Karl I. (England)

König Karl I., Porträt von Daniel Mytens (1631)
Bild:

Details of artist on Google Art Project
Lizenz: CC-PD-Mark

Karl I. (englisch Charles I; * 19. November 1600 in Dunfermline; † 30. Januar 1649 in London) aus dem Haus Stuart war von 1625 bis 1649 König von England, Schottland und Irland. Seine Versuche, in England und Schottland eine gleichförmige Kirchenverfassung einzuführen und im Sinne des Absolutismus ohne Parlament zu regieren, lösten den englischen Bürgerkrieg aus, der mit Karls Hinrichtung und der zeitweiligen Abschaffung der Monarchie endete.



Inhaltsverzeichnis



Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft und frhe Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl war der zweite Sohn von König Jakob VI. (engl: James I.) von Schottland und dessen Ehefrau Anna von Dänemark. Jakob übersiedelte 1603 infolge seiner Inthronisierung als Jakob I., König von England und König von Irland, aus Edinburgh nach London, so dass Karl im Alter von drei Jahren nach England kam. Am 6. November 1612 verstarb überraschend sein älterer Bruder Henry Frederick, und am 4. November 1616 wurde Karl als elfter Prince of Wales zum neuen Thronfolger ernannt.

Jakob schloss im März 1612 ein Bündnis mit der deutschen Protestantischen Union. Daraufhin wurde im Mai 1612 ein Ehekontrakt zwischen seiner Tochter Elisabeth und dem Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz unterzeichnet. Im November 1619 wurde Friedrich als König von Böhmen eingesetzt, aber nach nicht einmal einjähriger Regentschaft von kaiserlichen Truppen ins Exil vertrieben. Um die Eskalation des in Böhmen ausgebrochenen Glaubenskrieges zu verhindern und sich selbst in eine Schiedsrichterposition zu bringen, versuchte Jakob zwischen den religiösen Parteien zu vermitteln. Er suchte die Annäherung zum katholischen Spanien: Geplant war die Ehe des Thronerben Karl mit Maria Anna von Spanien, der Schwester des spanischen Königs Philipp IV. Eine solche Verbindung hätte nebenbei eine für England nachteilige französisch-spanische Annäherung konterkariert, das Haus Stuart aufgewertet und durch eine hohe Mitgift die Staatsfinanzen Englands saniert.

Kronprinz Karl (um 1623), Gemälde von Daniel Mytens
Bild:

Details of artist on Google Art Project
Lizenz: CC-PD-Mark

Wohl in der Absicht, die hinhaltende Position der Spanier zu durchbrechen und endlich Ergebnisse vorweisen zu können, reisten Prinz Karl und der engste Berater des Königs Lord Buckingham, im Februar 1623 nach Madrid. Dort forderten sie den umgehenden Abschluss eines Ehevertrages und die Räumung der pfälzischen Gebiete. Die spanische Regierung verlangte ihrerseits die Konversion des Prinzen zum Katholizismus. Dies war für England in jeder Hinsicht inakzeptabel und kam einer Zurückweisung gleich. Nach ihrer Rückkehr im Oktober 1623 läuteten Karl und Buckingham die von den Zeitgenossen so bezeichnete „Blessed Revolution“ ein – einen fundamentalen Umschwung in der bisher spanienfreundlichen Politik Englands seit 1604. Als Philipp IV. im Januar 1624 die Herausgabe der von spanischen Truppen besetzten Pfalz anbot, falls die Heirat doch noch realisiert würde, weigerte sich Prinz Karl, dem nachzukommen. König Jakob versuchte jetzt ein anti-habsburgisches Bündnis mit Frankreich zu initiieren, deren Kernpunkt die Heirat seines Sohnes mit einer französischen Prinzessin sein sollte. Das vom Parlament bereits bewilligte Geld verwendete er dazu, ein Söldnerheer unter dem Grafen von Mansfeld auszurüsten, dessen Ziel die Rückeroberung der Pfalz sein sollte. Die neue Politik war jedoch teuer und beim Volk unpopulär und führte zudem zu keinerlei Vorteilen für England.

