Hunnen

Hunnen ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe zentralasiatischer Reitervölker mit nomadischer, später halbnomadischer Lebensweise. Ihre genaue Herkunft und Ethnizität ist nicht bekannt bzw. in der modernen Forschung umstritten.

Die wenigen Sprachüberreste erlauben keine präzise Zuordnung: Einige Forscher gehen davon aus, dass die Hunnen eine Turksprache (siehe auch Altaische Sprachen) sprachen, andere Forscher gehen hingegen von einer heute ausgestorbenen Sprache aus bzw. bezweifeln eine exakte Zuordnung. Ebenso ist unsicher, ob der Begriff Hunnen eine klar umrissene Gruppe von Stämmen bezeichnete. In der modernen Forschung wird vielmehr oft angenommen, dass der Name eher als prestigeträchtige Bezeichnung für eine heterogen zusammengesetzte Gruppe zu verstehen ist. In diesem Sinne wurde der Begriff Hunne von einigen oströmischen Geschichtsschreibern für ganz verschiedene später auftauchende Reitervölker benutzt.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Flavius Aëtius stirbt. oder 454 in Rom. Flavius Aëtius war ein weströmischer Heermeister und Politiker in der spätantiken Völkerwanderungszeit. Er lebte jahrelang als Geisel am hunnischen Hof und knüpfte dort politische Kontakte, von denen er später in hohem Maß profitierte. Aëtius übte seit den 420er Jahren für drei Jahrzehnte maßgeblichen Einfluss auf die Führung der Reichsgeschäfte im Westreich aus und war dreimal Konsul (432, 437 und 446). Zusammen mit Westgoten und anderen barbarischen Stämmen konnte er in Gallien den Hunnenangriff von 451/2 abwehren.

Europa

453 n. Chr.

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Beginn des Zerfalls des Hunnenreichs nach dem Tod Attilas. Die Reste der Hunnen ziehen sich in die Steppengebiete nördlich des Schwarzen Meeres zurück, wo Attilas Söhne eigene Herrschaften aufbauen, denen schließlich die Bulgaren und Chasaren folgen.
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Die Hunnen erobern Metz, etwas später gelangen sie bis Orléans.

Politik & Weltgeschehen

452 n. Chr.

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Attila, König der Hunnen und Führer einer umfassenden Stammeskoalition, führt nach der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern (451) bereits im folgenden Jahr eine riesige Armee nach Italien; Aquileia wird zerstört, Padua, Bergamo, Brescia, Novara, Mailand und Pavia werden erobert, Kaiser Valentinian III. flieht aus seiner Residenz Ravenna nach Rom. Zwar wird Attila von Papst Leo dem Grossen ohne einen Schwertstreich davon abgebracht, Rom zu attackieren, aber trotzdem wird angenommen, dass er bei seinem Durchmarsch große Flüchtlingsströme in Gang brachte. Der Überlieferung nach ist auch die Gründung Venedigs auf den Hunnensturm zurückzuführen, vor dem man sich in die Lagunen flüchtete.

449 n. Chr.

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448 oder 449: Gesandtschaftsreise des oströmischen Diplomaten Priskos an den Hof des HunnenkönigsAttila.

447 n. Chr.

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Die Hunnen unter Attila zerstören die Stadt Serdica (Sofia). In der Schlacht am Utus besiegen die Hunnen ein oströmisches Heer und dringen daraufhin bis zu den Thermopylen vor.

430 n. Chr.

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Rua wird alleiniger Herrscher der Hunnen; dessen Neffe Attila befindet sich seit 410 am weströmischen Hof von Ravenna als Geisel.

425 n. Chr.

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Der Feldherr Flavius Aëtius trifft mit einer Hilfstruppe von 60.000 Hunnen in Nord-Italien ein, die eigentlich zur Unterstützung von Johannes gedacht waren; dieser wurde aber bereits wenige Tage zuvor getötet, sodass sich Aetius mit seiner Armee den neuen Machthabern zur Verfügung stellt. Galla Placidia ernennt ihn daraufhin zum Magister Militum für Gallien.

Ereignisse

454 n. Chr.

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In der Schlacht am Nedao gelingt es den Gepiden unter Ardarich und den mit ihnen verbündeten Völkern der Skiren, Rugier, Sueben, Heruler und Ostgoten die Reste der Hunnen unter Attilas Sohn Ellac und dessen Brüdern endgültig aus Ungarn zu vertreiben. 30.000 Hunnen, unter ihnen Ellac, finden den Tod. Die Ostgoten unter Walamar bzw. Theodemir werden rechts der Donau im oströmischen Reich angesiedelt.

450 n. Chr.

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Markian stellt die Tributleistungen an die Hunnen ein; daraufhin orientiert sich Attila westwärts.

441 n. Chr.

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Die Hunnen dringen unter der Führung von Attila in den Balkan ein.

436 n. Chr.

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Zerstörung des Burgundenreiches durch den römischen Magister militum Flavius Aëtius mit Hilfe hunnischer Hilfstruppen, nach einem Vertragsbruch seitens der Burgunden. Der König der Burgunden, Gundahar, fällt im Kampf (vgl. Nibelungensage). Neuer König des Restvolks wird Gundioch.

434 n. Chr.

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Flavius Aëtius erlangt mit Unterstützung der Hunnen im Weströmischen Reich eine dominierende Stellung als Magister Militum und Patricius. Er tritt den Hunnen als Dank einen Teil Pannoniens ab.

"Hunnen" in den Nachrichten