Kiewer Rus

Die Kiewer Rus (russischКиевская Русь, ukrainischКиївська Русь, weißrussischКіеўская Русь, im älteren deutschen Sprachgebrauch auch Kiewer Russland) war ein mittelalterliches Großreich, das als Vorläuferstaat der heutigen Staaten Russland, Ukraine und Weißrussland angesehen wird. Der Ausdruck kann auch als Bezeichnung der Epoche in der Geschichte der Rus verstanden werden, in der Kiew als Großfürstensitz das politische und kulturelle Zentrum der Rurikiden-Dynastie war.

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Geboren & Gestorben

1264

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Gestorben: Daniel (Halytsch-Wolodymyr) stirbt in Cholm, Fürstentum Halitsch. Daniel Romanowitsch von Galizien war Fürst von Halitsch (1205–1206, 1211–1212, 1229–1231, 1233–1235, 1238–1264), Wolhynien (1215–1229, 1231–1233, 1235–1238) und Großfürst von Kiew (1240). 1254 ließ er sich zum König der Rus (Rex Rusiae) von einem päpstlichen Legaten krönen und unterstellte sich damit der lateinischen Kirche zum Schutz gegen die Goldene Horde. Daniel gilt neben Alexander Newski als der bedeutendste Fürst seiner Zeit in der Kiewer Rus.

1264

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Gestorben: Daniel (Halytsch-Wolodymyr) stirbt in Chełm. Daniel Romanowitsch war neben Alexander Newski der bedeutendste Fürst der Rus während der frühen Epoche der Mongolenherrschaft. Er beherrschte das Fürstentum Halytsch-Wolodymyr und zeitweise auch das Fürstentum Kiew, woraufhin er erfolglose Ansprüche auf die Großfürstenwürde der Rus erhob. Anders als Alexander Newski, der trotz der Mongoleninvasion gegen die einfallenden Deutschordensritter kämpfte, unterstellte sich Daniel dem päpstlichen Schutz gegen die Mongolen, was bis heute kulturelle und konfessionelle Konsequenzen in Galizien hat.

1201

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Geboren: Daniel (Halytsch-Wolodymyr) wird , Halitsch, Fürstentum Halitsch geboren. Daniel Romanowitsch von Galizien war Fürst von Halitsch (1205–1206, 1211–1212, 1229–1231, 1233–1235, 1238–1264), Wolhynien (1215–1229, 1231–1233, 1235–1238) und Großfürst von Kiew (1240). 1254 ließ er sich zum König der Rus (Rex Rusiae) von einem päpstlichen Legaten krönen und unterstellte sich damit der lateinischen Kirche zum Schutz gegen die Goldene Horde. Daniel gilt neben Alexander Newski als der bedeutendste Fürst seiner Zeit in der Kiewer Rus.

1201

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Geboren: Daniel (Halytsch-Wolodymyr) wird geboren. Daniel Romanowitsch war neben Alexander Newski der bedeutendste Fürst der Rus während der frühen Epoche der Mongolenherrschaft. Er beherrschte das Fürstentum Halytsch-Wolodymyr und zeitweise auch das Fürstentum Kiew, woraufhin er erfolglose Ansprüche auf die Großfürstenwürde der Rus erhob. Anders als Alexander Newski, der trotz der Mongoleninvasion gegen die einfallenden Deutschordensritter kämpfte, unterstellte sich Daniel dem päpstlichen Schutz gegen die Mongolen, was bis heute kulturelle und konfessionelle Konsequenzen in Galizien hat.
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Gestorben: Jaroslaw Osmomysl stirbt. Jaroslaw Wladimirowitsch Osmomysl war ein Fürst aus dem Geschlecht der Rurikiden, der zwischen 1153 und 1187 das Fürstentum Halitsch in der Kiewer Rus regierte.

Religion

988 n. Chr.

