Kirchenkritik

Kirchenkritik setzt sich kritisch mit kirchlichen Institutionen auseinander.



Geschichte




Interne Kritik ist Bestandteil der ökumenischen Konzilien der frühen Kirche, die zunehmend verbindlichere Glaubensaussagen (Dogmen) formulieren, ein Vorgang, der mit der Kritik abweichender Meinungen einhergeht, welche jeweils in Verdammung von Häresien mündet. Die jeweils als Häretiker betrachteten Personen nehmen ihrerseits in Anspruch, die „wahre Kirche“ zu sein. Siehe die Marcioniten, Ebioniten, Novatianer, etc.Zu scharfen externen Kritikern wurden u.a. der Satiriker Lukian von Samosata, der im Roman Über den Tod des Peregrinus (um 170) die christliche Bruderliebe und Martyriumsbereitschaft kritisiert und der Philosoph Celsus, der 178 seine Schrift Der wahre Logos gegen die Unsinnigkeit des christlichen Glaubens richtet, welchen er zugleich der Ablehnung des Kaiserkultes wie auch der Kriegsdienstverweigerung anklagt. Die umfassendste Kirchenkritik verfasste der Neuplatoniker Porphyrios († 304) mit der 15-bändigen Schrift Gegen die Christen.Im 2. Jahrhundert richtete die Gnosis im Streben nach einem höhergeistigen Christentum ihre Kirchenkritik gegen den „übermäßig anthropomorphen Gottesglauben“ wie auch gegen die Vorstellung einer Offenbarung Gottes in Christus als „zeitgebunden“ und „überholt“.Kirchenkritik auf interreligiöser Ebene erwuchs seit dem 8. Jahrhundert aus der Begegnung der östlichen (bilderverehrenden) Kirche mit dem Islam, welcher den Vorwurf erhob, dass die Bilderdarstellung im Gegensatz zum geistigen Charakter des Kultus und zum Bilderverbot der Schrift stehe.Ab dem 12. Jahrhundert traten verschiedene Sekten, beispielsweise die Katharer und die Waldenser, als elementare Kirchenkritiker in Wort und Tat in Erscheinung. Die meisten Abspaltungen der Katharer, so z. B. die Albigenser, vertraten ein dualistisches Weltbild, in dem sie die katholische Kirche und das Alte Testament als Werk des Teufels sahen, sich selbst als neue göttliche Ordnung. Die Waldenser hingegen legten ihren Schwerpunkt auf die biblische Tradition; sie wollten die Laienpredigt stärken, die gemeinsame Bibellesung festigen und vertraten ein radikaleres Armutsideal....

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Karlheinz Deschner stirbt in Haßfurt. Karlheinz Deschner war ein deutscher Schriftsteller und Religions- und Kirchenkritiker. Zu seinen Werken zählen Abermals krähte der Hahn (1962) und die 2013 mit dem zehnten Band fertiggestellte Kriminalgeschichte des Christentums.
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Geboren: Horst Herrmann wird in Schruns, heute Österreich geboren. Horst Herrmann ist ein ehemaliger Priester der römisch-katholischen Kirche, deutscher Kirchenrechtler und Kirchenkritiker, Soziologe und Schriftsteller sowie Entwickler der Mandatssteuer zur Kirchenfinanzierung.
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Geboren: Gotthold Hasenhüttl wird in Graz geboren. Gotthold Nathan Ambrosius Hasenhüttl ist ein in Deutschland tätiger österreichischer suspendierter römisch-katholischer Priester, Theologe und Kirchenkritiker.
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Geboren: Hubertus Mynarek wird in Groß Strehlitz, Oberschlesien geboren. Hubertus Mynarek ist ein deutscher Philosoph, Theologe und Kirchenkritiker.

1927

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Geboren: Willibald Glas wird geboren. Willibald Glas ist ein katholischer Theologe und Kirchenkritiker. Er wurde wegen seines Buches „Der Pfarrer von Arget“ von Kardinal Friedrich Wetter vom Dienst suspendiert und mit der Kirchenstrafe der „von selbst eintretenden Exkommunikation“ belegt.

Tagesgeschehen

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Deutschland: Der ehemalige Priester und KirchenkritikerEugen Drewermann hat heute seinen Kirchaustritt aus der katholischen Kirche bestätigt.

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