Insolvenz

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Eine Insolvenz (lateinisch insolventia‚ zu solvere ‚zahlen‘), bezeichnet die Situation eines Schuldners, seine Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Gläubiger nicht erfüllen zu können. Die Insolvenz ist gekennzeichnet durch akute Zahlungsunfähigkeit („Illiquidität“ oder mangelnde Liquidität) oder drohende Zahlungsunfähigkeit, die aus Überschuldung abgeleitet werden kann. Die Zahlungsunfähigkeit kann faktisch festgestellt werden, wohingegen die Überschuldung als Ergebnis ökonomischer Einschätzungen (ggf. unter Einhaltung buchhalterischer Vorschriften) nicht immer eindeutig ist.

In Österreich und der Schweiz spricht man von Konkurs (von lat. concursus ‚Zusammenlauf‘), womit die Versammlung der Gläubiger zur gerichtlichen Teilung des Vermögens eines Schuldners gemeint ist. Auch in Deutschland wurde bis zur Einführung der Insolvenzordnung der Begriff Konkurs verwendet. In Anlehnung an den italienischen Begriff banca rotta (zerschlagener Tisch) wird gelegentlich das Wort Bankrott gebraucht, wobei in Deutschland der Bankrott juristisch gesehen eine Straftat ist. Daneben kommt in der Umgangssprache das Wort Pleite vor, das stark negativ besetzt ist.

Die Art und Durchführung einer Insolvenz ist in den einzelnen Staaten unterschiedlich geregelt. Auch das Ziel des Insolvenzverfahrens ist von Rechtsordnung zu Rechtsordnung unterschiedlich; während das Ziel in Deutschland, der Schweiz und Österreich die Befriedigung der bzw. die gerechte Verteilung der Verluste auf die Gläubiger ist, ist Ziel in Frankreich der Erhalt von Arbeitsplätzen und in den USA, dem Schuldner einen fresh start zu ermöglichen. Vom Insolvenzrecht ausgenommen sind insolvenzunfähige Schuldner.



Inhaltsverzeichnis



Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rechtslage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer wechselvollen Geschichte des Konkurs- und Insolvenzrechts in Deutschland gibt es seit der Einführung der Insolvenzordnung 1999 hauptsächlich zwei Verfahren:

Voraussetzung für die Regelinsolvenz sind:

Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, so wird bei natürlichen Personen das Verbraucherinsolvenzverfahren durchgeführt, wenn keine Einigung mit den Gläubigern erfolgt ist. Für den Einigungsversuch ist ein Zeitraum von sechs Monaten vorgesehen. Dieses Verfahren erlaubt eine Restschuldbefreiung nach sechs Jahren.

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Daten zum Insolvenzgeschehen beruhen auf den Angaben der Insolvenzgerichte. 2013 kam es in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes insgesamt zu 141.332 Insolvenzen. Der größere Teil davon entfiel auf Privatinsolvenzen (115.337), wobei es sich in der Mehrzahl um Verbraucherinsolvenzen (91.200) handelte. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen einschließlich Kleingewerbe belief sich auf 25.995.

JahrInsolvenzen
insgesamt
davon Unternehmens-
insolvenzen
davon Verbraucher-
insolvenzen
1999034.038026.476001.634
2000042.259028.235006.886
2001049.326032.278009.070
2002084.428037.579019.857
2003100.723039.320032.131
2004118.274039.213047.230
2005136.554036.843066.945
2006161.430034.137094.389
2007164.597029.160103.085
2008155.202029.291095.730
2009162.907032.687098.776
2010168.485031.998106.290
2011159.418030.099103.289
2012150.298028.297097.608
2013141.332025.995091.200
2014134.871024.085086.298
2015127.438023.101080.146
2016122.514021.518077.238

Von den 24.208 Unternehmensinsolvenzen im Zeitraum Januar bis Oktober 2012 waren besonders folgende sechs Wirtschaftsbereiche betroffen:

Unternehmens-
insolvenzen
AnteilWirtschaftsbereichBetroffene
Beschftigte
Voraussichtliche
Forderungen in EUR
3.09112,8%Vorbereitende Baustellenarbeiten, Bauinstallationen und sonstiger Ausbau10.0620.688.681.000
2.36409,8%Gastronomie05.8070.346.892.000
2.32509,6%Einzelhandel (ohne Kraftfahrzeug-Handel)38.8021.666.457.000
1.45306,0%Grohandel07.1392.102.881.000
1.37505,7%Verwaltung und Fhrung von Unternehmen, Unternehmensberatung01.8294.956.893.000
1.11704,6%Sonstiger Ausbau (Ausbaugewerbe, Baunebengewerbe)02.8210.214.637.000


England[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In England gibt es ein gesetzlich geregeltes Verfahren, das dem deutschen Verbraucherinsolvenzverfahren ähnelt (bankruptcy).

