Kernkraftwerk Neckarwestheim

Das Kernkraftwerk Neckarwestheim vor dem Bau von Block II aus der Luft von Norden (1979)
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Das Kernkraftwerk Neckarwestheim (Gemeinschaftskernkraftwerk Neckar, GKN) ist ein Kernkraftwerk in Neckarwestheim mit zwei Druckwasserreaktoren. Betreiber des Kraftwerks ist das EnBW-Tochterunternehmen EnBW Kernkraft GmbH mit Sitz in Obrigheim.



Geschichte




Die Planungen für Block I gehen bis ins Jahr 1970 zurück. Nachdem der ursprünglich geplante Bau eines Kernkraftwerkes in der benachbarten Stadt Lauffen am Neckar nicht zustande gekommen war, einigten sich die Neckarwerke und die TWS im Januar 1971 auf den Bau eines Kernkraftwerks im Neckarwestheimer Steinbruch des Lauffener Unternehmens Portland-Cement-Werk (später ZEAG), das später auch einen Anteil an der Betreibergesellschaft erwarb.Ursprünglich war das Kraftwerk für eine Leistung von 600 Megawatt konzipiert worden (es lagen ein Entwurf sowohl für einen Siedewasserreaktor als auch einen Druckwasserreaktor vor). Man entschied sich letztendlich für die zweite Variante, da dieser Reaktortyp auch schon in Obrigheim in Betrieb war und so wertvolle Erfahrungen über den Betrieb der Anlage gewonnen werden konnten.1971 wurden die Planungen geändert und die Leistung auf 840 MW erhöht. Der Grund hierfür war, dass die damalige Deutsche Bundesbahn nur über ein einziges kleines Bahnstromkraftwerk verfügte, welches für die geplante Elektrifizierung des Streckennetzes nicht ausreichen würde. Deswegen ist die Deutsche Bahn AG bis heute einer der Gesellschafter des Kraftwerkes.Im Januar 1972 begannen die Bauarbeiten, und noch während der Bauphase (1973/74) wurden die Planungen abermals geändert. Anstelle eines 160 Meter hohen Naturzug-Nasskühlturms entschied man sich für die Zellenkühler. Diese waren kostengünstiger und beeinträchtigten auch das Landschaftsbild weniger. Am 26. Mai 1976 wurde der Reaktor kritisch, und am 1. Dezember 1976 erfolgte die Übergabe an den Betreiber.Der Block II wurde noch während der Bauphase von Block I im Juni 1975 von der Betreibergesellschaft beantragt. Ursprünglich sollte GKN II ein „Zwillingsbruder“ von GKN I, also ein zeichnungsgleicher Block, auch mit 840 Megawatt elektrischer Leistung und Zellenkühlern werden. Um die Jahreswende 1979/80 wurden die Pläne geändert und ein Reaktor mit 1300 Megawatt elektrischer Leistung sowie einem 160 Meter hohen Naturzug-Nasskühlturm konzipiert....

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Widmungen, Jahrestage & zukünftige Ereignisse

2022

Voraussichtliche Ereignisse:
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Deutschland steigt spätestens bis zum 31. Dezember vollständig aus der Stromerzeugung mittels Kernenergie aus. Die letzten deutsche Kernkraftwerke, Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2, alles Konvoi-Druckwasserreaktoren mit jeweils rund 1400 Megawatt Leistung, die bis dahin im Betrieb sein werden, werden sehr wahrscheinlich endgültig abgeschaltet.

Geschichte > Sicherheit und Störfälle

2009

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Die Heilbronner Stimme berichtet am 20. November, dass einem nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 von mehreren Bundesländern in Auftrag gegebenen Gutachten der Internationalen Länderkommission Kerntechnik zufolge schon seit 2002 bekannt ist, dass die Reaktorgebäude älterer Kernkraftwerke wie GKN I dem Aufprall eines größeren Verkehrsflugzeugs nicht standhalten würden und in einem solchen Fall „mit schweren bis katastrophalen Freisetzungen radioaktiver Stoffe zu rechnen“ sei. Ein gezielter Anflug des Reaktorgebäudes von Neckarwestheim II durch Terroristen sei möglich; dies gelte auch für alle anderen Kernkraftwerke. Auch die Gesellschaft für Reaktorsicherheit bestätigt die Gefährdung älterer Reaktoren durch Abstürze. Die Landesregierung setzt zum Schutz vor solchen Flugzeuganschlägen auf (Stand November ) noch zu installierende Vernebelungsanlagen, die Piloten die Sicht nehmen sollen.

2008

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Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) bescheinigt dem Block I bei einer Prüfung im Oktober 2007 „eines der besten Ergebnisse im internationalen Vergleich“ in den Bereichen Betriebsführung und Sicherheitsmanagement. Der Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar hält dieses Prüfzeugnis für wertlos, da nur das bestimmungsgemäße Funktionieren der Anlage überprüft worden sei. Die Initiativen haben auch Zweifel an der Unabhängigkeit der IAEO geäußert.

1977

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kommt es beim Anfahren von Block I zu einem Störfall, ein Dampferzeuger des Sekundärkreislaufs dampft aus, dabei gelangt heißer, nicht radioaktiver Dampf ins Freie.

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