KZ Auschwitz-Birkenau

Einfahrtsgebäude des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau (2009) mit einmontierter Fotografie von 1945
Bild: Air-Quad UG

Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau war das größte deutsche Vernichtungslager während der Zeit des Nationalsozialismus. Es wurde 1941 drei Kilometer entfernt vom Stammlager Auschwitz I gebaut und befand sich nahe der in Auschwitz umbenannten Stadt Oświęcim im nach der militärischen Besetzung Polens vom Deutschen Reich annektierten und als Verwaltungseinheit errichteten Landkreis Bielitz. Das Lager wurde am 27. Januar 1945 durch Truppen der Roten Armee befreit.

Der Name „Auschwitz“ wurde zum Symbol der Shoa. Von den mehr als 5,6 Millionen Opfern des Holocaust wurden etwa 1,1 Millionen Menschen, darunter eine Million Juden, in Birkenau ermordet. Etwa 900.000 der Deportierten wurden direkt nach ihrer Ankunft in den Gaskammern ermordet. Weitere 200.000 Menschen kamen zu Tode durch Krankheit, Unterernährung, Misshandlungen und medizinische Versuche oder wurden später als zur Arbeit untauglich selektiert und vergast. Herkunftsländer der meisten Ermordeten waren Belgien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Jugoslawien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Polen, Rumänien, Sowjetunion, Tschechoslowakei und Ungarn.

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Bemerkenswertes

Exponierte Ereignisse:
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Der Auschwitz-Erlass tritt in Kraft, der die Deportation von im Deutschen Reich lebenden Sinti und Roma in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau anordnet.

Zeittafel

1944

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am 16. Oktober Transport nach Auschwitz-Birkenau, wo er am 18. Oktober in einer Gaskammer ermordet wurde. (Viktor Ullmann)

1944

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am 16. Oktober Transport nach Auschwitz-Birkenau, wo er am 18. Oktober in der Gaskammer ermordet wurde. (Viktor Ullmann)

Holocaust in Polen

1945

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KZ Auschwitz-Birkenau 27. Januar (Deutsche Besetzung Polens 1939–1945)

Politik & Weltgeschehen

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Zweiter Weltkrieg: Befreiung des KZ und Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee.

1945

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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Wegen der heranrückenden Roten Armee beginnt die Besatzung unter Richard Baer mit der Evakuierung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. (17. Januar)
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Zweiter Weltkrieg: Im KZ Auschwitz-Birkenau findet ein Aufstand des jüdischen Sonderkommandos (die Häftlinge, die die Gaskammern und Krematorien bedienen mussten) statt. Weibliche Gefangene hatten Sprengstoff von einer Waffenfabrik eingeschmuggelt und das Krematorium IV wurde damit teilweise zerstört.
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Weitere Ereignisse weltweit: Aufstand der Sinti und Roma im KZ-Auschwitz-Birkenau gegen die geplante Massen-Vergasung; die SS muss die angelaufene Liquidierung des so genannten Zigeuner-Lagers bis zum Juli 1944 abbrechen.

1942

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Episoden > Kapitel 5: Totaler Krieg: – Tatort Auschwitz* (100 Jahre – Der Countdown)

Welterbestätten der UNESCO

1979

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– K – Auschwitz-Birkenau – Deutsches nationalsozialistisches Konzentrations- und Vernichtungslager (1940–1945) (2007 umbenannt) (Tourismus in Polen)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

2005

Werk > Kammermusik:
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Tekyah, für Klarinette, Akkordeon, 3 Trompeten, 3 Hörner, 2 Posaunen und 4 Schofare. UA 27. Januar , Fernsehübertragung anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung des KZs Auschwitz-Birkenau.. (Osvaldo Golijov)

Zitate

2006

Zitat:
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Mit dem Zerstören Israels, mit der Schoah, sollte im letzten auch die Wurzel ausgerissen werden, auf der der christliche Glaube beruht und endgültig durch den neuen, selbstgemachten Glauben an die Herrschaft des Menschen, des Starken, ersetzt werden. Ansprache Papst Benedikt XVI. in Auschwitz am 25. Mai

