mit ihrer Kommerzialisierung kam es zum Niedergang der Hippiebewegung. Neue soziale Bewegungen bildeten daran anschließend ein gewisses Auffangbecken für Teile der ehemaligen Hippiebewegung seit den 1970er Jahren. Die Hippiebewegung starb in den Folgejahren zwar als Massenkult, überlebte allerdings bis heute als Nischenkultur. Das älteste deutsche Hippiefestival, das Burg-Herzberg-Festival, existiert nun schon seit 40 Jahren und vereint neu dazu gekommene und „alte Hippies“. Auch die Rainbow-Gathering-Bewegung ist ein lebendiges Beispiel für Hippiekultur in der Moderne.

Hippiekultur in der Gegenwart, Sommer 2015
Bild: Derek Redmond and Paul Campbell

Die neu entstehende Jugendkultur des Punk grenzte sich seit circa 1977 sehr stark vom Innerlichkeitsdenken, der Sanftheit und der Naturliebe der Hippies ab, die sie als verlogen empfand. Viele jugendliche Hippies „konvertierten“ zu der neuen, dominant werdenden Jugendkultur. Trotzdem lebten viele Hippies neben der neuen Subkultur und verschwanden nicht. Auch heute leben Menschen alternativ-experimentell im Geiste der Hippiebewegung. Die heutigen Hippies sind wie ihre Vorgänger Anhänger einer Geisteshaltung, die das freiheitliche, pazifistisch-soziale, tolerante Gemeinschaftsleben postuliert. Innerhalb dieser Lebensphilosophie sind anarchische Denkweisen ebenso gängig wie naturreligiös-spirituelle. Vegetarismus, bis hin zum Veganismus, ist stark verbreitet. Dies wird zum Beispiel in der ökologischen Lebensweise vieler Hippies und in dem Essensangebot von Veranstaltungen der Hippieszene deutlich. Die Weltanschauung und der Kleidungsstil wie auch die Lebensweise sind dem Einzelnen selbst überlassen. Heutzutage gibt es in vielen, besonders größeren Städten der westlichen Welt Hippies, auch abgeschieden auf dem Land und in südlichen Ländern. Auch in Goa in Indien leben bis heute kleine Hippie-Gemeinschaften, von dort aus entstand die Musikrichtung Goatrance. „Wir waren früher arm. Die Hippies brachten uns Geld. Da haben wir sie akzeptiert“, erzählt Calestino de Souza. Der 68-jährige hat vor 40 Jahren die ersten Zimmer seiner Villa Bomfim in Baga an die Blumenkinder vermietet.



Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Filmen, die sich mit dem Lebensstil der Hippies auseinandersetzen, gehören unter anderem Easy Rider, Cheech und Chong, Alice’s Restaurant oder die Verfilmung der Musicals Hair und Jesus Christ Superstar sowie der Dokumentarfilm über das Woodstock-Festival.

In der Literatur stellten Bücher wie Die Pforten der Wahrnehmung oder die Werke Carlos Castanedas Inspirationsquellen der Hippiebewegung dar. Weiterhin wird die Hippie-Bewegung durch den US-amerikanischen Schriftsteller T. C. Boyle in seinem 2003 erschienenen Roman „Drop City“ verarbeitet.

In der South Park Folge Stirb Hippie, Stirb! wird der Lebensstil der Hippies humorvoll angegangen. Der Dokumentarfilm Last Hippie Standing widmet sich der Geschichte der Hippiekultur in Goa.



Der Hippiezug nach Asien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

?Hauptartikel: Hippie trail

Kennzeichnend für diese Bewegung war ebenfalls der große Aufbruch in den Osten, Richtung Indien und seiner orientalischen Mystik. Niedrige Drogenpreise sowie ein damals äußerst kostengünstiges Leben trugen ebenfalls dazu bei, die Attraktivität dieses Ziels zu erhöhen. Auf dem Weg dorthin wurde Kabul als Durchgangsstation bekannt sowie das Kathmandutal als Endziel der Hippies auf der Suche nach individueller Freiheit.

