Indigene Völker Südamerikas

Indigene Völker Südamerikas werden in Völker des Tieflandes und Völker der Anden unterschieden. Die Bezeichnungen (südamerikanische) Indianer oder Indios für alle diese Völker sind weit verbreitet, können aber von derart bezeichneten Menschen als beleidigend empfunden werden. Die indigene Bevölkerung Südamerikas wird häufig in Sprachfamilien eingeteilt, wie zum Beispiel Quechua, Aymara, Tupi oder Mapuche, die Angehörigen dieser Sprachfamilien betrachten sich jedoch selbst nicht unbedingt als zusammengehörige Gruppe.



Geschichte




Die Geschichte und selbst die Gegenwart zahlreicher Völker, vor allem im Regenwaldgebiet, ist weitgehend unbekannt, obwohl bereits viele Ethnographien zu verschiedenen ethnischen Gruppen Südamerikas verfasst wurden. Erst Mitte Juni 2011 bestätigten Behörden die Existenz eines bisher noch nicht gesichteten unkontaktierten Volkes mit ungefähr 200 Angehörigen. Das Dorf befindet sich im Javari Tal nahe der Grenze Perus und wurde von FUNAI während eines Überflugs über das Gebiet gesichtet. Unkontaktierte Völker gehören zu den gefährdetsten Menschen weltweit, da sie keinerlei Resistenz gegen Krankheiten wie Grippe, Masern usw. aufweisen Es ist daher streng untersagt, mit ihnen Kontakt aufzunehmen, zumal sie selbst sich unter Anwendung von Waffengewalt dagegen wehren. Vermutlich liegt dieser Abwehr die Erfahrung zugrunde, dass mehr als die Hälfte der Völker, die in der Vergangenheit Kontakt aufgenommen haben, durch die genannten Krankheiten getötet wurde. 24 dieser Völker sind in Brasilien staatlich anerkannt, weitere 44 werden von Völkerkundlern vermutet.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Leonidas Proaño stirbt in Quito. Leonidas Eduardo Proaño Villalba war ein ecuadorianischer römisch-katholischer Priester und Theologe. Er war von 1954 bis 1985 Bischof von Riobamba und einer der bedeutendsten Vertreter der Befreiungstheologie in Ecuador. Er ist als „Bischof der Armen“ und „Bischof der Indios“ bekannt geworden.
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Gestorben: Waldemar Julsrud stirbt in León/Mexiko. Waldemar Julsrud war deutscher Kleinteilkaufmann und Hobby-Archäologe. Er wohnte während des Zweiten Weltkrieges zeitweise in Amerika und beschäftigte sich mit den Tarasken, Azteken, Tolteken, Maya, der archäologischen Kultur von Chupícuaro, den Inkas und anderen indianischen Zivilisationen.

1960

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Geboren: Walter Prudencio Magne Veliz wird in Oruro geboren. Walter Prudencio Magne Veliz ist Botschafter Boliviens in Deutschland. Zugleich ist er der erste indigene Botschafter Boliviens. Der studierte Ethnologe und Medienwissenschaftler setzt sich für die indigene Bevölkerung und den Kokaanbau ein.
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Geboren: Stan Van Gundy wird in Indio, Kalifornien geboren. Stan Van Gundy ist ein US-amerikanischer Basketball-Trainer, zuletzt Cheftrainer der Orlando Magic. Er ist der Bruder des früheren Houston Rockets-Trainers Jeff Van Gundy.

1958

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Gestorben: Friedrich von Horn Fitz-Gibbon stirbt in Bolivien. Friedrich Alfred Patrik von Horn Fitz-Gibbon forschte bei den indigenen Völkern Südamerikas.

Sonstige Ereignisse

1741

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Eingangs verweist Pius X. auf das Schreiben „Immensa pastorum“ , in dem sein Vorgänger Benedikt XIV. bereits die Verhältnisse beim Umgang mit den Ureinwohnern Südamerikas beklagt habe. In Ergänzung hierzu erwähnt er die Apostolischen Rundschreiben In plurimis (1888) und Catholicae Ecclesiae (1890) von Papst Leo XIII. Pius X. bemängelt das erneute Aufkeimen von Knechtschaft und Sklavenhaltung, den Verkauf von Frauen – und das, obwohl die Sklaverei untersagt wurde. Diese neuen Missstände seien auf die Begierde nach Grausamkeit und Habgier zurückzuführen. Ausdrücklich warnt er vor weiteren Massakern an den Indios und die Zerstörung von ganzen Dörfern, die als mögliche Folge das Aussterben der Urbevölkerung nach sich ziehen könnte. (Lacrimabili statu)

Amerika

Südamerika:
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Nach dem Vertrag mit den Ndyuka im Jahr 1760 schließt die niederländische Kolonialmacht in Suriname nach mehrmonatigen Verhandlungen auch mit der Maroons-Gruppe der Saramaccaner, die am Oberlauf des Suriname und des Saramacca siedeln, einen Friedensvertrag. Der Vertrag wird neben den Niederländern und den ehemaligen Sklaven auch von drei Einheimischen unterschrieben.

Ereignisse

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In der Enzyklika Lacrimabili statu geht Papst Pius X. auf die Situation der Indianer in Südamerika ein und fordert Bischöfe und Priester auf, sich schützend auf die Seite der Unterdrückten zu stellen.

Rundfunk, Film & Fernsehen

1970

Film:
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Tod eines Bürgers (The Old Man Who Cried Wolf) (Naomi Stevens)

Tagesgeschehen

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Lima/Peru: Bei schweren Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Indios, die gegen die Erdölförderung im Regenwald protestieren, kamen bisher 53 Menschen ums Leben und 179 Menschen wurden verletzt.
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Bolivien. Der neue Präsident Evo Morales wird in sein Amt eingeführt. Der sozialistische Bauernführer ist der erste Indio an der Spitze des südamerikanischen Landes. Zu der Vereidigung waren elf Staats- und Regierungschefs gekommen, auf den Straßen feierten zehntausende Indios den Amtsantritt von Evo Morales. Im Wahlkampf hatte er angekündigt, die Armut zu bekämpfen und die umfangreichen Gas- und Öl-Vorkommen zu verstaatlichen. Außerdem will Evo Morales den Anbau der Koka-Pflanze legalisieren, weil das die Lebensgrundlage vieler Bauern ist.

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