Kalifat

Als Kalifat (arabisch خلافة, DMGḫilāfa) bezeichnet man die Herrschaft, das Amt oder das Reich eines Kalifen, also eines „Nachfolgers“ oder „Stellvertreters des Gesandten Gottes“ (خليفة رسول الله, ḫalīfat rasūl Allāh). Es stellt somit eine islamische Regierungsform dar, bei der die weltliche und die geistliche Führerschaft in der Person des Kalifen vereint sind. Bereits Mohammeds Staat in Medina basierte auf einem theokratischen Modell: Er war sowohl der Führer der religiösen Bewegung als auch der Herrscher über den Machtbereich, in dem dieser Glaube ausgelebt wurde.

In der Form خليفة الله (Ḫalīfat Allāh), also „Stellvertreter Gottes [auf Erden]“ existiert der Kalifen-Titel seit den ab 661 regierenden Umayyaden. Da gemäß Sure 112 (Al-Ichlās) jedoch kein Mensch Gott gleich sein kann – nicht einmal das Oberhaupt aller Muslime –, steht diese Interpretation des Kalifats nach Ansicht vieler Muslime im Widerspruch zur Lehre Mohammeds.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Ertuğrul Osman stirbt ebd.. Ertuğrul Osman war Oberhaupt des Hauses Osman, welches das Osmanische Reich regierte. Infolge der Aufhebung des Sultanats 1922 und des Kalifats 1924 musste die Familie die neu gegründete Republik verlassen.
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Geboren: Metin Kaplan wird in Erzurum, Türkei geboren. Muhammed Metin Kaplan – selbsternannter „Kalif von Köln“ – ist ein islamischer Fundamentalist, der in Köln lebte und 2004 in die Türkei abgeschoben wurde.
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Geboren: Ertuğrul Osman wird in Istanbul geboren. Ertuğrul Osman war Oberhaupt des Hauses Osman, welches das Osmanische Reich regierte. Infolge der Aufhebung des Sultanats 1922 und des Kalifats 1924 musste die Familie die neu gegründete Republik verlassen.

1333

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Gestorben: Badr al-din Ibn Jama'a stirbt in Kairo. Badr al-din Ibn Jama'a war ein islamischer Wissenschaftlicher und Rechtsgelehrter. In seinen politischen Schriften sprach er sich für die Zusammenlegung von Kalifat und Sultanat aus.

1241

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Geboren: Badr al-din Ibn Jama'a wird in Hamat geboren. Badr al-din Ibn Jama'a war ein islamischer Wissenschaftlicher und Rechtsgelehrter. In seinen politischen Schriften sprach er sich für die Zusammenlegung von Kalifat und Sultanat aus.

Islamische Expansion

639 n. Chr.

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Muʿāwiya aus der Sippe der Umayyaden wird von Kalif Umar ibn al-Chattab zum Statthalter von Syrien ernannt und steigt zu einem der mächtigsten Männer des Kalifats auf.

Zeitleiste

750 n. Chr.

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Die Abbasiden stürzen im Kalifat die Umayyaden. (Spätantike)

Asien

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Kalif Al-Mansur gründet Bagdad als Hauptstadt des Kalifats; Damaskus verliert seine Hauptstadtfunktion.

747 n. Chr.

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Abu Muslim eröffnet im Ostiran um Merw den Aufstand gegen die Umayyaden. Dies bringt die Abbasiden an die Macht im Kalifat.
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Schwere Krise der Umayyadenherrschaft im Kalifat nach der Ermordung von al-Walid II. und den folgenden schnellen Herrscherwechseln. Das Ansehen der Umayyaden wird schwer beschädigt, was der Propaganda der Abbasiden verstärkt Gehör verschafft. Kalif wird zunächst al-Walids Sohn Yazid III., der aber bereits nach fünf Monaten stirbt.

692 n. Chr.

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Islamische Expansion: Mit der Eroberung von Mekka durch den umayyadischen Feldherren Al-Haddschādsch beenden die Umayyaden den Bürgerkrieg (seit 683) und stellen die Reichseinheit des Kalifats wieder her.

Asien & Afrika

787 n. Chr.

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Das Kalifat der Abbasiden in Bagdad erkennt die Unabhängigkeit der Herrschaft der Rustamiden in Algerien an.

Afrika

909 n. Chr.

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In Ägypten wird das Kalifat der Fatimiden durch Abdallah al-Akbar begründet.

789 n. Chr.

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Nachdem sich Marokko unter den Idrisiden vom Abbasiden-Kalifat gelöst hat, kommt es auch in Ägypten zu Unruhen, die gegen das Kalifat gerichtet sind.

Europa

1055

Ereignisse > Mittelmeerraum und Naher Osten:
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Tughrul Beg erobert Bagdad und bekommt vom Abbasiden-Kalifen al-Qa'im den Titel Sultan verliehen. Die Seldschuken sind fortan die eigentlichen Herrscher über das Kalifat in Bagdad. (11. Jahrhundert)

Geschichte > Chronik der Mongolen vom 13. bis 18. Jahrhundert

1258

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Die Mongolen erobern Bagdad und vernichten das Kalifat der Abbasiden in Bagdad. An seine Stelle tritt das mongolische Ilchanreich. In der Folge Anlehnung an die persisch-islamische Kultur. (Mongolisches Reich)

Politik & Weltgeschehen

Ereignisse > Politik und Weltgeschehen:
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Nach der Gründung der türkischen Republik durch Mustafa Kemal Atatürk wird der letzte Kalif des Osmanischen Reiches, Abdülmecit II., abgesetzt und das Kalifat aufgelöst. (3. März)

1924

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3. März: Die Türkei beschließt die Abschaffung des Kalifats.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1952

Werk:
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Zum Kalifat des Jakobus: ZRGG 4 , 193-214 (Ethelbert Stauffer)

"Kalifat" in den Nachrichten