Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm

Das Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm, kurz DOK Leipzig, ist ein seit 1955 jährlich in Leipzig stattfindendes Zwei-Sparten-Filmfestival. In den beiden Wettbewerbskategorien Internationaler Dokumentarfilm und Internationaler Animationsfilm werden als Hauptpreise die Goldene und Silberne Taube verliehen. Hauptpreise der Wettbewerbe Deutscher Dokumentarfilm und Generation DOK – Internationaler Nachwuchswettbewerb Dokumentarfilm sind der Zweitausendeins Filmpreis sowie die Goldene Taube der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig. Zur 58. Ausgabe des Festivals 2015 wurden Preisgelder in Höhe von 75.500 Euro vergeben. Seit 2004 gibt es außerdem mit DOK Industry ein umfangreiches international ausgerichtetes Branchenangebot, das zunehmend an Bedeutung gewinnt. 2015 besuchten rund 48.000 Zuschauer das Festival.



Geschichte




Die Initiative zur 1. Gesamtdeutschen Leipziger Woche für Kultur- und Dokumentarfilm 1955 geht auf den Club der Filmschaffenden der DDR zurück. Direktor des ersten unabhängigen und gesamtdeutschen Festivals der DDR war Wolfgang Kernicke. Aufgrund von Konzeptionsstreitigkeiten in den Jahren 1957 bis 1959 fand die Filmwoche nicht statt. Mit der Wiederaufnahme und neuer Konzeption 1960 begann das Festival, sich in der Dokumentarfilmlandschaft zu etablieren. 1961 fand das erste internationale Festival statt und im Jahr darauf wurden die Goldene und Silberne Taube als Hauptpreise eingeführt. Die Tauben gingen auf einen Entwurf von Pablo Picasso zurück, den dieser ursprünglich für die Pariser Weltfriedenskongress 1947 angefertigt hatte. Der französische Autor Vladimir Pozner war auf Vorschlag des Ehrenpräsidiums von der Direktion des Festivals beauftragt worden, bei seinem Freund Picasso nachzufragen, ob seine Taube in die Medaillen, die für die großen Preise des Festivals verliehen werden, eingraviert werden dürfte. Als Symbol des Festivals war der Entwurf bis 2004 auch in dessen Logo präsent. 1964 wurde Wolfgang Harkenthal neuer Direktor. Die ersten ernsthaften politischen Konflikte gab es 1968 mit der Niederschlagung des Prager Frühlings. Zwar durften einige gesellschaftskritische Filme im Programm gezeigt werden, Filme zum Thema „Tschechoslowakei“ wurden allerdings von der Aufführung ausgeschlossen. Ab 1971 nahm die Einmischung der staatlichen Behörden der DDR in die Programmgestaltung deutlich zu.1973, mit der Ratifizierung des Grundlagenvertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR, gründete sich das Komitee der Internationalen Leipziger Woche für Dokumentar- und Kurzfilm. Erste Präsidentin war Annelie Thorndike, Vize blieb bis 1983 Karl-Eduard von Schnitzler. Festivaldirektor war von 1973 bis 1989 Ronald Trisch. Die politische Einflussnahme auf Festivalbeiträge nahm weiter zu, es wurden Schnitt- und Textänderungen erzwungen, die Qualität der Beiträge nahm ab, da zunehmend lange Filme und Fernsehreportagen statt künstlerisch hochwertiger Dokumentarkunst präsentiert wurden. Von der Auswahlkommission und der Presse wurde bis 1981 vor allem das „Selbstnominierungsprinzip“ kritisiert; aus den Unionsrepubliken der Sowjetunion trafen meist sehr kurzfristig Filmpakete ein, die teils gezeigt wurden, ohne sie zuvor gesehen zu haben....

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Bisherige Meister

1999

Kunst & Kultur

2009

Festivalteilnahmen:
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Internationales Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm (DOK Leipzig) (Mein Vater. Mein Onkel.)