Thronbernahme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl folgte seinem Vater am 27. März 1625 als Karl I., König von England, Schottland, Frankreich und Irland auf den Thron. Bereits am 9. April 1625 berief er eine Kommission unter dem Herzog von Buckingham ein, welche über die Außenpolitik des Landes beraten sollte. Kernpunkte waren das Verhältnis zu Spanien, ein Bündnis mit Frankreich und Wege zur Wiederherstellung der Pfalz, eventuell mit niederländischer Hilfe. Zumindest der Allianz mit Frankreich kam man ab Mai 1625 einen großen Schritt näher. Karl heiratete er am 13. Juni 1625 Henriette Marie de Bourbon, die katholische Tochter des französischen Königs Heinrich IV. und der Maria de’ Medici, die Krönung Karls I. fand schließlich am 2. Februar 1626 in der Westminster Abbey statt.

Die Außenpolitik Englands wurde jetzt wesentlich aggressiver, der Krieg mit Spanien brach aus. Karl unterstützte die Protestantische Union unter Christian IV. von Dänemark gegen den Kaiser mit £ 30.000 und unterstellte die Mansfelder Truppen den Vereinigten Provinzen, damit sie im Krieg gegen Spanien die Kurpfalz befreien sollten. Ende April 1625 wies Karl die Admiralität an, Kaperbriefe auszustellen, die es erlaubten, Schiffe der Spanier zu überfallen. Am 18. September 1625 konnte der Vertrag von Southampton mit den Vereinigten Provinzen abgeschlossen werden. In ihm verpflichteten sich beide Seiten zu einer gemeinsamen Expedition gegen Spanien. Schließlich schickte England im Oktober 1625 eine Expeditionsflotte unter Sir Edward Cecil nach Spanien ab. Die Engländer überfielen die Hafenstadt Cadiz, traten aber nach Ankunft spanischer Entsatzkräfte am 14. November den Rückzug an, der zu schweren Verlusten führte. 1627 folgte der Herzog von Buckingham einem Hilferuf der Hugenotten vor La Rochelle und verwickelte englische Streitkräfte in einen Krieg gegen die französische Krone.

Beginn des Konflikts mit dem Parlament[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königliches Wappen von Karl I.
Bild:

Details of artist on Google Art Project
Lizenz: CC-PD-Mark

Bereits bei Karls Regierungsantritt traten die Konflikte zwischen König und Parlament zutage, die sich schon unter seinem Vater Jakob I. angebahnt hatten. Man vermutet, dass Karl wie dieser ein Verfechter der Theorie des divine right of kings war, nach dem das Herrschaftsrecht der Könige sich allein vom Gottesgnadentum herleitete. Im Mitwirkungsanspruch des Parlaments sah er infolgedessen eine Verletzung dieses Rechts. Daher glaubte er immer wieder, sich über das Parlament hinwegsetzen zu dürfen. Ob Karl wirklich ein absolutistisches Regime anstrebte, ist jedoch fraglich.

In England missbrauchte Karl den Habeas Corpus, ein starkes juristisches Instrument, um Haftbefehle auszustellen, indem er von wohlhabenden Bürgern Zahlungen erpresste mit der Androhung, sie bei Verweigerung der Zahlungen einsperren zu lassen. Trotz der 1628 durch das Parlament gegen diese Praxis erlassenen Petition of Right verfiel der König bald wieder darauf. 1641 musste Karl, der wegen eines Aufstands von Schotten und Iren in Geldnot war, einem neuerlichen Erlass des Parlaments zustimmen, der Verhaftungen nur noch mit angemessener Begründung zuließ.

