Interpretation (Musik)

Interpretation bezeichnet in seiner musikpraktischen Bedeutung zunächst die Ausführung einer Komposition durch einen oder mehrere Musiker in öffentlicher Aufführung oder als Tonaufzeichnung.

Daneben gibt es die musikwissenschaftliche Bedeutung als erläuternder, auslegender Kommentar zu einer Komposition, der über die Werkanalyse hinausgeht.



Geschichte




Mit zunehmender Differenziertheit der Notation waren bereits seit der Renaissance Musiker als Ausführende exakt vorgegebener Stimmen tätig. Anders war die Organisation größerer Besetzungen auch nicht möglich. Allerdings gab es charakteristische Freiräume bezogen auf die Anwendung und Ausführung von Verzierungen sowie auf die Ausführung des Cembalo-Parts im Generalbass-Spiel.Der Interpret im heutigen Sinne ist weitgehend eine Erfindung des neunzehnten Jahrhunderts. Bis dahin waren Komponisten in aller Regel auch die Interpreten ihrer eigenen Werke (vgl. W. A. Mozart) bzw. populäre Instrumentalisten auch die Komponisten der Werke, die sie darboten (vgl. N. Paganini). Eine Ausnahme stellten die Sänger dar, die als rein ausführende Künstler allerdings nur im Rahmen von Musiktheater zu außerordentlicher Berühmtheit gelangen konnten.Eine Wende für die Instrumentalmusik trat ein, als die bürgerliche Konzertkultur die höfische Musikkultur verdrängte. Hier hielten sich zunehmend bestimmte Komponisten im Repertoire der Konzertprogramme, die Ausführung von Eigenkompositionen nahm entsprechend ab. Mit Interpreten wie Clara Schumann, Hans von Bülow und Joseph Joachim etablierten sich reine Instrumentalisten bzw. Dirigenten als bedeutende Musiker ihrer Zeit und mit ihnen die Interpretation als eigenständiger künstlerischer Vorgang. Im zwanzigsten Jahrhundert nahm mit dem Überwiegen nichtzeitgenössischer Musik im Konzertrepertoire und durch die Verfügbarkeit von Interpretationen in Schallaufzeichnungen (Rundfunk, Schallplatte) die Bedeutung der Interpreten weiter zu, bis sie schließlich zu den eigentlichen Trägern des Musiklebens in der „klassischen Musik“ wurden, während sich die Komponisten zunehmend in spezialisierte Konzertreihen oder Festivals abgedrängt sahen (vgl. Donaueschinger Musiktage), in denen gelegentlich auch die Rolle des Interpreten experimentell variiert wurde (vgl. John Cage, Karlheinz Stockhausen, Earle Brown). Die Aufmerksamkeit, die Interpreten wie Yehudi Menuhin und David Oistrach (Violine), Arthur Rubinstein und Vladimir Horowitz (Klavier), Maria Callas und Dietrich Fischer-Dieskau (Gesang) oder Dirigenten wie Herbert von Karajan und Leonard Bernstein auf sich zogen, wurde von Komponisten der gleichen Generation nicht mehr erreicht....

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Warda al-Dschaza'iriya stirbt in Kairo. Warda al-Dschaza'iriya, meist einfach Warda („Rose“) genannt, war eine algerische Sängerin. Sie galt als eine der berühmtesten Interpretinnenarabischer Musik.
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Gestorben: Pierre Schaeffer stirbt in Aix-en-Provence. Pierre Schaeffer war ein französischer Komponist und Schriftsteller. Verbunden mit dem Vorwurf, die abendländische Musik verschließe sich mit der Beschränkung auf traditionelle Musikinstrumente und der daraus resultierenden Beschränkung auf festgelegte Tonhöhen einer wichtigen Sphäre , entwickelte Schaeffer in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine neue musikalische Praxis, die von einem offenen Zugang zu Klängen ausging, und prägte dafür den Begriff der musique concrète. Durch die Arbeit mit Tonbändern ergab sich ein Verzicht auf eine traditionelle Notation. Somit hinterfragte Schaeffer nicht nur das traditionelle Instrumentarium, sondern löste gleichzeitig auch das Verhältnis zwischen Komponist und Interpret auf.

1995

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Gestorben: Benno Strandt stirbt in Hamburg. Benno Strandt, bekannt als „der textende Taxifahrer“, war Dichter, Autor und Texter für Lieder, Gedichte und Geschichten in Plattdeutsch, Hochdeutsch und Missingsch. Seine größten Erfolge hatte er mit den Texten, die er für und mit Richard Germer als Komponist und Interpret verfasste. „An de Alster, an de Elbe, an de Bill“, „Gor nich um Kümmern“, „Hering und Makrele“ und „Sowas Dummes“ sind nur einige seiner in das „Hamburger Liedgut“ übergegangenen Werke.
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Gestorben: Hansl Schmid stirbt in Wien. Hansl Schmid war ein Interpret des Wienerliedes vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. Er wird auch häufiger als „Der letzte Herr des Wienerliedes“ bezeichnet.

1984

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Geboren: Sheila (deutsche Sängerin) wird geboren. Sheila Jozi, meist nur Sheila, ist eine deutsche Volksmusik- und Schlagerinterpretin persischer Abstammung.

Musik

2005

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kloss project feat. Haris – Süpurmania, Interpret (Musikvideo) (Haris Bilajbegovic)

2005

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kloss project feat. Haris - Süpurmania, Interpret (Musikvideo) (Haris Bilajbegovic)

Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

2000

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Auflösung: Sektor gasa (russisch? Сектор газа; kann im Russischen Gas-Sektor oder Sektor des Gases, aber auch Gazastreifen bedeuten) ist der Name einer bekannten Punk-Band aus Woronesch, Russland, um den Bandleader Juri Nikolajewitsch Klinskich (russisch? Юрий Николаевич Клинских) (Spitzname Choi) und ansonsten wechselnder Besetzung. Die Musikgruppe wurde 1987 gegründet. Der musikalische Stil der Band zeichnet sich durch melodisch klingende, stark von Obszönitäten geprägte Stücke, deren Experimentierfreudigkeit, nur von deren wildem, emotionellen Glanz übertroffen wird. Das Repertoire lässt sich vor allem unterteilen in sozialkritische Stücke, Interpretationenrussischer Volkslieder, mystische Stücke über Vampire und Werwölfe, Rockballaden und nicht zuletzt auch metal-artige Stücke.

1987

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Gründung: Sektor gasa (russisch? Сектор газа; kann im Russischen Gas-Sektor oder Sektor des Gases, aber auch Gazastreifen bedeuten) ist der Name einer bekannten Punk-Band aus Woronesch, Russland, um den Bandleader Juri Nikolajewitsch Klinskich (russisch? Юрий Николаевич Клинских) (Spitzname Choi) und ansonsten wechselnder Besetzung. Die Musikgruppe wurde 1987 gegründet. Der musikalische Stil der Band zeichnet sich durch melodisch klingende, stark von Obszönitäten geprägte Stücke, deren Experimentierfreudigkeit, nur von deren wildem, emotionellen Glanz übertroffen wird. Das Repertoire lässt sich vor allem unterteilen in sozialkritische Stücke, Interpretationenrussischer Volkslieder, mystische Stücke über Vampire und Werwölfe, Rockballaden und nicht zuletzt auch metal-artige Stücke.

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