1990

Geschichte > Namen des Festivals:
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33. Internationale Leipziger Filmwoche für Dokumentar- und Animationsfilm: Silberne Taube für Komm in den Garten (Heinz Brinkmann)

1960

Geschichte > Mottos des Festivals:
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„Der Film im Dienst des technischen, wissenschaftlichen und kulturellen Fortschritts – Für Frieden und Wohlstand der Völker“

1960

Geschichte > Namen des Festivals:
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Leipziger Kurz- und Dokumentarfilmwoche

1956

Geschichte > Namen des Festivals:
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Leipziger Kultur- und Dokumentarfilmwoche

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

2011

Auszeichnungen:
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Preis für den besten deutschen Animationsfilm beim DOK Leipzig für Heldenkanzler. (Benjamin Swiczinsky)

2005

Ehrung:
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Preis der FIPRESCI-Jury, Leipzig, für Workingman's Death (Michael Glawogger)

2005

Ehrung:
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Preis der FIPRESCI-Jury, Leipzig, für Workingman’s Death (Michael Glawogger)

2005

Ehrung:
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Goldene Taube für besten Animationsfilm Filmfestival Leipzig (Arash T. Riahi)

2001

Ehrung:
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Asurot erhielt den Preis der ökumenischen Jury, Internationales Film Festival Leipzig (Anat Even)

DOK Leipzig > Retrospektive

2014

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VolksEigener Blick – die Kamera im DEFA-Dokumentarfilm

2013

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STURM! Durch das kurze 20. Jahrhundert in acht Massenbewegungen

2012

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Utopien und Realitäten – die rote Traumfabrik

2011

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Bestandsaufnahme ’61 – die Welt, als sie sich teilte

2010

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Regie und Regiment – Deutschland und das Militär in dokumentarischen Filmen von 1914 bis 1989

Rundfunk, Film & Fernsehen

2012

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Film: Heino Jaeger -look before you kuck ist ein deutscher Film von Gerd Kroske aus dem Jahr 2012. Der Dokumentarfilm zeigt ein Porträt des heute weitgehend vergessenen Malers, Kabarettisten und Performance-Künstlers Heino Jaeger, der der Hamburger Anti-68er-Strömung angehörte. Die Uraufführung des Films fand am 30. Oktober 2012 beim 55. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm im Rahmen des Deutschen Wettbewerbs statt. Deutscher Kinostart des von der Berliner Realistfilm produzierten Films war am 1. November 2012.

Stab:
Regie: Gerd Kroske
Drehbuch: Gerd Kroske
Produktion: Lisa M. Böttcher
Musik: Klaus Janek
Kamera: Susanne Schüle
Schnitt: Karin Gerda Schöning

Besetzung: Heino Jaeger, Joska Pintschovius, Jürgen von Tomëi, Christian Zwang, Christian Meurer, Karl Heinz Schmiedling, Volker Zentner

2012

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Film: Vergiss mein nicht -Wie meine Mutter ihr Gedächtnis verlor und meine Eltern die Liebe neu entdeckten ist ein deutscher Dokumentarfilm von David Sieveking aus dem Jahr 2012. Seine Weltpremiere hatte der Film am 5. August 2012 beim 65. Internationalen Filmfestival von Locarno, die Deutschlandpremiere fand am 1. November 2012 auf dem 55. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm statt. Deutscher Kinostart des Films war am 31. Januar 2013.

Stab:
Regie: David Sieveking
Drehbuch: David Sieveking
Produktion: Martin Heisler
Carl-Ludwig Rettinger
Musik: Jessica de Rooij
Kamera: Adrian Stähli
Schnitt: Catrin Vogt

Besetzung: Peter Niggli

2008

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Film: Die Goldmacher -Sport in der DDR ist ein deutscher Dokumentarfilm aus dem Jahr 2008. Der Film ist eine Koproduktion der Provobis mit dem ZDF und dem mdr. Er wurde auf der DOK Leipzig am 28. Oktober 2008 uraufgeführt. Fernsehpremiere hatte er am 30. September 2009 auf ARTE. Im mdr-Fernsehen wurde der Film im Februar 2011 als Zweiteiler von jeweils 44 Minuten ausgestrahlt.

Stab:
Regie: Albert Knechtel
Drehbuch: Albert Knechtel
Produktion: Thomas Teubner
Musik: Sebastian Parche,
Phuong Nam Nguyen Cong
Kamera: Axel Ziegenspeck,
Timo Fenner,
Hartmut Gatzsche
Schnitt: Susanne Schiebler

2001

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Film: Eingeschlossen (hebräisch ‏אסורות‎, Asurot; im engl. Detained) ist ein mehrfach preisgekrönter Dokumentarfilm der israelischen Regisseurinnen Anat Even und Ada Ushpiz aus dem Jahr 2001, der im selben Jahr die Goldene Taube auf dem Internationalen Film Festival Leipzig gewann.

Stab:
Regie: Anat Even,
Ada Ushpiz
Produktion: Anat Even
Musik: DJ E
Kamera: Danor Glazer
Schnitt: Oron Adar,
Naomi Press

1990

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Film: La stanza delle parole (Laura Gemser)

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