Königreich Sardinien

Königreich Sardinien (italienisch: Regno di Sardegna, französisch: Royaume de Sardaigne, sardisch: Rennu de Sardigna) war die Bezeichnung für ein die Insel Sardinien umfassendes Königreich, das vom Hochmittelalter bis 1861 (titular sogar bis 1946) existierte. Während des Großteils dieser Zeit war „König von Sardinien“ allerdings lediglich ein von ausländischen Herrschern getragener Titel; ein geeintes, eigenständiges Staatswesen mit einer Hauptstadt auf der Insel existierte zu keinem Zeitpunkt.

1720 fiel Sardinien, nachdem es jahrhundertelang ein Vizekönigreich Spaniens gewesen war, an den Herzog von Savoyen, der daraufhin den höherrangigen sardischen Königstitel annahm, womit das eigenständige Königreich Sardinien entstand. Die Hauptstadt blieb aber Turin im Piemont, und außer ihrer Rolle als Namensgeberin besaß die abgelegene und dünnbesiedelte Insel im Königreich keine nennenswerte Bedeutung. Aus diesem Grund wird der Staat oftmals als Sardinien-Piemont bezeichnet, was aber zu keinem Zeitpunkt eine offizielle Bezeichnung war. Aus dem Königreich Sardinien ging als Folge des Risorgimento 1861 das Königreich Italien hervor.

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Geboren & Gestorben

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Geboren > 20. Jahrhundert > 1951–2000: Nick Audsley, britischer Filmschauspieler (6. Februar)
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Gestorben: Henry Dunant stirbt in Heiden. Henry Dunant, geboren als Jean-Henri Dunant, war ein Schweizer Geschäftsmann und ein Humanist christlicher Prägung. Während einer Geschäftsreise wurde er im Juni 1859 in der Nähe der italienischen Stadt Solferino Zeuge der erschreckenden Zustände unter den Verwundeten nach einer Schlacht zwischen der Armee Österreichs sowie den Truppen Sardinien-Piemonts und Frankreichs. Über seine Erlebnisse schrieb er ein Buch mit dem Titel Eine Erinnerung an Solferino, das er 1862 auf eigene Kosten veröffentlichte und in Europa verteilte. In der Folge kam es ein Jahr später in Genf zur Gründung des Internationalen Komitees der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege, das seit 1876 den Namen Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) trägt. Die 1864 beschlossene Genfer Konvention geht wesentlich auf Vorschläge aus Dunants Buch zurück. Henry Dunant, der danach aufgrund geschäftlicher Probleme und seines darauf folgenden Ausschlusses aus der Genfer Gesellschaft rund drei Jahrzehnte lang in Armut und Vergessenheit lebte, gilt damit als Begründer der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung. Im Jahr 1901 erhielt er für seine Lebensleistung zusammen mit dem französischen Pazifisten Frédéric Passy den ersten Friedensnobelpreis.
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Gestorben: Viktor Emanuel II. stirbt in Rom. Viktor Emanuel II., mit vollem Namen Vittorio Emanuele Maria Alberto Eugenio Ferdinando Tommaso di Savoia, ital. Vittorio Emanuele II. aus dem Hause Savoyen war von 1849 bis 1861 König von Sardinien-Piemont.
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Gestorben: Salvatore Pes di Villamarina stirbt in Turin. Salvatore Raimondo Gianluigi Pes, marchese di Villamarina, barone dell’Isola Piana war ein Offizier, Botschafter, Präfekt und Senator des Königreiches von Sardinien-Piemont und des Königreiches Italien.
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Gestorben: Alfredo Cappellini stirbt bei Lissa. Alfredo Cappellini war ein piemontesischer und italienischer Marineoffizier.

Beteiligte der Ersten Koalition

1796

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Das Königreich Sardinien (mit Piemont, Savoyen, Nizza) von Februar 1793 bis Mai (Erster Koalitionskrieg)

Geschichte > Neugliederungen und Umbenennungen von Départements

1815

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Da Savoyen und Nizza wieder zum Königreich Sardinien kommen, werden die Départements Mont-Blanc und Alpes-Maritimes aufgelöst.

Religion

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Ein Patent des Königs von Sardinien-Piemont, Karl Albert I. gewährt den Waldensern religiöse und kirchliche Freiheit und bürgerliche Gleichstellung mit der katholischen Bevölkerung.

