Kanopus-Dekret

Das Kanopus-Dekret ist die Bezeichnung eines in griechischer sowie demotischer Sprache verfassten Beschlusses einer Priestersynode im Jahr 238 v. Chr., dem 9. Regierungsjahr des Pharaos Ptolemaios III., der zwecks Ehrung im Jahr 237 v. Chr. von Ptolemaios III. und seiner Gemahlin Berenike II. am Tag des heliakischen Aufgangs des Sirius veranlasst wurde.

Das Kanopus-Dekret stand außerdem in Zusammenhang mit den Neujahrsfeierlichkeiten hinsichtlich der Göttin Bastet und der alle vier Jahre stattfindenden Zufügung eines sechsten Tages für die Jahreszeit Heriu-renpet. Mit dieser Ergänzung als Schalttag sollte außerdem die Verlagerung der Jahreszeiten im ägyptischen Verwaltungskalender verhindert werden.

mehr zu "Kanopus-Dekret" in der Wikipedia: Kanopus-Dekret

Europa

238 v. Chr.

thumbnail
Östliches Mittelmeer: Ptolemaios III. Euergetes von Ägypten führt mit seinem Kanopus-Dekret einen Schalttag für jedes vierte Kalender-Jahr ein. Der Schalttag ist der sechste Epagomen-Tag am Ende des Jahres. Nach einiger Zeit wird diese Regelung jedoch von der politisch erstarkten Priesterschaft wieder abgeschafft. Erst von Sosigenes aus Alexandria wurde diese (vernünftige) Regelung wieder aufgegriffen und für die ("Julianische") Kalenderreform Julius Caesars im Jahre 46 v. Chr. nutzbar gemacht. Das Kanopus-Dekret stellt außerdem den ältesten erhaltenen zweisprachig griechisch-ägyptischen Text (Bilingue) dar.

Wissenschaft & Technik

thumbnail
In Tanis findet der preußische Ägyptologe Richard Lepsius auf einer Kalksteinstele das Kanopus-Dekret einer ägyptischen Priestersynode. Die Stele mit einer Kalenderregelung wurde im Jahr 237 v. Chr. aufgestellt und überdauerte die Zeiten unter Ruinenschutt.

"Kanopus-Dekret" in den Nachrichten