Der Aufbruch nach Osten umfasste mehrere Seiten: die kulturelle Seite – das war die Suche nach sich selbst. Die Lebensweise der Hippies mit ihrem Traum von Freiheit, Frieden und Liebe konnte ihrer Meinung nach hauptsächlich in anderen Kulturen umgesetzt werden. Kleidung, Denkweise und Haarlänge waren keinen Normen oder Standardwerten unterlegen. Die nomadenhafte Seite – das war die Suche nach neuen Horizonten. Der Film Easy Rider avancierte zum Teil auch deswegen zum Kultfilm, weil er eine Sehnsucht symbolisierte. Nicht zuletzt die Sehnsucht von tausenden Jugendlichen nach Freiheit, in Amerika und Europa, unter anderem in Indien. Ein Land der Dritten Welt, in dem die sozialen Unterschiede derart enorm waren, dass sie sich dem Verständnis der meisten Europäer entzogen (Kastensystem). Wachgerüttelt durch die sozialen und politischen Bewegungen Ende der 1960er Jahre sollten neue Wege erschlossen werden. Mystik, Drogen und/oder Religion wurden als Inspirationsquelle zu Hilfe gezogen. Anfang der 1970er Jahre waren die Jugendlichen sich bewusst geworden, dass sie alle nur Suchende sind. Auf der Suche nach einer Mystik, die mit Drogen den Zugang zu „Den Pforten der Wahrnehmung“ (Aldous Huxley) öffnen sollte. Jedoch war dabei hauptsächlich nur die weiße Mittelschicht der westlichen Welt betroffen.

Eines der Vorbilder des Indienzugs war Hermann Hesses „Siddharta“. Hesse war 1911 selbst mehrere Monate in Indien. Viele Leser fühlten sich davon angesprochen. Doch trotz der weithin bekannten „counter-culture“ wurde Amerika dennoch kein Hippieziel der Europäer, sondern blieb, auch wegen des Vietnamkrieges, eher ein abschreckendes Beispiel.

In Abneigung vor der Vereinnahmung durch das autoritäre System entwickelte sich in den Guesthouses des India-overland-trails eine Subkultur, die eigene Normen und Richtlinien suchten. Soziologisch gesehen bestanden die Hippies im Wesentlichen aus westeuropäischen und nordamerikanischen Mittelstandskindern, überwiegend unter 30 Jahren, aus Auswanderern und Aussteigern, Lebenskünstlern und Bohémiens, Studenten, Arbeitsverweigerern, Fahnenflüchtigen, Drogenkonsumenten und Drogendealern.

Gemeinsam war ihnen nur, dass sie alle eine Abkehr vom autoritären Lebensstil der 1960er Jahre wollten. Auf der Suche nach neuen Erfahrungen brachen sie nach Osten auf. Eine Gegenkultur setzte sich in Goa, Kabul und Kathmandu fest.



Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Barry Miles: Hippies. Collection Rolf Heyne, Mnchen 2005, ISBN 3-89910-257-6.
  • Michael G. Symolka: Hippie-Lexikon (Das ABC der Flower-Power-ra). Lexikon Imprint Verlag, ISBN 3-89602-204-0.
  • Rauhut, Michael & Thomas Kochan (Hrsg.): Bye bye, Lbben City. Bluesfreaks, Tramps und Hippies in der DDR. Schwarzkopf & Schwarzkopf, 2004, ISBN 3-89602-602-X.
  • Gerd Stein (Hrsg.): Bohemien ? Tramp ? Sponti. Boheme und Alternativkultur. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1982 (Reihe: FTB 5035), ISBN 3-596-25035-8.
  • Matthias Blazek: The Mamas and The Papas ? Flower-Power-Ikonen, Psychedelika und sexuelle Revolution. Ibidem-Verlag, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-8382-0577-9.
  • Jens Gehret (Hrsg.): Gegenkultur heute. Die Alternativbewegung von Woodstock bis Tunix. Azid Presse, 2. Auflage, Amsterdam 1979. ISBN 90-70215-03-9.
  • Klaus Farin: Jugendkulturen in Deutschland 1950?1989. Verlag Bundeszentrale fr politische Bildung; Reihe Zeitbilder, Bonn 2006, ISBN 3-89331-671-X.
  • Walter Hollstein: Die Gegengesellschaft. Rowohlt Verlag, rororo?Sachbuch 7454, Reinbek 1982, S. 50, ISBN 3-499-17454-5.
  • Walter Hollstein: Der Untergrund. Zur Soziologie jugendlicher Protestbewegungen. Luchterhand, Neuwied 1969.
Hippie-Zeitschriften
  • Love, Berlin (fnf Ausgaben, 1970?1971)
  • Holy Flipp, Herten (1973/1974)

Vgl. hierzu: Udo Pasterny/Jens Gehret (Hrsg.): Deutschsprachige Bibliographie der Gegenkultur, S. 107 und 109. Azid Presse, Amsterdam 1982. ISBN 90-70215-10-1.



Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ?Michael Fallon: ber die Begriffsbezeichnung Hippie (englisch), abgerufen am 17. Februar 2009.
  2. ?Titel Thesen Temperamentfarben: Tom Wolfe ? Innenansichten der Hippie-Bewegung vom 2. Oktober 2016.
  3. ?Zeittafel der Hippie-Kultur (englisch), abgerufen am 17. Februar 2009.
  4. ?Zitat nach Klaus Farin, Jugendkultur in Deutschland 1950 bis 1989. Teil 2, Bundeszentrale fr politische Bildung, Bonn 2006. Im Bestand der Deutschen Nationalbibliothek.
  5. ?Zitat nach ?history-themenseiten?. [Website nicht mehr erreichbar]. Abgerufen am 18. Februar 2009.
  6. ?Zitat nach Reinhard Jellen, in Marxistische Bltter, Nr. 1 - 2006; 44. Jahrgang.
  7. ?Vgl. hierzu: ?Der Spiegel? vom 30. Januar 2009; Blumenkinder des Bsen. Als die Hippie-Kultur zum Gewaltrausch wurde. Von Constantin Alexander. Abgerufen am 18. Februar 2009
  8. ?Die Gegengesellschaft. S. 50.
  9. ?Fahlenbrach, Kathrin: Protest-Inszenierungen, Visuelle Kommunikation und kollektive Identitten in Protestbewegungen, Springer 2002, S. 202
  10. ?Klaus FarinSwinging Sixties, Kapitel: Die Hippies, Seite 4. Vgl. hierzu auch: Klaus Farin: Jugendkulturen in Deutschland, 1959?1989.
  11. ?An den Strnden der Blumenkinder, Zitat aus der ?Sddeutschen Zeitung? vom 8. Februar 2009, abgerufen am 18. Februar 2009.

Als Hippies (abgeleitet von englischhip ‚angesagt‘) bezeichnet man Personen der gegenkulturellen Jugendbewegung, die in den 1960er Jahren in den USA entstand und sich an den Lebensstil der Hipster der 1950er Jahre anlehnte. Parallel dazu wurden auch die Bezeichnungen Acidhead und flower child oder im deutschsprachigen Raum Blumenkind verwendet. Der Kern der Hippiezeit war in den Jahren von 1965 bis 1971. In den 1980er Jahren ging die Hippiekultur in den alternativen Bewegungen auf und beeinflusste auch neue Subkulturen und Szenen. Besonders hervorzuheben unter den modernen Ausläufern der Hippiekultur sind die „Rainbow-Gathering-Bewegung“, bestimmte Musikfestivals und die Goa- oder „Hippietranceszene“.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Chester Leo Helms stirbt in San Francisco, Kalifornien. Chester Leo „Chet“ Helms war ein kalifornischer Konzertveranstalter und Hippie-Aktivist. Helms war Manager der Band Big Brother and the Holding Company und Entdecker von Janis Joplin, die er miteinander bekannt machte.
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Gestorben: Timothy Leary stirbt in Beverly Hills. Timothy Francis Leary war ein US-amerikanischer Psychologe, Autor und „Guru“ der Hippie-Bewegung. Leary wurde in den 1960er und 1970er Jahren dafür bekannt, dass er den freien und allgemeinen Zugang zu „psychedelischen“ (bewusstseinsverändernden) Drogen wie LSD, Mescalin oder Psilocybin propagierte.
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Geboren: Jeffrey MacDonald wird geboren. Der ehemalige Green Beret Capt. Jeffrey R. MacDonald ist ein US-amerikanischer Militärarzt, der 1979 wegen Mordes an seiner schwangeren Ehefrau Colette (26) und seinen beiden Töchtern Kristen (2) und Kimberly (5) verurteilt wurde. Das Verbrechen geschah am 17. Februar 1970 in Fort Bragg in North Carolina. Mit äußerster Brutalität wurden die Opfer erschlagen und niedergestochen. MacDonald hat das Verbrechen nie zugegeben, sondern beschuldigt seitdem eine Gruppe Hippies, die das Verbrechen nach dem Muster der Manson-Morde im Drogenrausch begangen haben soll.
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Geboren: Chester Leo Helms wird in Santa Maria, Kalifornien geboren. Chester Leo „Chet“ Helms war ein kalifornischer Konzertveranstalter und Hippie-Aktivist. Helms war Manager der Band Big Brother and the Holding Company und Entdecker von Janis Joplin, die er miteinander bekannt machte.
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Geboren: Tommy Chong wird in Edmonton, Alberta geboren. Thomas Chong B. Kin ist ein kanadischer Schauspieler und Musiker, der durch seine stereotype Darstellung des kiffenden Hippies in der Rolle des Anthony im Cheech-und-Chong-Duo mit Cheech Marin bekannt geworden ist. Seine Kinder Rae Dawn Chong, Robbi Chong und Marcus Chong sind ebenfalls Schauspieler.

