Islamische Expansion

Die islamische Expansion bezeichnet im Folgenden die Eroberungspolitik der Araber von der Mitte der 630er Jahre an und die damit einhergehende Ausdehnung des Islam bis ins 8. Jahrhundert hinein. Mit dem Beginn der islamischen Expansion wird häufig auch das Ende der Antike angesetzt.

In den 630er Jahren begann der Angriff der Araber auf das Oströmische bzw. Byzantinische Reich und das neupersische Sassanidenreich, wobei beide spätantike Großmächte von einem langjährigen Krieg gegeneinander stark geschwächt waren. Die Oströmer verloren 636 Palästina und Syrien, 640/42 Ägypten und bis 698 ganz Nordafrika an die Araber. Während die Oströmer ein Restreich mit dem Schwerpunkt Kleinasien und Balkan halten konnten, ging das Sassanidenreich 651 unter. In den folgenden Jahrzehnten griffen die Araber auch zur See an und eroberten zu Beginn des 8. Jahrhunderts das Westgotenreich auf der Iberischen Halbinsel.

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Begriff und zeitliche Abgrenzung

632 n. Chr.

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Die Ausbreitung des Islams beginnt. (Frühmittelalter)

Zeitleiste

632 n. Chr.

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Tod Mohammeds und Beginn der islamischen Expansion. (Spätantike)

Belagerung von Konstantinopel

674 n. Chr.

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Islamische Expansion: Beginn einer mehrjährigen Belagerung von Konstantinopel durch die Araber unter Muʿāwiya I. (bis 678).

Afrika & Asien

683 n. Chr.

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Islamische Expansion: Die Berber unter Kusaila ibn Lemzem vernichten ein muslimisches Heer im Maghreb/ Auresgebirge. Der muslimische Feldherr ʿUqba ibn Nāfiʿ fällt, die Araber müssen sich auf die Kyrenaika zurückziehen. Kusaila erobert in der Folge Qairawān und große Teile Nordafrikas.

Asien & Afrika

684 n. Chr.

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Islamische Expansion: Schwere Krise der Umayyadenherrschaft nach dem Tod von Muʿāwiya II. und der Ausrufung von Abdallah ibn az-Zubair zum Gegenkalifen. Unter Marwan II. können die Umayyaden zunächst Syrien und Ägypten behaupten.

Amerika

695 n. Chr.

Afrika & Amerika:
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Islamische Expansion: Hassan ibn an-Numan wird zum Statthalter der arabischen Provinz Ifriqiya ernannt. In den nächsten Jahren unternimmt er von hier aus die Eroberung Karthagos.

Islamische Expansion

715 n. Chr.

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Die islamischen Eroberer der iberischen Halbinsel nehmen Saragossa und Porto ein.

712 n. Chr.

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Die muslimischen Eroberer, die im Vorjahr im Süden Spaniens gelandet und die Westgoten entscheidend geschlagen hatten, erobern Toledo und Valencia und halten damit nahezu den gesamten Süden des Westgotenreiches (bis auf das Reich Todmir) besetzt; in den nächsten Jahren geht der Vormarsch bis zu den Pyrenäen weiter.

705 n. Chr.

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Wiederaufnahme der Expansionspolitik der Araber an der persischen Ostgrenze.

655 n. Chr.

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Islamische Expansion: Konstans II. erleidet mit der von ihm geführten byzantinischen Flotte in der Schlacht von Phoinix eine vernichtende Niederlage gegen die Araber.

647 n. Chr.

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Islamische Expansion: Die Muslime erobern Tripolitanien von Byzanz.

Afrika

697 n. Chr.

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Islamische Expansion: Angriff der Araber mit 40.000 Mann auf das byzantinische Karthago.

590 n. Chr.

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Der oströmische Kaiser Maurikios gründet das Exarchat von Karthago, das bis zur Eroberung durch die Araber698 Bestand hat.

Byzantinisches Reich / Umayyaden

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Während der Islamischen Expansion beginnt die Belagerung Konstantinopels durch das arabische Heer unter Feldherr Maslama.

Vorderasien

727 n. Chr.

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Islamische Expansion: Belagerung von Nikäa

Politik & Weltgeschehen

745 n. Chr.

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Islamische Expansion: Kalif Ibrahim aus der Dynastie der Umayyaden wird durch Marwan II. gestürzt.

728 n. Chr.

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Islamische Expansion: Der erste Versuch der Araber, Syrakus zu erobern, schlägt wegen des Ausbrechens der Pest fehl.

678 n. Chr.

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Islamische Expansion: Die vierjährige Belagerung von Konstantinopel durch die Muslime scheitert, als deren Flotte durch den Einsatz des Griechischen Feuers (erster überlieferter Einsatz) zerstört wird.

669 n. Chr.

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Islamische Expansion: Die Muslime müssen die erste Belagerung von Konstantinopel (seit 668) abbrechen.

667 n. Chr.

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Islamische Expansion: Arabischer Flottenvorstoß von Nordafrika aus gegen Sizilien.

Umayyadenreich

750 n. Chr.

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16.–25. Januar: Islamische Expansion: Die Umayyaden werden von den Abbasiden in der Schlacht am Großen Zab im Nordirak entscheidend geschlagen und gestürzt. Die Abbasiden setzen sich als Kalifen durch und töten die Angehörigen der Umayyaden-Familie. Lediglich Abd ar-Rahman I., Enkel des Kalifen Hischam, entkommt dem Massaker und flieht zu den Berbern in den Maghreb.

Asien

752 n. Chr.

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Islamische Expansion: Yazid Ibn Useid Es Sulami wird Wali der Umayyaden.

748 n. Chr.

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Islamische Expansion: Der Statthalter der Umayyaden in Chorassan, Nasr ibn Sajjar, kommt im Verlauf des Aufstands der Abbasiden gegen die Herrschaft der Umayyaden ums Leben.

692 n. Chr.

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Islamische Expansion: Mit der Eroberung von Mekka durch den umayyadischen Feldherren Al-Haddschādsch beenden die Umayyaden den Bürgerkrieg (seit 683) und stellen die Reichseinheit des Kalifats wieder her.
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Islamische Expansion: Schlacht von Siffin am Euphrat: Kalif Ali ibn Abi Talib und sein Herausforderer Muawiya, der Statthalter von Syrien, liefern sich eine mehrtägige blutige Schlacht, die ohne eindeutigen Sieger endet. Die Tatsache, dass Ali schließlich in ein Schiedsgericht einwilligt, führt zur Trennung der Charidschiten von den Schiiten.

643 n. Chr.

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Islamische Expansion: Die islamische Stadt Isfahan (davor Aspardana) wird neugegründet, die später einer der bedeutendsten Herrschersitze des persischen Reiches werden wird. Neben der persischen Provinz Dschibal (Medien), in der Isfahan liegt, erobern die Araber in diesem Jahr auch Aserbaidschan.

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