Königreich Westphalen

Das Königreich Westphalen (französisch: Royaume de Westphalie) war ein Satellitenstaat des Französischen Kaiserreichs und, ähnlich wie das Großherzogtum Berg und teilweise das Großherzogtum Frankfurt, ein Modellstaat. Erschaffen wurde es nach dem Frieden von Tilsit (1807) durch den französischen Kaiser Napoléon Bonaparte. Man schreibt es in der Geschichtswissenschaft mit „ph“, um es von der Landschaft, dem früheren Herzogtum sowie der späteren Provinz Westfalen des Staates Preußen zu unterscheiden.

König war ein Bruder Napoleons, nämlich Jérôme Bonaparte. Das Land stand allerdings politisch und militärisch unter Kontrolle Frankreichs. Mit einer modernen Staatsverfassung und Verwaltung sollte es Vorbildcharakter für andere deutsche Staaten haben, konnte solche Ansprüche in der Realität aber nicht einlösen. Das Königreich gehörte zum Rheinbund und zerfiel sechs Jahre nach der Gründung, und zwar infolge der Völkerschlacht bei Leipzig mit dem Zusammenbruch der Macht Napoleons in Europa.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Jérôme Bonaparte stirbt im Schloss Vilgénis bei Paris. Jérôme Bonaparte, ursprünglich Girolamo Buonaparte, war der jüngste Bruder Napoléon Bonapartes. Von 1807 bis 1813 war er König des Königreiches Westphalen, sein offizieller Königsname dort war Jérôme Napoleon (JN) bzw. Hieronymus Napoleon (HN).
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Gestorben: Adolph von Spiegel-Borlinghausen stirbt in Sigmaringen. Adolph Theodor Freiherr von Spiegel-Borlinghausen und zu Peckelsheim war zunächst Offizier im Dienst des Königreichs Westphalen und später Preußens. Danach war er preußischer Beamter.
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Gestorben: Friedrich von Strombeck stirbt in Wolfenbüttel. Friedrich Karl von Strombeck war ein deutscher Jurist, unter anderem im Königreich Westphalen.

1848

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Gestorben: Heinrich Camin stirbt in Hornhausen. Heinrich Camin war Offizier in der Armee des Königreichs Westfalen und später in der Armee Preußens, sowie Gutsbesitzer in Hornhausen. Bekannt wurde Camin durch einen von ihm verfassten Bericht über seine Teilnahme am Russlandfeldzug Napoleons.
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Gestorben: Jérôme Napoléon Charles Bonaparte stirbt in Florenz. Jérôme Napoléon Charles Bonaparte, Prinz von Montfort war der erste Sohn von Jérôme Bonaparte, König von Westphalen, und Katharina von Württemberg.

Politik & Weltgeschehen

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Das Königreich Westphalen wird von Napoleon Bonaparte ausgerufen, per königlichem Dekret seine Constitution bekannt gemacht und der Eintritt in den Rheinbund geregelt.
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Der französische Kaiser Napoleon I. konstruiert per Dekret das von Kassel aus regierte Königreich Westfalen. Seinen Bruder Jérôme setzt er als König ein.

Typen der Rheinbundstaaten

1808

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Die erste Gruppe bildeten die meist von Verwandten Napoleons regierten „Modellstaaten“. Dazu zählt das Königreich Westphalen unter Jérôme Bonaparte. Das Großherzogtum Berg wurde zunächst von Joachim Murat und nach dessen Ernennung zum König von Neapel von einem Beauftragten Napoleons verwaltet. Der dritte Modellstaat war das von Dalberg bis 1813 geführte Großherzogtum Frankfurt. Der für seine Nachfolge vorgesehene Eugène de Beauharnais konnte wegen des Zusammenbruchs der napoleonischen Vorherrschaft dieses Amt nicht mehr antreten. Diese Neugründungen sollten durch ihre Rechts- und Gesellschaftspolitik Vorbild für die übrigen Rheinbundstaaten werden.

Religion

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Durch Jérôme Bonaparte wird das Kloster Wormeln im Königreich Westphalen aufgehoben.

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