Kunst & Kultur

1967

Kultur:
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Die Hippiebewegung erreicht mit dem Summer of Love einen Höhepunkt

Bemerkenswertes

Exponierte Ereignisse:
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Das Monterey Pop Festival, eines der ersten Popfestivals überhaupt und ein erster Höhepunkt der Hippie-Bewegung, beginnt.

Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

1996

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Auflösung: Peacock Palace war eine zeitweise recht erfolgreiche Pop-Band aus Berlin mit Wurzeln im Protest Folk eines Bob Dylan und der kalifornischen Flower Power Bewegung der späten sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts.

1991

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Gründung: Peacock Palace war eine zeitweise recht erfolgreiche Pop-Band aus Berlin mit Wurzeln im Protest Folk eines Bob Dylan und der kalifornischen Flower Power Bewegung der späten sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts.

1989

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Gründung: Blind Melon ist eine Alternative-Rock-Band aus Mississippi (USA). Ihren Namen entlieh sich die Band bei Brad Smiths Vater, der die örtlichen Hippies als Blind Melons bezeichnete.

1974

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Gründung: The Kelly Family ist eine Musikgruppe, die sich aus Mitgliedern der Großfamilie Kelly zusammensetzt. Ihr Musikstil ist in den Bereichen Folk, Pop und Pop-Rock angesiedelt. Zu ihrem Repertoire gehören insbesondere englisch-, aber auch deutsch-, französisch- und spanischsprachige Titel. Nachdem die Geschwister ab 1974 zunächst als Kelly Kids auftraten, reisten sie ab 1978 unter dem Namen The Kelly Family durch die USA und Europa und bestritten als Straßenmusiker zahlreiche unentgeltliche Konzerte auf öffentlichen Plätzen und in Fußgängerzonen. Mit Who’ll Come with Me (David’s Song) erreichte die Gruppe 1980 ihren ersten Nr.1-Hit in Belgien und den Niederlanden. Ihren endgültigen Durchbruch erzielte sie mit ihrem 1994 erschienenen Album Over the Hump, das sich allein in Deutschland rund 2,5 Millionen Mal verkaufte und viermal mit Platin ausgezeichnet wurde. Mit der von Paddy Kelly komponierten Single An Angel hielt sich die zu diesem Zeitpunkt aus neun Mitgliedern bestehende Kelly Family ein Jahr lang in den deutschen Charts und löste eine Welle der Euphorie unter überwiegend weiblichen Jugendlichen aus. Aufmerksamkeit erregte die Familie vor allem durch ihr hippieähnliches Aussehen und ihren alternativen Lebensstil, der durch zahlreiche Reisen und Wohnortwechsel sowie durch atypische Wohnunterkünfte gekennzeichnet war. So lebte die Familie unter anderem in einem VW T1, in einem Doppeldeckerbus, auf einem Hausboot und auf Schloss Gymnich. Im Zuge ihres kommerziellen musikalischen Aufstiegs und der damit verbundenen Medienpräsenz wurde sie zugleich zu einer Zielscheibe von Hohn und Spott.