  • Die Insolvenz muss vor Gericht beantragt werden, durch den Schuldner oder durch einen Glubiger. Der Antragsteller muss dabei die Kosten tragen ( 705, Stand Oktober 2014).
  • Nach der Antragstellung besteht sofort Glubigerschutz.
  • Die Restschuldbefreiung erfolgt in der Regel innerhalb von zwlf Monaten.
  • Die Restschuldbefreiung ist normalerweise in der gesamten EU anerkannt, Ausnahme ist Dnemark.
  • Whrend der Dauer des Verfahrens gelten eine Reihe von Einschrnkungen. Unter anderem muss der Schuldner bei der Aufnahme neuer Schulden erklren, dass er in Insolvenz ist, und bestimmte Ttigkeiten (etwa Fhrung einer Kapitalgesellschaft und Arbeit als Rechtsanwalt) mssen durch das zustndige Insolvenzgericht ausdrcklich erlaubt werden.


sterreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Österreich unterscheidet man nicht mehr zwischen Ausgleich und Konkurs, sondern es gilt seit 2010 das neue österreichische Insolvenzrecht.



Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Vereinigte Staaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Vereinigten Staaten wird zwischen freiwilligen und unfreiwilligen Verfahren unterschieden. Nach einer umfangreichen Gesetzesreform im Jahre 2005 gibt es hier auch ein Verfahren, das dem deutschen Verbraucherinsolvenzverfahren ähnelt.

Außerdem wird zwischen einer Liquidation (unter Chapter 7, wobei der gesamte Besitz der Person verkauft oder dem Gläubiger übergeben wird und, im Falle einer natürlichen Person, nicht abbezahlte Schulden für nichtig erklärt, „discharged“ werden) und der Reorganisation (bei der der Schuldner sich bemüht, innerhalb von 5 Jahren unter Schutz des Gerichtes alle Schulden abzubezahlen) unterschieden. Liquidation ist das Verfahren, das von vielen Amerikanern umgangssprachlich als bankruptcy bezeichnet wird, vor allem weil dies gegenüber der Reorganisation aufgrund der Einfachheit bevorzugt wird und weil die Person dazu wirklich bankrott sein muss (siehe Prüfung unten).

Für natürliche Personen kann vom U.S. Trustee unter Chapter 7 eine „Bedürftigkeitsprüfung“ durchgeführt werden, wenn die Schulden höher sind als das durchschnittliche jährliche Einkommen für einen Haushalt gleicher Größe in dem Staat, in dem die Person wohnt. Diese Prüfung dauert sechs Monate. Ohne diese Prüfung ist das Verfahren üblicherweise innerhalb von 4 bis 6 Monaten beendet. Man muss nur einmal vor Gericht zu einem Verfahren gemäß Sektion 341 „first-meeting-of-creditors“ erscheinen; dort treten aber oft keine Gläubiger auf, und man wird nur vom U.S. Trustee unter Eid befragt.



Grnde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Insolvenz kann auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein, wobei allgemein zwischen internen und externen Insolvenzursachen differenziert wird.

Interne Ursachen umfassen dabei sämtliche Aktivitäten, die unmittelbar vom betreffenden Unternehmen oder der Person selbst ausgehen und schließlich zur Insolvenz führen. Hierbei kann es sich beispielsweise um Fehlplanungen beziehungsweise Fehleinschätzungen handeln.

Externe Insolvenzursachen beschreiben hingegen sämtliche Faktoren, die von außen einwirken. Beispiele für externe Ursachen sind dabei strukturelle und konjunkturelle Veränderungen des Marktgeschehens, Konkurrenzsituationen (Arbeitsmarkt, Absatz), aber oft auch unvorhergesehene Ereignisse.