Seine Politik hatte zum Krieg mit Spanien geführt, sodass er neue Finanzmittel benötigte, die ihm nur das Parlament bewilligen konnte. Den Parlamentsmitgliedern, unter ihnen viele Puritaner, die bereits die Ehe des Königs mit einer Katholikin missbilligt hatten, war diese Haltung nicht verborgen geblieben. Anders als bis dahin nach einer Thronbesteigung üblich, bewilligten sie dem König daher 1625 die Einziehung der Hafenzölle (tonnage and poundage), eine der wichtigsten Einnahmequellen des Königtums, nur für ein Jahr anstatt für die ganze Regierungszeit des Königs. Karl löste das Parlament daraufhin auf.

Karl ließ das Unterhaus 1628 wieder zusammentreten, weil er neue Finanzmittel benötigte. Dessen Mitglieder verabschiedeten nun, um sich gegen königliche Willkürakte künftig abzusichern, die Petition of Right mit vier Forderungen, die der König vor der Bewilligung neuer Steuern anerkennen sollte. Der König unterschrieb die Petition, um die benötigten Gelder zu bekommen, hielt sich allerdings nicht an die Forderungen. Er regierte im gleichen Stil weiter wie zuvor und berief 11 Jahre das Parlament nicht mehr ein. Aus den militärischen Auseinandersetzungen in Europa zog er sich aber nach der Ermordung des Herzogs von Buckingham zurück und schloss 1630 Frieden mit Spanien.

Regierung ohne Parlament[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl I. (von drei Seiten), Porträt von Anthonis van Dyck, Öl auf Leinwand (1635/36)
Bild:

Details of artist on Google Art Project
Lizenz: CC-PD-Mark

Ab 1629 regierte Karl I. ohne Parlament, gestützt auf seine Vertrauten Thomas Wentworth, 1. Earl of Strafford, und William Laud, Erzbischof von Canterbury. Die Star Chamber war für weltliche Angelegenheiten zuständig, die Hohe Kommission für die kirchlichen Belange. Der Bischof von London wollte die presbyterianische Kirchenverfassung in Schottland abschaffen und die anglikanische Kirche dort einsetzen. Die Schotten protestierten und erhoben sich. Schottische Truppen marschierten in England ein. Am 13. April 1640 trat das Parlament zusammen, weil Karl die Mittel für die Bekämpfung der Schotten benötigte. Ein paar Tage später, am 5. Mai 1640, löste er das Parlament wieder auf. Diese Tagungsperiode wurde als Kurzes Parlament bekannt.

Am 3. November 1640 trat das Parlament erneut zusammen. Da es bis 1660 tagte, wird es als Langes Parlament bezeichnet. Unter der Führung von John Pym kam es zu einem Amtsenthebungsverfahren (Impeachment) vor dem House of Lords gegen den Earl of Strafford wegen Hochverrats. Die Lords sprachen Strafford frei, worauf das Unterhaus ihn mittels einer Bill of attainder ohne weiteren Prozess zum Tod verurteilte. Karl, der seine Herrschaft bedroht sah, gab nach und bestätigte das Todesurteil gegen Strafford. Am 12. Mai 1641 wurde der wichtigste Berater Karls hingerichtet. Der König erfüllte weitere Forderungen des Parlaments. Er versprach, es alle drei Jahre einzuberufen und es nicht ohne seine Zustimmung aufzulösen. Die Star Chamber und die Hohe Kommission wurden aufgelöst.

Auslsung des Brgerkriegs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auslöser des Bürgerkriegs war ein weiterer Aufstand, der diesmal in Irland ausbrach. Die katholische Bevölkerungsmehrheit erhob sich gegen die protestantischen, zumeist englischen Ansiedler. Sofort war das Parlament bereit, Gelder für eine Armee zu bewilligen, die den Aufstand niederschlagen sollte. Da die Armee jedoch unter Befehl des Königs stand, hatte man Angst, dass dieser sie gegen das Abgeordnetenhaus wenden könnte.