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Großfürst Wladimir I., Herrscher der Kiewer Rus, empfängt die orthodoxe Taufe. Durch den hauptsächlich auf Konstantinopel ausgerichteten Handel war es, trotz anfänglicher Eroberungsversuche seitens der Rus, zu engen Kontakten mit Byzanz gekommen, die zur christlichen Missionierung und schließlich zum Übertritt der Rus zum orthodoxen Glauben führten. In Kiew werden heidnische Tempel zerstört und slawische Götzenbilder in den Dnjepr geworfen (siehe auch Slawische Mythologie).

Ereignisse

990 n. Chr.

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Beginn des Kriegs zwischen der Kiewer Rus und den Petschenegen (990–1015).

Politik & Weltgeschehen

1111

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Den verbündeten russischen Fürsten der Kiewer Rus gelingt ein entscheidender Schlag gegen die Polovcer. Sie stoßen weit in das Steppengebiet vor und vernichten am Don das Zentrum des Reiches Scharukan (das heutige Charkiw).

1016

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Swjatopolk I. wird Großfürst der Kiewer Rus

980 n. Chr.

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Wladimir I. wird Fürst der Kiewer Rus.

970 n. Chr.

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Das Byzantinische Reich unter Feldherr Bardas Skleros besiegt eine Koalition von Kiewer Rus, Bulgaren, Magyaren und Petschenegen unter Führung des Kiewer Großfürsten Swjatoslaw I. in der Schlacht von Arkadiopolis.

944 n. Chr.

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Friedensvertrag zwischen der Kiewer Rus und dem Byzantinischen Reich.

Kunst & Kultur

1113

Kultur & Religion:
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Die Nestorchronik entsteht im Kiewer Höhlenkloster. Sie ist benannt nach dem berühmten Mönch des Klosters, Nestor von Kiew. Inhaltlich handelt es sich um die Verarbeitung der altrussischen mündlichen und schriftlichen Überlieferungen zu der Geschichte der Kiewer Rus.

Zeittafel

1223

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Zum ersten Mal erscheinen die Mongolen in der Rus; die Schlacht an der Kalka endet mit einer bitteren Niederlage für die Rus.

1185

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Feldzug des Fürsten Igor Swjatoslawitsch von Nowgorod-Sewersk gegen die Kumanen, der im Igorlied beschrieben ist.

1093

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Kumanen (Kiptschaken) überrennen kurzzeitig Kiew unter Tugorkhan, dieser fällt jedoch 1096 gegen die Russen.

1043

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Letzter Flottenangriff der Kiewer Rus auf Konstantinopel, der erfolglos endet.

1024

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Schlacht von Listwen: Im Kampf der Söhne Wladimirs um die Nachfolge unterliegt Jaroslaws Warägertruppe unter Jakun den slawischen Kontingenten seines Bruders Mstislaw.

Europa

1139

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Wsewolod II. wird Großfürst der Kiewer Rus.

1097

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Auf dem Fürstenrat von Ljubetsch wird das Senioratsprinzip der Kiewer Rus durch die Primogenitur ersetzt.

969 n. Chr.

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Weitere Ereignisse in Europa: Die Kiewer Rus vernichtet das Reich der Chasaren, kann es jedoch nicht effektiv unterwerfen.

967 n. Chr.

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Feldzug der Kiewer Rus unter Swjatoslaw I. bis 969 quer durch den ganzen Balkan. In Bulgarien nimmt Swjatoslaw 80 Städte an der Donau ein und legt sich den Zarentitel des bulgarischen Herrschers zu, der zum Vasall des russischen Großfürsten degradiert wurde. Swjatoslaw verkündet die geplante Verlegung seiner Hauptstadt von Kiew nach Preslaw an der Donau, weil dort „der Mittelpunkt seines Reiches läge“.

965 n. Chr.

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Die Kiewer Rus unter Swjatoslaw zerstört die Festung Sarkel und Itil, die Hauptstadt des Chasarenreichs, überfällt islamische Gebiete, erobert Küstengebiete an der Ostsee und führt Krieg gegen die Wolga-Bulgaren, um die östlichen Handelswege in den Orient unter ihre Kontrolle zu bekommen.

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