1967

Beispiele für Vertonungen > Zitate des gregorianischen Hymnus in der klassischen Musik:
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Krzysztof Penderecki: Dies Irae – Oratorium zum Gedächtnis der Opfer von Auschwitz (Dies irae)

Kunst & Kultur

2007

Teilnahme an Gruppenausstellung:
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documenta 12, Kassel. Gezeigt wurde die Arbeit Sketch for Verkündigung, basierend auf einem Aquarell eines Auschwitz-Überlebenden. (Sonia Abián)

2007

Teilnahme an Gruppenausstellung:
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documenta 12, Kassel. Gezeigt wurde die Arbeit Das Konzentrationslager der Liebe () unter Verwendung von Aquarellen des Auschwitz-Überlebenden W?adys?aw Siwek. (Sonia Abián)

Tagesgeschehen

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Dębno/Polen: Der ehemalige Lehrer und älteste Überlebende des Konzentrationslagers AuschwitzAntoni Dobrowolski verstarb im Alter von 108 Jahren.
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Auschwitz/Polen. Aus Anlass des 60. Jahrestages der Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau gedenken Vertreter aus 44 Staaten der Opfer des Holocaust.
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Berlin/Deutschland. Aus Anlass des 60. Jahrestages der Befreiung des KonzentrationslagersAuschwitz hat Bundeskanzler Gerhard Schröder seine Scham über den millionenfachen Mord an den Juden bekannt und zum Kampf gegen Antisemitismus aufgerufen.

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

2010

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bedeutende Ritter des Ordens Polonia Restituta (nur Großkreuze, bis 1945): Hauptmann Witold Pilecki, 1995 (posthum), einziger bekannter freiwilliger Gefangener (945 Tage) im dt. Vernichtungslager KZ Auschwitz-Birkenau; (Orden Polonia Restituta)

2006

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Preisträger: Hartmut Mehdorn, der damalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn AG, für Anzeigenentzug der Deutschen Bahn AG nach kritischer Berichterstattung, ferner restriktives Erteilen von Drehgenehmigungen, Verweigerung von Stellungnahmen bei heiklen Themen, und (später aufgegebene) Blockade einer Ausstellung über die historische Rolle der Bahn bei der Deportation jüdischer Kinder nach Auschwitz (Verschlossene Auster)

2005

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Ehrung: Obermayer German Jewish History Award in Berlin (Verleihung zum 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, Würdigung des Engagements nicht-jüdischer Deutscher für die Bewahrung und Erinnerung jüdischer Geschichte und jüdischen Lebens in Deutschland) (Gunter Demnig)

1989

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Ehrung: – Verleihung der Kristall Schallplatte (Die Stoakogler)