Bei natürlichen Personen kann oft nicht zwischen externen und internen Ursachen unterschieden werden. Häufige Ursachen bei natürlichen Personen sind Ehescheidung, Krankheit, Verlust des Arbeitsplatzes.



Abwendungsmglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um eine Insolvenz abzuwenden, gibt es folgende Möglichkeiten:

  1. Verhandlung mit dem oder den Glubiger(n) des Schuldners, ob ein Schuldenerlass (ganz oder teilweise), eine Ratenzahlung oder eine Stundung (Aufschub auf einen bestimmten oder unbestimmten Zeitpunkt) gewhrt wird,
  2. die Brgschaft eines solventen (also zahlungsfhigen) Dritten, etwa eines Verwandten oder eines Kreditinstituts.

Für die private Insolvenz gibt es Schuldenberater, die dabei helfen können, Kostenersparnisse durch Einschränkungen in der privaten Lebensführung zu erzielen.

Im Rahmen eines Schuldenbereinigungsplanes können die Einnahmen zum Beispiel bei Unternehmensinsolvenz über Werbemaßnahmen oder Spezialisierungen erhöht werden. Bei Privatinsolvenz ist die Veräußerung von Wertgegenständen und nicht benötigten Konsumgütern zu prüfen.

Erst dann schließt sich gegebenenfalls ein Insolvenzverfahren (nach Insolvenzrecht) an, das entweder in ein gerichtliches Verfahren oder in einen außergerichtlichen Vergleich mündet. Voraussetzung ist, dass die Insolvenzmasse für die Gebühren und Auslagen des Insolvenzverwalters sowie zumindest teilweise zur Befriedigung der Schulden der Gesamtheit der Gläubiger noch ausreicht.

Für juristische Personen und bei Selbständigen sind die entsprechenden Vorschriften im Handelsgesetzbuch zu berücksichtigen, die genauer vorgeben, wann ein Insolvenzzeitpunkt eintritt – im Gegensatz zur „gefühlten“ Zahlungsunfähigkeit einer Privatperson. Insbesondere ist die Befriedigung eines einzelnen Gläubigers unter Schlechterstellung anderer Gläubiger problematisch, da sich hieraus Anfechtungstatbestände ergeben. Die zu späte Anmeldung einer Insolvenz kann ggf. als Straftat betrachtet werden und zu einem Verfahren wegen Insolvenzverschleppung führen.



Abgeleitete Begriffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anschlusskonkurs ist ein Konkurs, der einem gescheiterten Vergleich folgt, also im Anschluss daran beantragt wird.
  • Gesamtvollstreckung ist ein seit 1999 nicht mehr gebruchlicher Begriff fr ein nach der Gesamtvollstreckungsordnung abgewickeltes Verfahren. Die Gesamtvollstreckung galt nur in den neuen Bundeslndern und deckte gleichermaen Konkurs und Vergleich ab.
  • Insolvenzplan ist der Plan (des Unternehmens oder des Masseverwalters/Sanierungsverwalters), der zu einer erfolgreichen Sanierung fhren soll.
  • Konkurs ist ein seit 1999 nicht mehr gebruchlicher Begriff fr ein nach der Konkursordnung abgewickeltes Verfahren.
  • Kriminalinsolvenz: Bezeichnung einer durch kriminelle Aktivitten ausgelsten Insolvenz (bekanntes Beispiel: FlowTex).
  • Lieferanten-Insolvenz: Erffnet ein Lieferant eines Unternehmens Insolvenz, kann diese weitreichende Folgen haben und im schlimmsten Fall zu weiteren Insolvenzen fhren.
  • Masseunzulnglichkeit: Stellt der Insolvenzverwalter nach der Erffnung des Insolvenzverfahrens fest, dass die Insolvenzmasse nicht ausreicht, um die Masseverbindlichkeiten zu erfllen (sogenannte Insolvenz in der Insolvenz), zeigt er dem Insolvenzgericht Masseunzulnglichkeit an.
  • Nachlassinsolvenzverfahren: Sind die Nachlassverbindlichkeiten hher als das im Nachlass enthaltene Vermgen, knnen die Erben durch die Erffnung des Nachlassinsolvenzverfahrens eine Absonderung des Nachlasses vom sogenannten Eigenvermgen erreichen, so dass sie nicht mehr mit ihrem Gesamtvermgen (Nachlass plus Eigenvermgen) haften.
  • Planinsolvenz ist ein Insolvenzantrag mit gleichzeitiger Vorlage eines Insolvenzplanes (auch pre-packaged; 217 ff. InsO).
  • Territorialinsolvenz ist ein Insolvenzverfahren ber das inlndische Vermgen einer Firma, die ihren Wirtschaftsschwerpunkt im Ausland hat und dort in die Insolvenz gegangen ist.
  • Vergleich ist ein 1999 abgeschafftes Konzept, mit dem eine insolvente Firma saniert werden soll, fr die ansonsten ein Konkurs erffnet werden msste; der Vergleich ist in der Insolvenzordnung aufgegangen.


Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhard Goerdeler (Hrsg.): Arbeitsrecht und Insolvenz. Bonner Symposion der ZGR (= Zeitschrift fr Unternehmens- und Gesellschaftsrecht. ZGR-Sonderheft 13,2). De Gruyter, Berlin/ New York 1984, ISBN 3-11-138438-1.
  • Reinhard Goerdeler (Hrsg.): Das Unternehmen in der Insolvenz. Zum ersten Bericht der Insolvenzrechtskommission. 5. Symposion der ZGR (= Zeitschrift fr Unternehmens- und Gesellschaftsrecht. ZGR-Sonderheft 15,2). De Gruyter, Berlin/ New York 1986, ISBN 3-11-138440-3.
  • Bob Wessels: Insolvency law. Herausgeber Jan M. Smits, Sammelwerk Elgar Encyclopedia of Comparative Law, Verlag Edward Elgar, Cheltenham/Northampton, M.A. 2006


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ?Christoph G. Paulus: ? 1 InsO und sein Insolvenzmodell?. In: NZI 2015, S. 1001?1005.
  2. ?berblicksseite zum Thema Insolvenzen (destatis.de, abgerufen am 13. Juli 2014)
  3. ?Insolvenzen nach Jahren (destatis.de, abgerufen am 13. Juli 2014)
  4. ?Statistiken zu Unternehmensinsolvenzen (destatis.de, abgerufen am 17. Juli 2016)
  5. ?Factsheet Bankruptcy. Website von National Debtline, abgerufen am 5. November 2012.
  6. ?Liquidation Title 11 of the United States Code, Ch. 7
  7. ?Reorganization Title 11 of the United States Code, Ch. 11?13
  8. ?Reorganization Title 11 of the United States Code, Ch. 7, Sec. 341
  9. ?uscourts.gov
  10. ?Thomas Hutzschenreuter: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. 3. Auflage. Gabler, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-8349-1593-1, S.80.
  11. ?Jrgen Grosche: Den schwarzen Schafen auf der Spur. Anzeige auf Merkur.de, 5. April 2016, abgerufen am 5. September 2016.
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Eine Insolvenz (lateinischinsolventia‚ zu solvere ‚zahlen‘), bezeichnet die Situation eines Schuldners, seine Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Gläubiger nicht erfüllen zu können. Die Insolvenz ist gekennzeichnet durch akute Zahlungsunfähigkeit („Illiquidität“ oder mangelnde Liquidität) oder drohende Zahlungsunfähigkeit, die aus Überschuldung abgeleitet werden kann. Die Zahlungsunfähigkeit kann faktisch festgestellt werden, wohingegen die Überschuldung als Ergebnis ökonomischer Einschätzungen (ggf. unter Einhaltung buchhalterischer Vorschriften) nicht immer eindeutig ist.

