Jubeljahr

Ein Jubeljahr (hebräischשנת היובלschenat hajobel, lateinischannus iubilaeus) oder Heiliges Jahr (annus sanctus) ist ein besonderes Jubiläumsjahr in der römisch-katholischen Kirche, in dem der Papst den Gläubigen bei Erfüllung bestimmter Bedingungen einen vollständigen Ablass gewährt. Bonifatius VIII. rief 1300 erstmals ein solches Jahr für Pilger aus, die nach Rom kamen. Das nächste Jubeljahr sollte ursprünglich erst nach 100 Jahren folgen, der Abstand wurde aber immer weiter verringert. Ab 1475 war jedes 25. Jahr ein Jubeljahr.

Das kirchliche Jubeljahr knüpfte indirekt an das biblische Erlassjahr an: einen alle 50 Jahre gebotenen Schuldenerlass und Besitzausgleich für alle Israeliten (Lev 25,8-55 EU). Die Bezeichnung „Jubeljahr“ oder „Jobeljahr“ stammt vom hebräischen Wort jobel (יובל), das ursprünglich „Widder“ bedeutete. Aus Widderhörnern wurde das Blasinstrument Schofar gebaut, das zur Eröffnung eines Erlassjahrs geblasen werden sollte. Daher wurde der Ausdruck jobel auf das Instrument und das damit eröffnete Erlassjahr übertragen.

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Kunst & Kultur

1500

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Kultur: Die früheste Straßenkarte Mitteleuropas ist die 1500 anlässlich des heiligen Jahres gedruckte Romwegkarte von Erhard Etzlaub. Die Karte mit dem Titel Das ist der Rom-Weg von meylen zu meylen mit puncten verzeichnet von eyner stat zu der andern durch deutzsche landt., ist wie alle Karten Etzlaubs gesüdet (Süden liegt oben), drei Himmelsrichtungen sind mit Aufgang, Mittag und Undergang beschriftet. Der Straßenverlauf ist wiedergegeben und die Entfernungen zwischen den Städten sind durch Punkte im Abstand je einer Deutschen Meile (7,4 km) messbar.

Geboren & Gestorben

Gestorben:
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Maria Faustyna Kowalska stirbt in Krakau. Maria Faustyna Kowalska war eine katholische Ordensfrau und Mystikerin, die im Heiligen Jahr 2000 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen wurde.
Geboren:
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Maria Faustyna Kowalska wird in Głogowiec im Powiat Łęczycki bei Łódź, Polen geboren. Maria Faustyna Kowalska war eine katholische Ordensfrau und Mystikerin, die im Heiligen Jahr 2000 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen wurde.

Mittelalter

1300

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Papst Bonifatius VIII. lässt zum ersten Mal das Jubeljahr, auch Heiliges Jahr genannt, feiern. (Zeittafel Rom)

Ereignisse > Religion

1475

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ist das erste der von Papst Paul II. 1470 festgelegten Jubeljahre der katholischen Kirche. Ab diesem Zeitpunkt soll das von Bonifatius VIII. im Jahr 1300 erfundene Jubeljahr unabänderlich alle 25 Jahre stattfinden. (1475)

Europa

1493

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110 Verschwörer im elsässischen Schlettstadt wählen den Bundschuh als ihr Symbol und gründen die bäuerliche Bundschuh-Bewegung. Sie wollen gegen das ungerechte und undurchsichtige Rechtssystem, hohe Steuern und die dadurch entstandene Verschuldung aufbegehren. Ziele sind die Plünderung und Vertreibung von Juden, Einführung eines Jubeljahres, mit dem alle Schulden verjähren sollten, Aufhebung des Zolls, Ungelds und anderer Lasten, Abschaffung des geistlichen und rottweilschen (Reichs-)Gerichts, Steuerbewilligungsrecht, Beschränkung der Pfarrer auf je eine Pfründe von 50-60 Gulden, Abschaffung der Ohrenbeichte und eigene, selbstgewählte Gerichte für jede Gemeinde. Der Aufstand wird rasch niedergeschlagen, die Anführer werden hingerichtet.

Religion

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Papst Pius XI. erklärt in der Bulle Quod nuper das Jahr 1933 zum außerordentlichen Jubeljahr.

1350

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Die Kirche ruft ein Jubeljahr aus, damit die Pest nicht noch mehr verbreitet wird.
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In der Bulle Unigenitus dei filius verkürzt Papst Clemens VI. die Frist für ein Jubeljahr mit besonderem Ablass der Sünden von 100 auf 50 Jahre. Die Bulle ist entscheidend für die Entwicklung des Ablasswesens.
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Papst Bonifatius VIII. verkündet in Rom von der Loggia des Lateran herab (s.o.) das erste Heilige Jahr nebst Jubelablaß, das ab dem Weihnachtsfest erstmals begangen wird. In der päpstlichen Bulle Antiquorum habet wird festgelegt, dass allen Römern, die die Basiliken St. Peter und St. Paul dreißigmal, und allen auswärtigen Pilgern, die diese Stätten fünfzehnmal besuchen, vollkommene Sündenvergebung gewährt wird. Die fünffache Menge der üblichen Pilger kommt in diesem Jahr nach Rom (insgesamt 200.000 nach Angabe des Chronisten Giovanni Villani), so dass sich der Papst gezwungen sieht, eine Regelung für die Nutzung der Engelsbrücke vorzugeben: die Pilger haben Linksverkehr einzuhalten. Die Stadt leidet durch den großen Ansturm der Pilger an zwei Hungersnöten, eine im späten Frühjahr, eine im Herbst.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1974

Werk:
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Das heilige Jahr in der Geschichte. 1300-1975., Bozen (Eva-Maria Jung-Inglessis)

Widmungen, Jahrestage & zukünftige Ereignisse

2000

Jahreswidmungen:
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2000 ist Großes Jubeljahr der römisch-katholischen Kirche

2000

Jahreswidmungen:
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ist Großes Jubeljahr der römisch-katholischen Kirche (2000)

Geschichtliche Entwicklungen > Moderne

2008

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Zu bestimmten Anlässen kann ein vollkommener Ablass gewährt werden: so bei den römischen Jubiläen, dem Heiligen Compostelanischen Jahr, beim 20. Weltjugendtag in Köln oder zum 150. Jahrestag der Marienerscheinungen in Lourdes im Jahr

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