Johanniterorden

Unter Johanniterorden(Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens Sankt Johannis vom Spital zu Jerusalem) versteht man heute die evangelische Ordensgemeinschaft im Gesamtorden, die 1538 aus der Ballei Brandenburg des Ritterordens des Johanniter- oder Hospitaliterordens hervorgegangen ist, der auf ein bereits einige Jahrzehnte vor dem Ersten Kreuzzug von italienischen Kaufleuten in Jerusalem gestiftetes Hospital zum Heiligen Johannes zurückgeht.

In Deutschland hatte die Balley Brandenburg (mit Sitz ursprünglich in Sonnenburg) schon seit dem Vertrag von Heimbach (1382) einen weitgehend autonomen Status. Nach dem Übertritt des Kurfürsten Joachim II. von Brandenburg zur Lutherischen Lehre im Jahre 1538 ist dieser Zweig, im Unterschied zum katholisch gebliebenen Gesamtorden, protestantisch. 1811 wurde dieser Zweig des Johanniterordens in seiner Form als Ritterorden zunächst aufgelöst und als preußischer Verdienstorden weitergeführt. Im Jahr 1852 wurde er in Kontinuität zur Balley durch die noch lebenden Ritter als evangelischer Zweig des Ritterordens fortgesetzt. Seit diesem Zeitpunkt hat er die Rechtsform eines altrechtlichen Vereins.



Geschichte




Der Johanniterorden ist der protestantische Zweig der im 11. Jahrhundert in Jerusalem gegründeten und nach dem Ersten Kreuzzug in einen Ritterorden umgewandelte Gemeinschaft der „Johanniter“ bzw. „Hospitaliter“.Eine Ballei (v. mittellateinisch ballivus: Aufseher), auch Balley, war der seit etwa dem 13. Jahrhundert verwendete Begriff für die Bezeichnung einer Provinz eines Ritterordens, die meist mehrere Ordensniederlassungen (Kommenden) umfasste. Der Ballei übergeordnet war ein Priorat bzw. Großpriorat (in Deutschland das Großpriorat Deutschland mit Sitz in Heitersheim). Die Priorate waren ihrerseits den sogenannten „Zungen“ zugeordnet.

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Geboren & Gestorben

Gestorben:
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Albrecht Friedrich von Brandenburg-Schwedt, kurbrandenburgisch-preußischer Generalleutnant und Herrenmeister des Johanniterordens (* 1672)

Geschichte > Waldshut

1801

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wurden der Breisgau und die Ortenau in der Folge der Frieden von Lunéville und des Frieden von Amiens Ercole III. d’Este, dem exilierten Herzog von Modena zugesprochen. Das vor der Stadt liegende Kapuzinerkloster ging in den Besitz des Fürstentums Heitersheim über. (Waldshut-Tiengen)

Persönlichkeiten > Ehrenbürger

1864

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Ernst Karl Ferdinand von Prittwitz und Gaffron (1833–1904), preußischer Generalleutnant und Rechtsritter des Johanniterordens (Wyk auf Föhr)

Belagerung von Rhodos

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Das Osmanische Reich beginnen mit der Belagerung von Rhodos, das von den Johannitern verteidigt wird.

Geschichte > Aufteilung in Linien

1802

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Die ältere bayerische Linie geht auf Johann Christoph von Tattenbach zurück. Er hinterließ drei Söhne, von denen besonders der mittlere, Wilhelm (??? 1661), große Bedeutung erlangte. Wilhelm war königlich und kaiserlicher Geheimrat sowie Grossprior des Johanniterordens. Von Erzherzog Leopold Wilhelm in seiner Funktion als Bischof von Halberstadt, erhielt er 1644 den Reichsgrafenstand von Reinstein, Sitz und Stimme auf Reichs- und Kreistagen, sowie die Ausübung des Münzrechts. Seine zahlreichen Besitzungen, in der Untersteiermark (heute Slowenien), sowie in Schlesien gingen nach seinem Tod auf seinen Neffen Gotthard über, danach auf dessen ältesten Sohn Johann Erasmus. Johann Erasmus war an der Magnatenverschwörung gegen den Kaiser beteiligt und wurde 1671 enthauptet, der Besitz in Slowenien und Schlesien wurde konfisziert. Die Grafschaft Reinstein (Regenstein) fiel in Folge an den Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Die ältere bayerische Linie hatte ab 1673 noch einen Herrschaftssitz in Baumgarten (Landkreis Rottal-Inn) nicht unweit vom ursprünglichen Ober- und Untertattenbach. Sie erlosch mit dem Tod des Josef Ferdinand von Reinstein-Tattenbach, Reichsgraf des Heiliges Römisches Reiches, Graf von Valley, Freiherr zu Ganowitz, kurbayerischer Oberst-Hofmeister und Minister, am 19. November (Tattenbach (Adelsgeschlecht))

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

2004

Auszeichnungen:
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Ehrenritter des Johanniterordens (Christoph Stumpf)

2001

Ehrung:
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Ernennung zum Kommendator der Genossenschaft Rheinland-Pfalz-Saar des Johanniterordens (Heinrich Siedentopf)

1993

Ehrung:
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Mitglied des Johanniterordens (László Tőkés)

1988

Ehrung:
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Ehrenritter des Johanniterordens (Hans-Joachim Funfack)

1974

Ehrung:
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Ehrenritter der Schlesischen Genossenschaft des Johanniterordens (Eberhard Günter Schulz)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

2011

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Leben > Sonstiges Engagement: Mitglied der Ordensregierung des Johanniterordens als Ordenswerkmeister bis (Wolfgang von Stetten)

1882

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Veröffentlichungen: Urkunden der Johanniter-Kommende in Steinfurt. Progr. Rheine (Franz Darpe)

1515

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Kultur und Sehenswürdigkeiten > Bauwerke: Die katholische Kirche Heilig Geist gilt als Wahrzeichen des Ortes. Die Kirche St. Nazarius und die Pfarrei werden 780 erstmals genannt. Das Patronatsrecht, im 15. Jahrhundert bei Erzherzogin Mechthild, kam über die von Gültlingen, die von Ehingen , die von Neuneck (1614) und die JohanniterkomtureiHemmendorf (1619) schließlich 1809 an Württemberg. Vom spätmittelalterlichen Vorgängerbau blieben bei der Errichtung der heutigen Pfarrkirche Hl. Geist (1964/1967) lediglich Turm und spätgotischer Chor (1479) erhalten. (Ergenzingen)

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