In Österreich und der Schweiz spricht man von Konkurs (von lat. concursus ‚Zusammenlauf‘), womit die Versammlung der Gläubiger zur gerichtlichen Teilung des Vermögens eines Schuldners gemeint ist. Auch in Deutschland wurde bis zur Einführung der Insolvenzordnung der Begriff Konkurs verwendet. In Anlehnung an den italienischen Begriff banca rotta (zerschlagener Tisch) wird gelegentlich das Wort Bankrott gebraucht, wobei in Deutschland der Bankrott juristisch gesehen eine Straftat ist. Daneben kommt in der Umgangssprache das Wort Pleite vor, das stark negativ besetzt ist.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Leo Kirch stirbt in München. Leo Kirch war ein deutscher Medienunternehmer. Er gründete 1955 einen Filmverleih, den er bis Anfang der 2000er Jahre zu einem der größten deutschen Medienkonzerne ausgebaut hatte, die Kirch-Gruppe. Leo Kirch war maßgeblich am Aufbau des Privatfernsehens und Bezahlfernsehens in Deutschland beteiligt. 2002 musste sein Unternehmen Insolvenz anmelden und wurde in der Folge zerschlagen. Kirch ging deswegen bis zu seinem Tod im Jahr 2011 juristisch gegen die Deutsche Bank vor. Deren damaliger Vorstandsvorsitzender Rolf E. Breuer hatte die Insolvenz –?wie mittlerweile gerichtlich festgestellt?– durch eine Interview-Äußerung zur mangelnden Kreditwürdigkeit des Unternehmens Anfang 2002 mit ausgelöst. Kirch, der in seinen letzten Lebensjahren durch eine Diabetes-Erkrankung fast erblindet war, galt als konservativ und äußerst öffentlichkeitsscheu. Er war unter anderem mit dem langjährigen deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl befreundet. Kirchs große politische Einflussmöglichkeiten durch seine zahlreichen Fernsehsender, darunter ProSieben und Sat.1, sowie durch seine Beteiligungen an anderen Medienkonzernen wurden teilweise massiv kritisiert.
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Gestorben: Johann Haselgruber stirbt in Wien. Johann Haselgruber war ein österreichischer Unternehmer, der am Ende der 1950er-Jahre durch eine Parteispendenaffäre und die Insolvenz seiner Firma Aufsehen erregte.
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Geboren: Edward Schramm wird in Coburg geboren. Edward Schramm ist ein deutscher Jurist und Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschaftsstrafrecht, Europäisches und Internationales Strafrecht an der Friedrich Schiller Universität Jena. Seine Forschungsschwerpunkte sind das Strafrecht, Strafprozessrecht, Wirtschaftsstrafrecht, insbes. Untreue, Insolvenzstrafrecht, europarechtliche Fragen der Compliance, Europäisches und Internationales Strafrecht, das Ehe- und Familienstrafrecht sowie Law and Literature.
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Gestorben: Carl Friedrich Wilhelm Borgward stirbt in Bremen. Carl Friedrich Wilhelm Borgward war ein deutscher Ingenieur und Unternehmer. Der von Carl F.?W. Borgward geschaffene Automobilkonzern war in den 1950er Jahren größter Arbeitgeber Bremens. Das Unternehmen mit den Marken Borgward, Hansa, Goliath und Lloyd ging 1961 in die Insolvenz.
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Geboren: Michail Borissowitsch Chodorkowski wird in Moskau geboren. Michail Borissowitsch Chodorkowski ist ein russischer Unternehmer, früherer Oligarch und ehemaliger Vorstandsvorsitzender des heute insolventen Ölkonzerns Yukos. Seit Oktober 2003 und voraussichtlich bis ins Jahr 2014 befindet er sich (wie auch sein Kollege Platon Lebedew) aufgrund einer Verurteilung wegen Steuerhinterziehung und planmäßigen Betrugs in Haft.

Geschichte

1990

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Vorstellung des 480 Cabriolet auf dem Genfer Auto-Salon, das aber aufgrund der Insolvenz eines für die Verdecke verantwortlichen wichtigen Zuliefererunternehmens sowie wegen vermutlicher Probleme bei der Homologation nie in Serienproduktion ging. Ab wurden nur noch Fahrzeuge mit Katalysator angeboten; die Leistung des 1,7-Liter-Saugmotors wird auf 75 kW (102 PS) angehoben und das Tankvolumen von 48 Litern auf 60 Liter (optional) erhöht. (Volvo 480)

Wissenschaft & Technik

Ereignisse > Wissenschaft und Technik:
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Die Cargolifter AG, welche ein Lastenluftschiff konstruieren und damit die Renaissance der Großluftschifffahrt einleiten wollte, meldet Insolvenz an. (7. Juni)

