Junge Gemeinde (evangelisch)

Junge Gemeinde (JG) ist eine von mehreren unterschiedlichen Bezeichnungen für die evangelische Jugend innerhalb einer Kirchengemeinde.

Ursprünglich bezeichnete der Begriff Junge Gemeinde die Jugendgruppe einer Kirchengemeinde innerhalb der evangelischen Kirchen in der DDR. Dieser Name wurde nach der Wende und friedlichen Revolution in der DDR 1990 beibehalten.



Geschichte




Die Jungen Gemeinden versuchten, bewusst junge christliche Gemeinden innerhalb der Kirchengemeinden zu sein. Sie wurden insbesondere in den 1950er Jahren von der SED und dem von ihr beherrschten Staat verfolgt. Im Frühjahr 1953 wurde die Junge Gemeinde offen angegriffen und als „illegale Organisation Junge Gemeinde“ stark attackiert. Mit der „Säuberung“ der FDJ von Anhängern der Jungen Gemeinde wurde der damalige erste Sekretär der FDJ, Erich Honecker, beauftragt. Das FDJ-Zentralorgan Junge Welt erhielt die Anweisung, die Arbeit der Jungen Gemeinde durch Hetzartikel in Misskredit zu bringen. Damit sollte ein Verbot vorbereitet werden.Etwa 3000 Schüler, die sich zur Jungen Gemeinde bekannten und keine Austrittserklärung unterzeichneten, wurden von Oberschulen relegiert. Bereits Ende 1952 wurden Tagungsstätten der evangelischen Jugendarbeit wie beispielsweise das Schloss Mansfeld enteignet und an die FDJ übergeben. Es kam zu Verhaftungen von Jugend- und Studentenpfarrern. Im Rahmen dieser Aktionen wurde im April 1953 das Evangelische Jugendamt in Leipzig als vermeintliche „Agentenzentrale“ von Sicherheitsorganen durchsucht.Mit der Verkündung des „Neuen Kurses“ durch die Regierung der DDR am 11. Juni 1953 wurden die Maßnahmen gegen die Junge Gemeinde und ihre Mitglieder eingestellt, zwischenzeitlich inhaftierte Jugend- und Studentenpfarrer aus der Haft entlassen und die Gebäude zurückgegeben. Schüler, die von der Oberschule verwiesen worden waren, wurden wieder aufgenommen und zum Abitur zugelassen.Am 18. August 1961, fünf Tage nach dem Beginn des Baus der Berliner Mauer, wurden zehn Mitglieder Jungen Gemeinde Berlin-Schmöckwitz an Bord des Schiffes Seebad Binz verhaftet, da diese trotz schlechten Wetters die Weiterfahrt in Richtung Bornholm forderten. Zwei Angehörige der Jungen Gemeinde wurden als „Rädelsführer“ zu je acht Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Die anderen Jugendlichen der Gruppe erhielten Haftstrafen zwischen drei Monaten und zwei Jahren. Die beiden Hauptbeschuldigten wurden im Oktober 1963 von der Bundesrepublik Deutschland freigekauft....

mehr zu "Junge Gemeinde (evangelisch)" in der Wikipedia: Junge Gemeinde (evangelisch)

Jüngste Geschichte

1953

thumbnail
Im Rahmen der politischen Hetze gegen die „Illegale Organisation Junge Gemeinde“ wurde das Schloss enteignet und an die Freie Deutsche Jugend (FDJ) übergeben. Nach dem „Neuen Kurs“ der Regierung der DDR (11. Juni ) erfolgte die Rückgabe an die Evangelische Kirche, das Jungmännerwerk verwaltet des Schloss im Auftrag der Kirche. (Schloss Mansfeld)

Tagesgeschehen

thumbnail
Dresden/Deutschland: Der Prozess wegen schweren Landfriedensbruchs gegen den Jenaer Jugendpfarrer und Vorsitzenden der Jungen GemeindeLothar König vor dem Dresdner Amtsgericht beginnt.

"Junge Gemeinde (evangelisch)" in den Nachrichten