Deshalb kam es im November 1641 zum Versuch, dem König den Oberbefehl zu entreißen und in die Hände von Vertrauten des Parlaments zu legen. Dazu veröffentlichte man eine Protestnote, die Große Remonstranz. Diese umfassende Liste von Vorhaltungen gegen die Politik des Königs war von Pym eingebracht worden und erhob erstmals die Forderung nach einer parlamentarischen Kontrolle der Regierung. Bei der Abstimmung über die Remonstranz zeigte sich jedoch, dass Karl noch immer zahlreiche Anhänger im Unterhaus hatte. Ein Großteil der konservativen Mitglieder, die im Königtum ein von Gott geheiligtes Amt sahen, war nicht bereit, dieser Forderung zuzustimmen. Die Remonstranz wurde daher nur mit knapper Mehrheit angenommen.

Karl überschätzte daraufhin die Stärke seiner Position, als er am 4. Januar 1642 in bewaffneter Begleitung ins Unterhaus vordrang, um Pym zu verhaften, was aber kläglich fehlschlug und zudem die Bevölkerung Londons gegen den König aufbrachte. Er floh aus London und sammelte in Oxford seine Anhänger um sich. Wenige Wochen später brach der Englische Bürgerkrieg aus.

Erster Brgerkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die königlichen Truppen, die „Cavaliers“, errangen zunächst militärische Erfolge über das Parlamentsheer, die „Roundheads“, etwa in der Schlacht bei Edgehill. Doch in den Schlachten von Marston Moor 1644 und Naseby 1645 erlitten Karls Truppen entscheidende Niederlagen. In beiden Schlachten trug die aus Puritanern bestehende Kavallerietruppe der „Ironsides“ unter Oliver Cromwell entscheidend zum Sieg der New Model Army des Parlaments bei. Cromwell wurde dadurch zur Schlüsselfigur für den Bürgerkrieg und das weitere Schicksal Karls.

Karl suchte nach dem Scheitern aller militärischen Optionen zunächst bei der schottischen Armee Zuflucht. Er verhandelte insgeheim mit den Schotten und dem englischen Parlament und versuchte, beide Seiten gegeneinander auszuspielen. Sein Vorteil war, dass ohne seine Zustimmung keine verfassungsgemäße Änderung der Regierungsform in England möglich war.

Zweiter Brgerkrieg und Hinrichtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Enthauptung Karls I. in einem zeitgenössischen deutschen Druck
Bild:

Details of artist on Google Art Project
Lizenz: CC-PD-Mark

Das Lavieren des Königs führte 1648 zu einem zweiten Bürgerkrieg, in dem die schottische Armee auf seiner Seite stand. Cromwell ging gegen deren Angriff auf Nordengland vor und besiegte die ehemaligen Verbündeten. Karl versuchte nun, sich mit der Parlamentsmehrheit zu einigen, und schloss den Vertrag von Newport, der ein Gesetz gegen Häresie vorsah, in dem die Puritaner einen Angriff auf ihre Glaubensfreiheit sehen mussten. Cromwell und die mehrheitlich puritanischen Offiziere der Armee hatten bis dahin geglaubt, mit dem König noch zu einer Einigung kommen zu können, und hatten selbst mit ihm verhandelt.

Nach Newport erkannten sie, dass Karl nicht bereit war, sich in eine neue Verfassungsordnung in ihrem Sinne einbinden zu lassen. Solange der König lebte, war er für sie eine ständige Bedrohung und konnte jederzeit neue Bürgerkriege heraufbeschwören. Sie nahmen Karl daher gefangen und zwangen das Parlament, ihn des Hochverrats anzuklagen. Eigens für diesen Zweck wurde ein High Court of Justice eingerichtet. Von den 135 Mitgliedern dieses Tribunals lehnten viele ihre Aufgabe ab oder erschienen nicht zu den Verhandlungen. Nur 68 Mitglieder nahmen an dem Prozess teil, der am 20. Januar 1649 in Westminster Hall begann. Am 26. Januar wurde Karl zum Tode verurteilt, 59 Mitglieder des High Court unterzeichneten das Urteil.