Tabellarische Chronik > Untergang

1982

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Am 9. August muss die Konzernleitung beim Amtsgericht Frankfurt/Main Vergleich anmelden. Ein Sanierungskonzept, das Bundesbürgschaften von 600? Mio.? DM und neue Bankkredite von 275? Mio.? DM vorsah, scheiterte zunächst an der Uneinigkeit der Banken, dann gewährte ein Bankenkonsortium dem AEG-Konzern bis Juni 1983 ein Verwalterdarlehen von 1,1? Mrd.? DM. Davon waren 700? Mio.? DM sofort verfügbar und 400? Mio.? DM nach Zusage einer Bürgschaft durch den Bund. Vergleichsverwalter war der Rechtsanwalt Wilhelm Schaaf. Infolge des Vergleichsverfahrens der AEG (August bis Oktober 1984) wurden weitere wesentliche Kernbereiche abgegeben. Hiervon war nicht nur die AEG-Telefunken AG, sondern auch die Tochtergesellschaften Küppersbusch AG in Gelsenkirchen, die Hermann Zanker Maschinenfabrik GmbH & Co. KG in Tübingen und die Carl Neff GmbH in Bretten betroffen. Die Alno-Möbelwerke GmbH & Co. KG in Pfullendorf wurde wieder von den bisherigen Minderheitsgesellschaftern der Familie Nothdurft übernommen und aus dem Konzern ausgegliedert. Auch Zulieferer der AEG mussten Konkurs anmelden, u.a. die Becher & Co. Möbelfabriken KG in Bühlertann. Mitauslöser dafür waren unangemessene Unternehmensaufkäufe und mangelnde Kontinuität der Unternehmenspolitik. Eine Auswirkung des Vergleichs war unter anderem der Verkauf des Areals der traditionellen Maschinenfabrik Brunnenstraße im damaligen Berliner Bezirk Wedding. Damit wurden die Groß- und Kleinmaschinenfabrik zugunsten der Lloyd Dynamowerke in Bremen (Mittelmaschinen), der AEG-Fabrik Essen (Großmaschinen) und des Unternehmens Bauknecht (Kleinmaschinen) aufgegeben. Für die ebenfalls auf diesem Areal befindlichen Stromrichterfabrik und Bahnfabrik wurden neue Fabriken in Berlin-Marienfelde bzw. Berlin-Spandau erbaut. Das Großrechenzentrum und das Institut für Automation wurden an anderen Standorten untergebracht.

Rundfunk, Film & Fernsehen

2002

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Rundfunk: April -Die ehemals einflussreiche Kirch-Gruppe (Filmrechteverwerter) muss aufgrund der erdrückenden Schuldenlast von 7 Milliarden Euro Insolvenz anmelden.

1999

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Film: Das schnelle Geld -Die Nick-Leeson-Story ist ein britischer Kinofilm aus dem Jahr 1999, der von den Börsengeschäften von Nick Leeson und der dadurch ausgelösten Insolvenz der Barings Bank handelt. Hauptdarsteller sind Ewan McGregor und Anna Friel. Der Film basiert auf dem Buch "Rogue Trader" von Nick Leeson.

Stab:
Regie: James Dearden
Drehbuch: James DeardenNick Leeson
Produktion: James DeardenJanette Day Paul Raphael
Musik: Richard Hartley
Kamera: Jean-François Robin
Schnitt: Catherine Creed

Besetzung: Ewan McGregor, Anna Friel, Yves Beneyton, Betsy Brantley, Caroline Langrishe, Nigel Lindsay, Tim McInnerny, Irene Ng, Lee Ross, Simon Shepherd, John Standing

Wirtschaft

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Das Finanzinstitut Lehman Brothers meldet Insolvenz an.
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In Japan geht das Geldinstitut Nichei Finance in Konkurs. Es ist der bisher größte Firmenbankrott in der Geschichte des Landes.

1996

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15. März: Der niederländische Flugzeughersteller Fokker meldet Insolvenz an. Das deutsche Mutterunternehmen Daimler-Benz hatte sich im Januar vom Unternehmen getrennt.

1988

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29. März: Die spanische Charterfluggesellschaft Spantax, die in Deutschland wegen mehrerer Unglücksfälle und Pannen über ein schlechtes Image verfügt, geht in Konkurs.
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In München werden die in Konkurs gegangenen Zündapp-Werke für 16 Mio. DM an China verkauft.