Rundfunk, Film & Fernsehen

2001

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Film: Last Hippie Standing ist eine 45-minütige englischsprachige Dokumentation des deutschen Dokumentarfilmers Marcus Robbin über die Hippie-Bewegung und die Psytrance-Szene in Goa und im Speziellen in Anjuna in Indien. Der Film vergleicht die Hippie-Ära in den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts mit der Situation im Jahr 2000.

Stab:
Regie: Marcus Robbin, Ulrich Meczulat (Co-Regie)
Drehbuch: Marcus Robbin
Produktion: Tangiji Film GbR
Musik: Arnd Mechsner, Peter Aumeier, Peter Ziegelmeier
Kamera: Martin Roth, Jochen Hermann
Schnitt: Stefan Kobe,
Marcus Robbin

1996

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Film: Der Trip -Die nackte Gitarre 0, 5 ist eine Parodie auf die Hippiezeit der 1970er Jahre. In den Hauptrollen sind Dieter Thomas Kuhn als Dieter und Esther Schweins als Petra. In den Nebenrollen als Dieters Eltern sind Herbert Feuerstein und Hansi Jochmann zu sehen.

Stab:
Regie: Wolfgang Büld
Drehbuch: Wolfgang Büld (Roman), Arne Elsholtz
Produktion: Hans Weth
Musik: Jochen Schmidt-Hambrock
Kamera: Tomas Erhart
Schnitt: Gisela Haller

Besetzung: Dieter Thomas Kuhn, Esther Schweins, Beatrice Manowski, Robert Jarczyk, Herbert Feuerstein, Hansi Jochmann
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Rundfunk: − In den USA ist die erste von 180 Folgen der Sitcom Family Ties zu sehen. Die Serie dreht sich um den Alltag der Familie Keaton aus Columbus, Ohio. Während die Eltern versuchen, nach den Werten der Hippiebewegung zu leben, und die beiden Töchter einen eher alternativen Lebensstil pflegen, unterstützt der älteste Sohn, Alex Keaton (Michael J. Fox), die konservative Wende von Präsident Ronald Reagan. Das Titellied Without Us stammt von Jeff Barry und wird in der Originalfassung von Johnny Mathis und Deniece Williams gesungen.

1978

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Film: Viel Rauch um nichts (Originaltitel: Up in Smoke) ist ein US-amerikanisches Stoner-Movie aus dem Jahr 1978. Durch seine Darstellung des Lebensgefühls der Hippiezeit avancierte der Film bald zum Kultfilm. Die Hauptdarsteller Cheech Marin und Tommy Chong haben 2010 bekannt gegeben, dass an einer Fortsetzung mit dem Namen Up in Smoke 2 gearbeitet wird.

Stab:
Regie: Lou Adler
Drehbuch: Tommy Chong , Cheech Marin
Produktion: Lou Adler John Beug Lou Lombardo
Musik: Tommy Chong
Kamera: Jules Brenner, Gene Polito, Jack Willoughby
Schnitt: Scott Conrad

Besetzung: Tommy Chong, Cheech Marin, Strother Martin, Tom Skerritt, Stacy Keach

1972

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Film: Bruder Sonne, Schwester Mond (engl. Titel: Brother Sun, Sister Moon) ist ein britisch-italienischer Spielfilm von Franco Zeffirelli aus dem Jahr 1972. Er erzählt von den Jugendjahren des Franz von Assisi auf eine Weise, die vor allem das Lebensgefühl und Sehnsüchte von Hippies und Populärkünstlern der 1960er-Jahre zum Ausdruck bringt. Der Film wurde an Originalschauplätzen in Italien gedreht.

Stab:
Regie: Franco Zeffirelli
Drehbuch: Suso Cecchi D’Amico Kenneth Ross Lina Wertmüller Franco Zeffirelli
Produktion: Dyson Lovell Luciano Perugia
Musik: Donovan Riz Ortolani
Kamera: Ennio Guarnieri
Schnitt: Reginald Mills

Besetzung: Graham Faulkner, Judi Bowker, Leigh Lawson, Kenneth Cranham, Lee Montague, Valentina Cortese, Alec Guinness, Michael Feast, Nicholas Willatt, John Sharp, Adolfo Celi, Francesco Guerrieri, Carlo Pisacane

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