Karl wurde am 30. Januar 1649 vor dem Banqueting House in London enthauptet. Am 7. Februar 1649 wurde er in der St.-Georgs-Kapelle von Schloss Windsor in Berkshire beerdigt. Hier ruht er neben Heinrich VIII. Wenige Wochen später erklärte das Unterhaus England zur Republik. Sie wurde von Oliver Cromwell unter dem Titel eines Lordprotektors bis zu dessen Tod 1658 regiert. Zwei Jahre später kam es unter Karls I. Sohn Karl II. zur Restauration des Stuart-Königtums.



Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die fünf ältesten Kinder Karls I., von links: Maria, Jakob, Karl, Elisabeth und Anne. Gemälde von Anthonis van Dyck, 1637.
Bild:

Details of artist on Google Art Project
Lizenz: CC-PD-Mark

Aus der Ehe mit Prinzessin Henrietta Maria von Frankreich gingen neun Kinder hervor, von denen zwei am Tag ihrer Geburt starben.



Vorfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Matthew Stewart, 4. Earl of Lennox
Margaret Douglas
Jakob V.
von Schottland
Marie de Guise
Christian III. von Dnemark
Dorothea von Sachsen-Lauenburg
Ulrich von Mecklenburg
Elisabeth von Dnemark
Henry Stuart
Maria Stuart
Friedrich II. von Dnemark
Sophie von Mecklenburg
Jakob VI. von Schottland = Jakob I. von England
Anna von Dnemark
Karl I.


Karl I. und das Schachspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schachspiel war bevorzugter Zeitvertreib von Karl I. Am 8. Oktober 1640 schrieb ein Höfling in einem Brief: „the King when he is neither in the field (where he is constantly every fair day), nor at the Council, passes most of his time at chess with the Marquis of Winchester“. Auch bei der Bestellung zum Gentleman of the Bedchamber achtete Karl I. darauf, dass es sich dabei um geübte Schachspieler handelte. Einem von ihnen, Montagu Bertie, 2. Earl of Lindsey, ist das 1656 veröffentlichte Buch The Royall Game of Chesse-Play gewidmet, in dem ausdrücklich auf die Schachleidenschaft des Königs und seines Hofstaates Bezug genommen wird. Auch Thomas Herbert gehörte zu seinen Spielpartnern. Nach dem Tode Karls I. kursierte die Anekdote, dass während einer Schachpartie der Kopf des weißen Königs abgefallen sei, was als Omen für seine spätere Hinrichtung gedeutet wurde. Gelegentlich wurde auch behauptet, der König habe neben der Bibel auch ein Schachbrett zum Schafott mitgebracht, was aber wahrscheinlich nicht zutrifft. Ein von Karl I. genutztes Schachbrett aus Silber und Bernstein, das in den Besitz von William Juxon kam, wurde 2012 bei Sotheby’s für 601.250 englische Pfund verkauft.



Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hinrichtung Karls I. sorgte in Europa als Angriff auf eine göttlich verbürgte Ordnung für Aufsehen. Andreas Gryphius thematisierte den Vorfall in seinem Trauerspiel Ermordete Majestät oder Carolus Stuardus König von Gross Brittannien (Erstdruck 1657, überarbeitet 1663) und stellte ihn aus der Perspektive des Gottesgnadentums dar: In dem Stück erscheint Karl als Postfiguration Christi, da er, wie betont wird, unschuldig hingerichtet wird und noch auf dem Blutgerüst seinen Anklägern vergibt. Das Stück verliert erst dann seinen tendenziösen Charakter, wenn man das dargestellte Geschehen nicht allein auf die zeitgenössische Politik, sondern auch auf die für das barocke Trauerspiel fundamentale Frage nach der Möglichkeit von Erlösung bezieht.

Im Anglo-Katholizismus wird Karl I. als Märtyrer und Heiliger verehrt. St.-Charles-Kirchen aus der Zeit des Britischen Weltreichs haben ihn als Patron. Sein Gedenktag im anglikanischen Kalender ist der 30. Januar.

Marieluise Fleißer schrieb zwischen 1940 und 1945 ein Drama Karl Stuart, das 2009 erstmals aufgeführt wurde.

