Länder der Böhmischen Krone

Länder der Böhmischen Krone: Im Schild vier Felder, der geschachte Adler Mährens in Blau, der schwarze Adler Schlesiens in Gold, die goldene dreizinnige Mauer der Oberlausitz in Blau, der goldene Adler Oberschlesiens in Blau, der rote Ochse der Niederlausitz in Silber auf grünem Boden, im Mittelschild der silberne Böhmische Löwe in Rot, auf dem Schild ruht die Wenzelskrone; umkränzt von Linde
Bild:
Marvinus and Kolomaznik
Lizenz: CC-PD-Mark

Als Länder der Böhmischen Krone (auch Krone Böhmen; Böhmische Krone, Böhmische Kronländer; tschechischČeská koruna, země Koruny české; lateinischCorona Bohemiae, Corona Regni Bohemiae) bezeichnet man die Gesamtheit der Länder, die mit dem Königreich Böhmen durch den gemeinsamen Herrscher sowie über Lehensbeziehungen verbunden waren. Mit der böhmischen Krone ist hier nicht die materielle Krone, die Wenzelskrone, gemeint, die dem König aufs Haupt gesetzt wurde, sondern die königliche Herrschaft, die in Verbindung mit der Ständeordnung das böhmische Staatswesen darstellte. Der Begriff war bis 1918, bis zum Ende der Habsburgermonarchie, zu der die Länder der böhmischen Krone seit 1526 gehörten, üblich.



Geschichte




Im 12. und 13. Jahrhundert waren nur Böhmen, die Markgrafschaft Mähren und die Grafschaft Glatz auf Dauer miteinander verbunden. Unter den Luxemburger Königen Johann und Karl IV. kamen die seit 1202 vom polnischen Staatsverband politisch und dynastisch unabhängigen schlesischen Herzogtümer, die Ober- und die Niederlausitz sowie eine Vielzahl von kleineren Reichslehen hinzu. Im Vertrag von Trentschin 1335 verzichtete der polnische König Kasimir der Große gegenüber König Johann von Böhmen endgültig auf die Lehnshoheit über Schlesien, nachdem zuvor schon viele schlesische Teilfürsten die böhmische Oberhoheit anerkannt hatten. Die förmliche Verbindung einzelner Territorien mit der Krone Böhmens bezeichnete man als Inkorporationen.Karl IV. verfügte, dass die Länderverbindung unabhängig von den dynastischen Entwicklungen Bestand haben sollte, auch wenn die Luxemburger einmal aussterben sollten. Das wurde auch unter den Habsburgern beibehalten, seit Ferdinand I. 1526 die Länder der böhmischen Krone für das Haus Habsburg erbte. In der Habsburgermonarchie bildeten diese Länder wie die Länder der Ungarischen Krone und die österreichischen Erbländer einen der drei Hauptteile des mitteleuropäischen Herrschaftsbereichs dieser Dynastie.Die Böhmische Krone war weder eine bloße Personalunion noch eine Föderation gleichberechtigter Mitglieder. Stattdessen galten das Königreich Böhmen und seine Stände als Haupt, die anderen Länder als die Glieder. Während die Böhmen den Unterschied zwischen Hauptland und Nebenländern hervorhoben und neben der Führungsrolle im Inneren nach außen die Alleinvertretung des Staates beanspruchten, betonten Mährer, Schlesier und Lausitzer die politische Autonomie ihrer Länder, die sich schließlich freiwillig mit Böhmen vereinigt hätten.Die Führungsrolle Böhmens wurde von den Ständen der Nebenländer nicht grundsätzlich in Frage gestellt, wenngleich sie seit dem Beginn des 15. Jahrhunderts beharrlich mehr Rechte, zum Beispiel die Beteiligung an der Königswahl, forderten. (Nach 1620 verloren diese Rivalitäten an Bedeutung, da sich die Länder der böhmischen Krone in eine weitaus größere Gesamtmonarchie einzufügen hatten.)...

mehr zu "Länder der Böhmischen Krone" in der Wikipedia: Länder der Böhmischen Krone

Die Länder der Böhmischen Krone

1635

thumbnail
Markgrafschaft Oberlausitz (bis unmittelbares Nebenland der böhmischen Krone, seit dem Prager Frieden als Lehen an das Kurhaus Sachsen) (Nicht eingekreiste zum Heiligen Römischen Reich zugehörige Territorien und Stände)

Geboren & Gestorben

thumbnail
Gestorben: Václav Sochor stirbt in Prag. Václav Sochor war ein böhmischerHistorien- und Schlachtenmaler.
thumbnail
Gestorben: Maximilián Pirner stirbt in Prag. Maximilián Pirner war ein böhmischerMaler und Grafiker.
thumbnail
Geboren: Peter Lotar wird in Prag, Königreich Böhmen, Österreich-Ungarn geboren. Peter Lotar; eigentlich Peter Chitz war Schriftsteller, Übersetzer, Schauspieler und Regisseur und der Entdecker von Fritz Hochwälder, Friedrich Dürrenmatt und Max Frisch.
thumbnail
Gestorben: Friedrich Friedländer stirbt in Wien. Friedrich Friedländer, später Friedländer Ritter von Malheim war ein deutsch-böhmischerGenremaler.
thumbnail
Gestorben: Václav Brožík stirbt in Paris. Václav Brožík war ein tschechischerMaler.

Politik & Weltgeschehen

Dreißigjähriger Krieg:
thumbnail
Der böhmische König Friedrich I. flieht nach der Niederlage seiner Truppen in der Schlacht am Weißen Berg am Tag zuvor aus Prag nach Breslau. Kaiser Ferdinand II. kann so seinen Anspruch auf die Krone Böhmens durchsetzen

K

1704

thumbnail
Kaiserstraße, benannt (Datum unbekannt, Ende 18. Jhdt.) nach Kaiser Joseph II., römisch-deutscher König (ab 1764), Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (1765–1790), König von Böhmen, Kroatien und Ungarn (ab 1780); er gilt als Exponent des aufgeklärten Absolutismus. Für ihn war das Herrschertum ein Amt bzw. ein Dienst am Staat als übergeordnetem Ganzen, und er versuchte, den Einfluss des Adels und des Klerus zurückzudrängen. Die Straße war ursprünglich ein Feldweg, der die heutige Mariahilfer Straße mit der heutigen Lerchenfelder Straße verband und an der nach Errichtung des Linienwalls die ersten Häuser gebaut wurden; sie hieß bis 1760 Kaiserweg. (Liste der Straßennamen von Wien/Neubau)

"Länder der Böhmischen Krone" in den Nachrichten