Tagesgeschehen

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Landkreis Ahrweiler/Deutschland: Der Nürburgring steht vor der Insolvenz.
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Frankfurt am Main/Deutschland: Das Versandhandelsunternehmen Neckermann stellt Insolvenzantrag.
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Saarbrücken/Deutschland: Die Fluggesellschaft Cirrus Airlines stellt beim Amtsgericht Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.
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Ulm/Deutschland: Das Unternehmen Schlecker beantragt beim Amtsgericht die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

Ereignisse > Wirtschaft

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Als Folge der herrschenden Panik im Zuge der Finanzkrise steigt der Goldpreis im New Yorker Handel steil von 784 auf 863 US-Dollar pro Unze an, während es weltweit zu weiteren massiven Einbrüchen an den Börsen kommt obwohl sich die Notenbanken weltweit um eine Eindämmung der Krise bemühen. So hat in der Nacht zuvor die US-amerikanische Fed dem vor wenigen Monaten noch weltgrößten Versicherungskonzern American International Group ein Darlehen von 85 Milliarden Dollar gewährt und ihn im Gegenzug zu 79,9 Prozent übernommen und damit quasi verstaatlicht, um ihn vor der Insolvenz zu retten. (17. September)
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Der niederländische Flugzeughersteller Fokker meldet Insolvenz an. Das deutsche Mutterunternehmen Daimler-Benz hatte sich im Januar vom Unternehmen getrennt. (15. März)
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Die spanische Charterfluggesellschaft Spantax, die in Deutschland wegen mehrerer Unglücksfälle und Pannen über ein schlechtes Image verfügt, geht in Konkurs. (29. März)

Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

2012

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Auflösung: Anton Schlecker e.K.i.I. war ein 1975 von Anton Schlecker gegründetes Unternehmen mit Sitz in Ehingen (Donau). Schlecker betrieb bis zum 27.? Juni 2012 Drogerie-Filialen (auch unter der Marke Ihr Platz), Versandhandel per Onlineshop und Katalog, Bau- und Möbelmärkte sowie Tankstellen.

2009

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Auflösung: Die SSW Schichau Seebeck Shipyard GmbH, vor allem als Schichau Seebeckwerft oder einfach Seebeckwerft bekannt, war ein Werftbetrieb in Bremerhaven. Sie war mit 320 Mitarbeitern (2008) spezialisiert auf Umbauten, Sektionsbau und Neubau kleiner Containerschiffe. Der Betrieb wurde zum 31.? Juli? 2009 geschlossen. Die Geschichte der Werft ist durch mehrere Fusionen, Konkurse und Neugründungen geprägt.

2009

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Gründung: Die General Motors Company (GM) ist ein global operierender US-amerikanischer Automobilkonzern, dem weltweit mehrere Marken gehören. Die 2009 mit US-amerikanischer/kanadischer staatlicher Mehrheitsbeteiligung als Vehicle Acquisition Holdings LLC gegründete Gesellschaft übernahm als NGMCO, INC. mit Übertragungs- und Kaufvertrag vom 26.? Juni 2009 abschließend mit 10.? Juli 2009 die Vermögenswerte (genannt ‚GM Asset Sale‘) der insolventenGeneral Motors Corporation (Old GM). Als neue General Motors Company LLC (auch: New GM) setzt sie die Geschäfte der Old GM fort. Die ehemalige General Motors Corporation firmiert seit 15.? Juli 2009 als Motors Liquidation Company.

2008

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Auflösung: Die Lehman Brothers Inc. (häufige Aussprache: ˈliːmən) war eine US-amerikanische Investmentbank mit Hauptsitz in New York, die am 15. September 2008 infolge der FinanzkriseInsolvenz beantragen musste. Im Jahr 2007 beschäftigte die Bank weltweit 28.600 Angestellte.

2008

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Gründung: Die Compagnia Aerea Italiana, kurz CAI (dt.: Italienische Luftfahrtgesellschaft) ist ein italienisches Konsortium, welches die weiterzuführenden Aktivitäten der privatisierten und neu strukturierten Fluggesellschaft Alitalia übernommen hat. Diese wurden aus der ehemals staatlichen insolventenAlitalia - Linee Aeree Italiane S.p.A. herausgelöst und in Form einer neuen nationalen Fluggesellschaft, wieder unter der Dachmarke Alitalia, mit Air One, Air One CityLiner (heute Alitalia CityLiner), Volare Airlines und Alitalia Express zusammengeführt.

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