Kaiserliche Marine

Kaiserliche Marine war von 1872 bis 1918 die offizielle Bezeichnung der Seestreitkräfte des Deutschen Kaiserreiches. Ursprünglich war sie auf die Küstenverteidigung hin ausgerichtet. Ab etwa 1900 entwickelte sie sich zu einer der größten und modernsten Kriegsflotten der Welt, was durch imperiale Bestrebungen und die (anglophile) Marinebegeisterung des deutschen Kaisers Wilhelm II. begünstigt wurde. 1914 war die Kaiserliche Marine nach der Royal Navy und vor der United States Navy die zweitstärkste Marine der Welt. Diese enorme Aufrüstung forderte Großbritannien als führende Seemacht heraus und führte zum Deutsch-Britischen Flottenwettrüsten. Es trug zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges bei.

Dass die Flotte weitgehend wirkungslos blieb, war vor allem der geopolitischen Lage der deutschen Küsten und dem Fehlen großer überseeischer Flottenstützpunkte geschuldet. Im Weltkrieg spielten die deutschen Überwasserkräfte daher keine große Rolle. Lediglich in der Skagerrakschlacht 1916 kam es zu einem großen Schlagabtausch mit der Royal Navy, der in einem strategischen Patt endete. Die U-Boot-Kriegführung hingegen fügte der britischen Handelsmarine schweren Schaden zu, begünstigte aber durch ihre rücksichtslose Führung den Kriegseintritt der USA auf Seiten der Gegner Deutschlands.
In der Nacht vom 29. zum 30. Oktober 1918 kam es, ausgelöst durch den sinnlosen Auslaufbefehl, an Bord von drei Schiffen zur Verweigerung des Befehls, den Anker zu lichten und auf zwei Schlachtschiffen zu offener Meuterei. Der Kieler Matrosenaufstand gilt als Auslöser der Novemberrevolution und des Endes der Monarchie in Deutschland.

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Geboren & Gestorben

1989

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Gestorben: Siegfried Sorge (Admiral) stirbt. Siegfried Sorge war ein deutscher Marineoffizier und Admiral. Er trat 1916 in die Kaiserliche Marine ein. 1943 wurde er zum Konteradmiral befördert. Von 1945 bis 1950 war er in sowjetischer Kriegsgefangenschaft.
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Gestorben: Theodor Osterkamp stirbt in Baden-Baden. Theodor Osterkamp war ein erfolgreicher Jagdflieger im Ersten Weltkrieg in der Kaiserlichen Marine und im Zweiten Weltkrieg Generalleutnant der Luftwaffe der Wehrmacht. Der mit Manfred von Richthofen befreundete Osterkamp errang im Ersten Weltkrieg 32 Luftsiege. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er als Kommodore des Jagdgeschwaders 51 in der Luftschlacht um England, wo er weitere sechs Luftsiege errang.
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Gestorben: Peter Cornelissen stirbt in Limpsfield, Surrey, England. Fritz-Otto Busch war ein deutscher Marineoffizier der Kaiserlichen sowie der Reichs- und der Kriegsmarine sowie Übersetzer und Seefahrts- und Marineschriftsteller. Er engagierte sich in der nationalsozialistischen Bewegung und wirkte maßgeblich an der Gleichschaltung des deutschen P.E.N. ab 1933 mit. Als Pseudonyme wählte er Peter Cornelissen und Wilhelm Wolfslast.

1971

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Gestorben: Hans Beckers (Pazifist) stirbt in Düsseldorf. Hans Beckers war als deutscher Matrose als Wortführer an einer Meuterei auf Kriegsschiffen der kaiserlichen Marine beteiligt und später als Pazifist aktiv.
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Gestorben: Jakob Kinau stirbt in Hamburg. Jakob Kinau war ein deutscher Seemann, Unteroffizier der Kaiserlichen Marine, Schriftsteller, Herausgeber und Zollbeamter.

Bedeutende Schiffe

1874

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Rumpf des Kanonenboots SMS Cyclop (J. W. Klawitter)

Rezeption > Deutsche Armeen

1879

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lief die Gneisenau, eine Dreimast-Kreuzerfregatte als Kadettenschulschiff der Kaiserlichen Marine vom Stapel. (August Neidhardt von Gneisenau)

Ereignisse

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In Berlin wird der Deutsche Flottenverein gegründet, der im Volk Verständnis und Interesse für die Kaiserliche Marine wecken soll. Die Regierung favorisiert im Reichsmarineamt unter Alfred von Tirpitz den Bau von Schlachtschiffen.

Deutsches Kaiserreich

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Die sozialdemokratische Tageszeitung Vorwärts veröffentlicht ein Geheimpapier der Kaiserlichen Marine, in dem der damalige Vizeadmiral Alfred von Tirpitz detaillierte Rüstungspläne über eine Flottenerweiterung aufführt. Die Veröffentlichung weitet sich zu einem Skandal aus, da sich selbst die regierungstreuen Zentrumsorgane von Tirpitz hintergangen fühlen.

Anmerkungen

1905

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Die im Film benannte Blücher sollte eine Anlehnung an den gleichnamigen Kreuzer der Kaiserlichen Marine sein. Jedoch war das Schiff nie in afrikanischen Gewässern stationiert gewesen und wurde im Gefecht auf der Doggerbank 1915 versenkt. Tatsächlich bezieht sich der Film bzw. die Romanvorlage auf den Kleinen Kreuzer SMS Königsberg , der 1915 in Deutsch-Ostafrika versenkt wurde. (Brüll den Teufel an)

Politik & Weltgeschehen

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Erster Weltkrieg: Im Gefecht auf der Doggerbank erleidet die deutsche Kaiserliche Marine eine Niederlage gegen die britische Royal Navy
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: U 1, das erste deutsche U-Boot, wird von der Kaiserlichen Marine in Kiel in Dienst gestellt. (14. Dezember)
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Deutsches Reich: Zweite Tirpitzsche Flottenvorlage für die Aufrüstung der Deutschen Marine gegen die britische Seeherrschaft
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Der deutsche Reichstag beschließt auf Basis des Tirpitz-Plans im Flottengesetz den Aufbau einer Schlachtschiffflotte und löst damit ein Deutsch-Britisches Wettrüsten zur See aus. (28. März)

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