"KZ Auschwitz-Birkenau" in den Nachrichten

Weiterführende Informationen

Literatur

  • Theodor W. Adorno: Ob nach Auschwitz noch sich leben lasse. Ein philosophisches Lesebuch, hrsg. von Rolf Tiedemann. Suhrkamp Verlag, Frankfurt a.M. 1997, ISBN 3-518-11844-7.
  • Wolfgang Benz, Barbara Distel (Hrsg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Bd. 5: Hinzert, Auschwitz, Neuengamme., C.H. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-52965-8.
  • Tadeusz Borowski, Friedrich Griese: Bei uns in Auschwitz, auf Deutsch: 2006, Verlag Schöffling, ISBN 3-89561-329-0.
  • Danuta Czech: Kalendarium der Ereignisse im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 1939–1945. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1989 (1958 1. A.), ISBN 3-498-00884-6.
  • Ebbo Demant (Hrsg.): Auschwitz – Direkt von der Rampe weg. Kaduk, Erber, Klehr. Drei Täter geben zu Protokoll. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1979, 142 S., ISBN 978-3-499-14438-7 (gemeint sind die inhaftierten Oswald Kaduk, ehemaliger SS-Unterscharführer, Rapport- u. Blockführer, Josef Erber, ehemaliger SS-Oberscharführer und Josef Klehr, ehemaliger SS-Oberscharführer, „leitender Sanitäter/Leiter des Desinfektionskommandos“).
  • Georges Didi-Huberman: Bilder trotz allem. Übers. Franz. v. Geimer. München: Wilhelm Fink Verlag 2007. 260 Seiten mit 30 Abb., ISBN 978-3-7705-4020-4.
  • Wacław Długoborski, Franciszek Piper (Redaktion): Auschwitz 1940-1945. Węzłowe zagadnienia z dziejów obozu. Autorinnen: Danuta Czech, Tadeusz Iwaszko, Stanisław Kłodziński, Helena Kubica, Aleksander Lasik, Franciszek Piper, Irena Strzelecka, Andrzej Strzelecki, Henryk Świebocki. Herausg.: Verlag Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, 1995, 5 Bände, 1.250 S., ISBN 83-85047-52-2 (PL). In deutscher Übersetzung unter Leitung von Jochen August. Auschwitz 1940-1945. Studien zur Geschichte des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz. (5 Bände: I. Aufbau und Struktur des Lagers. II. Die Häftlinge – Existenzbedingungen, Arbeit und Tod. III. Vernichtung. IV. Widerstand. V. Epilog.) 2.076 Seiten, ISBN 83-85047-76-X.
  • Gideon Greif: „Wir weinten tränenlos …“: Augenzeugenberichte der jüdischen „Sonderkommandos“ in Auschwitz. Aus dem Hebräischen übersetzt von Matthias Schmidt, Böhlau, Köln/Weimar/Wien 1995, ISBN 3-412-03794-X.* Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt am Main, S. Fischer, ISBN 978-3-10-039326-5.
  • Raul Hilberg: Sonderzüge nach Auschwitz. Ullstein Buch Nr. 33085, Frankfurt a.M./Berlin 1987, ISBN 3-548-33085-1.
  • Ka-Tzetnik 135633: Shivitti. Eine Vision. Löhrbach 2005, ISBN 3-922708-50-1. (Der grüne Zweig, 250).
  • Helena Kubica: Man darf sie nicht vergessen. Die jüngsten Opfer von Auschwitz. Hrsg.: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, 2003; 383 Seiten; deutsch-polnische Ausgabe, ISBN 83-88526-30-8.
  • Robert Jan van Pelt, Debórah Dwork: Auschwitz. Von 1270 bis heute. Pendo Verlag, Zürich, 1998, ISBN 3-85842-334-3.
  • Franciszek Piper, Teresa Świebocka (Redaktion): Auschwitz. Nationalsozialistisches Vernichtungslager. Hrsg.: Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau, 2011, 492 S., ISBN 978-83-88526-28-2.
  • Jean-Claude Pressac: Die Krematorien von Auschwitz. Die Technik des Massenmordes. Aus dem Französischen von Eliane Hagedorn und Barbara Reitz. Piper, München 1994, ISBN 3-492-03689-9.
  • Jan Erik Schulte: Vom Arbeits- zum Vernichtungslager. Die Entstehungsgeschichte von Auschwitz-Birkenau 1941/42, in: VfZ 50 (2002) (PDF; 7,5 MB), S. 41–69.
  • Otto Schwerdt, Mascha Schwerdt-Schneller: Als Gott und die Welt schliefen. Verlag Lichtung, 1998, 111 S., ISBN 3-929517-27-2.
  • Tadeusz Sobolewicz: Aus der Hölle zurück, Bericht eines ehemaligen Auschwitz-Häftlings, herausgegeben vom Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-596-14179-6.
  • Shlomo Venezia: Meine Arbeit im Sonderkommando Auschwitz: Das erste umfassende Zeugnis eines Überlebenden. Vorwort von Simone Veil. Dagmar Mallett Übersetzung. Blessing, 2008, ISBN 3-89667-365-3.
  • Nikolaus Wachsmann: KL: Die Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Siedler Verlag, München 2016, ISBN 978-3-88680-827-4

Weblinks