Königsfrieden

Der Königsfrieden (nach dem spartanischen Verhandlungsführer auch Friede des Antalkidas genannt) wurde 387/386 v. Chr. zwischen Sparta und seinen Gegnern geschlossen, um den Korinthischen Krieg zu beenden. Das Perserreich unter Großkönig Artaxerxes II. trat dabei als Garantiemacht auf. Das Abkommen gilt als frühestes Beispiel einer koiné eiréne, eines allgemeinen Friedens.

Die Initiative ging von spartanischer Seite aus, nachdem Sparta seit Jahren in Kämpfe sowohl mit den Persern als auch mit einigen griechischen Poleis (und hier besonders mit dem nach dem Peloponnesischen Krieg langsam wiedererstarkten Athen) verstrickt war. Es ging dabei um die Idee eines allgemeinen Friedens, der den ewigen Kämpfen im Mutterland ein Ende machen sollte. Vor allem war Sparta an einer Beendigung der Kämpfe gelegen, die es immer mehr zu erschöpfen drohten. Antalkidas nahm schließlich im Winter 388/387 v. Chr. die Verhandlungen mit dem persischen Großkönig Artaxerxes II. auf, die bald zum gewünschten Erfolg führten. Artaxerxes II. hingegen sah eine Chance, eine Ordnung nach seinen Wünschen zu schaffen und freie Hand zur Bekämpfung der Griechen in seinem Machtbereich zu erhalten. Eine spartanisch-persische Flotte sperrte den Hellespont und blockierte den Hafen von Piräus, so dass auch Athen gezwungen war, die Vereinbarungen anzunehmen.

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Ereignisse

377 v. Chr.

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Der zweite Attische Seebund wird entgegen dem Königsfrieden von 386 v. Chr. gegründet. Dieser hatte die Autonomie aller griechischen Stadtstaaten vorgesehen.

Europa

375 v. Chr.

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Östliches Mittelmeer: Die griechischen Stadtstaaten erneuern auf Initiative des persischen Großkönigs den Königsfrieden, der 382 v. Chr. zerbrochen war. Obwohl es sich dabei um einen Allgemeinen Frieden handelt, der die Souveränität aller Städte vorsieht, weigert sich Theben, den Böotischen Bund aufzulösen.

382 v. Chr.

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Östliches Mittelmeer: Sparta, das sich als Garant des Königsfriedens sieht, welcher die Autonomie der griechischen Stadtstaaten vorsieht, zieht gegen den im Nordosten Griechenlands bestehenden Chalkidikischen Bund unter Führung Olynths. Die zwei Städte Apollonia Mygdoniorum und Akanthos, deren Eroberung Olynth geplant hatte, hatten Sparta um Hilfe gerufen. Damit beginnt der Erste Olynthische Krieg.

386 v. Chr.

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Östliches Mittelmeer: In Sardes wird der so genannte Königsfrieden verkündet, der den Korinthischen Krieg zwischen den griechischen Stadtstaaten dauerhaft beenden soll. Die griechischen Siedlungen in Ionien und auf Zypern fallen damit an das persische Achämenidenreich. Die Stadtstaaten verpflichten sich zur Autonomie, das heißt Organisationen wie der Böotische Bund oder der Attische Seebund sind verboten. Die Fusion von Korinth und Argos wird wieder aufgelöst. Persien tritt als Garantiemacht des Friedens auf.

387 v. Chr.

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Östliches Mittelmeer: In der persischen Stadt Sardes beginnen die Verhandlungen über ein Ende des Korinthischen Krieges zwischen Sparta auf der einen und Athen, Argos, Korinth und Theben auf der anderen Seite. Ziel ist ein Allgemeiner Frieden, der den jahrzehntelangen Konflikt der griechischen Stadtstaaten dauerhaft beenden soll. Es kommt schließlich zum Königsfrieden.

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