Nuklearkatastrophe von Tschernobyl

Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl ereignete sich am 26. April 1986 in Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl nahe der ukrainischen Stadt Prypjat. Auf der siebenstufigen internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse wurde sie als erstes Ereignis in die höchste Kategorie katastrophaler Unfall eingeordnet.

Bei einer unter der Leitung von Anatoli Stepanowitsch Djatlow durchgeführten Simulation eines vollständigen Stromausfalls kam es auf Grund schwerwiegender Verstöße gegen die geltenden Sicherheitsvorschriften sowie der bauartbedingten Eigenschaften des mit Graphit moderierten Kernreaktors vom Typ RBMK-1000 zu einem unkontrollierten Leistungsanstieg, der zur Explosion des Reaktors und zum Brand des als Moderator eingesetzten Graphits führte. Innerhalb der ersten zehn Tage nach der Explosion wurde eine Aktivität von mehreren Trillionen Becquerel freigesetzt. Die so in die Erdatmosphäre gelangten radioaktiven Stoffe, darunter die Isotope137Cs mit einer Halbwertszeit (HWZ) von rund 30 Jahren und 131I (HWZ: 8 Tage), kontaminierten infolge radioaktiven Niederschlags hauptsächlich die Region nordöstlich von Tschernobyl sowie viele Länder in Europa. Nach der Katastrophe begannen sogenannte Liquidatoren mit der Dekontamination der am stärksten betroffenen Gebiete. Unter der Leitung des Kurtschatow-Instituts errichtete man bis November 1986 einen aus Stahlbeton bestehenden provisorischen Schutzmantel (russischобъект «Укрытие»), der meist als „Sarkophag“ bezeichnet wird.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: John Gofman stirbt in San Francisco. John Gofman war ein US-amerikanischer Kernphysiker und Molekularbiologe. Er erforschte die Wirkung von Uran-233. 1992 erhielt er den Right Livelihood Award (Alternativer Nobelpreis) für seine Forschungen zum Reaktorunfall von Tschernobyl und seine Warnungen vor den Gefahren der Kernenergie.
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Gestorben: Anatoli Stepanowitsch Djatlow stirbt. Anatoli Stepanowitsch Djatlow war stellvertretender Chefingenieur des Kernkraftwerkes Tschernobyl und Leiter des Versuchs, der zur Nuklearkatastrophe von Tschernobyl führte.
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Gestorben: Alexander Fjodorowitsch Akimow stirbt. Alexander Fjodorowitsch Akimow war ein sowjetischer Nukleartechniker. Er war der im Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl zum Zeitpunkt der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl tätige Schichtführer.
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Geboren: Tatyana Detig wird in Kiew, Ukraine geboren. Tatyana Detig ist eine ukrainische Journalistin, Buchautorin und Musikerin. Sie ist vor allem für ihre TV-Dokumentationen aus dem Themenfeld Investigativer Journalismus und verschiedenen gesellschaftspolitischen, zeithistorischen, sowie kulturellen Themen bekannt. Ihre Ausbildung begann sie bei verschiedenen Zeitungen und Fernsehgesellschaften in der Ukraine. Nach ihrem Umzug nach Deutschland setzte sie ihre Karriere als Journalistin fort. Themen aus den Bereichen der Umwelt, wie z.B. die Situation um die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl, sind für sie von besonderem persönlichen Interesse, da sie als Kind die Katastrophe in ihrem Land direkt miterlebte. Ihre TV-Dokumentationen wurden mehrfach im ZDF und arte ausgestrahlt.
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Geboren: Alexander Fjodorowitsch Akimow wird in Nowosibirsk geboren. Alexander Fjodorowitsch Akimow war ein sowjetischer Nukleartechniker. Er war der im Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl zum Zeitpunkt der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl tätige Schichtführer.

Ereignisse

1986

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26. April: Atomreaktor-Katastrophe in Tschernobyl. (1980er)

Rundfunk, Film & Fernsehen

2009

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Film: Frauen wollen mehr (Fernsehfilm) (Thomas Nennstiel)

1991

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Film: Das achte Gebot ist ein Dokumentarfilm, der die betrügerischen Methoden und unehrlichen Umgangsformen der Atomlobby zeigen will. Die Dokumentation versucht zu belegen, wie über fünf Jahrzehnte hinweg Menschen in allen Atomstaaten mit Täuschungsmanövern manipuliert wurden und werden. Der Film umfasst die Zeitspanne von Otto Hahn bis hin zu Veba-Chef Bennigsen-Foerder, vom ersten Versuchsreaktor bis zur doch nicht gebauten Wiederaufarbeitungsanlage Wackersdorf, von den Atomversuchen in Nevada bis zum Super-GAU in der Ukraine (Nuklearkatastrophe von Tschernobyl).

Stab:
Regie: Bertram Verhaag, Claus Strigel
Drehbuch: Bertram Verhaag, Claus Strigel
Produktion: DENKmal-Film GmbH
Musik: Ulrich Bassenge, Wolfgang Neumann
Kamera: Claus Strigel, Waldemar Hauschild
Schnitt: Rainer Standke

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