Sein Sohn Karl II. benannte die Provinz Carolina ihm zu Ehren.



Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ronald G. Asch: Der Hof Karls I. von England. Politik, Provinz und Patronage. 1625?1640 (= Norm und Struktur. Bd. 3). Bhlau, Kln u. a. 1993, ISBN 3-412-09393-9 (Zugleich: Mnster, Universitt, Habilitations-Schrift, 1991).
  • Richard Cust: Charles I. A Political Life. Longman, Harlow 2005. [Standardwerk]
  • Pauline Gregg: King Charles I. University of California Press, Berkeley CA 1984, ISBN 0-520-05146-7.
  • Heiner Haan, Gottfried Niedhart: Geschichte Englands vom 16. bis zum 18. Jahrhundert (= Geschichte Englands. Bd. 2). Beck, Mnchen 1993, ISBN 3-406-33005-3.
  • Mark Kishlansky: Charles I (Penguin Monarchs). Allen Lane, London 2014. [aktuelle Einfhrung]
  • Peter Wende: Karl I. In: Peter Wende (Hrsg.): Englische Knige und Kniginnen der Neuzeit. Von Heinrich VII. bis Elisabeth II. 1. aktualisierte Auflage. Beck, Mnchen 2008 (zuerst 1998), ISBN 978-3-406-57375-0, S. 111?127 (Vorschau bei Google Bcher).


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ?Jeremy Goldsmith: Charles I and chess. In: Notes and Queries 61.2014,3, S. 358?362
  2. ?The Calendar
  3. ?http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&task=view&id=2770
VorgngerAmtNachfolger
Henry Frederick StuartPrince of Wales
Herzog von Cornwall
Earl of Chester

1612?1625
Titel erloschen
Jakob I./VI./I.Knig von England
1625?1649
Karl II.
Jakob I./VI./I.Knig von Schottland
1625?1649
Karl II.
Jakob I./VI./I.Knig von Irland
1625?1649
Karl II.

König Karl I., Porträt von Daniel Mytens (1631)Bild:

Details of artist on Google Art ProjectLizenz: CC-PD-Mark
Bild:

Details of artist on Google Art Project
Lizenz: CC-PD-Mark

Kronprinz Karl (um 1623), Gemälde von Daniel MytensBild:

Details of artist on Google Art ProjectLizenz: CC-PD-Mark
Bild:

Details of artist on Google Art Project
Lizenz: CC-PD-Mark

Königliches Wappen von Karl I.Bild:

Details of artist on Google Art ProjectLizenz: CC-PD-Mark
Bild:

Details of artist on Google Art Project
Lizenz: CC-PD-Mark

Karl I. (von drei Seiten), Porträt von Anthonis van Dyck, Öl auf Leinwand (1635/36)Bild:

Details of artist on Google Art ProjectLizenz: CC-PD-Mark
Bild:

Details of artist on Google Art Project
Lizenz: CC-PD-Mark

Die Enthauptung Karls I. in einem zeitgenössischen deutschen DruckBild:

Details of artist on Google Art ProjectLizenz: CC-PD-Mark
Bild:

Details of artist on Google Art Project
Lizenz: CC-PD-Mark

Die fünf ältesten Kinder Karls I., von links: Maria, Jakob, Karl, Elisabeth und Anne. Gemälde von Anthonis van Dyck, 1637.Bild:

Details of artist on Google Art ProjectLizenz: CC-PD-Mark
Bild:

Details of artist on Google Art Project
Lizenz: CC-PD-Mark

Karl I. (englischCharles I; * 19. November 1600 in Dunfermline; † 30. Januar 1649 in London) aus dem Haus Stuart war von 1625 bis 1649 König von England, Schottland und Irland. Seine Versuche, in England und Schottland eine gleichförmige Kirchenverfassung einzuführen und im Sinne des Absolutismus ohne Parlament zu regieren, lösten den englischen Bürgerkrieg aus, der mit Karls Hinrichtung und der zeitweiligen Abschaffung der Monarchie endete.