M

1849

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Mortaraplatz, 1899 benannt nach der wenig bedeutenden Schlacht bei Mortara , die zwei Tage vor der wichtigeren Schlacht bei Novara stattgefunden hatte. In beiden Gefechten siegten die österreichischen Truppen unter Feldmarschall Radetzky über die Truppen des Königreichs Sardinien-Piemont. Der Mortarapark ist ebenfalls nach dieser Schlacht benannt. Siehe auch die Novaragasse im 2. Bezirk Leopoldstadt, sowie den Radetzkyplatz und die Radetzkystraße im 3. Bezirk Landstraße. (Liste der Straßennamen von Wien/Brigittenau)

1831

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Mariannengasse, 1862 benannt nach Maria Anna von Savoyen (1803–1884), Tochter von Maria Theresia von Österreich-Este und Viktor Emanuel I., König von Sardinien. Durch ihre Heirat mit Kaiser Ferdinand I. wurde sie Kaiserin von Österreich. Sie übernahm die Patronanz über den Stiftungs- und Förderungsverein des St.-Anna-Kinderspitals; siehe auch Kinderspitalgasse, Mauthnergasse und Widerhofergasse. Die Gasse hieß vorher um 1778 In der dritten Alstergassen und um 1784 Schwarzadlergasse. (Liste der Straßennamen von Wien/Alsergrund)

Ereignisse

1853

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1853 bis 1856: Krimkrieg zwischen Russland und dem Osmanischen Reich, Großbritannien, Frankreich und Sardinien-Piemont. (1850er)
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Die dritte Koalition gegen Frankreich entsteht. Ihr gehören Österreich, Großbritannien, Russland, Schweden und das stark dezimierte Königreich Sardinien-Piemont an.

Sonstige Ereignisse

1860

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wird zwischen Napoléon III. und dem König von König von Sardinien-Piemont, Viktor Emanuel II., der Anschluss Savoyens und der Grafschaft Nizza an Frankreich vereinbart. (Vertrag von Turin)

1843

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?Königreich Sardinien

1816

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tritt das Königreich von Sardinien-Piemont savoyische Gemeinden (u.a. Carouge) an die Schweiz und hier an den Kanton Genf ab. Damit wird die Vereinbarung von 1754 hinfällig. (Vertrag von Turin)

Rundfunk, Film & Fernsehen

Politik & Weltgeschehen

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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Nach der Einigung zwischen Giuseppe Garibaldi und Camillo Benso von Cavour wird in Turin das im Zuge des Risorgimento aus dem Königreich Sardinien-Piemont hervorgegangene neue Königreich Italien unter König Viktor Emanuel II. ausgerufen. Graf Cavour wird erster italienischer Ministerpräsident. (17. März)
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Sardinischer Krieg: Österreich, Frankreich und Sardinien-Piemont unterzeichnen den Frieden von Zürich und beenden damit den Sardinischen Krieg.
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Sardinischer Krieg: Mit dem Einmarsch österreichischer Truppen beginnt der Sardinische Krieg zwischen dem Kaisertum Österreich und dem Königreich Sardinien-Piemont und dessen Verbündeten Frankreich um die italienischen Besitzungen der Habsburger.
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Der Dritte Pariser Frieden beendet den Krimkrieg zwischen Russland einerseits und dem Osmanischen Reich, Frankreich, Großbritannien und Königreich Sardinien-Piemont andererseits. Unter anderem wird das Schwarze Meer für neutral erklärt. (30. März)
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Krimkrieg: Sardinien tritt nach einer in Turin geschlossenen Vereinbarung auf der Seite der Alliierten in den Krimkrieg gegen Russland ein und will ein Truppenkontingent von 15.000 Soldaten stellen.

Europa

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Weitere Ereignisse in Europa: Risorgimento: Die Schlacht am Aspromonte, einem Bergmassiv in Kalabrien, gewinnen die piemontischen Truppen gegen die Freiwilligenverbände von Giuseppe Garibaldi. Er wird im Kampf verletzt.
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Der Premierminister des Königreiches Sardinien-PiemontCavour schließt in Plombières-les-Bains einen Geheimvertrag mit Kaiser Napoleon III. über einen Krieg gegen Österreich. Das savoyische Herrschergeschlecht soll große Teile Norditaliens erhalten und dafür die Grafschaft Nizza und Savoyen an Frankreich abtreten.
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Weitere Ereignisse in Europa: Camillo Benso Graf von Cavour wird Ministerpräsident des Königreichs Sardinien.

1849

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12. März: Das Königreich Sardinien-Piemont erklärt Österreich den Krieg, weil Deputiertenkammer und das Volk eine Fortsetzung des Unabhängigkeitskampfes in Norditalien während des Risorgimento wünschen.
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Die Ereignisse in Europa: In der Schlacht von Goito setzt sich das Heer Sardinien-Piemont unter König Karl Albert gegen die österreichischen Truppen unter dem Befehl von Feldmarschall Radetzky im Rahmen der Italienischen Unabhängigkeitskriege durch.

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