mehr zu "Karl I. (England)" in der Wikipedia: Karl I. (England)

Geboren & Gestorben

thumbnail
Gestorben: Karl I. (England) stirbt in London. Karl I. war von 1625 bis 1649 König von England, Schottland und Irland aus dem Haus Stuart. Seine Versuche, in England und Schottland eine gleichförmige Kirchenverfassung einzuführen und im Sinne des Absolutismus gegen das Parlament zu regieren, lösten den englischen Bürgerkrieg aus, der mit Karls Hinrichtung und der zeitweiligen Abschaffung der Monarchie endete.
thumbnail
Geboren: Karl I. (England) wird in Dunfermline geboren. Karl I. war von 1625 bis 1649 König von England, Schottland und Irland aus dem Haus Stuart. Seine Versuche, in England und Schottland eine gleichförmige Kirchenverfassung einzuführen und im Sinne des Absolutismus gegen das Parlament zu regieren, lösten den englischen Bürgerkrieg aus, der mit Karls Hinrichtung und der zeitweiligen Abschaffung der Monarchie endete.

thumbnail
Karl I. (England) starb im Alter von 48 Jahren. Karl I. (England) war im Sternzeichen Skorpion geboren.

England

1625

thumbnail
27. März: Durch den Tod Jakobs I. wird sein Sohn Karl I. neuer König in England, Schottland und Irland. Im selben Jahr heiratet der neue König Henrietta Maria von Frankreich, Tochter von Henri IV. und Maria de’ Medici.

Europa

Weitere Ereignisse in Europa:
thumbnail
Karl I. von England akzeptiert die Petition of Right.
Weitere Ereignisse in Europa:
thumbnail
Charles I. wird in der Westminster Abbey zum König von England gekrönt.

Amerika

1629

Amerikanische Kolonien:
thumbnail
4. März: Durch eine Charta des englischen Königs Charles I. wird die Massachusetts Bay Colony gegründet. Erster Gouverneur wird John Winthrop.

Britische Inseln

1646

thumbnail
Der englische König Karl I. flieht aus dem belagerten Oxford nach Newcastle und begibt sich unter den Schutz schottischer Einheiten.
thumbnail
Nach der versuchten Verhaftung von fünf Abgeordneten des englischen Parlaments, die von König Karl I. befohlen worden war, bricht der Englische Bürgerkrieg zwischen Krone und Parlament aus.
thumbnail
Das Ende des Vorjahres einberufene später als Langes Parlament bekannte englische House of Commons verfasst eine Beschwerdeschrift, die in 204 Artikeln alle Verfehlungen auflistet, die König Charles I. seit seinem Regierungsantritt nach Ansicht der Parlamentarier begangen hat. Die von John Pym mit Unterstützung von John Hampden und Oliver Cromwell initiierte sogenannte Große Remonstranz wird zu einem der Auslöser des englischen Bürgerkrieges.

Politik & Weltgeschehen

1644

Englischer Bürgerkrieg:
thumbnail
29. März: In der Schlacht bei Cheriton erringen die Parlamentstruppen einen wichtigen Sieg im Englischen Bürgerkrieg. Sie führt dazu, dass sich die Royalisten unter König Charles I. den Rest des Jahres in der Defensive befinden.

England / Schottland / Irland

1650

thumbnail
Nach dem Tod seines Vaters Charles I. wird Charles II. mit der Ausrufung zum König von Schottland in Edinburgh die Möglichkeit gegeben, den Thron Schottlands zu besteigen, wenn er das Scottish Covenant, die Zusicherung der Glaubensfreiheit für schottische Presbyterianer, unterzeichnet. Am 23. Juni mit seiner Ankunft in Schottland signiert er die Erklärung. In Schottland findet er so die nötige Unterstützung, um gegen Oliver Cromwell vorzugehen.
thumbnail
König Karl I. von England wird von dem schottischen Grafen Archibald Campbell gegen ein hohes Kopfgeld an das Englische Parlament ausgeliefert.

"Karl I. (England)" in den Nachrichten